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Teaserbild: Kapstadt und das Zwischenseminar

Kapstadt und das Zwischenseminar

Kapstadt und das Zwischenseminar

Halbzeit – Rund 6 Monate sind nun um, 6 Monate kommen noch. Kaum zu glauben, aber wahr, ich wohne, arbeite und lebe bereits seit 26 Wochen in Soweto, Südafrika. Da ich meinen Freiwilligendienst über das „weltwärts“-Programm absolviere, werden uns drei Seminare angeboten, an denen wir teilnehmen sollen.

Warum Südafrika

Unser erstes Seminar, das Vorbereitungsseminar, haben wir bereits im Juni letzten Jahres in Deutschland absolviert, nun stand unserer Zwischenseminar an. Unserer drittes Seminar wird das Nachbereitungsseminar sein, welches im November diesen Jahres in Deutschland stattfindet.

Am StrandNebengebäude der UniversitätDer Blick auf Kapstadt

Was Sie schon immer über diese KAPSTADT wissen wollten…

In diesem Jahr fand das Seminar zweieinhalb Stunden von Kapstadt entfernt statt, in einem abgelegen Ort in der Nähe von Wartelgaad. Doch das Zwischenseminar ist immer nur für fünf Tage angesetzt und findet so von Montag bis Freitag statt. Wunderbar gelegen, um so noch zwei Wochenenden in Kapstadt zu verbringen.
Eine Unterkunft fanden wir in der WG der Freiwilligen aus Kapstadt, welche in dem Alternativviertel Observatory wohnen. Da Flugtickets nach Kapstadt nicht gerade günstig sind und uns nur der Preis von den Bustickets zurückerstattet wurde, stand uns jeweils eine 17-stündige Busfahrt vor uns.
Wir? Alle Freiwiligen aus Grauteng durften die Fahrt antreten und das waren insgesamt acht Freiwilige. Ich habe bis jezt noch nie so viele Hellhäutige in einem südafrikanischen Fernbus, geschweigedenn Minibustaxi gesehen. Etwas geschlaucht standen wir nach einer kleinen Minibustaxifahrt vom Bahnhof aus in der Kapstädter WG und planten den Rest des Tages. Kapstadt ist rießig und war nicht ohne Grund Design Haupstadt 2014, denn hier gibt es unglaublich viel zu entdecken.

Selbst die Kapstadt-Freiwilligen mussten teilweise zugeben, dass sie bis jetzt nur einen Bruchteil aller Ausflugsziele absolvieren konnten. Da wir alle aber noch ein wenig fertig von der Busfahrt waren, machten wir einen kleinen Stadtbummel. Los ging es wieder in die Stadt, diesmal mit mehr als acht Leuten in einem Minibustaxi, das sehen die Fahrer wirklich selten. Vom Bahnhof aus ging es einmal die Long Street entlang, welche noch ruhig wirkte. Denn Abends ist hier wahnsinnig viel los, denn eine Bar reiht sich an die andere und zwischendrin findet man den ein oder anderen Club.
Dass wir hierher heute Abend hinkamen, war absolut klar! Das letztes Mal, als sich alle Freiwillige trafen, war es noch Juni und wir haben nur erahnen können, was uns in einem Jahr in Südafrika so alles passieren wird. Um all die Erfahrungen, Erlebnisse und Probleme untereinander austauschen zu können, suchten wir ein ruhiges Plätzchen. Dies fanden wir auch in Companys Garden, welcher in weniger als fünf Minuten von der Long Street zu erreichen ist.
Im Grünen konnten wir so die Sonne, Kapstadt selbst und gute Gesprächspartner genießen. Eines mussten wir allerdings schon mit Entsetzten feststellen: Kapstadt ist recht frisch und immer sehr windig. Denn im Februar war es in Gauteng sehr, sehr warm. Dem Spätsommer macht das Soweto-Wetter alle Ehre. Kaum zu glauben, dass Pretoria dort noch eine Schippe draufsetzten kann. Nach einem sehr schönen Tag in der Innenstadt von Kapstadt gehen wir alle wieder zurück nach Observatory. Genüsslich verschlingen wir unser gekochtes Essen und nutzen begeistert den WG-eigenen Pooltable.
Nach einer etwas längeren Nacht stellten wir unsere Tagespläne auf, ein Teil von uns ging an die Viktoria and Alfred Waterfront und ein anderer erschlenderte den Vintige Markt in Observatory. Ich schloss mich dem letzteren Teil an. Der Markt war allerdings etwas kleiner als erwartet, doch die Reihe an wunderschönen Oldtimern machte alles wett. Entspannt nutzten wir noch die Happy Hour im Trenchtown aus und lauschten der guten Live Musik. Essen, Trinken und eine gute Atmosphäre genießen, zu all dem bietet sich Observatory und besonders die Lower Mainroad sehr gut an. Hier reiht sich eine niedliche Kneipe an die andere und in mindestens einer Kneipe findet man immer ein Special von Burgern über Pizza bis zum guten Thai Essen. Alles wunderbar geeignet, um etwas Gutes in den Magen zu bekommen und ohne danach mit leeren Taschen dastehen zu müssen.
Und schon war das Wochenende in Kapstadt um und das Seminar stand an. Dorthin gelangten wir mit einem von unserer Entsenderorganisation (SAGE Net) organisierten Mietwagen. Nur anderthalb Stunden weit weg von Kapstadt am Atlantik gelegen, befand sich unsere Unterkunft, Wortelgaat. Aber dort begegneten wir nicht nur bekannten Gesichtern vom Vorbereitungsseminar, sondern auch andere Freiwillige von anderen Organisationen. Entweder waren deren Entsenderorganisationen zu klein oder die Anzahl der ausgesendeten Freiwilligen nach Südafrika war zu gering, um ein eigenes Zwischenseminar zu veranstalten.

Die nächsten Tage verbrachten wir so mit dem Vorstellen unserer Projekte, dem gegenseitigen Austausch der Erfahrungen, Erlebnissen und Problemen. Aber auch über Südafrika und die momentane Politik konnten wir uns austauschen, leider etwas zu kurz. Denn für diesen Seminarpunkt wurde ein Südafrikaner eingeladen, welcher ein sehr großes Wissen in der südafrikanischen Geschichte und Politik hatte und in dieser sehr aktiv ist. Doch am Nachmittag ging es mit einem weiteren wichtigen Punkt weiter, einem interkulturellen Training. Besprochen wurde unter anderem, was man von einem Kulturschock versteht sowie die unterschiedlichen Denkweisen z.B. bei der Einteilung von Zeit. Ein sehr interessanter Punkt und auch sehr wichtig. Dinge, die mich vorher gestört haben, sehe ich nun viel gelassener, weil ich erkannt habe, dass nunmal am anderen Ende der Erde manche Dinge anders laufen.
Da kommt ein Freund um die Ecke, während man einen Film ansieht, den stört es überhaupt nicht, wenn man nicht sofort aufspringt und die Handlung beendet, um sich um den Besuch zu kümmern. Doch für meine „deutschen Werte“ käme mir all das als unhöflich vor. Tja, wie gut, dass man all das jetzt besser weiß, nun kann man all das etwas entspannter angehen.

Blick vom Rhodes MemorialIn den Straßen von ObservatoryDer Blick vom Devils Peak

Fünf Tage aber nur dasitzen und über ein und das gleiche Thema sprechen, der Freiwilligendienst in Südafrika. Nein, auch ein bisschen Freizeit durften wir in Stanford genießen. Sportlich wurde es mit Bogenschießen und Kanufahren. Das Bogenschießen war anstrengender als man vermutet und als ein wenig Wind aufkam, mussten wir alle etwas verzweifelt einsehen – unseres eigenes Essen könnten wir uns so nicht mehr schießen. Wie gut, dass ich Vegetarier bin. Doch scheinbar hat mich das ganze Gemüseessen, doch recht gut gestärkt, so dass ich es schaffte als Einzige direkt in die Mitte der Zielscheibe zu schießen. Gut gelaunt ging es so zum Kanufahren, die zweite Gruppe bestand nur aus mir und zwei weiteren Mädels und so konnten wir sehr entspannt über den See schippern. Bis zum Abendbrot hatten wir jedoch sehr viel Zeit und so beschloss ich kurzerhand, mich den beiden Mädels zu einem kleinen Wanderausflug anzuschließen.
Während einer unserer Seminarpunkte haben wir einen Walk and Talk unternommen und sind zum Walker Beach über den Fisher Trail gelaufen. Es war eine sehr, sehr gute Enschiedung mich der Wanderung anzuschließen und ich habe es sehr genossen. Denn der Sonnenuntergang, das Meer und die Felsen waren einfach unglaublich. Dass wir fast die Einzigen am Strand waren, machte alles noch um Einiges besser, unglücklicher Weise versagte aber mein Kamerakku nach der Hälfte der Zeit. Doch die Erinnerungen sind im Gedächtnis gespeichert. Da wir alle am nächsten Tag wieder auseinandergehen würden, wurde die Nacht etwas länger und der Verbrauch des Feuerholzes wurde zu den letzten Tagen erneut getoppt, sodass immer mehr aus dem Busch geholt werden musste.
Da Wartelgaat soweit von jeglicher Stadt entfernt ist, ist es auch nicht mehr an das örtliche Stromnetz angeschlossen. Aus diesem Grund war ab 22:00 Uhr das Licht aus, dafür wurden wir jedoch mit einem wunderschönen Sternenhimmel belohnt. Nicht nur die Menschen und das Klima unterscheiden sich von dem in Deutschland, sondern natürlich auch der Sternenhimmel. Bei einer guten Sicht kann man so fast die ganze Milchstraße erkennen und genießen. Nach einem runden Abschluss unseres Zwischenseminars fuhren wir zurück nach Kapstadt. Trotz dem besten Klima, viel Sonnenschein und warmen Wetter ist es wahrlich schwer, eine gute Eisdiele oder vielmehr überhaupt eine Eisdiele zu finden. Eine gute Alternative ist Frozen Yogurt, wer also mal an einem warmen Sommertag in Südafrika nach einer Eisdiele sucht, sollte nach einem Marcel’s Frozen Yogurt Ausschau halten. Der Geheimtipp, wenn man nicht weiß, für welche Eissorte man sich entscheiden soll: Einfach ganz höflich fragen, ob man etwas probieren darf, das klappt immer.
Bevor wir am Samstag am Abend wieder zurück nach Johannesburg fuhren, erwanderten wir uns nochmal einen traumhaften Blick über Kapstadt. Wir bestiegen das Rhodes Memorial in der Nähe der UCT, der Kapstädter Uni. Rhodes war einer der bekanntesten und „erfolgreichsten“ Erschließer Afrikas. Er erschloss sich den Goldbergbau in Gauteng, setze sich für Bildung und Politk ein und nach ihm wurde das mittlerweile gefallene Rhodasien benannt.
Die 17 Stündige Busfahrt zurück war nach einer so anstrengenden, aufregenden und schlafarmen Woche mehr als entspannt, da wir glücklicher Weise noch einen besseren Bus erwischt haben als auf unserer Hintour. Gut, besser heißt in dem Fall, komfortabler. Schlecht war, dass wir erst eine halbe Stunde auf die Ankunft des Busses warten mussten und dann noch eine Panne auf dem Highway hatten. Immer noch sehr fertig erreichten wir dann am Nachmittag unser Haus in Soweto.

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