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Teaserbild: Warum eigentlich keine Semmelbröselfabrik in Bamako?

Warum eigentlich keine Semmelbröselfabrik in Bamako?

Warum eigentlich keine Semmelbröselfabrik in Bamako?

Im Jahr 2006 waren wir und unsere damals dreijährige Tochter ein Jahr lang individuell in Afrika unterwegs. Mit unserem „Buschtaxi“ (Toyota Landcruiser HZJ78) und dem Geländewohnwagen „Takla Makan“ sind wir von Leipzig über Gibraltar nach Nordafrika gefahren, waren dann ein halbes Jahr in Nord- und Westafrika unterwegs, um dann den zweiten Teil des Jahres im südlichen und östlichen Afrika auf Entdeckungsreise zu gehen. Auf unserer Reise durch Westafrika haben uns die Natur, die Kultur und nicht zuletzt die Menschen Malis besonders beeindruckt. Wir haben den Süden Malis besucht, sind aus dem Senegal eingereist, dann über Kayes nach Bamako, der Hauptstadt, wei- ter nach Mopti, Djenné und ins Dogonland. Weiter ging dann unsere Reise südwärts nach Burkina Faso.

Warum Mali

Diese Frage ist für uns schnell beantwortet: weil es auf dem Weg liegt zwisch- en Nord- und Westafrika. Darin liegt auch der besondere Reiz des riesigen Landes: es umfasst gleich mehrere Klimazonen und auch in kultureller Hin- sicht ist Mali hochinteressant.

Im DogonlandIn einer Garküche am StraßenrandIn einer Garküche am Straßenrand

Was Sie schon immer über MALI wissen wollten…

Wer ist eigentlich ein Malier?
Den „Malier“ gibt es nicht. In Mali leben etwa 40 verschiedene Stämme und Ethnien miteinander. Ein jeder begreift sich als Teil seines Stammes, seiner Volksgruppe. Ein darüber hinausgehendes Nationalgefühl gibt es nicht, was auch nicht verwundert, schließlich entstanden die Grenzen des Landes willkür- lich nach Festlegung der Kolonialmacht Frankreich, woran auch die Erlangung der Unabhängigkeit im Jahre 1960 nichts geändert hat. Von den etwa 12 Mio. Einwohnern sind die größte ethnische Gruppe die Bambara. Außerdem leben in Mali die Tuareg (die bekannten „blauen Ritter der Wüste“), die Bozo (die seit Jahrhunderten Fischfang auf dem Niger betreiben), Malinke, Songhai, Senufo, Bobo, Fulbe, Dogon und noch viele andere. Jede Gruppe hat ihre eigene Spra- che, Kultur und Identität, was das Reisen in Mali besonders spannend macht.

 

Ist es gefährlich in einem solchen armen islamischen Land?
Mali ist in der tat eines der ärmsten Länder der Welt und rangiert auf der UNO-Weltwirtschaftsliste auf Platz 172 von 175. Obwohl Mali ein Binnenland ist, ist der Hauptwirtschaftsfaktor der Fischfang. Der größte Fluss Westafrikas, der Niger, ist nicht nur Haupttransportweg, sondern auch der Ernährer des Lan- des, die Lebensader schlechthin. Trotz der materiellen Armut kann man sich als Reisender sicher bewegen. In der Hauptstadt Bamako muss man allge- meine Verhaltensregeln wie in jeder Großstadt beachten. An den touristischen Highlights des Landes versuchen clevere Burschen den wenigen Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Abseits der Touristenpfade durften wir jedoch die Herzlichkeit der Menschen kennen lernen. Berührt hat uns, dass trotz der Armut die Menschen unserer Tochter immer wieder kleine Geschenke, wie eine kleine Mango oder selbstgefertigten Schmuck, gaben.
Der Islam ist in Mali weit verbreitet und die vorherrschende Religion. Wir emp- fanden aber die Auslegung stets etwas lockerer und freier als anderswo. Meist ist die islamische Religion hier durchtränkt von alten animistischen Ahnenkul- ten und Gebräuchen. Dem Fremden und Andersgläubigen ist man durchaus aufgeschlossen und keineswegs feindselig gestimmt.

Buschcamp im SahelLautlose Pirogen auf dem NigerBeeindruckende Lehmarchitektur: die große Moschee von Djenné

Wie ist das Klima am Rande der Wüste?

Das Klima ist extrem. Man sollte die Monate März bis Mai meiden, denn dann ist es unerträglich heiß. Gerade während dieser Zeit waren wir in Mali unter- wegs und mussten sehr unter der Hitze leiden. Es handelt sich meist um eine trockene Hitze, in der Nähe des Niger kann es aber auch sehr feucht-heiß und damit noch unangenehmer werden. Der heißeste Ort Afrikas ist Kayes im Wes- ten des Landes. Völlig ausgedörrt haben wir dort unsere eigenen „Hitze-The- sen“ verfasst: Hitze ist:

1. wenn man am Tag etwa 8 – 10 Liter Getränke in sich hinein füllt, man aber trotzdem nur abends vorm Schlafengehen aus Gewohnheit auf Toi- lette geht und sich 200 ml dunkelsten Urin abpresst.

2. wenn man die gewaschene Wäsche schon nach einer Stunde wieder von der Leine nehmen kann.

3. wenn man in wenigen Minuten ein frisches Baguette in Zwieback umwandeln kann und man mit dem Gedanken spielt, in Bamako eine Semmelbröselfabrik aufzumachen.

4. wenn man sich auch als bekennender Warmduscher nichts sehnlicher wünscht als eine kalte Dusche. Da das Wasser meist in Behältern gesammelt wird, heizt es sich natürlich auf und man muss heiß duschen.

5. wenn das Fieberthermometer eine Spontantemperatur von 42 Grad hat und sich nur sehr unwillig auf unter 36 Grad schütteln lässt.

Was ist  der besondere Reiz des Landes?

Das einzigartige Klima: Im Norden ist es die Wüste Sahara, welche die Land- schaft prägt, in der Mitte ist es das fruchtbare Nigerdelta, im Süden ist es die Sahelzone, die den Übergang darstellt zum tropischen Westafrika. Die uralte Kultur: sagenumwobene Städte wie Timbuktu und Djenné zeugen von der Hochkultur im Songhai-Reich des 16. Jahrhunderts. Noch heute können wir die herausragenden Beispiele der sudanesischen Lehmarchitektur bewundern, die bis heute hier noch gepflegt wird. Nur an wenigen Orten des Kontinents kann man noch wie hier im Dogonland auf Menschen treffen, die in ihrer Jahrhun- derte alten traditionellen Lebensweise leben und ihre alten Götter und ihre Ahnen als Quell ihrer Lebenskraft begreifen.

 

Welche besonderen Sehenswürdigkeiten gibt es?
Neben der sagenumwobenen Stadt Timbuktu, die heute wohl eine staubige kleine Wüstenstadt ist, und die man nur noch wegen ihres Namens besucht (das haben wir von anderen Reisenden so gehört, wir selbst waren nicht in Timbuktu), sollte man unbedingt die Stadt Djenné am Bani-Ufer besuchen. Die Stadt hat den UNESCO-Welterbestatus und beeindruckt durch ihr Flair. Alle Gebäude sind aus Lehm erbaut und ein architektonisches Meisterwerk bildet die große Moschee. Wenn man es einrichten kann, sollte man an einem Mon- tag in Djenné sein, denn dann verwandelt sich der große Platz vor der Mo- schee in einen der quirligsten und buntesten Marktplätze Westafrikas, wo man nicht nur alles kaufen kann, was das Herz begehrt, sondern man auch alle unterschiedlichen Volksgruppen in ihrer traditionellen Kleidung bewundern kann. Ein weiterer Höhepunkt war für uns der Besuch der Stadt Mopti. Sie liegt am Zusammenfluss von Bani und Niger auf einem künstlich angelegten Damm. Es ist ein unvergessliches Schauspiel beim Sonnenuntergang am Ha- fen zu sitzen und die Pirogen und Pinassen zu beobachten, die lautlos über den Fluss gleiten. Schließlich lohnt sich ein Besuch im Dogonland. Wenn man gut zu Fuß ist, kann man mit einem einheimischen Führer eine mehrtägige Wanderung durch die Dogondörfer unternehmen, die alle am Fuße eines großen Felsabbruchs, der Falaise de Bandiagara, liegen. Hierbei kann man ein bisschen eintauchen in die reiche spirituelle Kultur dieses Volkes, sieht die charakteristischen Spitzhut-Behausungen und die Begräbnisstätten und die Kultstätten in den Höhlen und Nischen der Felswand.

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