Balkan – der Weg ist das Ziel (Albanien, Griechenland, Mazedonien)

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Reiseberichte Europa Balkan Markus | 2. November 2015

Balkan – der Weg ist das Ziel (Albanien, Griechenland, Mazedonien)

Eine Reise zu einem der ältesten Seen der Welt, zu einer antiken Ruinenstätte, in ein 2.000m hohes Bergland, zum Schauplatz von Homers Odysee und zur Hauptstadt eines ehemaligen Weltreiches (Ohridsee, Butrint, albanisches Bergland, Ionisches Meer und Rom). Und Dank Ryanair haben wir auf unserer 1-wöchigen Reise über den Balkan nicht nur Albanien, Mazedonien und Griechenland kennengelernt, sondern auch noch Norwegen und Italien besucht.

Warum Balkan

Der Balkan übt schon seit längerer Zeit eine tiefe Faszination auf uns aus. Ein Schmelztiegel der Kulturen mit Kirchen und Moscheen, überaus gastfreundlichen Menschen, atemberaubender Natur, schneebedeckten Berggipfeln und heißen Abenden am Mittelmeer. Aus familiären Gründen hatten wir in diesem Jahr jedoch nur knapp eine Woche Zeit für eine Balkantour. Diese Zeit wollten wir nutzen, um uns einen ersten Überblick über die Länder des Balkan zu verschaffen. Unser Reisebudget war klein und so nahmen wir bei An- und Abreise einen Umweg über Norwegen und Italien in Kauf, um für insgesamt 70 Euro mit Ryanair nach Griechenland zu kommen – frei nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“.

Gjiokastra in AlbanienButrint in AlbanienGjirokastra in Albanien<br />

Was Sie schon immer über den BALKAN wissen wollten…

1. Tag:
Um 19:30 Uhr haben wir uns am Flughafen Berlin Schönefeld getroffen und sind mit einer Boeing 737-800 von Ryanair von 21:15 – 22:55 Uhr nach Oslo-Rygge geflogen. Unser Nachtlager wurde auf dem Flughafen Rygge aufgeschlagen.

2. Tag:
Von 07:30 – 11:55 Uhr sind wir mit einer Boeing 737-800 von Ryanair von Oslo-Rygge nach Thessaloniki in Griechenland geflogen. Mit dem Express-Bus ging’s vom Flughafen direkt zum Busbahnhof, wo wir um 14 Uhr in den Regionalbus nach Ioannina einstiegen. Nach 2,5-stündiger Fahrt über eine tolle, tunnelreiche Autobahn, erreichten wir die 100.000 Einwohner zählende Stadt Ioannina. Nach einem 1-stündigen Aufenthalt (bei dem wir aufgrund der Rezession so ziemlich die einzigen Menschen waren, die Geld ausgaben) ging es weiter per Bus zur albanischen Grenze nach Kakavia, wo bereits ein Taxifahrer sehnsüchtig auf uns wartete. Nach dem Grenzübertritt fanden wir uns gegen 19 Uhr im Mercedes-Taxi Richtung Gjirokastra wieder. Im idyllischen Gjirokastra angekommen, nahmen wir uns zunächst ein Hotel und machten anschließend noch einen Stadtrundgang bevor wir uns im Restaurant eine Schweine- und eine Hühnerplatte genehmigten.

3. Tag:
Um 06:30 Uhr ging's los mit Stadtrundgang durch das UNESCO-Weltkulturerbe Gjirokastra. Wir bestaunten die typische Balkanarchitektur, die Burganlage und die tolle Lage im albanischen Bergland. Gegen 09:00 Uhr ging’s per Taxi zur Busstation und weiter in einem kleinen Transporter zur wunderschönen Quelle Syri i Kalter („Blue Eye Spring“). Nach einem kurzen Quellbad und einem kleinen Snack ging es weiter per Anhalter zur nahegelegenen Hauptstraße und von dort per Bus (kann während der Fahrt an beliebigen Orten anhalten) nach Saranda am Ionischen Meer. In Saranda warteten wir eine Stunde auf einen Bus, der uns dann letztendlich doch noch zum UNESCO Weltkulturerbe nach Butrint brachte. Diese antike Ruinenstätte liegt mitten im Butrint Nationalpark auf einer Halbinsel. Nachdem wir den Nachmittag in Butrint verbrachten, fuhren wir abends per Anhalter nach Ksamil am Ionischen Meer, wo wir noch 2 Stunden baden waren, bevor es wieder zurück nach Saranda ging. Von Saranda aus sieht man übrigens sehr gut das nur 2km entfernte Korfu. Nichtsdestotrotz ging es für uns nach dem Abendbrot per Nachtbus von 22:00 – 04:40 Uhr von Saranda quer durch Albanien bis zur Hauptstadt Tirana (600.000 Einwohner).

Syri i Kalter in AlbanienTirana in AlbanienRom in ItalienOhrid in MazedonienSkopje in MazedonienSkopje in Mazedonien

4. Tag:
Nach der Ankunft besichtigten wir früh die wenigen Sehenswürdigkeiten Tiranas (Skanderberg-Platz und Statue, Et’hem-Bey-Moschee, Uhrenturm etc.). Um 10:00 Uhr in den Bus nach Pogradec am Ohrid-See gestiegen, wo wir Mittags ankamen (unterwegs passierten wir u. a. Elbasan). Wir spazierten entlang der Strandpromenade und entschlossen uns nach einem kurzen Bad im Ohrid-See ca. 5km bis zur Grenze nach Mazedonien (Sveti Naum) zu laufen. Kurz hinter dem Grenzübergang fuhr zufällig ein Bus, der uns in den Galicica-Nationalpark nach Elsani brachte. Da wir zu faul für den 2,5km langen Aufstieg ins Dorf waren, fuhren wir erneut per Anhalter. Der Hunger trieb uns in Elsani in ein Guest House, wo man uns allerdings zunächst erklärte, nur für angemeldete Gäste kochen zu können, da die Zubereitung traditioneller Speisen sehr langwierig ist. Wir konnten die Gastgeber aber überzeugen, dass einfache Wurst mit Kartoffelmus genau das Richtige für uns ist, und 10 Minuten später wurde aufgetischt. Anschließend besichtigten wir die Kirche Sveti Ilias und genossen die fantastische Aussicht auf den Ohrid-See, einem der größten, tiefsten und ältesten Seen Europas (UNESCO Weltnaturerbe). Mit dem Bus ging es 18 Uhr weiter bis nach Ohrid.

5. Tag:
Vormittags das UNESCO Weltkulturerbe Ohrid angeschaut (Festung, Sveti Joan in Kaneo, Plaosnik und Sofia Kathedrale). Anschließend von 10:45 – 13:30 Uhr von Ohrid aus in die Hauptstadt Mazedoniens nach Skopje (650.000 Einwohner) gefahren. In Skopje wollten wir einen Nachtzug nach Thessaloniki buchen, jedoch erzählte man uns am Bahnhof ganz stolz, dass zwar die mazedonischen Züge alle planmäßig fahren, allerdings die griechischen Züge aufgrund der Pleite Griechenlands eingestellt wurden (50% des ursprünglichen Mazedonien gehören heute übrigens zu Griechenland, weswegen ein ungelöster Namensstreit zwischen den beiden Ländern ausgebrochen ist und auch sonst kann man sich nicht besonders gut leiden). Wir beschlossen, die Nacht in Skopje zu verbringen und erst am nächsten Morgen mit dem Bus nach Thessaloniki zu fahren. Wir besichtigten zunächst Skopje (Festung Kale, Basar, Mustafa Pasa Moschee, Statue Alexanders des Großen, neues Regierungsviertel etc.) und wollten anschließend mit einem Taxi zum Berg Vodno fahren, mussten allerdings feststellen, dass aufgrund der bevorstehenden 20-Jahr-Feier zur Gründung Mazedoniens (08.09.) alle Zufahrten zum Berg geschlossen waren. Also suchten wir ein Hostel und von dort aus ging’s zum Abendbrot. Auf dem Rückweg entdeckten wir noch die alte Bahnhofsuhr, welche bei einem schweren Erdbeben im Jahr 1963 stehengeblieben ist und seitdem als Mahnmal dient. Kurz bevor wir einschliefen, wurden wir telefonisch über einen heute stattfindenden Generalstreik in Italien informiert, bei dem sämtliche Flüge, Züge und Busse ausgefallen sind. Mit dem Bewusstsein morgen trotz gebuchtem Flug eventuell streikbedingt nicht nach Italien fliegen zu können, gingen wir gegen 23:30 Uhr zu Bett…

6. Tag:
Um 05:00 Uhr klingelte der Wecker und von 06:00 – 11:30 ging es per Bus von Skopje nach Thessaloniki. Nach einem 1-stündigem Stadtrundgang (Promenade, Weißer Turm, OTE-Tower, etc.) durch die zweitgrößte Stadt Griechenlands (320.000 Einwohner) ging es per Bus zum Flughafen. Glücklicherweise war der Generalstreik in Italien vorbei, und so konnten wir von 14:40 – 15:35 Uhr mit einer Boeing 737-800 von Ryanair von Thessaloniki aus nach Rom Ciampino fliegen. Per Bus und Metro ging es in Rom (2,7 Mio. Einwohner) zum Hauptbahnhof. Anschießend waren wir in einer Pizzeria und von dort aus ging es durch die römische Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) zum Capitol, Forum Romanum, Trajansäule, Kolosseum und wieder zurück zum Bahnhof. Per Zug zum Flughafen Fiumicino und von 21:45 – 23:40 Uhr mit einem Airbus A320 von Wizz Air von Rom nach Prag geflogen. Da wir keinen Bus mehr fanden, der um diese Zeit von Prag Richtung Deutschland fuhr, beschlossen wir mal wieder auf dem Flughafen zu übernachten.

7. Tag:
Um 07:00 Uhr fuhr ein Bus vom Flughafen Prag nach Karlovy Vary. Von Karlovy Vary aus ging es weiter per Bus nach Bozi Dar, wo wir von unserer Familie mit dem Auto abgeholt wurden.

Weiterschmökern:

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Short Cuts Balkan

Beste Reisezeit:
Heiße Sommer und regenreiche Winter; daher sind Frühjahr und Herbst für aktiv Urlaub auf dem Balkan die ideale Reisezeit (angenehmen Temperaturen und wenig Niederschlag) •

Anreise:
eine ungewöhnliche An- und Abreise ist im Reisebericht beschrieben; normalerweise empfiehlt sich die Anreise per Direktflug von Deutschland (bspw. Germanwings Köln-Tirana; Lufthansa München-Tirana oder mit Wizzair von vielen deutschen Flughäfen nach Skopje) 


Einreise:
An allen Grenzen des Balkans (Ausnahme Kosovo) kann man mit einem deutschen Personalausweis einreisen, wenn man nicht länger als 90 Tage im Land bleiben möchte

Sprache:
Mit Englisch und gelegentlich auch Deutsch, kommt man weitestgehend gut durch den Balkan. 

Geld:
in Griechenland zahlt man mit Euro; in Albanien mit Albanischen Lek; in Mazedonien mit Mazedonischen Denar 

Kosten:
Flüge 70€; Verpflegung+Unterkünfte+sonstiges 228,10€ = Gesamt: 298,10€ 

wwwo beginnen

Auf folgenden Links habe ich mich über die Reise informiert (hauptsächlich habe ich mich aber durch den bereits erwähnten Lonely Planet inspirieren lassen):

hostelworld 
Seite auf der wir uns über Unterkünfte informiert haben

auswaertiges-amt 
hier haben wir Reiseinformationen sowie länderspezifische Hinweise und Warnungen zum Balkan erhalten

ryanair 
Seite auf der wir unsere abenteuerliche An-/Abreise über Norwegen und Italien zusammengestellt haben

albca 
und hier haben wir Infos zur antiken Ruinenstätte erhalten

Balkan

Nicht vergessen

  • Trekkingrucksack (60L) für all das Wichtigste unterwegs
     
  • Schlafsack und Isomatte für Übernachtungen an ungewöhnlichen Orten (Flughäfen)
     
  • Ziphose um zwischen kalten Gegenden (Norwegen) und heißen Gegenden (Albanien) platzsparend umschalten zu können 


Literatur

Lonely Planet „Eastern Europe“; 2009

Positiv: hilfreich für grenzüberschreitende Touren, da er sehr vielfältige und detaillierte Infos zu mehr als 20 Ländern bietet (inkl. Stadtpläne, Bus- und Zugabfahrtszeiten und Fahrtdauer, Unterkunftsverzeichnis, kulturelle und geschichtliche Fakten und Restaurantempfehlungen)

Negativ: Im Vergleich zu Reiseführern der einzelnen Länder, finden sich speziell zu abgelegenen Zielen nur relativ wenig Informationen