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Testbericht: Faszination AeroPress – die AeroPress Go weckt Experimentierfreude beim Kaffeekochen

Testbericht: Faszination AeroPress – die AeroPress Go weckt Experimentierfreude beim Kaffeekochen

Wenn ein Produkt dazu verleitet, sich in erschreckender Regelmäßigkeit bis 4 Uhr nachts Kaffee-Videos reinzuziehen, dann gibt es genau zwei Möglichkeiten: Entweder hat sich besagter Tester geistig vollends verabschiedet oder aber das besagte Produkt hat einen ganz besonderen Nerv getroffen. Die Chancen stehen wohl fifty-fifty!

Eines vorweg: Selten ist es mir bislang gelungen, so leckeren, abgerundeten und vollmundigen Filterkaffee herzustellen wie mit der AeroPress Go. Dabei geht es mir ein wenig wie Alice im Wunderland: Steigt man einmal in die Tiefen der AeroPress Welt hinab, ist es schwer, da wieder herauszukommen. Oder vielmehr: Will man das überhaupt? – Seit grob einem Jahr nutze ich die AeroPress Go und seitdem hat sie meine anderen Brühmittel beinahe vollständig abgelöst.

Disclaimer: Es gibt auf der Welt etliche AeroPress-Rezepte und eine nicht zu unterschätzende Zahl an Menschen, die sich diesem Thema mit großer Hingabe widmen. Ich trinke sehr gerne Kaffee und kann mich sowohl für eine gepflegte Tasse V60 Filterkaffe als auch einen schnellen Türkischen begeistern. Anders als Al Pacino glaube ich auch nicht, dass Milch per se Kaffee entzaubert und liebe Cappuchino. Ich würde mich zwar als Liebhaber, aber nicht als Kaffee-Nerd bezeichnen. Im weiten Web gibt es Kaffeeprofis, die die AeroPress von vorn bis hinten durchanalysieren. Für jemanden mit diesem Anspruch ist der folgende Bericht nicht geeignet – ich widme mich eher der Frage, wie man als jemand, der Kaffee mag, aber ihm nicht sein gazes Leben einräumt, mit der AeroPress Go möglichst gute Resultate erzielen kann.

Ein großer Dank geht an Tom vom Café Analog in Leipzig, über den ich das erste Mal mit der AeroPress in Berührung kam. Er hat auch die erste Runde Kaffeebohnen für die Tests geschmissen. Falls ihr in in der Nähe der Eisenbahnstraße unterwegs seid, schaut bei ihm vorbei. Das Analog ist (m)ein wahrgewordener Café-Traum in Leipzig. Danke Tom!

Die AeroPress Go wird mit einem Haufen Zubehör geliefert. Alles passt in ein handliches Paket, das locker im Rucksack mitgenommen werden kann. Hierin unterscheidet sich die AeroPress Go auch von der herkömmlichen AeroPress. Dennoch würde ich einige Teile zu Hause lassen, da ich sie kaum gebraucht habe. Die Teile sind im Einzelnen:

  • Die AeroPress selbst ist für die Kaffeezubereitung unentbehrlich. Sie besteht aus 100 % BPA-freiem Kunststoff und ist gesundheitlich somit unbedenklich.
  • Zusätzlich sind ein kleiner Kaffeelöffel und ein ausklappbarer Stab zum Umrühren dabei. Beides habe ich nur ganz am Anfang benutzt. Warum? – Einen Löffel zum Dosieren habe ich sonst auch anderweitig dabei. Das Umrühren kann durch Schwenken ersetzt werden, was geschmacklich keinen Unterschied macht.
  • Eine Filterpackung mit 350 feinporigen Papierfiltern sowie ein kleiner Tiegel, in dem 10-15 Filterpapiere transportiert werden können. 350 Filter halten selbst bei meinem hohen Kaffeeverbrauch ganz schön lange. Der Tiegel hat allerdings den Nachteil, dass er sich immer wieder von selbst öffnete, was ein bisschen nervig war. Trotzdem ließ sich damit das Papier ganz gut transportieren.
  • All diese Teile werden in einer Tasse (444 ml) verpackt, die mit einem Silikondeckel verschlossen wird. Theoretisch ließe sich aus der Tasse trinken, doch ist sie nicht sonderlich schön gearbeitet und nun ja, ich trinke Kaffee ungern aus Plastik. Sie ist allerdings geriffelt, wodurch die Hitze von der Hand abgeleitet wird. Es ließe sich also heißer Kaffee hieraus trinken. Der Silikondeckel ist ebenfalls „okay“, wenn auch nicht brilliant. Er schließt gut ab, somit kann die AeroPress Go mitsamt Kleinteilen sicher verstaut werden. Allerdings nimmt Silikon auch gern Schmutz und Dreck an, weshalb ich am Ende auch Tasse samt Deckel oft zu Hause ließ und die AeroPress einfach ohne einpackte.

Zwischenfazit: Die AeroPress Go ist eine All-in-One-Lösung für den portablen Kaffee. Je nach Bedarf kann man das ein oder andere Teil aber auch guten Gewissens zu Hause lassen, denn alle Teile werden nicht zwingend gebraucht!

Als Transportalternative hat sich der Thermostack Original von SOTO bewährt. Hier passt die AeroPress Go beinahe komplett hinein und das Trinkerlebnis ist ein wesentlich angenehmeres.

Bei meinen unterschiedlichen Tests habe ich immer wieder mit der Mahlgröße herumgespielt, wobei ich mich an die Aussage von Kaffeeexperte James Hoffmann hielt: Die AeroPress Go macht keinen Espresso, sondern Filterkaffee! Also ganz explizit: Wem es nach einem portablen Espresso-Maker dürstet, der ist hier an der flaschen Adresse. Bestätigt wird das von Tests mit sehr fein gemahlenen Kaffeebohnen. Der Filterkaffee war viel zu stark für die Aeropress und führte zu sehr bitteren Geschmackserlebnissen. Auch eine grobkörnige Mahlung resultierte zu geschmacklichen Irritationen und teilweise zu einem zu hohen Säureanteil. Letztlich habe ich mich auf einem mittleren Mahlgrad eingependelt, mit dem ich wiederholt gute Erfahrungen gemacht habe. Endlich ist meine alte Kaffeemühle so eingestellt, dass ich nicht mehr an ihr herumspielen muss. 😀

Bei der AeroPress Go ist ein einklappbares Gerät zum Umrühren des Kaffees dabei. Wie James Hoffmann eindrücklich zeigt, ist zwischen einem Kaffee, der umgerührt wird, und einem, der lediglich geschwenkt wird, kein geschmacklicher Unterschied feststellbar. Beim Ausprobieren ging es mir ebenso. Wichtig ist lediglich, dass der Schwenk mit der Aeropress im Laufe des Brühprozesses kurz und kräftig ausgeführt wird. So wird im Optimalfall jedes bisschen zermahlene Kaffeebohne dem kochenden Wasser ausgesetzt, und kann sich so geschmacklich völlig frei entfalten.

Schütteln führt also zu demselben Effekt wie Rühren.

Bei meiner Recherche zu AeroPress-Rezepten landete ich schon ziemlich bald bei Kaffee-Gourmet James Hoffmann und seinem Youtube-Kanal. Viel von dem, was ich hier schreibe, basiert auf vielen, vielen Videos zum Thema Kaffee, die er gepostet hat. Vielen lieben Dank dafür! Ein Video beschreibt die ultimative AeroPress-Technik. Mit ihr habe ich richtig gute Erfahrungen gemacht, daher möchte ich besagte Technik hier kurz skizzieren. Bevor wir aber ins Detail gehen, hier noch drei grundsätzliche Regeln für eine gelungene Tassee AeroPress Go Kaffee:

  1. Ohne hochwertigen Kaffee geht gar nichts – am besten frisch gemahlen.
  2. Aufmerksamkeit während des gesamten Brühvorgangs führt zu besseren Ergebnissen (eine Lektion, die ich erst nach mehreren missglückten Tassen verinnerlichte!).
  3. Niemals Espresso verwenden.

Schauen wir uns nun das Rezept von James Hoffman genauer an. Ich habe damit wesentlich bessere Erfahrungen gemacht als mit der in der Anleitung beschriebenen Brühmethode.

 

Schritt 1: Mahlen
11 g Kaffee mittelfein mahlen. Je dunkler die Bohne, desto gröber kann der Mahlgrad sein.

 

Schritt 2: Wasser kochen
200 g Wasser kochen und sofort verwenden.

 

Schritt 3: Filter einsetzen & Kaffeepulver hinzugeben
Filterpapier in die AeroPress einlegen. Ein vorheriges Auswaschen des Filters ist nicht nötig und hat keinen Einfluss auf das Endresultat. Das Kaffeepulver hinzugeben.

 

Schritt 4: Wasser gießen
Gekochtes Wasser über den Kaffee gießen, sodass er gleichmässig saturiert wird; Plunger sofort auf die Aeropress setzen.

 

Schritt 5: 2 Minuten warten
Und nicht weggehen. 😉

 

Schritt 6: Schenken
Die AeroPress Go und das Gefäß darunter festhalten, einmal kurz und kräftig schwenken.

 

Schritt 7: 30 Sekunden warten
Und sich freuen.

 

Schritt 8: AeroPress runterdrücken

 

Schritt 9: Leckeren Kaffee genießen!

Nach all dem stellt sich die Frage, wie gut die AeroPress Go für das Brühen draußen geeignet ist. Auch wenn die geschmacklichen Resultate für sich sprechen, war es mir ehrlich gesagt den Aufwand dann oft doch nicht wert. Das handliche Format ist zwar ansprechend, doch für meinen Geschmack immer noch zu klobig und groß, um die AeroPress z. B. mit in den Wald zu nehmen.

Den perfekten Einsatzbereich sehe ich eher auf der Arbeit – denn solange es im tapir keine ordentliche Kaffeemaschine gibt (!), ist die AeroPress Go eine klare Bereicherung für den Pausenraum. Hat man ein Auto, ist sie ebenfalls ein passendes Set für den Kofferraum. Und auch wer gerne und viel verreist, wird die AeroPress Go gerne im Koffer/Rucksack mitnehmen, um nicht von der Kaffeequalität in Hotels und Hostels abhängig zu sein.

Ist die AeroPress Go also eine wirklich Outdoor-Presse? Nun, sie kann es sein, für mich persönlich bleibt sie ein Allrounder für den Alltag im breiteren Sinne.

Die AeroPress Go hat mir klar gemacht, dass Kaffee mehr ist als ein Getränk. Sie hat mir gewissermaßen die einzelnen Teile des Brühprozesses offenbart und wie man mit ihnen experimentieren und herumspielen kann. Gewissermaßen hat sie also meinen Spieltrieb getriggert – es macht einfach Spaß, sich bei verschiedenen Parametern jeweils einen herauszupicken und zu verändern (Wassertemperatur, Kaffeemenge, Mahlgrad etc.). Ich habe richtig viel Spaß beim Ausprobieren. Dass dabei die ein oder andere Tassee Kaffee recht ungenießbar wird, ist auch klar – auf der anderen Seite des Spektrums steht ein vollmundiger, köstlicher Morgenkaffee, der auch ohne Zucker und Milch lecker ist.

Was die Outdoor-Frage betrifft, ist die AeroPress Go sicherlich eine sinnvolle Variante. Ich würde sie allerdings mit dem SOTO Thermostack kombinieren, so wie es Manu auf seiner Radtour gemacht hat. Dann muss man nicht aus einer Plastiktasse trinken.

Insgesamt würde ich mir wünschen, dass die AeroPress Go etwas mehr Kaffee produzieren würde. Für eine Person reicht es gerade so, für zwei ist die Menge sehr knapp (und wir sprechen hier ja nicht von Espresso). Womit wir bei der regulären AeroPress wären, die sich dann empfiehlt.

Ich bin mit der AeroPress Go insgesamt sehr zufrieden. Sie macht das was sie soll: richtig leckeren Kaffee. Und das jeden Tag.

+ kreiert geschmackvollen, leckeren Kaffee
+ macht Spaß!
+ intuitive Handhabung
+ leicht und stabil – gut für’s Reisen geeignet
+ patentierte Brühtechnologie für kürzere Brühdauer und ein Kaffee-Ergebnis mit minimaler Säure
+ sehr preiswert
– Zubehör teilweise unnötig
– geringes Fassungsvermögen

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