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Testbericht: Auf Hundeschlittentour mit dem Pajak Core 750

Testbericht: Auf Hundeschlittentour mit dem Pajak Core 750

Den Core 750 von der manchmal unter Radar laufenden, polnischen Daunenschmiede Pajak haben wir seit der Saison Herbst/Winter 2025/2026 im Sortiment. Mit einem Komforttemperaturbereich von -5 bis -12 °C ist der Daunenschlafsack prädestiniert für hiesige Winternächte. Für ihre Hundschlittentour in Schweden hat Melanie noch die passende „Schlaftüte“ gesucht und sich per Mail für das tapir TestTeam beworben. Obwohl der Core 750 von den reinen Werten eigentlich eher nicht ganz genügt, hat sich Melanie dennoch für dieses Modell entschieden und ist wagemutig an den Praxistest gegangen – durchaus mit einer Überraschung bezüglich der Komforttemperatur des Daunenschlafsacks! Mehr lest ihr in ihrem Testbericht!

Hundeschlitten fahren, als Musher selber hinten auf dem Schlitten stehen und die Tiere lenken: Diesen Traum wollten wir in Schweden verwirklichen. Keiner von uns beiden hatte Erfahrung mit Hunden. Daher kam für uns eine Hardcore-Tour ganz im Norden Lapplands mit nur drei bis vier Stunden Tageslicht nicht infrage. Aber weichgespült in einer bequemen Ferienlodge mit heißer Dusche und nur zwei, drei Stunden Spazierenfahren mit den Tieren wollten wir auch nicht. So sind wir bei „Voice of nature“ gelandet: Im Camp kein Strom, kein fließendes Wasser und nachts in den Hütten Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, falls niemand alle zwei Stunden Holz nach legt. Auf Tour konnten wir draußen bei den Hunden unterm Sternenzelt schlafen. Mega schön! Es gab kleine Schutzhütten, in denen wir abends kochen und sitzen konnten. Meist waren auch drei oder vier Betten darin, doch wer hört sich schon gern das Schnarchen seiner Tourkameraden an, wenn man auch im Freien biwakieren kann? Die Plastikplane, in der das Gepäck auf den Schlitten eingepackt wird, auf den Schnee gelegt, Isomatte drauf, Schlafsack in den Biwaksack stecken und fertig ist das Nachtlager! Die Temperaturen schwankten in der Woche von -32 bis -8 °C, wobei wir die kälteste Nacht zum Glück im Camp verbracht haben.

Laut Hersteller soll der Core 750 1300 g wiegen, bei 880 g Füllgewicht der Daunen und einem Packvolumen von 6 Litern. Zu Hause nachgewogen, kam ich incl. Kompressionssack in der Short-Version auf 1336 g.

Weitere Herstellerangaben:

  • obere Komforttemperatur: -5 °C
  • untere Komforttemperatur/ Limittemperatur: -12 °C
  • Extremtemperatur (theoretischer Wert): -32 °C
  • Füllung: 90/10 (90 % polnische Entendaune zu 10 % Federn)
  • Bauschkraft der Daune: 700 cuin

Ich bin 1,65 m groß. Da es inzwischen einige Schlafsackmodelle auch in Short-Größe gibt und ich mir in meinem bisherigen Modell immer etwas verloren vorkam, fiel meine Wahl auf den Pajak Core 750 in Short. Meine Empfehlung lautet eindeutig: Bis zu einer Größe von 170 cm sollte die Short-Version gewählt werden! Die Länge ist absolut ausreichend und kaum etwas ist schlimmer als ein zu großer Schlafsack.

Der Daunenschlafsack ist in Mumienform geschnitten, aber mit überraschend bequemer Weite, sowohl im Fuß- als auch im Schulterbereich. Natürlich besitzt der Core 750 auch einen Wärmekragen im Halsbereich und die Kapuze kann fast komplett zugezogen werden. Den Kordelzug im Wärmekragen empfand ich als ziemlich friemelig. Zur Haltbarkeit über eine längere Nutzungsdauer traue ich mir hier keine Aussage zu. Allerdings schließe ich den Wärmekragen auch nur bei absoluten Extremtemperaturen, was hier in Schweden bei bis zu -17 °C in den Biwaknächten aber auch der Fall war.

Der Zwei-Wege-Reißverschluss ist super verarbeitet. Das Öffnen und Schließen war extrem leichtgängig und einfach. Ich hatte nicht einmal einen Verklemmer oder so etwas. Es sind zwei Zipper vorhanden, die auch von innen prima zu öffnen sind. Außerdem verläuft der Reißverschluss leicht seitlich auf der Oberseite des Schlafsacks, was das Öffnen und Schließen nochmals erleichtert. Eine doppelte Wärmelippe innen sorgt dafür, dass keine Kältebrücke durch den Reißverschluss entsteht.

Eine Innentasche befindet sich im Brustbereich. Ich bin Brillenträger und habe meine Brille dort zum Schlafen sicher verstaut.

Das Außenmaterial des Core 750 fühlt sich ziemlich fragil an, was aber inzwischen bei praktisch allen Herstellern so ist. Dafür ist es sehr leise und raschelt kaum. Man muss einfach ein wenig acht geben. Bei den tiefen Minustemperaturen und unter Verwendung meines GORE-TEX-Biwaksacks hat sich keinerlei Kondenswasser auf meinem Schlafsack gebildet. Nur in der einen Nacht in unserem Dachzelt bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt war die Außenhülle morgens etwas klamm, aber nicht nass. Ein Verpacken war problemlos möglich. Ich kann nach meinem Testlauf somit keine Aussage dazu treffen, wie zuverlässig die Außenhülle Wasser abweist, bevor die Daunen nass werden.

Verpacken ist aber ein guter Stichpunkt. Hier liegt der wirklich einzige kleine Kritikpunkt, den ich in der ganzen Testphase gefunden habe. Der Packsack ist als Kompressionssack ausgelegt, was erst mal prima ist. Allerdings ist dieser so klein gewählt, dass es wirklich sehr, sehr mühsam ist, den Schlafsack überhaupt in den Packsack zu bekommen. Von anschließender Kompression reden wir gar nicht mehr …

Das Packmaß ist für die Isolationswerte schön klein. Der Schlafsack hat problemlos ins Bodenfach meines Rucksacks gepasst; der Kompressionssack macht auch einen stabilen Eindruck.

Ein wenig bange war mir ja schon vor den Freinächten, da ich den Schlafsack deutlich unterhalb der unteren Komforttemperatur genutzt habe, allerdings in Kombination mit einem GORE-TEX-Biwaksack von Exped. Die Freinächte lagen zwischen -10 und -17 °C. Aber was will man machen? In Schweden sind die Schwankungen der Temperatur innerhalb kürzester Zeit nun mal groß.

Was soll ich sagen … ich bin begeistert vom Core 750! Natürlich hatte ich warme Skiunterwäsche, Wollsocken sowie meine Softshelljacke an. In die Socken habe ich zur Nacht auch noch die Thermopads aus den Handschuhen vom Tag gesteckt. Gefroren habe ich zu keiner Zeit, im Gegenteil. Nach einer Weile ist die Jacke als weiteres Kopfkissen unter den Biwaksack gewandert. Ich konnte morgens kaum glauben, was die anderen als Nachttemperatur verkündeten. In der Nacht im Dachzelt bei knapp über 0 °C musste ich sogar den Reißverschlussg öffnen – zu warm!

Also mein Fazit: Die Limit-Temperatur ist von Pajak absolut korrekt angegeben; der Core 750 funktioniert auch als Frau noch bei 4-5 Grad kälter, wenn man entsprechend gekleidet ist oder für externe Wärmezufuhr sorgt. Ich ganz persönlich würde dem Core 750 im Neuzustand bis -20 °C mein Vertrauen schenken, wenn ich vorbereitet in den Schlafsack steige.

+ top Schlafsack für ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis
+ die vom Hersteller angegebenen Leistungsdaten können voll bestätigt werden und sind – je nach Setup und Empfindlichkeit – sogar eher konservativ formuliert
+ die Short-Version passt sicher auch bis 170 cm Körpergröße (aber Achtung: Sowohl der Core 550 als auch der Core 950 haben laut Hersteller kleinere Außenmaße als der Core 750. Warum auch immer …)

0 Ein kleiner Kritikpunkt ist der sehr knapp bemessene Kompressionssack. Laut Herstellerseite ist der Sack für Short, Regular und Long jeweils gleich groß. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie die Long Version da reinpassen soll …

Core 750

Core 750

489€

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