Das Robens Seeker 3 LW ist ein Komplettset: Es gibt ein Innen- und ein Außenzelt mit dazugehörigem Gestänge, Die Abspannleinen sind schon dran und eine passende Anzahl Heringe ist ebenfalls dabei. Eine Reparaturhülse für Notfälle gibt´s dazu, für eventuell nötige Flickarbeiten packen wir das gute alte Tear-Aid ein. Im Wesentlichen handelt es sich beim Seeker LW um eine klassische Kuppelkonstruktion, das Innenzelt wird aufgebaut und das Außenzelt drübergeworfen und befestigt und abgespannt, 2 Eingänge, 2 Apsiden, zackfertig, DIN A-Zelt sozusagen. Dennoch hat sich Robens einige Besonderheiten und Extras ausgedacht, die das Seeker von anderen Zelten seiner Kategorie abheben (sollen/können/tun).
Es gibt nämlich nicht nur die Möglichkeit, lediglich das Innenzelt als Insektenschutz für warme Nächte aufzustellen, sondern auch eine „Halb-und-halb“-Lösung, bei der eine Hälfte des Außenzeltes hochgeklappt wird. Wie sich das in der Praxis gestaltet, sehen wir später, ich denke jedenfalls direkt an Stargazing in Scotland und bin gespannt.
Außerdem wurde dem Seeker 3 LW mit einer simplen, aber effektiven Konstruktion am Fußende eine zusätzliche Belüftungsmöglichkeit verpasst: Mittels Tankas und Zeltschnur lässt sich ein Teil der Zeltwand hochzurren, sodass man sich die Füße von der Sommerbrise kitzeln lassen kann. Gut gelöst!
Gewichtstechnisch steht das Seeker 3 LW mit knappen 2,3 kg für ein 3-Personen-Zelt recht gut da, es verdient durchaus den Zusatz „Lightweight“ und lässt sich auch allein gut tragen, wenn man zu zweit unterwegs ist und sich Küche und Behausung aufteilen kann.
Werfen wir einen Blick aufs Material: Hier gibt es wenig Aufregendes zu berichten. Das Außenzelt besteht aus solidem Ripstop-Nylon, innen Polyurethan-beschichtet, außen silikonisiert. Ich mag die Kombi, weil sie ein wirklich guter Kompromiss zwischen Leichtgewichtigkeit und Bezahlbarkeit ist, außerdem ergibt die Außenbeschichtung mit Silikon einfach Sinn, damit das Wasser abperlt, anstatt ins Gewebe einzudringen. So muss ich das Zelt einfach seltener nass und schwer einpacken, wenigstens ist es dann nur nass, das ist immerhin eine (1!) Sorge weniger. Außerdem ist eine Silikon-Beschichtung UV-beständiger und damit langlebiger. Die Nahtbänder sind selbstverständlich versiegelt, das ist nicht nur super sinnvoll, sondern gibt mir auch ein gutes Gefühl, was die Zuverlässigkeit des Nässeschutzes angeht. Und gute Gefühle sind nun mal sehr ausschlaggebend für viele Sachen.
Für 2026 hat das Zelt gleich 2 hochwertige Upgrades erhalten: Es hat ein DAC-Gestänge bekommen, das besteht jetzt also aus sehr bewährtem Marken-Aluminium. Und außerdem ist das Außenmaterial nun ein Polyester in gleicher Fadenstärke, mit dem Vorteil, sich bei Nässe im Vergleich zu Polyamid so gut wie gar nicht zu dehen.
Was mir auf den ersten Blick ein bisschen Sorgen bereitet, sind die Steckschließen aus Plastik (ick!) und die doch recht breiten/soliden Heringsschlaufen an den Zeltecken und Apsiden aus Gurtband, das wirkt irgendwie noch nicht so richtig praktisch, trägt aber zum Gesamteindruck des Zeltes als sehr solide und gut verarbeitetes Produkt mit entsprechend erwartbarer Lebensdauer bei. Wollen wir doch mal sehen, ob sich diese Assoziation bestätigt und sowohl die Seeker-Specials als auch die klassischen Designelemente in der Praxis bewähren.
Mit 399,- € ist das Robens Seeker 3 LW preislich in der Mittelklasse anzusiedeln. Wie immer bezahlt man für weniger (und damit leichteres) Material sowie den erhöhten Designaufwand, der da reingeht, auch ein bisschen mehr Geld.
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