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Teaserbild: Seele baumeln lassen im Seenland

Seele baumeln lassen im Seenland

Seele baumeln lassen im SeenlandSeptember 2001: Diesmal war nicht der Weg, sondern tatsächlich das Ziel das Ziel. Da wir nur zwei Wochen Zeit hatten, bewegten wir uns schnellstmöglich (Flugzeug, Mietauto) in`s Saimaa-Seengebiet. Dort hatten wir, für jeweils eine Woche, eine Hütte + Kajak gemietet: Einmal ganz in der Nähe des Linnansaari Nationalparks und einmal mitten im Kolovesi Nationalpark. Weder auf den Kanutouren tagsüber noch am Abend vor der Hütte sahen wir andere Menschen: Seele baumeln lassen im Seenland.

Warum Finnland

Nach Finnland fährt man nicht, um Party zu machen. Auch wir wollten Ruhe und Abgeschiedenheit. Es war unser erster „stationärer“ Urlaub. Sicherheitshalber hatten wir einen Standort nicht zu weit entfernt von der russischen Grenze gewählt – im Falle extremer Langeweile ein Abstecher nach Sankt Petersburg vielleicht? Aber dann waren wir doch voll beschäftigt mit der Erkundung hunderter kleiner Inseln, Seen und Kanäle, mit Pilzund Beerensuche, mit Kaminfeuer entfachen und unterhalten, mit lesen und natürlich(!!!) mit saunen.

Hütte bei OraviBurg SavonlinnaIm Kolovesi Nationalpark

Was Sie schon immer über Finnland wissen wollten…

Womit schützt man sich gegen die Mücken?
In erster Linie mit der Wahl der günstigsten Reisezeit. Ich kann mich nicht erinnern, in diesen beiden Septemberwochen draußen noch Mücken erlebt zu haben. In den Hütten hatte die eine oder andere die ersten Nachtfröste überlebt, aber wir haben brav das Moskitonetz über`s Bett gehängt. Natürlich hatten wir auch die Droge zum Einbalsamieren der Haut dabei – gebraucht haben wir sie nicht.

Gibt es auch an den finnischen Seen sowas wie den Indian Summer und wenn ja, wann?
Das war vielleicht die einzige Enttäuschung dieser zwei Wochen: Wir hatten auf rote Blätter und Moose gehofft. Aber wir waren (für Südfinnland) einfach ein paar Tage zu zeitig da für die typischen Herbstfarben in den Wäldern. Etwas getröstet hat uns unser Hütten-Vermieter, Matti Siivonen: Er meinte in dieser Gegend müsste man schon Glück haben für einen richtigen „Indian Summer“. Meist vergehen zwischen Rotfärbung und Blätterfall nur wenige Tage. Die Winde werden im Oktober halt auch stärker.

Bannstrahl oder Erleuchtung?Rast an schmaler PassageHütte bei Oravi

Was für ein Boot ist günstig und welche Strecken kann man so am Tag paddeln?
Wir haben uns bewußt für ein Seekajak entschieden, auch wenn es manche stilvoller finden, im Canoe durch die Seenlandschaft zu gleiten. Erstens war klar, dass es vor allem im Linnansaari NP auch über relativ offenes Wasser (mit viel Wind) gehen würde und zweitens wollten wir unseren Aktionsradius nicht durch ein langsames Boot noch weiter einengen. Alle Vermieter haben aber beide Bootstypen im Angebot. Obwohl wir viele Erkundungsund Beerensammel-Pausen gemacht haben, waren wir jeden Tag so etwa 20km unterwegs. Manchmal kamen wir noch gerade so mit dem letzten Licht „nach Hause“.

Gibt es Stellen, an denen man Saimaa-Ringelrobben sehen kann?
Die Finnen erzählen den Touris immer, gerade gestern sei eine der berühmten Süßwasser-Robben (nicht nur am Baikal gibt es welche!) just hier aufgetaucht und eine Zeitlang mit einem Boot mitgeschwommen. Aber echt: That`s only a joke for the tourists.

Bekommt man vor Ort gute Karten der Seen?
Ja, und die sind auch bitter nötig. Wer nicht in der Lage ist, Kartenbilder richtig zu lesen und mit der Landschaft um ihn herum in Einklang zu bringen, der bekommt 100%ig Schwierigkeiten im Labyrinth der Seen und Inseln (vor allem im Linnansaari). Schön strukturierte Inseln auf der Karte sind beim tiefergelegten Blick aus dem Boot eben nur grüne Balken auf der Wasseroberfläche und wenn sie noch versetzt hintereinander liegen, sieht man auch den „Ausweg“ nicht. Perfekt ist es natürlich, wenn man neben Kartenlesen auch noch den Kompass beherrscht. Wir haben unsere Kartensammlung in einem Buchladen in Savonlinna aufgefüllt.

Sind die Hütten teuer?
Jein. Wenn man mit der Anzahl Personen dort übernachtet, die maximal möglich sind (die meisten Hütten sind für 6-8 Personen konzipiert), ist es eher eine preiswerte, allerdings recht enge Unterkunft. Wenn man aber, wie wir, nur nach der Lage der Hütte geht und zu zweit in eine dann komfortable 6-Mann-Baude einzieht, relativiert sich das. Wir haben etwas gespart, indem wir per mail direkt beim Eigentümer gebucht haben, statt über ein deutsches Reisebüro zu gehen.

Gibt`s in jeder Hütte eine Sauna?
Hundert Pro! Und das ist das beste an einem Finnland-Urlaub. Wenn man nach einem Paddeltag aus der Sauna in den See und von dort in seinen Ruhesessel fällt, dann ist man eins mit sich! Träge, entspannt und ausgeglichen. Kleine Saunaräume werden logischerweise schneller und besser heiß, was Heizund Wartezeiten spart und angenehmer ist. Aber Vorsicht: Nicht mit dem Hintern am Ofen anecken!

Gibt`s außer Wasser, Wald und Fels noch was zu sehen?
Die Orte sind eher unspektakulär. Schön ist die Burg in Savonlinna und vor allem für Ikonenliebhaber ist das Orthodoxe Kirchenmuseum in Kuopio ein Muß. Das Museum beherrbergt Ikonen, sakrale Gegenstände und liturgische Textilien vor allem aus den Klöstern Valamo und Konevitsa im Ladogasee, die seit 1944 nicht mehr auf finnischem, sondern auf russischen Territorium liegen.

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