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Teaserbild: Als wilder Tourist in Usbekistan

Als wilder Tourist in Usbekistan

Als wilder Tourist in Usbekistan

Gestartet sind wir zu zweit im März 2011 in der Hauptstadt Tashkent. Von dort aus ging es mit dem Zug nach Samarkand, danach mit Sammeltaxis nach Shahrisabz, Buchara und Chiwa. Von Chiwa aus unternahmen wir einen Ausflug nach Karakalpakistan in die Ruinenstädte Qizil Qala und Ayas Qala. Die Rückreise erfolgte über Urgench mit dem Flugzeug – in Begleitung der Tashkenter Fußballmannschaft, die an dem Tag gerade ein „Spitzenspiel“ gegen Chiwa 3:1 gewonnen hatte. Die Strecke zwischen Urgench und Tashkent kann man auch mit einem Nachtzug überbrücken, der allerdings 19 Stunden unterwegs ist und nur dreimal die Woche fährt.

Warum Usbekistan

Wie so oft waren es Bilder, die das Reisefieber ausgelöst haben – vom Registan in Samarkand, von blauen Minaretten und Kuppeln in Chiwa und Buchara. Interessant macht das Land die Mischung aus islamischer Kultur, der Prägung durch die Seidenstraße und die ehemalige sowjetische Beeinflussung. Ein Grund sind aber auch die Usbeken selbst, die wir als sehr offen und freundlich erlebt haben, ohne dass es aufdringlich wurde.

 

Registan - Wahrzeichen von Samarkandunterwegs in BucharaIm Mausoleum von Tamerlan (Samarkand)

Was Sie schon immer über Usbekistan wissen wollten…

Kann man Usbekistan allein bereisen?

In Usbekistan trifft man allerorts auf deutsche, spanische, italienische Reisegruppen, die die drei Seidenstraßenstädte abarbeiten. Usbekistan ist auf Touristen also bestens vorbereitet. Man kann unproblematisch auch allein reisen – als „wilder Tourist“, wie man dann genannt wird. Es gibt in den Städten Hostels und Frühstückspensionen, die erschwinglich sind (10-20 Euro pro Doppelzimmer). Dort wurde uns auch weitergeholfen, wenn es um die Weiterreise mit dem Sammeltaxi, das Umtauschen von Geld oder andere Fragen ging. Einzig beim Abendessengehen  kann man als Einzeltourist ins Hintertreffen gelangen. Da die Usbeken selbst abends nicht essen gehen, sind die Tschajchanas, die traditionellen Teehäuser, dann geschlossen. Es gibt ein paar Restaurants für Touristen, die von den Gruppen überschwemmt werden und auch nicht unbedingt usbekisches Essen anbieten. Am besten, man isst im Hostel. Dabei gibt es kulinarische Höhepunkte zu entdecken, z. B. bei Shahrisabz Tour und Travel – ein kleines Hotel in Familienbetrieb mit bester Hausmannskost.

Markt in TashkentFrauen in TashkentAmir-TimurStatue in Tashkent

Muss man Russisch können?

Ja und nein. Um durch das Land zu kommen, den Transport zu organisieren, ein Zimmer zu buchen, reicht in der Regel Englisch. Allerdings – um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, reicht es nicht. Es war allerdings auch so immer ein großer Spaß, mit den fünf Worten Russisch, die seit der Schulzeit übrig geblieben sind, und mit Händen und Füßen ein Gespräch zu führen. Mit vertieften Kenntnissen der deutschen Bundesliga hätte man dagegen auch punkten können, denn viele Usbeken sind Kenner des deutschen und europäischen Fußballs und immer an einem Fachgespräch interessiert.

Ist Reisen in Usbekistan gefährlich?

Usbekistan wird faktisch diktatorisch regiert. Aufgrund eines vereitelten Anschlags auf den Präsidenten vor ein paar Jahren wurden die Sicherheitskontrollen verschärft. An allen öffentlichen Plätzen muss man sich an den Anblick von Uniformierten gewöhnen. Dadurch ist es im Land ruhig. Bei unseren Fahrten mussten wir an den zahlreichen Straßenkontrollen feststellen, dass unsere usbekischen Mitreisenden kontrolliert worden, wir als Touristen aber unbehelligt blieben. Ansonsten kann man unbedenklich reisen, da es fast keine Kriminalität gibt – und so fühlte es sich auch an. Den Geldgürtel kann man getrost zu Hause lassen. Ebenso haben wir es nicht erlebt, dass wir von den überall anwesenden Polizisten angehalten und unter Vorwand der Passkontrolle abgezockt wurden. Einmal mussten wir in der Tashkenter Metro unsere Taschen einer elektronischen Kontrolle unterziehen lassen. Dabei war es aber ganz offenbar völlig egal, ob die Tasche ein wildes Piepsen ausgelöst hat oder der Detektor ruhig blieb. Bei einer anderen Kontrolle sorgte mein abgelaufenes Visum für Verwirrung. Nach Hinweis, dass es sich dabei um das indische Visum handelt, hat mich der Beamte dann aber auch recht schnell mit einem Schmunzeln entlassen.

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