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Teaserbild: Wandern und Paddeln im Kosovo und Nordalbanien

Wandern und Paddeln im Kosovo und Nordalbanien

Wandern und Paddeln im Kosovo und Nordalbanien

Angekommen in Pristina fuhren wir nach Peja am Fuß der westlich gelegenen Berge. Entlang der Rugovaschlucht trampten wir zum Ausgangspunkt unserer ersten 4-tages Kammwanderung entlang der montenegrischen und albanischen Grenze. Danach „verschluckten“ uns die einsamen Berge der albanischen Alpen im Grenzgebiet! Wir erlebten atemberaubende Natur, ohne die nächsten 4 Tage auch nur eine Menschenseele zu treffen. Überwiegend über 2000m Höhe befanden wir uns zwar oberhalb der Baumgrenze, glücklicherweise zur besten Erntezeit aber nicht oberhalb der Heidelbeergrenze 🙂 ! Ein rotes Paradies voller Heidelbeersträucher zog sich über die Berg/Weideflächen! Wir tauchen ein, wandern, genießen…! Den Streckenverlauf unsere Tour seht ihr hier!
Die zweite 4 Tages-Tour beginnt nachdem wir unsere in Rahovec deponierten Boote geholt haben: Packrafting auf dem Komanstausee und seinen Zuflüssen im albanischen Norden! Der Weg über die albanische Grenze ist kurz. Wir paddelten mit 2 Packrafts zu Viert entlang des türkis schimmernden fjordähnlichen Komanstausee bis zur auserwählten Stelle, wanderten und kletterten hoch in die Berge. Hier hieß das Abenteuer Navigation. Leider ist die Kartenabdeckung dieses Gebietes um Nordalbanien sehr schlecht… Uns diente lediglich eine alte „Russenkarte“ von 1965 sowie ein GPS-Gerät. Wir verbanden Reste traditioneller Wege mit natürlichen Geländegegebenheiten (Pässe und Kämme), um zum nächsten Zufluss zu kommen (2 Tage für 35km und 2500 Höhenmeter), dessen türkisfarbenes Wasser uns verzauberte und uns wieder zurück zum Koman „spülte“. Wir nahmen die Fähre zurück (für uns stoppte sie ausnahmsweise nicht an den unauffindbaren Pfaden in den Steilhängen des Ufers sondern mitten auf dem Stausee – vom Boot ins Boot). Genauer Streckenverlauf für Interessierte.

Warum der KOSOVO

Über das Dresdner Paddelforum wurden wir auf das Schüler-Hilfs-Projekt von SHL im Kosovo aufmerksam. Die Idee und das Konzept gefielen uns auf Anhieb. Die aktuellen Lebensbedingungen und der Alltag in diesem Land, das von ethnischen Konflikten geprägt ist und in dem ein allseits bekannter Krieg 10 Jahre zurück liegt, weckten unser Interesse. Im Vorfeld bestand außerdem schon eine geraume Zeit die Neugier auf die unberührte Natur der albanischen Alpen auf kosovarischer Seite. Bei einem früheren Urlaub in Nordalbanien im Frühjahr begeisterte bereits die Abgeschiedenheit und Schönheit des Gebietes, zu der Zeit allerdings im Schnee. Unserer Erfahrung nach lohnt es sich immer in ein Land zu fahren und es zu entdecken, wo sonst kein Tourist hinfährt! Dort lernt man in jedem Falle Ursprünglichkeit und Tradition kennen, sowie im besten Falle noch atemberaubende Natur!

im Sonnenuntergang zum Lagerplatzalbanische Selbstversorgerfamilieverlassene Siedlung in den Albanischen Alpen

Was Sie schon immer über den KOSOVO wissen wollten…

Ist es dort nicht gefährlich?
Aktuell ist die Sicherheitslage als stabil zu bezeichnen. Ohne vorherige Informationen und Recherche über die Entstehung und Vergangenheit dieses jungen Staates (unabhängig seit 2008) würde man nicht unbedingt mitbekommen was dort vor 10 Jahren geschah. KFOR und EU-Lex Polizei sieht man nur noch wenig. Eine eigene Polizeibehörde wurde erfolgreich aufgebaut und wird überwiegend nur noch bei ihrer Arbeit überwacht. Wir erfahren in Gesprächen mit der EU-Lex, dass größtenteils die Internationalen und die Jobs der Einheimischen aus der EU-Kasse den derzeit wichtigsten wirtschaftlichen Faktor im Lande ausmachen.
Einzig und allein in die nördliche Region um Mitrovica an der serbischen Grenze soll man laut Empfehlungen spärlich existierender Reiseführer und stationierten EU-Lex Polizisten sowie Auswärtigem Amt etc. nicht reisen, da die ethnischen Konflikte dort noch etwas gewaltbereit „schwelen“. Umfangreiche Spezialeinheiten haben das gesamte Land entmint, es gilt als praktisch minenfrei.

Sind Touristen willkommen?
Wir sind sehr herzlich willkommen worden! Die Kosovaren zeigten sich begeistert und sehr interessiert an unseren Reiseplänen! Fast Alle sprachen etwas deutsch, viele sogar sehr gut! Sehr viele Kosovo-Albaner verbrachten entweder als Flüchtling oder auch in den letzten Jahren als Wirtschaftsmigrant eine Zeit in Deutschland und kennen sich somit in Geographie und Struktur unserer Heimat gut aus.
Oft war es den Einheimischen wichtig, eine Art „Nacheiferung/ Bewunderung“ für Deutschland auszudrücken. Als außerordentlich angenehm haben wir zudem die hohe Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft empfunden! Ob zu einem kurzen Kaffee daheim bei der Familie oder aber beim reichhaltigen Frühstück, konnten wir länger andauernde Familienaufenthalte gerade noch verhindern. Touristen sind im Kosovo nicht an der Tagesordnung und daher weckt man zwar schnell Interesse, wird aber nicht kommerziell „abgeschöpft“. Wir übernachteten überwiegend im Zelt, außer in Prizren im äußerst preisgünstigem Hotel. Übernachtungsmöglichkeiten sind kommerziell sicher nicht in jedem Städtchen zu finden, sicherlich aber private, einfache Unterkünfte für einen Obolus.

Kammwandern im Grenzgebiet vom Kosovo zu Albanien und MontenegroPrizrenBergdorfPackrafting am Shaladie Mehrzahl von Milka sind hier MüllküheBergsee in den Albanischen Alpen

Auf was muss man achten?
Überwiegende Religion im Kosovo stellt der Islam dar. Als einziges Land im Balkan stellt der Kosovo neben allen christlich-orthodoxen Nachbarländern in Bezug auf seine Religion eine Insel dar. Der Islam wird allerdings wenig streng praktiziert. Bei einer Verteilung von 95% (Kosovo-Albaner) stellen die Serben mit ihrer christlich-orthodoxen Kirche eher eine Minderheit dar. Einige Städte sind immer noch ethnisch geteilt in serbischen und albanischen Stadtteil, das alltägliche Leben ist dort auch gekoppelt mit 2 unterschiedlichen Sprachen.
Vorsicht ist geboten bei der Auswahl der jeweiligen Sprache (Serbisch/Albanisch), da man den Argwohn der jeweilig falsch angesprochenen Person auf sich ziehen kann. Im Kosovo gibt es außerdem kaum Straßennamen oder Adressen, üblich sind eher Beschreibungen des Weges.

Was gibt es zu Sehen im Kosovo?
Ungefähr so groß wie ein deutsches Bundesland kann man den Kosovo in eine trockene und wenig anziehende Ebene teilen, durch die man vorbei an neuen Ziegelbauten (kaum ein Haus wirkt älter als 10 Jahre, teilweise finden sich unglaublich unpassende Glasfronten im Nirgendwo) hin zu den eher anziehenden Berggebieten im Westen und Süden des Landes fahren kann. Dauerausblick hat man dabei leider auf unendliche Müllhaufen an den Straßenrändern. Das Südliche Berggebiet gilt als regionale bis überregionale Wintersportdestination, das westliche Bergebiet hat es uns mit seiner atemberaubenden Lieblichkeit und seinen weichen Kammlandschaften besonders angetan.
Sehr sehenswert ist die Stadt Prizren im Süden des Kosovo. Sie gleicht mit ihrer ethnischen Vielfalt in friedlichem Zusammenleben einem zweiten Jerusalem. Vom Krieg überwiegend verschont, hat dieser Ort historische Architektur zu bieten und strahlt städtisches, fast schon westliches Flair aus. Wir genossen dort den Kontrast zu den einsamen Tagen in der Bergwelt, testeten die unzählig angebotenen Kulinaria (die Küche des Kosovo sei an dieser Stelle ausgiebig gelobt!!!) und ließen die äußerst verschiedenartig wirkenden Menschen und Kulturen auf uns einströmen.

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