Dein Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: Backpacking auf Cuba, wenn schon Reisen, dann richtig…

Backpacking auf Cuba, wenn schon Reisen, dann richtig…

Im September 2010 habe ich zusammen mit einem guten Kumpel für 4 Wochen Kuba bereist. Vier Wochen lang: viel Schweiß, viel Spaß, viel Neues, viele Eindrücke, viele Bekanntschaften und viele Moskitos in einem Land, in dem die Zeit langsamer als hier zu vergehen scheint…

Los ging es vom Frankfurter Flughafen direkt nach Havanna. Nachdem wir vergeblich versuchten, uns vom Jetlag zu erholen, konnte das ultimative Abenteuer dann so richtig losgehen. Mit Rucksack samt Zelt und Schlafsack auf dem Rücken ging es dann per Bus, Eisenbahn, zu Fuß und sogar per Pferd quer durch’s Land bis nach Santiago de Cuba und in einem Ritt zurück. Der zugrunde liegende Plan war einfach: Am frühsten Morgen aufstehen, ein Blick auf die Karte, eine kurze Diskussion und das Tagesziel stand fest. Nach diesem vielversprechenden Prinzip entstand die Route Havana – Santa Clara – Manicaragua – Topes de Collantes –Trinidad – Sancti Spiritus – Majagua – Ciego de Avila – Morón – Caya Coco – Camagüey – Nuevita – Las Tunas – Holguin – Las Novillas – Bayamo – Santiago de Cuba.

Und unser Fazit nach 4 Wochen Backpacking: Kuba ist immer eine Reise wert!!!

„Kuba? Warum eigentlich nicht!?“, war meine Antwort auf den Vorschlag meines Kumpels. Folgende Gründe sprechen meiner Meinung nach für diese tropische Karibikinsel:

1. Tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und immer gut geheizt 😉

2. Geschichte hautnah erleben

3. Völlig andere Lebensweise kennenlernen

4. Ein unglaublicher Charme

5. Die Neugier nach dem so oft Berichteten… 

6. Lust auf Abenteuer und immer ein Hauch Ungewissheit

Die ersten Schritte

Wer wie wir mit dem Rucksack durch das Land reisen will und das vor allem jenseits der Touristenzentren und mit maximalem Abenteuerfaktor, der besorgt sich als erstes Peso Cubano (CUP oder MN für Moneda Nacional), die eigentliche einheimische Währung. In unserem Fall war das in einer sehr abenteuerlichen Aktion in einem Hinterzimmer eines Hinterhofes in Havanna. Im Nachhinein vielleicht nicht die sicherste Variante an den Peso nacional zu kommen. Auf dem Land stellte sich das Wechseln von Geld als wesentlich unproblematischer heraus. Dabei ist aber immer Vorsicht geboten. In der Hand von Touristen ist der Peso Cubano nur sehr ungern gesehen. Sie sollen mit dem viel teureren Peso Convertible (CUC) zahlen. Wir hatten allerdings trotz unseres sehr kaukasischen Aussehens nie Probleme. Insgesamt sollte man für Verpflegung bzw. Reisen immer genügend Pesos Cubano und für  Übernachtung  bzw. den Rest CUC in der Tasche haben.

Von Vorteil ist es natürlich, mindestens ein Paar Brocken Spanisch zu beherrschen und ein Wörterbuch (hatte mein Kumpel schön in der Heimat liegen lassen) kann hier sehr weiterhelfen.

Klima und Natur

Steigt man in Havanna aus dem Flieger, erschlägt einen zuerst einmal die Hitze und auch die Akklimatisierung in den ersten drei Tagen ging bei uns nur schleppend voran. Absolut empfehlenswert ist es also auf jeden Fall, bevor man mit dem Reisen beginnt, zwei bis drei Tage für die Anpassung an das Klima einzuplanen. Da wir viel zu Fuß unterwegs waren, empfahl es sich, den Tag früh zu beginnen und die Zeit, bevor die Sonne aufgeht und das Thermometer nach oben klettern lässt, zum Kilometermachen zu nutzen. Um die Mittagszeit herum, wenn die Sonne am höchsten steht, sind Wanderungen – besonders mit 20 Kilo Gepäck auf dem Rücken – auf Dauer unglaublich aufreibend. Als absolut existentiell hat sich eine Kopfbedeckung (gegen die Sonne) und Moskitospray herausgestellt. Besonders, wer in Erwägung zieht am Strand zu übernachten, sollte diese unbedingt zur Hand haben. Hier sind allerdings nicht die Moskitos, sondern vielmehr die kleinen Sandflöhe, gegen die scheinbar gar nichts hilft, ein Graus.

Rückwirkend würde ich besonders für die Übernachtungen im Freien, egal ob im Regenwald, am Strand oder unter einem Vordach, ein Moskitonetz einpacken. Wenn es in Cuba mal anfängt zu regnen, dann meist richtig und ausgiebig. Während unseres Aufenthalts gab es nie länger als ein paar Stunden Regen.

In Punkto Natur hat Kuba, sobald man aus der Stadt raus ist, unglaublich viel zu bieten. Von Regenwäldern mit üppiger Vegetation, endlos weißen Sandstränden, Gebirgen samt Wasserfällen, Bächen bis hin zu den riesigen Zuckerrohr- und Tabakplantagen ist alles dabei.

Fortbewegen

Damit ist es so eine Sache… Da in Kuba besonders in den großen Städten strikt auf die Trennung von Touristen und der zivilen Bevölkerung geachtet wird, war es uns hier kaum bis gar nicht möglich, kostengünstig auf landesübliche Art zu reisen. Kurz gesagt: Wir mussten die teuren Touristenbusse wie z. B. Alsa und Co nutzen, um aus den großen Städten herauszukommen.

War man dann aber in den kleinen Städten oder auf dem Land angekommen, hatten sich diese Probleme in Luft aufgelöst und wir konnten sämtliche zivilen Verkehrsmittel wie z. B. Eisenbahn und Bus (eher Viehtransporter mit Sitzgelegenheit) nutzen. Das ist nicht unbedingt bequem, aber unheimlich spannend. Von Verhandlungen mit dem Busfahrer über den Preis bis hin zu stundenlangem Stehen in einem völlig überfüllten Pick-Up war für uns alles dabei. Problematisch war es auch immer, die Grenzen der einzelnen Regionen mit zivilen Verkehrsmitteln zu überqueren. Hier war auch schon mal eine kurze Taxifahrt oder ein längerer Fußmarsch erforderlich, bevor es wieder mit den zivilen Verkehrsmitteln weitergehen konnte.

Insgesamt sei aber gesagt, dass diese Art zu reisen sehr sehr anstrengend sein kann. Ob zwei Stunden im überfüllten Bus stehen, zusammen mit einem quiekenden Schwein und ein Paar Hühnern bei 45° C oder die sechsstündige Eisenbahnfahrt mit Spitzentempo 30 km/h oder die Wartezeiten (von zehn Minuten bis zwei Tage war alles dabei!): In Kuba geht alles etwas langsamer. Wer, wie wir, die Insel auch streckenweise zu Fuß erobern möchte, dem kann ich dies bedenkenlos empfehlen. Wandertaugliche Wege und entsprechende Orientierung stellten kein Problem dar. Eine Radreise hätte ich mir im Nachhinein auch sehr gut vorstellen können…

Übernachtung und Verpflegung

Wem ein mehr oder weniger gutes Bett und eine kalte Dusche ausreichen, ist in den zahlreichen Casa Particulares sehr gut aufgehoben. Hier empfiehlt es sich, nicht gleich die erstbeste zu nehmen, sondern ruhig erst einmal ein bis zwei Stunden für die Suche nach der sympathischsten und preisgünstigsten Unterkunft zu investieren. Im Schnitt konnten wir so mit entsprechenden Verhandlungskünsten pro Nacht für 12 CUC nächtigen. Etwa die Hälfte unseres Aufenthalts haben wir im Zelt geschlafen. Ob am Strand, im Regenwald oder im Garten eines netten Kubaners: Nennenswerte Probleme traten hier nie auf (gilt natürlich nur für die ländlichen Regionen).

Sobald man die kleineren Städte und ländlichen Regionen erreicht hatte und ein Paar Pesos Cubano in der Tasche hatte, konnte man hier auf alles Essbare, was es so gab, zurückgreifen. Für’s Frühstück oder den kleinen Snack zwischendurch würde ich die kleinen Bars wärmstens empfehlen. Zum Abendbrot ging es dann meistens in ein Restaurant oder es wurde auch mal selbst gekocht. Die Auswahl ist im Vergleich zu unserem Standard meist sehr begrenzt und vor dem Bezahlen sollte man auch mal nachrechnen. Außerhalb der Städte sollte man sich rechtzeitig mit ausreichend Lebensmitteln eindecken. Man sollte auf die Öffnungszeiten der Geschäfte achten und auch mal auf lange Schlangen (besonders beim Fleischer, Bäcker oder Eisverkäufer) gefasst sein. Insgesamt haben wir uns durch das Bezahlen mit Peso Cubano aber unheimlich preiswert verpflegen können.

Menschen und Kultur

In den großen Städten mussten wir leider feststellen, dass man besser damit fährt, Kontakt zu Einheimischen zu scheuen bzw. darauf gefasst zu sein, dass sich hinter jedem meist ein Gedanke – nämlich der des Profits – verbirgt. Jenseits der großen Städte konnten wir aber viele spannende Unterhaltungen führen, ganze Tage mit Einheimischen verbringen und so manches Dominospiel bestreiten. Hier zeigten sich die Leute immer sehr freundlich, aufgeschlossen und interessiert. Oftmals kamen die Leute von ganz allein auf uns zu und hin und wieder wurden wir auch mit ein paar Brocken Deutsch begrüßt (ehemalige Arbeiter in der DDR). Höhepunkt bildeten die sehr belebten und „feuchtfröhlichen“ abendlichen Unterhaltungen.

(Natürlich fällt immer wieder auf, dass vor allem die wirtschaftliche Lage die Menschen beschäftigt. Wer romantischen Sozialismus erwartet, ist in Kuba fehl am Platz. Aber zu sehen, dass es auch anders funktioniert und die Menschen immer neue Wege finden, um sich zu versorgen, war unheimlich lehrreich.)

Kulturell sollte sich jeder selbst ein Bild machen und am Ende für sich einschätzen, was das Konstrukt Sozialismus in diesem Land bedeutet und welche Konsequenzen er bedeutet.

Beste Reisezeit: Es heißt immer: das ganze Jahr über. Wenn bei uns Winterzeit ist, ist das Klima in großen teilen Kubas sehr angenehm – es sei denn, man mag feucht-heißes Sommerwetter. Von Mai bis Oktober kann es zu Regen und Stürmen (bis hin zu Tropenstürmen) kommen und es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, wie wir selbst erleben durften.

Währung: Peso Cubano Convertible“ (CUC) – kann in Banken und offiziellen Wechselstuben gegen Euro eingetauscht werden. Daneben existiert der CUP (nicht konvertible Landeswährung („moneda nacional“, „peso cubano“); der aktuelle Wechselkurs CUC – CUP liegt bei 1:24.

Visum: Normalerweise reicht es als Tourist, eine sogenante Touristenkarte zu beantragen. Diese gilt für einen Aufenthalt von 30 Tagen und wird mit im Reisepass mitgeführt; der Reisepass sollte zur Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Dann benötigt man nur noch den Nachweis einer Krankenversicherung (es werden nicht alle akzeptiert, man muss sich vorher erkundigen) und los kann es gehen.

Sprache: Landessprache ist spanisch. Wer die Sprache kann, wird merken, dass es einen kubanischen Dialekt gibt…

Schwierig zu beantworten: wir hatten uns vorher nur angeschaut, wo wir ungefähr hinwollen. Ein paar Sachen haben wir in Blogs nachgelesen und dann im Flugzeug das erste Mal in einen Reiseführer geschaut. Ich mag es lieber spontan und lasse mich immer wieder gern überraschen, was der Tag so bringt. Plane keine Routen bis ins Detail aus und mache mir so schon Wochen vorher Stress…

Kopfbedeckung gegen die Sonne

Mückenschutz (Anti-Mückenspray und Moskitonetz)

Regenschutz in der Regenzeit, aber nicht zu warm…

Lonely Planet Reiseführer Kuba: als eBook oder in der Printausgabe von 2012

 

Alfredo L. Hernández: Kauderwelsch: Spanisch für Cuba oder ein anderes Wörterbuch

 

Kartenmaterial: Wir hatten kein klassisches Kartenmaterial bei uns – es ging für uns immer der Nase lang. Einen kurzen Überblick haben wir uns, wenn notwendig, im Lonely Planet verschafft.

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