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Wochenendtrip nach Groningen

Insgesamt war ich drei Tage lang in Groningen. Danach kannte ich die Stadt in- und auswendig, da sie eine gemütliche Größe besitzt, überschaubar ist und man alles zu Fuß erkunden kann. Dennoch hat das Städtchen allerhand Sehenswertes zu bieten, von alten Gebäuden aus der Hansezeit bis hin zu moderner Architektur.

Ich wäre nie von alleine auf die Idee gekommen, nach Groningen zu reisen. Aber dank einer alten Schulfreundin, die dort schon seit einigen Jahren wohnt und sich mit einem Holländer verlobt hat, stattete ich nicht nur ihr, sondern auch dem schönen, kleinen Städtchen einen Besuch ab. Und ich fühlte mich von Anfang an richtig wohl, denn rund ein Viertel der gesamten Einwohner Groningens (ca. 182 000) besteht aus Studenten, die Hälfte ist auch noch jünger als 35 Jahre!

Wie kam ich hin?
Da ich kein eigenes Auto besitze, bin ich mit der Deutschen Bahn von Köln nach Groningen gefahren. Früh genug gebucht, kostet das mit dem „Europa-Spezial Niederlande“ nur 29 Euro (zu zweit sogar schon ab 38 Euro). Man steigt in Leer um, insgesamt dauert die Fahrt ab Köln rund vier Stunden.

Wo kam ich unter?
Ich übernachtete mitten im Zentrum, im Bud Gett Hostel. Die Zimmer sind – sagen wir mal – „kompakt“, also nichts für Leute mit Platzangst, hihi. Dafür ist jedes Zimmer mit Dusche und WC, Schließfächern, einem Flachbildfernseher (der nimmt ja nicht viel Platz weg…) und kostenlosem W-Lan ausgestattet.

Was guckte ich an?
Zentrum ist der Grote Markt mit seinem monumentalen Rathaus. Ihm gegenüber steht das Wahrzeichen Groningens: der 97 Meter hohe Martiniturm, von den Einheimischen „Olle Grieze“ (der alte Graue) genannt. Von hier oben kann man sich einen guten Überblick verschaffen, bevor es zu den weiteren Sehenswürdigkeiten geht, zum Beispiel den im 15. Jahrhundert erbauten Prinzenhof und den angrenzenden Prinzenhofgarten, einen im Renaissancestil angelegten Lustgarten.
Idyllisch sind auch die Jahrhunderte alten Gasthäuser wie das St. Gertruids und St. Anthony, die früher einmal als Herbergen für Pilger, Arme und Kranke dienten und mit ihren grün bewachsenen und beblümten Innenhöfen Ruhepole der Stadt sind. Im Mittelalter war Groningen eine wichtige Hanse- und Handelsstadt, daran erinnern zahlreiche Speicherhäuser aus roten Ziegel, die an der Straße „Hoge der A“, wo sich einst der Hafen befand, stehen. Relikte und Dokumente aus dieser Zeit kann man im Schiffahrtsmuseum bestaunen.
Apropos Museen: schon von außen sehenswert ist das Groninger Museum, ein bunter, architektonisch außergewöhnlicher Komplex, der gerade mal 16 Jahre alt ist. Wer sich für Comics interessiert, wird sich am Comicmuseum erfreuen. Dort gibt es auch wechselnde Ausstellungen (als ich dort war, z.B. über Snoopy). Die wohl skurrilste Sehenswürdigkeit ist aber das Pissoir von Koolhaas, eine öffentliche Toilette mit Wänden aus Milchglas, entworfen vom Architekten Rem Koolhaas.

Wo kaufte ich ein?
Ich liebe es, im Ausland in kleinen Läden zu stöbern, abseits von den üblichen Konsumketten wie H&M & Co. In Groningen gibt es noch jede Menge kleiner Geschäfte mit individueller Mode, bunten, selbstgemachten Wohnaccessoires, hübschem Schmuck oder kulinarischen Spezialitäten. Beliebte Einkaufsstraßen sind z.B. die Herestraat oder die Folkingestraat, wo es verrückte Klamotten, Antiquitäten, Retrozeug, Dekoartikel und Schmuck (im „Beanies“ sogar zum Selbermachen) gibt.
Sehr zu empfehlen ist auch ein Besuch auf dem Vismarkt und seinen Märkten, die fast täglich stattfinden und auf denen man frischen Fisch und leckeren Käse kaufen (und auch probieren) kann. Auch auf dem Grote Markt gibt es Lebensmittel, für Souvenirjäger auch Holzschuhe & Co. zu kaufen.

Was und wo hab ich gegessen?
Typisch für Groningen – wie für ganz Holland – sind die so genannten Eetcafés: Kneipen, in denen auch Essen serviert wird. Davon gibt es vor allem im Zentrum fast an jeder Straßenecke welche. Unbedingt probieren sollte man die Spezialität der Stadt, die Groninger „Mosterdsoep“ (Senfsuppe), und Fischsnacks wie Kibbling (frittierter Fisch) oder „Niuewe Haring“ (Matjes). Wenn man nachts Hunger kriegt, kann man sich am Grote Markt oder Vismarkt Frikandeln und ähnliche Snacks aus Automaten ziehen – äußerst praktisch, wenn selbst die letzte Fressbude schon geschlossen hat.
Sehr zu empfehlen ist vor allem ein Besuch auf dem „Pannekoekship“ (in der Schuitendiep 1017), ein 43 Meter langes Restaurantschiff, auf dem über 100 verschiedene Pfannkuchensorten serviert werden. Man sollte aber vorher unbedingt reservieren, da die Plätze auf dem Schiff vor allem abends sehr begehrt sind.

Wo kann man feiern?
Als Studentenstadt bietet Groningen jede Menge Partymöglichkeiten. Vor allem in der Peperstraat und in der Oosterstraat reihen sich Kneipen und Clubs aneinander, zum Beispiel die urige Jazzbar „De Spieghel“ (in der Peperstraat 11) und der Club „Vera“ (in der Oosterstraat 44), in dem Parties mit Indie, Dance & Rock steigen und Konzerte und Filmvorführungen stattfinden. Auf jeden Fall einen Besuch wert ist das „De Drie Gezusters“ am Grote Markt 36/39 – die größte Kneipe Europas, die genau genommen aus mehreren zusammenhängenden Kneipen besteht und in der es 21 Theken gibt. Hier ist es supernostalgisch und gemütlich und man kann sowohl was essen als auch Bier oder Cocktails trinken.

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Beste Reisezeit:
Im Frühling und Sommer ist es natürlich am schönsten. Richtig viel los ist im August zu Semesterbeginn, wenn die „Kei Week“ stattfindet, eine Einführungswoche für neue Studenten mit vielen Veranstaltungen und Parties. Außerdem steigt im August auch das Noorderzon Kunstund Kulturfestival.

Anreise:
Mit der Deutschen Bahn über Leer schon ab 29 Euro (mit dem „Europa-Spezial Niederlande“), zu zweit schon ab 38 Euro.

Einreise:
Keine Anmerkungen, da EU.

Sprache:
Mit Deutsch und Englisch kommt man bestens aus.

Geld:
Nationale Währung ist der Euro. Vorher informieren, ob die eigene Bank in Holland eine Partnerbank hat, dann ist das Abheben von Bargeld kostenlos. Ob EC-Karten akzeptiert werden, hängt vom jeweiligen Laden ab. Kreditkarten werden in der Regel akzeptiert.

budgetthostels hier kommt ihr zur Homepage des Hostels

groningen und groningen-info geben reichlich Infos zur Stadt selbst

hanze alles rund um die Hanze Universität

regnen kann es überall, auch in Groningen, also eine Regenjacke oder einen Regenschirm einpacken

ein praktischer City-Rucksack bietet sich an, dieser muss nicht allzu groß sein, da Groningen eine kompakte „Fußmarsch-Größe“ hat

eine Kosmetiktasche für den täglichen Waschbedarf sollte man natürlich auch nicht vergessen

wer geräuschempfindlich ist, sollte sich auch Ohropax einpacken, da vor allem am Wochenende nachts viele Studenten in Feierlaune unterwegs sind.

Wo gibt’s Infos? Leider gibt es bisher noch keine Reiseführer speziell für Groningen, also habe ich mich vorher online informiert, siehe www.
In Groningen selbst kriegt man Infomaterial und Karten im Fremdenverkehrsbüro (im sog.VVV-Infoladen, am Grote Markt), dort gibt’s auch Tipps für Ausflüge in die Umgebung.

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