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Teaserbild: Pandabären und Pferdetrekking in Sichuan

Pandabären und Pferdetrekking in Sichuan

Pandabären und Pferdetrekking in Sichuan

Wir flogen nach Chengdu um neben den Großstädten auch die Berge zu sehen. Von dort ging es mit einem Linienbus in neun Stunden nach Norden in die auf ca. 3.000 Metern Höhe gelegene Kleinstadt Songpan. Eine Woche besuchte ich die Provinz Sichuan mit ihrer Hauptstadt Chengdu. Für zwei Tage ging es dann zum Trekking mit Pferden in den Norden und dabei auch der Besuch des Huanglong-Nationalparks.

Warum SICHUAN

Die Stadt Songpan ist mit gut 70.000 Einwohnern für chinesische Verhältnisse sehr beschaulich und bietet innerhalb einer alten Stadtmauer ein wunderschönes Stadtzentrum voller alter Häuser mit kleinen Läden und Restaurants. Die Nähe zu Tibet ist wohl auch für die wohltuend unchinesische Architektur und Art der Menschen verantwortlich. Man bewegt sich in alpenähnlichem Gebirge oberhalb von 3.000 Metern und hat trotz der Höhe dichte Nadelund Mischwälder. In Chengdu lockt ein Pandabärenpark mit einer Aufzuchtstation.

Trekking mit Pferd: Man fühlt sich wie ein Cowboy, auch wenn es nur ein kleines Pferd ist und keinerlei Kühe in Sicht sind...Der See der sieben Farben im Huanglong-Nationalpark. Er hält, was er verspricht.Pause auf dem Trek: Ein Bad in der heißen Quelle (ca. 10°C)

Was Sie schon immer über SICHUAN wissen wollten…

Infos zur Region:
Die Provinz an der Grenze zu Tibet liegt dort, wo der Pfeffer wächst. Hier gibt es an jeder Ecke den „Sichuan-Pepper“ und auf den Speisekarten sind kleine Pepperonisymbole neben den Gerichten oder Warnhinweise wie „very hot“ abgedruckt. Diese sollte man durchaus ernst nehmen, ich bekam mal eine Suppe serviert, die fast vor Schärfe glühte. Freunde des scharfen Essens kommen hier also sehr wohl auf den Geschmack. Die kleinen schwarzen Pfefferkörner sind neben dem üblichen Schnickschnack ein sehr gutes Mitbringsel für Daheimgebliebene.
Sichuan ist jedoch nicht nur für eine scharfe Küche, sondern auch für die eher als phlegmatisch zu bezeichnenden Pandabären bekannt. In mehreren Naturschutzgebieten versuchen die Chinesen, die auch in China äußerst beliebten Tiere zu schützen. Ein Besuch der „Giant Panda Breeding Research Base“ in Chengdu bietet sich an. Das sollte man unbedingt in den Morgenstunden machen, da die Pandas dann fressen. Das ist die einzige Aktivität, zu der sie sich aufraffen können.
Traurige Bekanntheit erlangte die Provinz durch die verheerenden Erbeben im Mai 2008. Da die Straße nach Songpan die wichtigste Route in den Norden des Landes ist, gehe ich davon aus, dass sie wieder befahrbar ist. Ansonsten gibt es noch die Flugverbindung in den Norden.

Warum eine Trekkingtour mit Pferden?
Ich bin in meinem Leben noch nie geritten und wollte die Kombination aus der wunderschönen Gebirgslandschaft und dem Abenteuer Reiten mal erleben. Man muss auch keine Reitkünste besitzen, da die Pferde deutlich kleiner als die hiesigen Exemplare sind und außerdem als Packpferde einfach so dem vorauslaufenden Gaul hinterher steigen. Steuernde Eingriffe seitens des Touristen auf dem Rücken sind vom Pferd unerwünscht und werden so gut wie nie befolgt.
Man sollte allerdings etwas Sitzfleisch mitbringen, da man locker vier Stunden pro Tag im Sattel sitzt. Das ist nicht zu unterschätzen! Außerdem ist es ein Trip durchs Hochgebirge, es geht also sehr steile Pfade hinauf (und hinab) und man quert 4.000er Pässe.

Was muss ich bei einer Trekkingtour mit Pferden einplanen?
Die Touren werden in Songpan fast täglich durch zwei Firmen („Shun Jiang Horse Treks“ und „Happy Trail“) angeboten. Dabei gibt es von zwei bis zwölf Tagen verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Zielen. Man geht einfach am Vorabend in eines der beiden Büros und bucht die Tour. Dafür muss man zwischen 100-150Y pro Tag investieren, bekommt aber die Ausrüstung (Zelte, Decken) und landestypisches Essen gestellt. Wasserflaschen muss man sich vor Beginn der Tour selbst kaufen, die werden dann am Pferd verpackt. Hier ist eventuell ein Trinksystem empfehlenswert, da man mehrere Stunden am Stück auf dem Pferd sitzt und nicht an die in der Satteltasche steckende Wasserflasche herankommt.
In einigen Trekkingforen werden die mangelnde Hygiene auf diesem Trek und die Unfreundlichkeit der Pferdetreiber bemängelt. Dazu gibt es zu sagen, dass man mehrere Tage im dünnbesiedelten Hochgebirge (Grenzland zu Tibet) unterwegs ist. Gerastet und übernachtet wird gerade der Pferde wegen immer an Bächen oder Flüssen, man kann sich also waschen. Toiletten bietet der reichlich vorhandene Wald und die Pferdetreiber sind nun mal Pferdetreiber, deren Gäule zum Teil sehr stur sein können. Wir sind mit diesen sehr freundlichen Menschen wunderbar ausgekommen. Gekocht wird über dem Lagerfeuer hauptsächlich eine gut gewürzte Suppe mit Kartoffeln, Nudeln und verschiedenen Gemüsesorten. Fleisch ist eher selten und wenn dann gekocht Bestandteil des Essens. Gegessen wird mangels Stühlen und Tischen auf dem Boden. Während der Reitpausen gibt es Delikatessen wie Brot mit gezuckerten Tomaten.
Zu beachten ist: Man teilt in diesen Tagen sein Leben und folglich auch sein Lebensniveau mit diesen Tibetern und Chinesen. Manche Menschen suchen dies und fühlen sich in diesen Tagen glücklich und ausgeglichen und haben kein Problem damit, mit 12 anderen aus einem Topf Nudelsuppe zu essen. Es gibt aber eben auch andere Trekkingtouristen.

Wahrscheinlich die abgenutzten Sportgeräte hiesiger Mittelschulen.Rückkehr nach Songpan. Was sich wie ein triumphaler Einmarsch durch Lucky Luke anfühlt,
interessiert hier niemanden mehr.Pandabär in der „Giant Panda Breeding Research Base“. Bei seinen
Lieblingsbeschäftigungen: Liegen und Fressen.Gemeinsames Kochen über dem Lagerfeuer am Abend. Die Herren rechts kneten den
Nudelteig.Trekking mit Pferd: Man fühlt sich wie ein Cowboy, auch wenn es nur ein kleines Pferd ist und keinerlei Kühe in Sicht sind...Der See der sieben Farben im Huanglong-Nationalpark. Er hält, was er verspricht.

Was kann man in dieser Region sehen?
Zum einen den wesentlichsten Unterschied zu Europa: Dichte Laubwälder auf über 3.000 Metern Höhe und ein Panorama mit mehreren 5.000ern. Die wie schon erwähnte, den Alpen manchmal recht ähnliche Landschaft, kleine Orte mit eher tibetischer Architektur und die meiste Zeit einfach unbesiedelte, menschenleere Berge.
Bei der Zweitagestour steuert man einen Nationalpark an, dessen Höhepunkt das Bad in einer heißen Quelle sein soll. Wir haben dann in dem stark nach Schwefel riechenden Wasser gebadet, heiß war es aber leider nicht. Baden auf 3.700m macht aber auch nicht jeder, haben wir uns gedacht. In Songpan kann man recht günstig (wenn man hartnäckig handelt) Tee, Pfeffer und vor allem Kleidungsstücke aus Kaschmirwolle und die ersten tibetischen Souvenirs (Gebetsfahnen, Gebetsmühlen etc.) erstehen. Außerdem gibt es in „Emmas Kittchen“ nicht nur Internet und eine sehr freundliche, Englisch sprechende „Emma“, sondern auch Yak-Steaks. In einem der vielen Massagesalons kann man sich für wenig Geld eine knappe Stunde massieren lassen, was vor allem nach dem Pferdetrekking erforderlich scheint. Dabei sollte man aber mindestens eine Stunde vorher nichts mehr gegessen haben. Sonst machen die Verrenkungen und Verknotungen erst recht keinen Spaß.

Was bietet der Huanglong-Nationalpark?
Knapp 60km von Songpan entfernt liegt die UNESCO-Weltnaturerbestätte „Huanglong-Nationalpark“. Dieser Park ist für seine wunderschön gefärbten und terrassenförmig am Hang liegenden Kalzitbecken und Wasserfälle bekannt. Eine Rundwanderung (ca. 15km, davon die Hälfte bergan, die andere bergab) ist ein Muss, wenn man in der Gegend ist. Es fahren regelmäßig Busse zu diesem Park. Da der Park aber Bestandteil vieler Chinareisen ist, wird er von vielen Reisebussen angesteuert. In der Nähe gibt es nicht viele Hotels, das bedeutet, man hat bis mindestens 11 Uhr vormittags seine Ruhe, bevor die Touristenströme den Park fluten. Aus diesen Gründen mieteten wir gemeinsam mit ein paar Franzosen einen Kleinbus mit Fahrer, der uns früh um sechs von Songpan zum Park brachte. So waren wir um neun Uhr beinah die ersten im Park und schon sehr weit auf dem Rückweg, als uns die Touristenmassen entgegenkamen. Man sollte den Fahrer aber erst nach der Rückkehr in Songpan vollständig bezahlen, damit der Knabe den halben Tag auf einen wartet, während man wandert.

Worauf muss ich bei Reisen im Norden von Sichuan achten?
Die Gegend um Songpan liegt auf über 3.000 Metern. Beim Pferdetrekken steigt man mehrfach auf 4.000 Meter Höhe, die Fahrt zum Huanglong-Nationalpark führt über einen Pass mit 5.200 Metern. Es besteht also die Gefahr der Höhenkrankheit. Gerade bei der Fahrt zum Park schraubt sich die Straße in weniger als einer Stunde über tausend Meter den Berg hinauf. Man sollte also viel trinken (ca. 4 Liter am Tag) und auf Anzeichen der Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit) achten. Diese Beschwerden sollten sich aber bei der Rückkehr in das tiefer gelegene Songpan im weiteren Verlauf des Abends legen.

Essen:
Es ist empfehlenswert, sich Gerichte, die einem beim probieren geschmeckt haben (geht auch in einem echten China-Restaurant in Europa!), in chinesischen Zeichen aufschreiben zu lassen. Die kann man dann dem Kellner zeigen und weiß, was man bekommt, wenn die Speisekarte mal nur auf chinesisch sein sollte. Viele Reiseführer kennen nur seltsame Gerichte. Empfehlenswert sind meiner Meinung nach (alle mit Reis): Tomate mit Rührei, Hühnchen mit Sojasoße und Erdnüssen, Schweinefleisch süßsauer (gern auch knusprig) und Rindfleisch mit Paprika (oder grünen Bohnen), Aubergine oder Bambussprossen (beides gebraten). Das sind Gerichte, die es eigentlich überall gibt und bei denen man vor Überraschungen wie Innereien oder frittierten Hühnerfüßen oder Knorpeln relativ sicher ist.

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