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Lieblingsteile der tapire 2020

Lieblingsteile der tapire 2020

Wer in einem Laden wie dem tapir arbeitet, freut sich natürlich auch, Produktneuheiten auszuprobieren. Nicht selten beginnen unsere Augen zu leuchten, wenn Artikel neu ins Sortiment kommen, die einem das Outdoor-Leben noch schöner machen. Doch auch alte Bekannte entfalten manchmal ihre Reize, wenn man sie wirklich mal draußen ausprobiert, statt immer nur darüber zu reden. Über unsere Highlights der Saison 2020 möchten wir euch hier, eingebettet in kleine Tourenbeschreibungen, berichten! Was wir jedoch auch nicht verschweigen wollen, sind Produkte, die auch zu Hause hätten bleiben können, denn wer kennt das nicht: Der Rucksack wird gepackt und am Ende der Tour stellt man fest, dass man ein paar Teile einfach nicht benutzt, sondern sie unnötigerweise die ganze Zeit durch die Gegend getragen hat. Oft sind es jedoch gar nicht die Ausrüstungsgegenstände an sich, sondern die konkrete Tour, die sie unnötig machen. Mit dem Wissen darum lässt sich beim nächsten Mal sinnvoller packen.

Ich war im Juni und im Oktober jeweils ein paar Tage auf dem Grünen Band, der ehemaligen innerdeutschen Grenze, unterwegs. Übernachtet habe ich unter’m Tarp, ohne das Grüne Band zu verlassen. Allein Wandern auf dem Grünen Band ist die perfekte Mischung aus Kontemplation, Naturerlebnis und intensiver Erfahrung der jüngsten innerdeutschen (Teilungs-)Geschichte. Technische Schwierigkeiten gibt es nicht, wenn man mal von gelegentlichen Orientierungsproblemen und dem besonderen Untergrund absieht – man läuft halt tagelang auf dem Beton des ehemaligen „Kolonnenweges“, der sich, ohne Rücksichten auf das Geländerelief, durch die Landschaft zieht.

Dreimal halbwegs mit Luft gefüllt und den Inhalt in die Fremdprodukt-Isomatte gedrückt, schon ist die Schlafstatt (fast) fertig. Dauert 30 Sekunden! Für den brettharten Schlafkomfort, den ich brauche, muss man noch zwei, drei Lungenstöße nachpusten, aber das ist ja glatt Therm-a-Rest-Niveau. Der Vaude Pump Sack ist zudem ein Super-Kompressionspacksack: Einfach das Loch unten offenlassen, Luft aus dem sperrigen Krempel drücken und dann die Kappe wieder drauf auf die Entlüftungsöffnung setzen. Auch als wasserdichte Tischdecke auf der nassen Wiese oder als Beistell- oder Nachttisch unter’m Tarp finde ich das Teil super – zumindest für einen 1-Personen-Haushalt …

Messer. Stopp! Hier ist nicht ein Messer gemeint, das auf Grund von Handling und Schärfe seinen Namen wirklich verdient, sondern diese Schmierhilfen, die nach wie vor fester Bestandteil von Campingbesteck sind. Die Gabel hatte ich ja schon vor Jahren aussortiert, nun ist endgültig auch das Schmiermesser dran: Auf meinen Touren wird nicht geschmiert, da wird nur gelöffelt (Gefriergetrocknetes) und geschnitten (Brot, Käse, Äpfel und – Grund, warum ich noch nicht zum Vegetarismus konvertiert bin – ungarische Salami).

Aufgrund von Corona habe ich mir vorgenommen, Sachsen bzw. meine nähere Umgebung besser kennenzulernen. Dabei standen kurze Touren ins Erz- und Elbsandsteingebirge, in die Dübener Heide oder einfach an unsere Seen in der Umgebung an, aber auch Fahrten an die Ostsee mussten drin sein.
Meistens bin ich zu zweit oder allein, aber immer mit meiner kleinen vierbeinigen Begleiterin, losgezogen. Wir hatten meistens das Rad dabei, waren aber auch mal wandern oder mit dem Auto ganz gemütlich unterwegs.

Grundsätzlich waren wir nur in der Natur unterwegs und meiden eigentlich Zeltplätze oder größere Menschenanhäufungen. Zudem haben wir diesen Sommer fast immer in unserer Hängematte geschlafen.

Das Picknick Blanket von Cocoon ist ein Allround-Wunder! Schon länger liebäugelte ich mit der extrem klein verpackbaren Plane von Cocoon, doch bisher dachte ich stets, es wäre der gewisse Luxus, den ich nicht brauche. Die Picknickdecke ist allerdings ein echter Alleskönner und wurde auf wirklich jeder Tour und selbst bei langen Hundespaziergängen rausgeholt!

Durch die vier Abspannösen und die vier leichten Heringen, die ich nun auch immer dabeihabe, lässt sich die Pläne schnell auf einer nassen Wiese befestigen – selbst, wenn das Gras mal etwas höher gewachsen ist, bietet die abgespannte Plane einen trockenen Sitzplatz und kann nicht verrutschen. Wenn wir mit der Hängematte unterwegs waren, war es einfach toll, beim Aussteigen auf die recht saubere und trockene Plane zu steigen. Durch die Picknickdecke fühlt sich mein Hängematten-Setup nun einfach komplett an und es hat nun kaum noch Nachteile zum Campen in einem Zelt.
Im Hochsommer haben wir einfach auf ein zusätzliches Tarp verzichtet und die Picknickdecke konnte mit ihren 210 x 130 cm auch als Notfall-Tarp herhalten – und einmal sogar als Regencape für den Hundekorb beim Radfahren!

 

Mousse au Chocolate von Adventure Food: Schokolade muss immer mit, aber das kann auf Sommertouren zu einer ganz schönen Sauerei und Enttäuschung werden. Gut, dass es da das Mousse au Chocolate von der Firma Adventure Food gibt.
In der Pulverform kann hier nichts zerschmelzen und ich rühre sie einfach mit warmem Wasser an, wenn das Verlangen nach einer süßen Zwischenmahlzeit kommt.

Eigentlich wollten wir nach Schweden, sind aber sicherheitshalber (Covid-19) in Deutschland geblieben. Unsere Radtour führte einmal von Nord nach Süd durch die Eifel mit kleinen Abstechern nach Belgien und Luxemburg, dann von Trier nach Koblenz an der Mosel entlang und schließlich noch ein Stück den Rhein hinauf bis nach Speyer. Geschlafen haben wir auf Zeltplätzen, die auf der Tour zahlreich vorhanden waren. Neben dem gemütlichen Radfahren standen auch Stadtbesichtigungen und kleine Tageswanderungen, z. B. zur Burg Eltz, auf unserem Urlaubsprogramm.

MPOWERD Solarlampe Luci String: Muss eine Lichterkette wirklich sein auf einer Radtour? Unbedingt, denn die Luci String macht aus dem Zelt einen Palast! So groß wie eine Creme-Dose, so leicht wie zwei Tafeln Schokolade und mit einem robusten Hardcase – kompakter und (radtaschen)packfreundlicher geht es kaum. Aufgeladen haben wir die Lampe in der spätsommerlichen Nachmittagssonne auf dem Zeltplatz oder auch mal mit der Powerbank. Zum Lesen, Kartenspielen und Sticken hatten wir immer ein wunderbar gemütliches Licht (3 Leuchtstärken sind wählbar), mit dem keine Stirnlampe mithalten kann. Für Leute, die leicht, aber nicht ultraleicht unterwegs sind und einen kleinen Luxus auf Tour zu schätzen wissen, kann ich diese stimmungsvolle Beleuchtung nur empfehlen. Einzige Bedingung: Es braucht im Innenzelt ein paar Schlaufen, wenn man die Lichterkette in den Zelthimmel hängen möchte.

 

Lenkertasche Ultimate Six Plus von Ortlieb: Früher dachte ich immer, Lenkertaschen seien etwas für Radreisende Ü50. Zugegeben: Das Design ist nicht direkt ultramodern, aber die Praktikabilität hat mich restlos überzeugt. Selbst in die 5-Liter-Variante passt unglaublich viel Zeug. Sonnencreme, Brille, Maske, Handdesinfektion, Stirnlampe, Geldbörse, Handy, Müsliriegel, Windjacke, Kartenmaterial, Schreibblock, Stift, … und die Liste ist immer noch unvollständig! Für den kleinen Stadtbummel lässt sich die Ultimate schnell ausklicken und über die Schulter werfen. Ich bin jetzt offiziell Fan!

Wasserfilter BeFree und Trekkingnahrung

Der klein verstaubare und vielseitige Wasserfilter BeFree ist bei uns schon so ein Ausrüstungsklassiker, dass er beim Packen ohne nachzudenken in den Rucksack oder die Radtasche wandert. Bei einer Tour auf deutschen Fern- und Flussradwegen, also durch mehr oder weniger dicht besiedeltes Gebiet, ist er natürlich völlig überflüssig, denn wann muss man bei der unglaublichen Dichte an Supermärkten schon mal Wasser aus der Natur gewinnen? Richtig: Nie. Gleiches trifft auf die mitgenommene Trekkingnahrung zu. Wenn täglich Essen gekauft und zubereitet werden kann oder gemütliche Lokale auf dem Weg liegen, bleibt das Expeditionsessen aus der Tüte für 2,5 Wochen unangerührt in der Radtasche.

5 Tage auf dem Lechtraler Höhenweg Mitte bis Ende September mit vielen Höhenmetern und Tagesetappen von 7 bis 9 Stunden. Da wir zu zweit unterwegs waren und als gut trainierte Läufer auch Spaß am schnellen Bergwandern hatten, konnten wir immer auch eine Hütte überspringen.

Beim zügigen bis schnellen Wandern durch die Berge entlasten die Stöcke sowohl beim Bergaufsteigen als auch beim Absteigen: Im Aufstieg verteilt sich die Kraft auf die Beine und die Arme. In schwierigen Passagen fungieren die Stöcke als Balancehilfe. Auf den Bergab-Passagen konnte ich flüssig in den Weg „reinrollen“ und so die Oberschenkel entlasten. Es gab dann auch an den Folgetagen keinen Muskelkater. Ein besonderes Vergnügen – und mit Stöcken auch sicherer –  ist das sogenannte Geröllrunning. Damit lassen sich bergab schnell Höhenmeter vernichten, wenn man, wie beim Skifahren, in das lose Geröll springt und nach unten driftet. Die Stöcke dienen in dem Fall zum Ausbalancieren.

Die Black Diamond Distance Carbon sind mit 300 g sehr leicht und aufgrund der Griffverlängerung auch ohne Längenverstellbarkeit gut bergauf und bergab zu nutzen. Zusammengeklappt sind sie nicht länger als 40 cm und somit gut in der Seitentasche des Rucksacks verstaubar.

Ich war in den Ferien mit den Kindern für 12 Tage hauptsächlich in den Bergen in Österreich, kurz am Gardasee und an einigen Wochenenden im Zittauer Gebirge und in der Sächsischen Schweiz unterwegs.

Unsere Ausflüge waren hauptsächlich auf Klettersteige und alpine Wanderungen ausgelegt, doch auch einige dunkle Tunnel und Höhlen sollten unserer Tour die gewünschte Abwechslung geben. Außer der wundervollen Landschaft faszinierten uns die verschiedenen Berge und Felsen, die es über Via Ferratas mit Tunnelgängen zu erklommen galt. Als besonderes Highlight kam uns der Schlegeis-Staudamm mit 131 m Höhe auf den Plan. Wir haben uns bewusst auf Kletterpassagen bis C/D beschränkt, um die Kinder trotz guter Ausrüstung nicht zu überfordern. Vor Ort wurde uns wieder bewusst, dass sich einige Schwierigkeitsgrade je nach Körpergröße und Erfahrungen zu den der Sächsischen Schweiz unterscheiden. Das lag nicht nur an den oft längeren Routen, sondern auch an den Abständen und den wechselhaften Untergründen und Ausgesetztheiten der Steige. Da es Sommerferien und wir somit nicht allein auf den Klettersteigen waren, kam es zum Beispiel am Klettersteig Huterlaner und Astegg (beides in Mayrhofen/Zillertal) zu kleinen und am eigentlich einfachen bis mittelschweren Schluchtensteig auch zu längeren Wartereien, die ermüdend werden können, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Rastschlingen sind da Gold wert und auch auf dem etwas mühevollen Schlegeis 131 (Staudamm-Klettersteig, hauptsächlich A/B, aber auch C/D möglich) halfen sie den Kindern beim Ausruhen.

Eine Herausforderung der anderen Art bieten die Klettersteige Cima Capi und Susatti: Hier durchquert man einen alten Tunnel aus Kriegszeiten mit vielen verborgenen und vor allem sehr dunklen Gängen. Dort – wie auch in der Tiefen Höhle in der Sächsischen Schweiz – braucht es gute Stirnlampen, vor allem, wenn man Kletterpassagen im dunklen Nichts vor sich hat.

Petzl-Stirnlampe Actik Core 450: leuchtet viel weiter und heller als meine bisherige Petzl Tikkina 250 – besonders in Höhlen ein klarer Vorteil!

Via Ferrata Belay Kit von Edelrid mit einem 15 m langen Seil und Sicherungsplatte mit automatischer Rücklaufsperre: super Sache, wenn man vor allem mit Kindern heikle Passagen erklimmt! Auf dem Klettersteig Astegg überbrückten wir eine leichte D-Stelle und unterstützten die Kinder beim Aufstieg an einem glatten und von Tritten geprägten Abschnitt.

2-Liter-Trinkblase von Source: Bei der Wärme und vor allem am Steig, wo man nicht immer zur Trinkflasche greifen kann, hat sie immer gute Dienste geleistet. Außerdem kleiner werdendes Packmaß im Rucksack 🙂

Dass ich mal über das Radeln reden, gar schwärmen würde?! Ich weiß nicht, hätte man mir noch vor einem Jahr gesagt, dass ich mich mal intensiv mit Rad-Equipment auseinandersetzen werde, hätte ich sicherlich einfach abgewunken. Ich habe noch die Worte eines guten Freundes im Ohr: „Simone, du kennst dich mit Klettern aus, ich mich mit Rädern. Habe ich eine Frage zur Kletterausrüstung, komme ich zu dir. Geht’s um dein Rad, weißt du, wo du mich findest.“

Zeiten ändern sich. Also nicht im Hinblick auf’s Klettern, doch ich habe für mich entdeckt, dass Radfahren in den Bergen auch ganz spannend sein kann, dass man in Bereiche kommt, die per pedes einfach zu weit entfernt sind. Und so war ich in diesem Jahr nicht nur in der Sächsischen Schweiz auf dem Weg zum Klettern mit dem Rad unterwegs, sondern mein Bike hat mich auch durch das Böhmische Paradies und ins Engadin begleitet – und ist aus dem Alltag seit den Pandemiezeiten nicht mehr wegzudenken. Nach Feierabend im Home-Office kann man auf diesem Weg gut den Puls noch einmal nach oben bringen und lernt so ganz nebenbei seine Heimatstadt neu kennen.

Und so verwundert es nicht, dass mein persönliches Produkt des Jahres von Ortlieb kommt. Jahrelang war ein Paar Back-Roller mein einziges Produkt vom Radspezialisten aus Heilsbronn. Seit dem Spätsommer ist eine Satteltasche fest an meinem Bike angewachsen, liebevoll auch Arschrakete genannt. Nachdem ich mich nach langer Suche für ein leichtes Bike ohne Schnickschnack entschieden hatte, damit auch ohne Gepäckträger und Schutzblech, bin ich anfänglich noch viel mit Rucksack unterwegs gewesen. Das nervt auf die Dauer und so ist das große Seat-Pack von Ortlieb die fast logische Konsequenz. Da passt dann auf Tagestouren neben dem Flickzeug und einer Jacke auch noch meine Nikon-Spiegelreflex mit hinein. Perfekt, so fährt es sich viel befreiter. Kleiner, schöner Nebeneffekt: Ein wenig Wetter- Spritzschutz bietet das Seat-Pack auch, wenn man ohne Schutzblech auch bei Regen und Schlamm unterwegs ist.

Irgendwann möchte ich auch mal über mehrere Tage hinweg mit dem Bike unterwegs sein – wahrscheinlich ist das Seat-Pack nur der erste Schritt für mein Bikepacking Set-up. Und jetzt  für den Winter gehört die Minaki-Short von Vaude mit zur Bike-Ausrüstung, leider in der Männervariante, weil mir die gefütterte Damenhose einfach zu kurz geschnitten ist.

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