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Testbericht: Die unbeschwerte Leichtigkeit des Leuchtens – Die IKO Core von Petzl

Testbericht: Die unbeschwerte Leichtigkeit des Leuchtens – Die IKO Core von Petzl

Ehrlich?  Als ich die IKO Core von Petzl das erste mal sah, dachte ich zuerst, sie sei ein PR-Gag. Alles an der Stirnlampe war anders als das, was ich bisher mit Kopflampen in Verbindung brachte: zum einen der extrem flache Leuchtkörper (da gab es ja schon Entwicklungen, die in diese Richtungen gingen), zum anderen das AIRFIT-Kopfband. “Band”? Nichts an der Konstruktion erinnert wirklich an ein Band, wie es bisher bei Stirnlampen verwendet wurde. Auf den ersten Blick sieht es wie ein unflexibles, unbequemes Gestell aus und lädt nicht gerade dazu ein, sich dieses freudvoll auf den Kopf zu ziehen. “Das wird eine Herausforderung” dachte ich mir – und wurde von der IKO Core rundum eines Besseren belehrt.

Um mich doch erst mal ein bisschen positiver zu positionieren, widme ich mich erst einmal den technischen Werten: Mit 79 g ist die Stirnlampe inkl. Core Akku eine der leichtesten auf dem Markt und mit drei Leuchtstufen bewegt sich die IKO Core wieder in Richtung einer einfachen Bedienung ohne aufwendige Programmierung.

Die erste Leuchtstufe ist mit 6 Lumen eher zum Gesehenwerden als zum Sehen geeignet und hält bis zu 100 Stunden. Die Stufe 2 ist mit 100 Lumen und einer Leuchtdauer von bis zu 9 Stunden angegeben. Der Lichtstrom soll einer Leuchtweite von 45 m  entsprechen. Am hellsten leuchtet die IKO in Stufe 3 mit 500 Lumen mit einer Leuchtweite von ca. 100 m.  In jedem Fall reduziert sich die Leuchtdauer auf 2,5 Stunden. Die Stirnlampe soll danach nicht einfach ausgehen, sondern schaltet sich in den 6-Lumen-Modus. Die Leuchtstufen werden durch einfaches Durchschalten über den unten am Leuchtkörper befindlichen Druckschalter erreicht. Ebenso kann die Petzl-Lampe durch langes Betätigen des Schalters ver- und entriegelt werden. Eine blinkende, rote LED bestätigt den Vorgang.

Beim Ein- oder Ausschalten leuchtet entweder ein grünes oder ein rotes Licht kurz auf, um anzuzeigen, dass die Batterie  entweder >30 % (grün) oder <30 % Batterie (rot) geladen ist. Die IKO Core wird mit Akku (1250 mAh) geliefert, der separat binnen 3 Stunden über einen Micro-USB-Anschluss aufgeladen wird. Ist es mal nicht möglich, den Akku aufzuladen, können auch 3 herkömmliche AAA Batterien benutzt werden. Der maximale Lichtstrom liegt dann bei 350 Lumen und die Lampe wird auf Grund des höheren Gewichts der Batterien auch etwas schwerer (90 g). Das Batteriefach befindet für eine optimale Gewichtsverteilung am Hinterkopf. Die Lampe ist komplett nach IPX4 spritzwassergeschützt.

So, nun ran an den Speck bzw. raus auf die Laufstrecke: Die IKO Core ist voll geladen und im Wald wird es durch die Belaubung zunehmend dunkler. Im Gegensatz zu allen bisherigen Stirnlampen wird sie durch die Bügelkonstruktion eher wie ein Helm aufgesetzt und durch einen Gummizug am Kopf fixiert. Aus alter Gewohnheit ziehe ich den Gummi fest an.

Auf dem Weg zum Wald reicht die 1. Leuchtstufe aus, um wahrgenommen zu werden. Bei guter Beschaffenheit der Wege brauche ich nicht mehr und die entgegenkommenden Läufer:innen und Radfahrer:innen freuen sich, dass ich sie nicht mit einem “Lichtschwert” erschlage. Im Wald auf dem Trail schalte ich dann in Stufe 2 und bis zu einem Lauftempo von 4 min/km reichen mir die 100 Lumen vollkommen aus, um mich sicher im Gelände zu bewegen.  Der Lichtkegel ist gleichmäßig hell und nur zu Testzwecken schalte ich in den 3. Leuchtmodus durch (das bedeutet also erst einmal ausschalten, dann 1., 2. und dann 3. Stufe) und bin mit so viel Licht erst einmal überfordert. Die Lichtkegel sind in den beiden stärkeren Leuchtstufen gleichmäßig ausgeleuchtet. Das gefällt mir sehr.

Mit der Zeit fängt bei mir das “Tragegestell” auf dem Kopf an zu drücken. Na prima, doch nicht so eine tolle Erfindung? Wohl eher ein Anwendungsfehler. Das gewohnheitsmäßige Straffziehen ist bei der Bügelkonstruktion gar nicht nötig, da die Stirnlampe schon mit wenig bis gar keinem Druck fest am Kopf sitzt und so dann auch keine Kopfschmerzen verursacht. Und dann kommt sie auch: die unbeschwerte Leichtigkeit des Laufens, denn jetzt erst stellt sich das Gefühl ein, einen Hauch von Nichts auf dem Kopf zu tragen. Herrlich, so gefällt mir das!

Nach 2,5 Stunden komme ich zu Hause an, und die grüne LED beim Ausschalten gibt mir ein gutes Gefühl. Ein perfekter Lauf. Beim heutigen Lauf habe ich überlegt, wie ich die Lampe sinnvoll im Halbdunkel benutzen kann. Dort reicht es ja, gesehen zu werden. Die von Petzl empfohlene Variante, die Lampe um den Hals zu hängen, klappt beim Laufen nur so semi … Ich habe dann das Kopfband zu einer 8 wie beim Einpacken gedreht und mir über den Arm gestülpt. Das hat dann sehr gut funktioniert.

Der zweite Test wird mit dem Rad durchgeführt und hier zeigt sich, dass die zweite Leuchtstufe bei höheren Geschwindigkeiten schnell an ihre Grenzen stößt. Da muss dann schon mehr Power her. Leider reicht diese dann wirklich nur die prognostizierten 2,5 Stunden, was einerseits gut ist, da die Herstellerangaben stimmen. Andererseits stehe ich nun im Dunkeln und müsste mein Fahrrad schieben, da ich mich durch den in den Sparmodus wechselnden Leuchtradius nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fortbewegen kann. Mensch kann wieder mal nicht alles haben … Aber hey, wann fahre ich schon einmal so lange im Dunkeln Rad? Da ist wohl eher das Problem, dass ich mit grüner LED, aber nur 31 % Akku und einem guten Gefühl losfahre und dann nach 40 Minuten im Dunkeln stehe. Auch nicht schön, aber selbst dran schuld. Wie bei allen akku- oder batteriebetriebenen Geräten bin ich auch selbst in der Pflicht, Aktivität und technische Geräte aufeinander abzustimmen.

Auch für einen kurzen Paddeltrip auf der Mulde ist die IKO Core vollgeladen mit auf Tour. Selbst, wenn die Lampe eher für sportliche Aktivitäten ausgelegt ist und es für Outdoorabenteuer sicherlich bessere Alternativen gibt (Actic Core, Black Diamond Spot, da beide mit Rotlicht), stellt sich schnell heraus, dass die IKO Core auch auf dieser Tour eine gute Figur macht. Zum einen reichen die 6 Lumen komplett aus, um das Zelt aufzubauen, das Abendbrot zuzubereiten, die Zähne zu putzen, blendfrei am Feuer zu sitzen und im Zelt zu lesen, zum anderen genügen die 100 Lumen für alle anderen Aktivitäten, wie Holzsammeln, Paddeln im Dunkeln usw.

Mit dem beigelegten Transportbeutel lässt sich die Lampe auch zu einer Laterne umfunktionieren, die dann ein blendfreies Licht abgibt. Im Zelt können dann bei Stufe 2 zwei Menschen problemlos lesen.

Die hellste Leuchtstufe brauche ich eigentlich nur, um anzugeben. Aufladen musste ich den Akku während der 4 Tage gar nicht und die grüne LED zeigt mir, dass der Akku auch nach dieser Tour noch ausreichend Saft hat.

Rabanus: „Die Petzl IKO Core wirkt auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig. Setzt man sie dann das erste Mal auf, wird sofort die tolle Passform deutlich. Noch nie habe ich eine so angenehme Lampe aufprobiert; da können Klassiker mit regulärem Sirnband nicht mithalten. Gerade bei intensiver Bewegung ist das AIRFIT®-Kopfband geradezu grandios und kann all seine Stärken ausspielen (= optimaler Sitz, kein Verrutschen).

Der flache Lampenkopf und das insgesamt geringe Gewicht der Lampe sind ein Traum. Ähnlich wie Matthi hätte ich and bei der IKO Core Lampe gern ein Rotlicht gesehen, aber man kann nicht alles haben.

Die maximale Leuchtstufe gibt an die 500 Lumen her – hier hätte ich mir von Petzl ein klareres Verpackungsdesign gewünscht, da das aktuelle etwas irritieren sein kann. Daher nochmal zusammengefasst und in aller Kürze: Die Petzl IKO und IKO Core sind beide fähig, mit bis zu 500 Lumen zu powern, aber nur mit dem Core Akku. Ohne Akku erreichen beide bis zu 350 Lumen.

Meine Empfehlung bei dieser Lampe: Skepsis beiseite schieben und einfach aufsetzen.“

Ehrlich? Ich hätte nicht gedacht, dass die Lampe mich am Ende der Testreihe so überzeugt, dass ich meine alte Lampe (BD Spot) von jetzt an, auch auf Trekkingtour, im Schrank lassen werde. Aufsetzen, einschalten, loslaufen. Ohne viel Schnickschnack. Der Tragekomfort ist überragend und ich gehe mal davon aus, dass dieser auch nach mehreren Jahren so ist. Kein ausgeleiertes Stirnband mehr, welches immer mehr nachgezogen werden muss. Keine Überlegung mehr, welchen Knopf ich wann drücken muss, um die gewünschte Helligkeit zu erreichen: an, heller, am hellsten. Das war’s.

Das Einzige, das ich vermisse, ist die rote LED, welche mir auf Hütten das Gefühl gibt, beim nächtlichen Gang auf die Toilette nicht alle aus dem Schlaf zu reißen. Aber wie im richtigen Leben kann mensch nicht alles haben und trotzdem zufrieden sein. Das bin ich – nicht nur, aber auch mit der IKO Core.

+ überragender Tragekomfort

+ superleicht

+ sehr hell, perfekt zum Wandern und laufen

+ einfache, intuitive Bedienung

– kein Rotlicht

 

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