23 Boulder Jedermannwettkampf im neuen Boulderparadies von Leipzig

Die letzte Station des Ostblockboulders führte alle Blockhungrigen am vergangenen Wochenende nach Leipzig zum 23 Boulder Wettkampf im Relax- und Powerlevel. Gleichzeitig stand der Samstag ganz im Zeichen der nigelnagelneuen BLOC NO LIMIT Halle – Der neuen Boulderhalle in Leipzig, betrieben vom No Limit, die mit dem Wettkampf ihre Eröffnung feierte. Das Wetter meinte es auch gut mit den Veranstaltern. Kaum Gewissensbisse und innere Kämpfe mussten Boulderer ausstehen, keine Entscheidung zu treffen, doch lieber draußen zu klettern. Sonnenstrahlen wechselten sich mit Regenschauern ab, begleitet von teils heftigen Windböen. Nicht das Kletterwetter, dass man sich für ein Wochenende am Naturstein wünscht. Da traf es sich doch gut und machte es richtig Spaß die neue Boulderhalle von Leipzig gleich auch selbst einzuweihen.

Der Ostblockcup führte in diesem Jahr über Berlin, Chemnitz, Erfurt und Dresden zum Finale wieder nach Leipzig. Wie auch in den vergangenen Jahren verbindet er die die Jedermann-Wettkämpfe in den fünf großen Boulderhallen hier bei uns im Osten, einem Bouldervergnügen abseits des DAV-Leistungssports. Ideal für Einsteiger, mal nicht nur den Vorbildern beim Problemlösen zuzusehen, sondern auch mal ihre Züge zu probieren. Immer weiter ein Stückchen höher, in einem familiären Ambiente. Mit viel Spaß an der Sache.


Die letzte Station führte nun in das neue Bouldermekka von Leipzig. Mein erster Blick um 12.30 in das neue BLOC NO LIMIT zeigte das erwartete Gewusel.  Die ersten, wenn auch kurzen Schlangen hatten sich vor diversen Problemen gebildet und es wurde fleißig diskutiert, gestikuliert und nach einer Lösung gesucht. Erstaunlicherweise wirkten die Wände noch weiß und in der Luft stauten sich noch nicht die Magnesiawolken. Eher im Gegenteil. Die Halle ist hoch und hell, zum Teil werden einige Sektoren vom Tageslicht erleuchtet – ob letztere auch deshalb auch einfacher zu klettern waren, dazu gibt es auch nach dem ersten offiziellen Wettkampf noch keine Statistik. Und es zeigte sich auch wieder sofort, dass auch im Jahr X der ersten Bouldercommunities von den kleinen Kletterzwergen bis hin zu den Berg-Urgesteinen wieder alles beim 23 Boulder-Jedermann-Wettkampf vertreten war. Vor allem gab es viel Respekt vor den Kleinen, für die die Blockhöhe am Ausstiegsgriff schon ganz schön hoch ist und Respekt vor dem Körpergefühl und den Spreizfähigkeiten derer, mit denen ich von der Haarfarbe her im Partnerlook gehen könnte.

Im Vorfeld hatte es kein Startfeldlimit gegeben. Von den mehr als 320 eingeschriebenen Boulderhungrigen konnten am Ende 105 im Powerlevel und 124 Starter im Relaxlevel punkten. Im Finale, in dem die fünf besten Frauen und Männer dann gemeinsam in jeweils 11 min 3 Boulderproblemem zu knacken hatten, ging es spannend zu, eh am Ende dann kurz nach 20 Uhr die beiden Sieger (Julia Winter und Markus Hoppe) feststanden. Das Blocklimit mal wieder fest in Dresdner Hand. Dass es aber keine Dresdner Stadtmeisterschaften geworden sind, dafür sorgte unter anderem einer der sächsischen Hoffnungsträger für die nächsten Jahre: Anton Schramm. Er ist 13, startet für Chemnitz, und wenn er so weiter macht wie beim diesjährigen Ostblockcup, dann wird es in den nächsten Jahren echt spannend auch bei den ‘Großen’. Wobei, spannend war es ja v.a. bei den Männern auch schon bei diesem Finale – und das auch gleich beim ersten Boulder. Es ging für sie auf den ersten Metern zunächst eher ‘laufend immer an der Wand entlang’, um dann abrupt stehen zu bleiben und den Körper auf null abzubremsen, ohne dass die ‘Tür aufgeht’. Keiner hat es zunächst bemerkt, der Hallenser Frank versuchte einen anderen Lösungsweg, wobei sein Lösungsweg zu ganz schön krassen Abschürfungen an der Innenseite im Unterarm- und Ellenbogenbereich führte. Die Arme von Lars, der dann auch diesem Weg folgte, boten ein noch viel prächtigeres Farbenspiel. Egal, am Ende hielten alle den 100 Punkte-Griff in der Hand.

Die Schrauber um Robert Leistner (Konrad Kistenmacher, Carsten Büchner und Kilian Fröhlich) hatten ganze Arbeit geleistet. Im Finale brauchte man Robert nur ins Gesicht zu sehen, um zu erkennen, ob die fünf Männer und Frauen auf dem richtigen Lösungsweg für die geschraubten Probleme waren. Davor konnte man sowohl im Relax- als auch im Powerlevel in vielen Gesichtern neben all der Konzentration und Anspannung auch viel Spaß beim Spielen in der Vertikalen sehen. Immer wieder wurde gemeinsam der passende Griff oder Tritt gesucht und gefunden, gemeinsam wurde geputzt, gespottet oder auch mal ein Boulderbag gereicht, wenn das Magnesia an den Händen sich verflüchtigt hatte. Einmal gelang es den vier Schraubern perfekt, Probleme gleichermaßen für die zu kurz als auch die zu lang geratenen zu kreieren. Da gab es den Sitzstart, bei dem die Großen ihre Beine erstmal ver-, dann wieder entknoten mußten, dann gab es die Griffe, für die sich die Kleinen richtig strecken mußten. …

Mitten unter all den Startern waren auch Kletterer aus dem Kinder- und Jugendkader des DAV Leipzig, die so zu einem Training unter Wettkampfbedingungen kamen und gleichzeitig die neuen Boulderblöcke und -sektoren selbst ausprobieren konnten. Demnächst werden dann wohl nicht nur sie oder die Leipzig-Stadtmeister und Stadtmeisterinnen das neue BLOC NO LIMIT bevölkern, sondern wird die Leipziger Community wohl weiter wachsen und den neuen Boulder-Hotspot schnell zu ihrem neuen zuhause machen. Der Samstag war ‘ne coole Boulderparty, ‘ne coole Eröffnungsfeier und die Halle macht auf jeden Fall Lust auf mehr!


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