Reise um La Palma in 10 Tagen

Reise um La Palma in 10 Tagen

November 2006 – In 10 Tagen haben wir die Insel mit einem Mietwagen entgegen dem Uhrzeigersinns umrundet. Übernachtet wurde in kleinen Pensionen in den Orten San Andrés, Puntagorda, El Paso und der Inselhauptstadt Santa Cruz. Von diesen Stützpunkten aus haben wir Wanderungen und Ausflüge z.B. zum höchsten Punkt der Insel, dem Roque de los Muchachos, ins Biosphärenreservat Los Tiles und in die Caldera de Taburiente –  einem riesigen Talkessel mit 9km Durchmesser – gemacht.

Warum Spanien (La Palma)

La Palma wird zu Recht „La isla bonita“ genannt. Die grünste der Kanarischen Inseln ist ein Paradies für Wanderer und alle, die Natur und ursprüngliches Landleben in verschlafenen Dörfern erleben wollen. La Palma ist landschaftlich sehr abwechslungsreich: karge, vulkanische Landschaften, Mandelhaine, tiefe Schluchten, der immergrüne, fast urwaldartige Lorbeerwald – für landschaftliche Abwechslung ist immer gesorgt. Nur Strand- und Badefreunde kommen etwas zu kurz, obwohl es durchaus kleine, idyllische Badebuchten und verlassene Strände zu entdecken gibt.

GarafiaVulkan San AntonioSan Andres

Was Sie schon immer über LA PALMA wissen wollten…

Wo übernachten?
Bei einer Rundreise bietet sich die Übernachtung in kleinen Pensionen an. Da es in den Orten oft nur eine oder zwei davon gibt, sollte man sicherheitshalber einige Tage zuvor reservieren – besonders in der Hauptsaison. Wir hatten allerdings Glück und haben auch so immer ein Zimmer bekommen.

Sollte man sich ein Auto mieten?
Wenn man nur 10 Tage Zeit hat, ist das auf jeden Fall bequemer. Alle Orte sind auch mit dem Bus zu erreichen, allerdings fahren diese im dünn besiedelten Norden nur selten. Auch die Ausgangspunkte der Wanderungen liegen meist einige Kilometer außerhalb der Ortschaften.

Was hat die Insel kulinarisch zu bieten?
Jede Menge Fisch und Meeresfrüchte natürlich! Empfehlenswert sind auch papas arrugadas  - ein typisches kanarisches Gericht, für das Kartoffeln in Meerwasser gekocht werden, wodurch sie eine Salzkruste erhalten. Dazu wird eine  entweder rote oder grüne Knoblauchsoße (mojo) serviert. Auf keinen Fall verpassen sollte man den hervorragenden Wein, der auf schwarzen Lavafeldern im Süden der Insel angebaut wird.

In welchen Orten seid Ihr gewesen, wo habt Ihr geschlafen und welche Wanderungen waren da empfehlenswert?

San Andres: Kleiner Ort im feuchten Nordosten inmitten von Bananenplantagen. Nach Einbruch der Dunkelheit erwacht der malerische Kirchplatz zum Leben. Hier gibt es auch einige Restaurants. Unterhalb des Ortes befindet sich das Meerwasserschwimmbecken „Charco Azul“. Ideal für eine kurze Erfrischung am Morgen oder Abend. 
Übernachtungstipp: Pensión San Andreas: Mehrere sehr einfache Zimmer (Gemeinschaftsbad, ca. 25 Euro) und eine Ferienwohnung, die von einer netten alten Dame vermietet werden. Bananen aus dem Garten gibt´s gratis.
Wanderungen: San Andrés ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen  im Biosphärenreservat „Los Tiles“. Kern des Reservates ist der Barranco del Agua eine gewaltige, mit immergrünem Lorbeerwald bedeckte Schlucht. Als Auftakt eines Wanderurlaubes bietet sich die ca. zweistündige Tour zum Aussichtspunkt „Mirador Espigón Atravesdo“ an, welche sich gut mit einer ca. einstündigen abenteuerlichen Exkursion im dunklen, trockengelegten Grund des Barrancos verbinden lässt. Eine der schönsten Wanderungen La Palmas führt entlang der Steilwand des Barrancos durch den immergrünen Lorbeerwald zu den Quellen  „Marcos“ und „Cordero“ hoch über der Talsohle. Von den  Quellen aus folgt der Weg einem Bewässerungskanal, der durch insgesamt 12 Tunnel mit bis zu 200 Metern Länge führt. Taschenlampe nicht vergessen! Kurz nach dem letzten Tunnel erreicht man das „Casa del Monte“ – eine Informationsstelle des Biosphärenreservats mit Grillplatz. Etwas dahinter versteckt führt ein sehr steiler, glitschiger Pfad zurück zum Ausgangspunkt im Tal. Vor allem für traditionsbewusste Sachsen interessant: hoch oben in der Steilwand gibt es eine richtige Boofe, obwohl das Übernachten im Biosphärenreservat sicherlich nicht gestattet ist. Ein netter Rastplatz ist es allemal. Insgesamt ist man auf dieser anstrengenden Tour ca. 8 Stunden unterwegs. Bei regnerischem Wetter ist die Wanderung aufgrund der Steinschlaggefahr jedoch nicht zu empfehlen.

Blick vom Roque de los MuchachosKanalwanderungGarafia

Puntagorda: Der Ort im Nordwesten der Insel selbst hat außer einer hübschen Pension und einem guten Restaurant wenig zu bieten, eignet sich aber besonders gut als Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Kamm der Caldera.
Übernachtungstipp: Pension Monte y Mar: Die von zwei deutschen Aussteigern geführte Pension lässt jedes Urlauberherz höher schlagen: schöne Zimmer mit Holzfußboden, blitzblanke Bäder, Gemeinschaftsküche und Dachterrasse. (Doppelzimmer für 50 € inkl. sehr gutem Frühstück).
Wanderungen: Ein netter Nachmittagsausflug führt von Puntagorda nach Las Tricias. Der Weg führt an einem besonders großen Drachenbaum, einer alten Windmühle und  einer Höhle mit Felszeichnungen der kanarischen Ureinwohner vorbei. Immer wieder eröffnen sich phantastische Ausblicke zum Meer. Folgt man der Straße ab Puntagorda Richtung Norden, gelangt man nach einigen Kilometern zum Abzweig der Höhenstraße, die zum höchsten Punkt der Insel – dem Roque de los Muchachos (2426m) – führt. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick in die Caldera – besonders reizvoll bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Vom Gipfel aus gibt es mehrere Wandermöglichkeiten. Wir entschieden uns für die ca. 6-stündige Wanderung zur Somada Alta, einem der Gipfel am Kammweg der Caldera. Die Wanderung mit fast alpinem Charakter führt auf Geröllwegen durch weite Flächen aus Ginsterbüschen und Krüppelkiefern. Entlang des Weges gibt es immer wieder gigantische Tiefblicke in die Caldera und zum Meer.

El Paso: El Paso ist ein recht großer Ort am Rande der Caldera. Mit dem Auto gelangt man von hier aus schnell zu einem großen Badestrand in Puerto de Tazacorte. Viel schöner sind jedoch die weiter südlich gelegenen kleinen Badebuchten an der Südwestküste (z.B. Playa Chico, Playa Camorra).  Los Llanos – die zweitgrößte Stadt der Insel (viele Einkaufsmöglichkeiten) – ist nur wenige Kilometer entfernt.
Übernachtungstipp: Pension La Tienda: Das uralte Haus mit großem Garten liegt etwas oberhalb des Ortszentrums. Mit Gemeinschaftsküche und Sauna (Doppelzimmer mit Bad, ca. 50 €).
Wanderungen: El Paso ist der ideale Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen innerhalb der Caldera. Der Klassiker schlechthin ist die Wanderung vom Aussichtspunkt Los Brecitos zum Grund der Caldera und der anschließende Abstieg durch den Barranco de las Angustias (Schlucht der Ängste). Ein schöner Kurzausflug von El Paso aus ist ein Spaziergang zu prähispanischen Felszeichnungen in der unmittelbaren Nähe des Ortes. Von El Paso aus gelangt man auch schnell zur von Vulkanen geprägten Südspitze der Insel. Wer nur wenig Zeit hat, kann innerhalb eines halben Tages die Vulkane Teneguía und San Antonio besteigen.

Santa Cruz: Die Inselhauptstadt liegt in unmittelbare Nähe des Flughafens und ist deshalb ideal geeignet, um einen La Palma Urlaub ausklingen zu lassen. Im Zentrum gibt es viele historische Gebäude, Kirchen und gemütliche Straßencafés. Übernachtungstipp: Pension La Cubana: Sehr einfache, aber urige Pension in einem historischen Haus im Zentrum. (Doppelzimmer ca. 25 €).

Weiterschmökern:


Kommentar-Feed Kommentar schreiben oder Trackback einrichten

Vorheriger Eintrag
Nächster Eintrag

Kommentar schreiben

Short Cuts Spanien (La Palma)

Reisezeit:
La Palma ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Das Klima ist das ganze Jahr über mild, prinzipiell aber feuchter und etwas kühler als auf den anderen Kanareninseln. Wenn man während der Hochsaison in kleinen Pensionen übernachten will, ist es ratsam, sich sicherheitshalber vorher telefonisch nach freien Zimmern zu erkundigen bzw. diese zu reservieren.

Anreise:
La Palma wird von Air Berlin und Condor von allen größeren deutschen Städten aus angeflogen. Die Flugpreise schwanken allerdings je nach Jahreszeit. Wer Zeit hat und einen besonders günstigen Flug nach Teneriffa ergattert, kann auch von dort mit der Fähre nach La Palma übersetzen.

Sprache:
In den großen Touristenzentren Los Cancajos und Puerto Naos kommt man problemlos mit Deutsch oder Englisch durch. Noch besser ist man natürlich mit Spanisch unterwegs, vor allem im Norden. Auf den Kanarischen Inseln wird eine Variante des Spanischen gesprochen, die in manchen Aspekten dem lateinamerikanischen Spanisch gleicht.

Geld:
Mit EC- oder Kreditkarte kommt man an jedem Automaten an Geld. Banken gibt es in allen größeren Orten.

wwwo beginnen

vamos Umfangreiches La Palma-Portal mit Informationen zu Geschichte, Fauna, Flora, Kultur und Tourismus

galeria-la-palma.com Sehr viele schöne La Palma-Bilder zur Einstimmung bevor es losgeht.

parquesnacionales Sehr gute Internetseite des Nationalparks Caldera de Taburiente. Jede Menge Infos zu Fauna und Flora, virtuelle Wanderungen und mehr (auf Spanisch).

Spanien (La Palma)

Nicht vergessen

Wanderschuhe – Für die meisten Touren reichen leichte Wanderschuhe. Für Touren auf und in der Caldera sind allerdings festere Bergschuhe angebracht.

Fleecejacke – Auf dem über 2400m hohen Roque de los Muchachos kann es z.B. abends beim Betrachten des Sonnenuntergangs sehr schnell recht frisch werden.

Stirnlampe – Unverzichtbar, wenn man die beschriebene Tunnelwanderung ohne Beulen absolvieren will.

Regenkleidung – Besonders auf der Nordostseite regnet es relativ oft.

Literatur

Klaus Wolfsperger: Rother. Wanderführer La Palma: 59 Wanderungen von leicht bis schwer  - Meiner Meinung nach der beste Wanderführer für La Palma. Beschreibt auch Touren abseits der ausgetretenen Touristenpfade.

Izabella Gawin: Kauderwelsch. Sprachführer Kanarische Inseln. Reise Know-How Verlag  2003 - Geht auf die Besonderheiten des kanarischen Spanisch ein.

Wander- und Freizeitkarte La Palma (Verlag Freytag&Berndt) Maßstab 1:30 000 -  Sehr gute und detaillierte Wanderkarte mit Höhenlinien.

Peter Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. Stuttgart 1997. Für alle Naturfreunde, die die Pflanzen am Wegesrand genau bestimmen wollen.