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Teaserbild: Mit dem Rad an Sardiniens Ostküste entlang, immer eine handbreit Asphalt unter den Reifen…

Mit dem Rad an Sardiniens Ostküste entlang, immer eine handbreit Asphalt unter den Reifen…

Im August 2013 habe ich mich kurzfristig entschieden Sardinien zu bereisen. Aber wie? Zu Fuß, Trampen oder doch nur an einem Ort bleiben? Nein! Dann doch am besten mit dem geliebten Fahrrad unabhängig die Insel erkunden, jeden Tag einen anderen Ort sehen und ständig in Bewegung sein.
Los ging es von Berlin Schönefeld mit Easy Jet direkt nach Cagliari. Die Fahrradmitnahme gegen einen Aufpreis von 30 Euro verlief reibungslos und ohne Schäden am Rad. Wie bei den meisten meiner Reisen war der zugrunde liegende Plan einfach und immer für Überraschungen gut. Einen Blick auf die Karte, da ich alleine reiste blieben Diskussionen mit einem etwaigen Reisepartner aus. So standen die Tagesziele immer schnell fest und die Routensuche stellte kein Problem dar. So ging es fast den gesamten Weg auf der SS125 ca. 400 km von Cagliari, Vilaputzu, Tertenia, Tortoli, Baunei, Dorgali, Orosei, Posada, Budoni, San Teodoro, Olbia, Palau und schließlich nach La Maddalena.

Auf Empfehlung eines Bekannten und ohne große Nachforschungen anzustellen stand das Reiseziel fest. Ein günstiger Flug war schnell gefunden, das Rad für eine längere Tour im besten Zustand, eine straßentechnisch gut ausgebaute 24090 km2 große, 270 m lange Mittelmeerinsel und ich zu allem bereit.

Die ersten Schritte
Als erstes galt es, dass hoffentlich wohlbehaltende Fahrrad am Flughafen in Empfang zu nehmen, Rad startklar machen, Radkarton entsorgen und eine Übersichtskarte der Insel bei der Touristeninformation zu organisieren. Vom Flughafen ging es dann problemlos mit dem Rad erst einmal direkt zum Meer ins kühle Nass. Nach kurzen Einkäufen etwa 2 Stunden im Sattel standen auch schon die erste Nacht und die erste Schlafplatzsuche an…

Klima und Natur
Die beste Zeit um mit dem Rad die Insel zu erkunden ist definitiv nicht August. Als idealer Reisezeitraum wird März bis Juni und September bis Dezember empfohlen. Hier sind die klimatischen Bedingungen optimal. Die Monate Julie und August sind insofern problematisch, dass die Temperaturen in der Mittagszeit sehr unangenehm werden können, besonders wenn man sich gerade die Berge hochquälen muss. Für mich hieß das konkret von 08:00 bis max. 13:00 Uhr im Sattel sitzen, bis 17:00-18:00 Pause und dann noch einmal in der kühlen Abendsonne ein paar Kilometer austrudeln.
Desweiteren wird in diesen Monaten die Insel, von zahlreichen Urlaubern, hauptsächlich Italiener vom Festland „heimgesucht“. Insgesamt machte sich dies aber nicht unangenehm bemerkbar, lässt aber vermuten dass außerhalb der Hauptsaison die Straßen und Strände noch leerer sind…

Fortbewegen
Da ich mit dem Rad unterwegs war, gab es für mich natürlich nur ein Fortbewegungsmittel. Aber zwischen den Städten fuhren regelmäßig Busse, zu den Inseln, ein regelmäßiger Fährverkehr und durch das Inselinnere führte auch eine Zugstrecke.
Insgesamt war der Zustand der Straßen auf Sardinien, speziell der der SS125 sehr gut. Das Straßennetz in Küstennähe ist sehr gut ausgebaut, die Straßen breit und der Asphalt war durchgängig absolut radtauglich. Obwohl ich größten Teils auf Hauptstraße, welche laut Radatlas als stark befahren deklariert wurden unterwegs war, begrenzte sich das Verkehrsaufkommen auf gefühlte 40 Autos am Tag. Der fast wichtigste Aspekt meiner Route war das durchweg faszinierende Panorama, bestehend aus Steilküsten, Meer und herrlichen Berglandschaften. Aufgrund des anspruchsvollen Höhenprofils und den hohen Temperaturen ab 13:00 Uhr waren Touren von mehr als 80 km am absolut illusorisch. Besonders der Streckenteil durch das Gennargentu Gebirge, Sardiniens höchstem Gebirge brachte mich so manchmal an meine Grenzen.
Hier waren bei den hohen Temperaturen mehr als 40 km am Tag blanker Selbstmord. Dafür machten die zahlreichen lang ausgedehnten Abfahrten umso mehr Spaß. Die italienischen Autofahrer zeigten sich gegenüber Radfahrern sehr umsichtig, kein Gedrängel, kein Gehupe, sehr entspannt. In den Bergen sollte man aber immer auf eine Bergziege mitten auf der Straße gefasst sein.

Übernachtung und Verpflegung
In den Sommermonaten haben die Supermärkte die gesamte Woche über bis 22 Uhr geöffnet und in den zahlreichen Küstenstädten gab es oft gut besuchte Nachtflohmärkte bis spät in die Nacht. Die Preise in den Restaurants hielten sich speziell was den Bereich Pizza und Pasta anging in einem vertretbaren Bereich, z.B. Pizza plus ein Bier ca. 8 Euro.
In Punkto Übernachtung sollte man sich aber auf gesalzene Preise einstellen. Ich habe keinen Campingplatz finden können auf dem die Nacht für unter 16 Euro zu haben war. Den allergrößten Teil der Nächte habe ich wild gecampt. Wildcampen ist in Italien verboten und wird speziell an den Stränden auch von der Polizei geahndet. Dementsprechend sollte man sich immer ein geeignetes ruhiges Plätzchen abseits der Straßen und Strände suchen. Aufgrund der vielen Felsen und Sträuchern kann sich dies oftmals etwas schwieriger und langwieriger gestalten. Eine gute Alternative stellte das Campen in den Gärten freundlicher Hausbesitzer dar, verlangte aber teilweise viel Geduld und Überredungsküste. Nach einem Gespräch mit einem Einheimischen zufolge ist diese Variante absolut untypisch und die Menschen zeigten sich dementsprechend misstrauisch. Darüber hinaus schien die Hälfte der Häuser über die Sommermonate vermietet zu sein und eine Standardantwort war das das Haus nur gemietet sei und es deshalb nicht möglich sei im Garten das Zelt aufzuschlagen.
Wer also weder wild noch auf Campingplätzen sein Zelt aufstellen will und ein warmes Bett bevorzugt sollte definitiv im Voraus Übernachtungsmöglichkeiten buchen.

Menschen und Kultur
Da sich meine Italienisch-Sprachkünste auf ein absolutes Minimum begrenzten und die englische Sprache nicht besonders hoch im Kurs zu stehen schien, kam der interkulturelle Austausch etwas kurz. Wäre da nicht mein Host Jeff (Couchsurfing) gewesen. Nach sieben Tagen im Sattel erreichte ich die kleine Insel La Maddalena und ein echtes Highlight der Reise begann. Vier Tage lang zeigte mir Jeff ein Dutzend der unglaublich schönen Strände fern ab von Touristen, machte mich mit fast der gesamten Insel bekannt und organisierte abschließend noch eine Bootstour nach Korsika.
Den Tag verbrachte man hier am besten am Strand und ab 22 Uhr füllten sich dann die zahlreichen Gassen mit ihren Cafés, Bars und Restaurants mit Leben. Insgesamt hinterließen die Sardinier einen stets freundlichen aber doch zurückhaltenden Eindruck, mit ausgeprägtem Faible für gutes Essen und ihre Insel…

Fazit nach 11 Tagen Sardinien: auf jeden Fall noch einmal!!!

Beste Reisezeit:
März bis Juni und September bis Dezember, Juli bis August hohe Temperaturen und Haupturlaubszeit

Anreise: 
Sardinien verfügt über vier Flughäfen in Olbia (Easy Jet, airberlin ), Cagliari (Ryanair, Easy Jet, airberlin), Tortoli und Alghero (Ryanair) die hauptsächlich von den Billig Airlines angeflogen werden

Einreise:
Problemlos für EU-Bürger

Geld:
Euro, sehr viele Geschäfte, Restaurents akzeptieren auch Kreditkarte

Sprache:
Italienisch und Sardisch, wenig Englisch

sardinien allgemeine Informationen

fahrrad-tour Kartenmaterial und Touren

gps-tour GPS Touren-Daten

radeltouren Tourentagebuch komplette Rundreise

Werkzeug, Ersatzteile(Schlauch, Kette, Speichen), da kaum bis gar keine Fahrradgeschäfte!!!
Mückenspray gegen die lästigen Plagegeister
Kletterschuhe für die kleine Boulderei nebenbei

Zu empfehlende Literatur:
Lonely Planet Reiseführer Sardinien

Kartenmaterial:
einfacher Straßenatlas, Übersichtskarte von der Touristeninformation haben vollkommen ausgereicht, Routen im Radatlas entpuppten sich als reine Kletterpartien

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