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Teaserbild: Boulder-Paradies Seychellen

Boulder-Paradies Seychellen

Als Gondwana auseinanderdriftete, ließ der indische Subkontinent eine Perlenreihe von Inseln und Inselchen auf seinem Weg gen Norden zurück. Die auf den Inseln verteilten ikonischen Granitblöcke wurden über 200 Millionen Jahre lang von Wind und Wasser geformt und warten seither auf ihre Besteigung. Bouldern, baden, schnorcheln und wandern… eine ideale Erholung für Aktivurlauber, eingerahmt in ein Tropen-Panorama im Inselparadies.

Die Seychellios haben sich ein Paradies aufgebaut, in dem Lebensfreude, bescheidener Wohlstand und ökologisches Denken keine Gegensätze bilden. Bei immergrüner Natur und ganzjährig hoher Luft- und Wassertemperatur gibt es rund um die Inseln eine einzigartige Flora und Fauna zu entdecken. Obwohl man sich an den Grüntönen der Wälder nicht satt sehen kann, zieht es einen gleichzeitig an die schneeweißen Strände, um die noch farbenfroheren Korallen und deren Bewohner zu bestaunen. Jahrmillionen Isolation haben eine Explosion in der Entwicklung endemischer Arten zugelassen. Die über 200 kg schweren Landschildkröten und die größte Nuss der Welt (Coco de Mer) sind nur zwei Beispiele hierfür. Darüber hinaus sind die Seychellen für Boulderer ein besonderer Anziehungspunkt. Vor Allem die Insel La Digue ist durch Erosion von Granitblöcken bizarrster Formen gesäumt. Die Felsen liegen auf der ganzen Insel verstreut und warten auf ihre Begehung. Eine weitere Eigenart dieses Paradieses sind die friedlichen Seychellios. Es gibt keine nennenswerte Kriminalität und noch nicht einmal Mutter Natur hat tropische Krankheiten in der Region kolonialisiert.

Die Tour im Überblick
Anne und ich mussten mal wieder raus. Zwar stand uns nur eine Woche Urlaub zur Verfügung, die sollte aber effektiv genutzt werden. Mit dem Direktflug Freitagabend (Condor) geht es Richtung Mahé (Hauptinsel). Samstag früh um 8 Uhr steht man ausgeschlafen (für den, der im Flugzeug schlafen kann) unter Palmen. Die Zeitverschiebung ist nicht nennenswert. Da der Rückflug samstags 23 Uhr erfolgt, können 8 volle Tage genutzt werden. Bessere Flugzeiten gibt es nicht. Mit der Schnell-Fähre geht es dann zur Ferienwohnung nach Praslin (2. größte Insel). Auf Praslin in der Selbstversorger-Wohnung angekommen, erwartet uns Vanessa: 1.60 m groß und der Figur nach eine famose Köchin. Ihr äußerer Eindruck sollte nicht täuschen und gastfreundlich wie sie war, hatte sie uns frisch gefangenen Fisch nach eigenem Rezept zubereitet.
Die nächsten Tage waren wir zu Fuß, mit dem Bus, dem Fahrrad oder auch einem Mietwagen auf den Inseln Praslin und La Digue unterwegs. Baden auf den Seychellen ist ein Traum. Der Ozean zermahlt alte Korallen zu Staub, wodurch feiner weißer Sand entsteht und sich an den Küsten ablagert. Die Strände münden meist sanft in den Ozean, wodurch es mitunter etwas Ausdauer bedarf, um in tiefere Gewässer zu gelangen. Für Kinder umso idealer. Je nach Strandabschnitt wechselt der Sand sich rasch mit Korallenriffen ab. Deren Bewohner, wie beispielsweise auch Meeresschildkröten, tummeln sich im seichten Wasser und machen das Schnorcheln zu einem Erlebnis. Fast alle Strände sind im Vergleich zu europäischen Verhältnissen wenig besucht. An einigen Stränden ist man ganztägig für sich allein. Als Faustregel gilt: Je länger der Fußmarsch an den Strand, desto weniger Menschen.
Auf Praslin empfehlen Anne und ich den Anse Georgette. Der Sandstrand mit anschließendem Riff ist über ein Luxushotel begehbar. Wir haben die Alternativroute über den Mount Plaisier gewählt. Die schweißtreibende Wanderung mit wenig Schatten bietet herrliche Ausblicke über die Insel. Zur richtigen Jahreszeit können Meeresschildkröten bei der Eiablage am Strand beobachtet werden. Im Norden der Insel schließt sich Anse Lazio an. Als einer der schönsten Strände der Seychellen ist dieser zwar mitunter gut besucht, ein Gefühl von Massentourismus kommt dennoch in keinem Fall auf. Die Insel La Digue lockt mit einem Bilderbuch-Panorama. Eingerahmt zwischen Granitfelsblöcke schmiegt sich Strand an Strand. Das klassische Bademode-Motiv wird an Anse Source d`Argent geschossen. Gleich an den Sandstrand schließt sich ein buntes Korallenriff an. Aufgrund der Bekanntheit des Anse Source d`Argent wird man aber nie allein am Meer sein. Unsere schönsten (weil einsamen) Strände sind der Petite Anse und der Anse Cocos.
Mit einem geliehenen Fahrrad sind wir einmal von Norden und ein anders mal von Westen den Straßen gefolgt und anschließend gewandert. Als Belohnung warten weiße Strände mit hohen Wellen, da das schützende Riff fehlt.

Wandern
Die obligatorische Wanderung ist natürlich ein Rundgang im Nationalpark Valée de Mai auf Praslin. In diesem befinden sich mit mehr als 20 kg Gewicht die größten Kokosnüsse der Welt. Fernab von diesem Touristenmagnet empfehlen wir, den Mount Plaisir zu besteigen und von dessen Gipfel Richtung Anse Georgette oder Anse Lazio zu wandern. Die Vegetation ist nicht üppig genug, um permanent Schatten zu spenden. Im Zenit der Tropensonne wird daher auch der kleine Berg zu einer Herausforderung. Das erfrischende Meerwasser am Ende der Wanderung entschädigt für alle Mühen.
Die An- und Abreise für alle Wanderungen kann mit dem Bus erfolgen. Der fährt im 15-Minuten-Rhythmus über die Insel. Ein für uns unverzichtbarer Tagesausflug ist der Besuch der Insel Curieuse. Riesige Landschildkröten sind auf dieser Insel endemisch. In einer Aufzuchtstation werden die vom Aussterben bedrohten Tiere versorgt. Über die Insel wandernd findet man immer wieder Schildkröten, die behäbig ihres Weges gehen. Die Schildkröten sind Menschen gegenüber sehr zutraulich und lieben es, ein wenig frische Blätter verfüttert zu bekommen.
Darüber hinaus lassen sie sich sehr gern am Hals streicheln. Obwohl ich selbst skeptisch gegenüber Kontakt und Fütterung wilder Tiere bin, ist uns von der Nationalparkverwaltung versichert worden, dass der hautnahe Kontakt zu den Landschildkröten für Mensch und Tier ein schönes Erlebnis ist.
Auf La Digue ist die äußerst anspruchsvolle Wanderung von Anse Fourmis nach Anse Caiman unser Geheimtipp. Bei Flut klettert, kriecht und springt man von Fels zu Fels, um sich den Weg zu bahnen (gute Markierungen vorhanden). Besonders mit Boulderausrüstung ein Vergnügen. Zwischen Anse Caiman und Anse Cocos erwarteten uns als Entschädigung endlose bizarre Felsformationen und einsame Strände. Palmen säumen die Wanderwege. Mit etwas Geschick kann man eine Kokosnuss ernten und öffnen. Die Milch schmeckt toll und das Fleisch ist lecker: kann ich nur empfehlen.

Bouldern
Das Klettern ist für Anne und mich immer wieder Ansporn, neue Ecken der Erde zu erkunden. Verwandte besuchten kürzlich die Seychellen und so erfuhren wir von den Granitblöcken an den Stränden der Inseln. Es gibt bisher quasi keine Dokumentation der Boulderrouten. Lediglich ein paar wacklige Videos von barfüßigen Urlaubern an den Felsen waren im Internet zu finden. Daher entschlossen wir uns, in eigener Regie die Insel La Digue und ihre Boulderspots zu begutachten.
Problematisch oder teuer kann der Transport eines Crashpads (Sperrgepäck) im Flugzeug werden. Wir haben daher ein kleines Crashpad (Ocun) in unseren Duffel-Bag verpackt und die Tasche als normales Gepäck aufgegeben. Aufgrund dessen, dass wir nur ein Pad zur Verfügung hatten, war die Auswahl der Boulder etwas begrenzt. Wer die Möglichkeit hat, mehr Material (Pads) zu transportieren, kann sich eine fast endlose Anzahl von Routen erschließen. Um auf La Digue schöne Boulderrouten zu entdecken, sind wir mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Suche gewesen. Dabei haben wir unsere Erkundungstouren auf die Strände der Insel beschränkt. Hier findet man den perfekten Einklang von Sport und Entspannung.
Die Insel La Digue ist gesäumt mit Granitblöcken von 1 Meter bis 40 Meter Höhe. Die Felsen sind vom Wasser rund geschliffen. Die Oberflächen bilden oft wellenförmige Strukturen aus. Daher sind viele Routen mit Slopern oder runden Kanten zu finden. Darüber hinaus durchziehen immer wieder scharfe Leisten das Gestein. Der Granit selbst ist sehr grobkörnig. Daher sind selbst kleinste Griffe oder Erhebungen gut zu greifen. Einige Felsen sind aus dem Meer angespült worden und Überreste von Korallenriffen haften ihnen an. Die Griffe und Tritte aus Korallen sind meist henkelig und scharfkantig.
Der beste Spot zu Beginn er Boulderreise ist Source d ́Argent. Der Bilderbuch-Strand ist übersät mit Monolithen. Die meisten Routen, die sich schnell erschließen, sind an aufrechten oder leicht anliegenden Wänden gelegen. Darüber hinaus gibt es zum Teil steile, griffige Überhänge. Für viele Routen muss tief in die Trickkiste gegriffen werden: Crimpen, Sloper halten, mit Spannung die „offene Tür“ verhindern. Aufgrund der Rauheit des Granits verzeiht der Fels keine Fehler. Für die Haut ist das Gestein eine Belastungsprobe.
Eine zusätzliche Motivation sich keinen Schnitt zu holen ist das anschließende Bad im Salzwasser. Aber, ein Boulderer wird ja wohl kaum über griffiges Gestein schimpfen. Neben Source d`Argent ist die Ostküste der Insel La Digue ebenfalls mit Klettermöglichkeiten gesegnet. Anse Marron und Anse Songe im Südosten der Insel bieten viel Boulderpotential bei zugleich keinem einzigen Touristen am Strand.

Land und Leute
Land sowie Leute sind friedlich und gemütlich. Es gibt weder nennenswerte Kriminalität, noch tropische Krankheiten. Auf den Inseln La Digue und und Praslin ist es nicht einmal nötig, sein Fahrrad abzuschließen. Klauen kann die Leihräder eh keiner. Dafür sind die Inseln zu klein. Impfungen oder andere Vorsorge sind auch nicht notwendig. Die sehr gute kreolische Küche ist wärmstens zu empfehlen. Zudem soll das Leitungswasser Trinkwasserqualität haben („Trinkwasserqualität“ ist eventuell jedoch ein dehnbarer Begriff). Viele Besucher buchen ein Insel-Hopping Programm. Dabei werden in 1 bis 3 Wochen mehrere Inseln mit einem Katamaran angesteuert und wahlweise auf dem Boot gelebt. Diese Option sollte sich jeder Seychellen-Reisende überlegen. Dadurch können auch sehr versteckte Buchten oder nur wenige Quadratmeter große Inseln angesteuert werden.

Anreise/Fortbewegung vor Ort
Von Frankfurt ist es möglich, Direktflüge zur Hauptinsel Mahé zu buchen. Von dieser Insel geht es dann individuell durch das Land. Die Insel Praslin ist sowohl mit dem Flugzeug, als auch mit der Schnellfähre (rund 1 Stunde) zu erreichen. Nach La Digue kommt der Durchschnittsverdiener mit der Fähre (sonst Helikopter). Bei den Überfahrten per Schiff sollte beachtet werden, dass der Katamaran mit hoher Geschwindigkeit über das offene Meer fährt. Wer schnell seekrank wird, sollte Reisetabletten nutzen. Auf den Inseln kann der Bus, Fahrrad, Taxi, Moped oder Leihwagen (Motorwagen nur auf Mahé und Praslin) zum Transport genutzt werden. Bus und Fahrrad sind äußerst günstig und gemütlich (unser Tipp). Aufgrund der geringen Größe der Inseln kann auch viel zu Fuß entdeckt werden.

Sprache
Die Bewohner der Seychellen sprechen sowohl kreolisch, als auch englisch und französisch. Da die Inselgruppe abwechselnd von Briten und Franzosen kolonialisiert wurde, sind die Menschen sprachgewandt. Verständigungsprobleme sind daher kaum zu erwarten.

Geld
Die Seychellen haben ihre Rupie. Geld kann problemlos (bspw. mit Visacard/Mastercard) an den Automaten abgehoben werden. US Dollar und Euro werden in den Wechselstuben akzeptiert. Zwar liegen die Seychellen auf einem Breitengrad mit dem Kongo und Tansania, jedoch sollte sich jeder Besucher des hohen Preisniveaus bewusst sein. Abgesehen von Obst, Gemüse und Fisch müssen alle Rohstoffe auf dem See- oder Luftweg auf die Seychellen transportiert werden. Aufgrund der begrenzten Landfläche hat die Regierung sich für einen exklusiven, „gehobenen Tourismus“ entschieden. Dementsprechend hoch sind die Preise für afrikanische Verhältnisse. Meiner Einschätzung nach sind Transport, Nahrung und Freizeitangebot äquivalent zu innerdeutschen Preisen. Am teuersten ist meist der Flug.

Tipps
Zur Förderung der Entwicklung der einfachen Bevölkerung gibt der Staat den Seychellios die Möglichkeit, Ferienwohnungen zu vermieten (ab < 500 € für 4 Personen/Woche). Diese sind im Gegensatz zu All-Inclusive-Hotels (oder gar Privatinseln) sehr günstig, werden täglich gereinigt und optional macht die einheimische Hausverwalterin auch gern das Essen zu einem mehr als fairen Preis. Zudem sind die Ferienwohnung en auf einem guten bis gehobenem Stand und die Vermieter gastfreundlich. Abseits der geschlossenen Hotelanlagen lernt man die Menschen und ihre Kultur kennen (z.B. Voodoo Rituale am Strand, Skip-Bo spielen mit den Kindern des Dorfs oder die Gesangsprobe in der Kirche). Die Möglichkeit, sich ein Hotel mit eigener Insel zu mieten, ist für manche jedoch ebenso verlockend. Auf den zweiten Blick erkennt der Aktivurlauber aber, dass er auf weniger als einem Quadratkilometer eingesperrt und auf das „Pauschalangebot“ seines Hotels angewiesen ist. Die höchste Touristendichte hatten wir übrigens an den Privatstränden der Hotelanlagen beim Wandern bemerkt. Wirklich privat ist, wer frei ist.

Das Video zum „Boulder“-Urlaub:
youtube

Hier gibt es viele weitere Kletterspots zu besichtigen:
OutdoorAdventurerProduction

Die universale Buchungsseite:
seychellesbookings

Die Hängematte zum perfekten Entspannen.
Sandalen und/oder Wasserschuhe, um ganz immer bequem durchs Wasser waten zu können.
ein Crash Pad ist natürlich absolut essentiell

Die notwendigen Reiseführer sind Standard in jedem Buchladen und Kletterführer gibt`s für das Gebiet noch nicht…

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