Lekka Weinland

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Reiseberichte Afrika Südafrika Martin | 25. Februar 2006

Lekka Weinland

Wir, das heißt Birte und ich, haben Südafrika 2 Wochen lang bereist. Wir mieteten uns für die Zeit unseres Aufenthalts ein Zimmer in einem Kolonialstilhaus. Von dort aus grasten wir sternförmig die Gegend ab. Wir besichtigten zum einen die vielen Gesichter Kapstadts. Mit einem ’71 Beetle tuckerten wir aber auch zum Cape Point (Kap der guten Hoffnung), in den Norden zum Table View, durch das Weinland und in den südlichsten Süden Afrikas zum Cape Agulhas.

Warum SÜdafrika

Mit den Worten "Willkommen im Paradies" empfing uns ein Freund und brachte es damit kurz und bündig auf den Punkt. Kapstadt ist wohl eine der schönsten Städte des Planeten. Tafelberg, Atlantischer Ozean, eine beeindruckende Tierund Pflanzenwelt – daran kann man sich nicht satt sehen. Die Menschen, ihre Kultur und darin eingeschlossen das Essen sind vielfältig und lekka (lekka (afrikaans) = lecker)!

Birte mit original Xhosa-KleidungBlick vom Table ViewBoulders Beach bei Kapstadt

Was Sie schon immer über SÜdafrika wissen wollten…

Ist Kapstadt nicht zu gefährlich?

Hmm, ja Kapstadt ist nicht ganz ungefährlich. Wenn man aber die gängigen Regeln beachtet, ist man sicher unterwegs. Z.B. nicht alleine auf Townshiptouren gehen! Dafür sollte man entweder einen Townshipguide aufsuchen (z.B. WECAT 021 – 4611371) oder einen vertrauten Einheimischen. Auch sollte man nachts nicht unbedingt alleine durch die Strassen schlendern und nie etwas im Auto liegen lassen. Man sollte wissen, wohin man geht. Bevor man sich auf Erkundungstouren in unbekannte Gebiete macht, sollte man die Sicherheitslage vor Ort erfragen. Wenn der gesunde Menscherverstand eingeschalten ist, sollte nichts passieren. Im Gegenteil: Wir wurden auf unserer Tour segenreich beschenkt.

Wo ist der südlichste Punkt Afrikas?

Es ist natürlich nicht das Kap der Guten Hoffnung, sondern Cape Agulhas. Ein Leuchtturm markiert den südlichsten Punkt Afrikas der ca. 200 km von Kapstadt entfernt. Der Ausflug dorthin lohnt sich. Das Kogelberg Nature Reserve ist sehr schön. Dort gibt’s wilde Bergpaviane und mehrere natürliche Bergseen. Diese Seen befinden sich auf unterschiedlichen Ebenen. Möchte man alle besuchen, was sich sicherlich lohnt, muss man einige durchschwimmen und Felsen hinaufklettern. Ein Sahnehäubchen ist der Fischerort Arniston in der Nähe des Cape Agulhas. Dort kann man sehr schön übernachten und abends urig in der einzigen Kneipe essen gehen. Es gibt im Ort einige B&B oder ein unschönes Ressort außerhalb des Orts in der Nähe einer Militärbasis.
Morgens stellen sich an den Felsen von Arniston Heerscharen von Anglern der Brandung. Der Strand ist spitze. Außerdem kann (ausschließlich) bei Ebbe eine große Höhle besucht werden.

Klettern am Cape AqulhasRotes Autp in KapstadtShacks im Township

Ist bei Wanderungen irgendetwas besonders zu beachten?

Es gibt wilde Tiere in Südafrika. Wer mit einer Banane durch den Busch marschiert, braucht sich nicht wundern, wenn plötzlich ein Bergpavian Besitzansprüche auf diese erhebt. Füttern ist verboten! Bekommt ein Pavian Futter, kommt in der Regel auch die restliche Horde. Die haben nämlich auch Hunger. Pavianhorden werden auch an Stränden gesichtet oder in der Nähe von Mülltonnen. Dumm ist es, Bergpaviane zu füttern. Die Tiere lernen Menschen=Futter und werden Menschen gegenüber aggressiv. Ist das der Fall, werden sie vom Förster getötet.  Also am besten keine Taschen oder Nahrungsmittel mitnehmen.

Wurdet ihr oft angebettelt?

Ja, das ist eben das Schicksal eines Touristen, der sich eine Reise in fremde Regionen dieser Erde leisten kann. Häufig betteln Kinder um Geld oder Essen. Diese könnten aber zumeist eine Unterkunft haben, wo sie auch versorgt würden. Statt dessen kaufen sie sich von den erbettelten Rand Kleber. Wer bettelnden Kindern helfen möchte, tut dies keinesfalls mit Geld. Er sollte sich etwas anderes ausdenken, z.B. den Betrag, den er während seines Urlaubs gerne verschenken möchte, an eine Gemeinnützige Organisation spenden.

Was sollte man unbedingt machen?

Wenn man gemeinsam reist und sich Zeit nimmt, ist alles wunderherrlich. Leider war unsere Reisezeit aus technischen Gründen etwas knapp bemessen.
Kommen wir mal zu den Fakten. Der Table View ist schön. Auf den Tafelberg führt eine mäßig schwere, anstrengende Wanderroute vom Kirstenbosch National Botanical Garden. Diese sollte man unbedingt mitnehmen! Ein Ausflug zum Cape Point sollte man sich auf jeden Fall auch gönnen! Nicht zu spät losfahren, da unterwegs zahlreiche kleine Stops eingelegt werden können. Auch sehr beschaulich und lekka ist das Weinland und Franshhoek. Ein Sahnehäubchen ist der Fischerort Arniston in der Nähe des Cape Agulas (unbedingt nach der Höhle erkundigen und reingehen). 

Wart ihr geimpft?

Ja, natürlich. Hepatitis A und B sowie Typhus sollte man unbedingt vor einreise auffrischen lassen. Z. T wird auch Tollwut empfohlen. Wir hatten allerdings keine Tollwutimpfung, da wir uns hauptsächlich in Cape Town bewegt haben und jederzeit ins Krankenhaus hätten gehen können.

Weiterschmökern:


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Kommentare

  1. avatar
    1
    W. Franke | 2. März 2010, 20:51

    Ausgezeichneter Artikel, kurz und knapp und trotzdem mit hohem Informationswert. Mir gefällt besonders der ausgewogene, objektive Beitrag zur Sicherheit in Kapstadt. Er hebt sich wohltuend von den reisserischen und oberflächlich recherchierten Berichterstattungen selbst namhafter Zeitungen/Magazine in Deutschland ab.
    Sehr gut gemacht, weiter so!

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Short Cuts SÜdafrika

Beste Reisezeit: Von Dezember bis Februar ist es überfüllt, denn es ist Sommer. Die Sonne brennt. Und die Preise ziehen an. Angenehm warm, und damit genauso für eine Reise zu empfehlen, bleibt es bis Ende Mai.
Anreise: Nach Kapstadt fliegen z.B. British Airways (Berlin), Lufthansa und South African Airlines (Frankfurt).
Einreise: Bei bis zu 90 Tagen benötigt man kein Visum. Ein gültiger Reispass genügt (dieser muss bei Einreise aber noch mindestens ein halbes Jahr gültig sein).
Sprache: Die Amtssprache ist englisch, daneben existieren 12 weitere Sprachen. Englisch spricht eigentlich jeder, allerdings kann bisweilen ein heftiger Akzent die Verständigung erschweren.
Geld: Normalerweise pendelt der Kurs zwischen 7,5 - 8 Rand pro Euro. Mit einer EC-Karte kann man maximal 2000 Rand auf einmal abheben. Kreditkarten werden in Hotels und besseren Restaurants akzeptiert. Es empfiehlt sich jedoch immer ein bisschen Kleingeld in der Tasche zu haben.

wwwo beginnen

capetimes.co
In der Online-Ausgabe der Zeitung findet man alle brisanten Themen, die Wettervorhersage und einen gigantischen Anzeigenteil (Cape Adds).
 kapstadt.net
Auf der Seite erhält man weitere allgemeine Informationen zu Kapstadt, zu Ausflugszielen und Einreisebestimmungen, etc.
capetown-online.de
Ebenfalls eine Seite direkt zu Kapstadt. Hier wird alles rund um das Thema vorgestellt.
benbikes.org
BEN (Bicycling Empowerment Network) ist eine NGO, die versucht Radfahren in Südafrika als günstige Fortbewegungsmöglichkeit zu etablieren.

SÜdafrika

Nicht vergessen

abends braucht man im Sommer max. einen dünnen Pullover
besonders an den ersten Tagen benötigt man einen starken Sonnenschutz
evt. eine dünne Windjacke mitnehmen - der Wind bläst im Sommer ständig und kann eine enorme Stärke erreichen
Adapter für die Steckdosen
Sandalen

Literatur

Südafrika
Reise Know-How (2004). Sehr ausführlich und lebendig geschrieben. In einem ausgewogenen Verhältnis werden Reisvorbereitungen, Kartenmaterial sowie Infos zu Land und Leuten geschildert. ISBN 3-89662-344-3
Western Cape CragsBlue Mountain Publishers. Ein sehr gutes Buch über Kletterrouten in der Provinz Western Cape. ISBN 0-620-26798-4
Karten von "the map"
Die tourifreundlichen Karten gibt's sowohl im Format Wanderals auch Straßenkarte. Neben den Höhenmetern der Berge sind auch Tiere, Schiffswracks und Käsefarmen eingezeichnet. Dennoch übersichtlich.