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Teaserbild: Ardèche per Rad mit Kind

Ardèche per Rad mit Kind

Ardèche per Rad mit Kind

Die erste große Reise mit unserer Tochter im Krabbelalter. Unsere Erwartungen waren nicht sehr hoch gesteckt und der Regen verkürzte zudem unseren Aufenthalt in Frankreich. Effektiv machten wir einen Fahrrad-Tagesausflug zur Höhle „Arven d’ Orgnac“ und fuhren in zwei Tagen die Panoramastraße das Ardèchetal entlang, um am dritten Tag wieder zu unserem Auto zurückzukehren. Danach schlossen sich 48 Stunden Dauerregen auf einem Campingplatz bei um die 10°C an, der unsere mentalen Durchhalteparolen schließlich doch durchweichte und in der Konsequenz dann die Heimreise im warmen, trockenen Auto bewirkte.

 

Warum Frankreich

Schon lange wollten wir diesen Teil Südfrankreichs kennen lernen. Besonders reizten uns bestimmte Orte wie Avignon, Marseille oder der Künstlerort Arlés. Die Provence ist jedem ein Begriff, doch was verbirgt sich dahinter? Überall blühende Lavendelfelder und eine üppig blühende Landschaft mit Olivenbäumen und Weinreben, so meine Gedanken. Recherchen ergaben einige Übereinstimmungen und bei meinen Nachforschungen kam mir immer wieder die Ardèche am Rand der Provence in die Quere. Ein wilder Fluss, der sich durch die Jahrhunderte durch Kalkstein gefressen hat, wodurch eine 30km lange tiefe Schlucht entstanden ist, die man auch den „Gran Canyon“ von Frankreich nennt. Dieser Teil der Ardèche wird hauptsächlich mit dem Boot bereist. Da wir seit einem dreiviertel Jahr eine Tochter haben, wollten wir die Region nicht zu Fuß, sondern mit dem Fahrrad bereisen. Der sportlichen Anstrengung entsprechend suchten wir uns für unser Unternehmen einen Frühjahrsmonat aus um nicht im Hochsommer mit vertrocknendem Hirn unter dem Helm fahren zu müssen.

Die Pont d'ArcTransportfahrzeugAbwechslungsreiche Straßenführung an der Ardéche

Was Sie schon immer über diese FRANKREICHTOUR wissen wollten…

Wie weit kann ich fahren?
Bei dieser Tour wollten wir keine Kilometer fressen sondern machten die Fahrzeit von der Laune unserer Tochter abhängig. Geplant waren je zwei Stunden am Vormittag und zwei am Nachmittag. Vor Ort brauchten wir jedoch dann fast den gesamten Vormittag um zu Frühstücken und zusammen zu räumen. Gefahren sind wir trotzdem 3-4 Stunden. Die Pausen nicht eingerechnet. Unsere Tochter steckte das soweit ganz gut weg, die Straßen waren gut genug um wenig Beschwerden von Hinten zu vernehmen. Geschrei von hinten kam jedoch vehement auf, wenn es Essen geben sollte, und so blieben wir auch an nicht so optimalen Pausenplätzchen stehen, um den Brei zu servieren.

Wo lasse ich mein Auto stehen?
Diese Frage hat uns im Vorfeld sehr beschäftigt. Das Auto sollte in einem Ort stehen, der an der Ardèche liegt und per Zug zu erreichen ist. Leider verlaufen die Bahnlinien nur entlang des Rhône-Tals. Unbedingt wollten wir einen einigermaßen überwachten Parkplatz, da in Südfrankreich das Touri-Autoknacken von einer Minderheit als Gelegenheitsjob angesehen wird. Es kam jedoch anders. Der Ort, den wir uns als Startpunkt ausgesucht hatten, hatte keinen Campingplatz, der Ort, an dem wir übernachteten, lag zwar an der Ardèche, hatte jedoch keinen Bahnhof und verlief auch nicht an den Gleisen. Trotzdem ließen wir hier unser Auto für mehrere Tage zurück. Den „sichersten“ Parkplatz fanden wir mit Hilfe der Dame im Touristenbüro die nach unserer direkten Konfrontation „wenn es Ihr Auto wäre, wo würden Sie parken“ zielstrebig auf einen Punkt in der Karte zeigte.

Verkehr und Radwege
Radwege gibt es in Frankreich kaum. Ich habe mir zwei so genannte „Fahrradkarten“ gekauft. Auf keiner der beiden ist auch nur ein Stückchen Fahrradweg eingezeichnet. Man muss einfach die normalen Straßen benutzen. Bei unseren Vorbereitungen stieß ich auf mehrere Berichte von Leuten, die sich Gedanken darüber machten, ob man nun mit Warnweste fahren soll oder nicht. Nach meiner Erfahrung kann ich nun sagen, dass man im Frühjahr, außerhalb der Hauptsaison bestimmt keine Weste braucht. Uns haben nur wenige Autos überholt, obwohl wir eine besonders bekannte und beliebte Strecke gefahren sind.

Blick in die Gorges d'ArdécheStalakmiten in der Arven d'OrgnacRebreihen von Orgnac

Campingplätze
Die gibt es in der Provence wie Sand am Meer. Allerdings sollte man es sich nicht nehmen lassen, sich die Örtlichkeiten zunächst, also vor der Bezahlung, anzusehen. Hier gibt es erhebliche Unterschiede, auch in Bezug aufs „Stille Örtchen“. Für uns war beispielsweise entscheidend, ob die Duschen warm sind und ob man die Temperatur einstellen kann. Auch ob die Toiletten und Duschräume einigermaßen sauber sind, war uns wichtig. Auf einem Platz gab es sogar Warmwasser zum Spülen. Man sollte sich wohl fühlen können, ausschlaggebend ist auch das Auftreten des Besitzers. Oft lohnt es sich fernab der Touristenorte einen Platz aufzusuchen. Einfach 1km weiter fahren. Diese Plätze sind meist schöner und nicht unbedingt an der Hauptstraße gelegen.

Einkaufen
In jedem Ort gibt es mindestens eine Brasserie und einen kleinen Lebensmittelladen. Über das leibliche Wohl braucht man sich in Frankreich keine Sorgen machen. Besonders angenehm: Auf fast jedem Campingplatz kann man sich Baguette und Croissants für den nächsten Morgen bestellen. So hatten wir immer ein gutes Frühstück mit Garantie. Ich habe nirgendwo in Deutschland jemals so leckeres Baguette und so gute Croissants und Schoko-Croissants gegessen. Ein bis zwei Baguettestangen reichten uns beiden für einen Tag. Baguettes auf Vorrat kaufen macht keinen Sinn, weil sie zu trocken werden. Besonders gut kann man in den lokalen Supermärkten an einer Frischetheke Fisch und andere Meeresfrüchte kaufen. Auch der regionale Wein ist sehr gut. Eine Delikatesse sei auch der Lavendel-Honig, den wir allerdings nicht probiert haben. Dafür Panaché, ein 1%iges „Bier“ oder eher „Alsterwasser“, „Radler“ oder „Frauenbier“ genannt.

Sehenswürdigkeiten
Wie überall gibt es in der Provence zahlreiche davon. Besonders sehenswert sind aber die natürliche Brücke „Pont D’ Arc“ der Ardèche, die Höhle „Aven d’ Orgnac“ ebenfalls an der Ardèche gelegen, das Aquädukt „Pont du Gard“, der Papstpalast in Avignon und die Arena in Nîmes.

Was sagt unsere Tochter zu ihrem ersten Radurlaub?

Mir hat es gut gefallen. Aus meinem Anhänger hatte ich immer einen tollen Blick in die Landschaft. Nass geworden bin ich nie. Wenn ich Hunger oder die Hose voll hatte, motzte ich, bis meine Eltern angehalten haben. Wir haben dann immer noch eine Bewegungspause eingelegt. Zufrieden konnten wir dann weiterfahren. Im Zelt hatte ich meinen eigenen Schlafbereich, jeden Tag den gleichen. Da die Luft im Zelt immer frisch war, konnte ich sehr gut in meinen 3 Schlafsäcken schlafen. Ich hab abends wenn ich müde war einfach die Augen zu gemacht und wenn es hell wurde wieder auf! Die 3 Schlafsäcke waren notwendig wegen der Temperatur. Über dem Schlafanzug trug ich meinen Schlafsack, den ich immer auch zu Hause anhabe. Darauf folgten eine Art Fleece-Inlet und dann ein dünner Daunenschlafsack. Für nächtliche Temperaturen von ca. 5-7°C war das wohl ideal.

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