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Dschungel, Höhlen, wilde Flüsse

Dschungel, Höhlen, wilde FlüsseFebruar 2002 – Das Ziel heisst diesmal Nord Laos. Weitere Pläne: Keine! Die wären nur Stress, weil es eh anders kommt. Es lockten Karstlandschaften, Flüsse, Höhlen, angenehme Temperaturen und jede Menge Grün. Zur Steckenbewältigung nutzte ich Züge (nur Thailand – Laos hat kein Bahnnetz), Busse, Boote, Fahrrad sowie natürlich Tuk Tuk’s und die lustigen Motorbüffel.

Stationen: Bangkok – Sukothai – Chiang Mai – Chiang Khong – Huay Xai – Pakbeng – Muang Xai – Nong Khiaw – Luang Prabang – Vang Vieng – Vientiane – Nong Khai – Bangkok

Warum Laos

Es ist buddhistisch, war bis 1991 kommunistisch, ist heute demokratisch und hat seine Grenzen erst seit knapp 10 Jahren für Touristen geöffnet. Seit dem Vietnam Krieg hält es den traurigen Rekord, zu den meist bebomten Regionen dieser Erde zu gehören. Laos zählt unheimlich viele Flüsse, von denen die meisten Nebenarme des Mekong sind und es ist für asiatische Verhältnisse mit knapp 5 Mio. Einwohnern extrem dünn besiedelt. Üppige Vegetation und die einzigartigen Kalksteinformationen waren für mich weitere Gründe das kleine Land, bei dessen Namen jeder zweite fragt:“Wo ist das eigentlich?“, zu erkunden.

Luang PrabangGrün, ja grün und 1000 Höhlen: Nong KhianDie blaue Lagune - Vang Vieng

Was Sie schon immer über Laos wissen wollten…

Ist das Land sicher zu bereisen?
Seit 5 – 6 Jahren gibt es keine grösseren Vorkommnisse seitens der Rebellengruppen. Die Regierung hat die Sache unter Kontrolle gebracht und mir ist auf dem gesamten Trip nichts dergleichen zu Ohren gekommen. Der Hauptpfad für Touris von Norden entlang des Mekong über Luang Prabang nach Vientiane ist völlig bedenkenlos zu bereisen. Fern dieser Route verebbt die eh schon spärliche touristische Infrastruktur gänzlich, was allerdings nicht bedeutet, dass mir da in irgendeiner Form „gefährliche“ Situationen begegnet sind.

Wie sind denn die Temperaturen?
März bzw. April sind die beiden letzten Monate der Trockenzeit. Dies bedingt, je mehr man aus dem bergigen Norden in den Süden des Landes vordringt, Temperaturen um die 30 Grad Celsius. Im Norden von Laos ist es jedoch sehr angenehm. Es kommt darauf an, in welcher Höhenlage man sich befindet. Weiter oben kann es dann nachts, selbst in dieser Jahreszeit, auch mal empfindlich kühl werden. Doch kann man sich insgesamt nicht höher als 2850 Meter (der Gipfel des Phu Bia) erheben. Was am Ende der Trockenzeit etwas den Himmel vertrübt und sich mancherorts auf die Lunge schlägt, ist die grossflächige Brandrodung der Felder.

Dorf auf dem Weg nach Nuang XaiEr zähmt den Motorbüffel ohne Lenkung!Luang Prabang

Wo übernachten?
Wie in den meisten asiatischen Ländern wird auch in Laos Gastfreundschaft ganz gross geschrieben. Übernachten bei Familien ist in Regionen, die eventuell nur einmal im Jahr einen Westler zu sehen bekommen, unproblematisch. Sobald ein Ort mehr und mehr zum beliebten Reiseziel wird, gibt es auch kleine guesthouses und Restaurants. Diese betreiben meist auch Familien, die einen Teil ihres Hauses zur Pension umbauen und ein paar Stühle und Tische vor die Küche stellen, um Reisende zu bewirten. Die Ausstattung ist sehr einfach. Man nutzt die Einrichtung der Familie mit. Hotels gibt es ausschließlich in Städten oder Orten die touristisch inzwischen schon erschlossen sind (z.B. Luang Prabang und Vientiane).

Wie kommt man im Land voran?
Sich in Laos mit öffentlichen Transportmitteln zu bewegen, verlangt nicht nur gutes Sitzfleisch und die Unbekanntheit der Reiseübelkeit, sondern auch massig Geduld. Nicht selten braucht man in den Bergregionen für 150 km 6 Stunden per Bus. Wenn ein „falang“ nach Busabfahrtszeiten fragt, wird er in der Regel immer 3 Stunden vor der wirklichen Abfahrt zur Busstation bestellt. Es wird immer gewartet bis der Bus restlos voll ist, vorher geht es nicht los. Laos hat mehr Flüsse als betonierte Strassen. Das angenehmste waren für mich somit SlowBootfahrten. Die Preise sind, mit europäischen verglichen, sehr niedrig, doch kann man das auch nicht wirklich ins Verhältnis setzen. Für Kurzstecken gibt es x Varianten des beliebten Dreirad Tuk Tuk.

Was sollte man auf keinen Fall verpassen?
Der Norden von Laos ist durch schroffe, aber von Dschungel begrünten Karstlandschaften geprägt. In den Kalksteinformationen findet man unendlich viele Höhlen. Es ist ein wahres Paradies für Höhlenkletterer. Die unglaublichsten Formen hat das Wasser aus dem Kalk geschliffen und somit Berge völlig ausgehöhlt, so das man in manchen Höhlen bis zu 4 km hinein laufen kann um dann am anderen Ende des Berges aus einem kleinen Loch wieder ans Tageslicht zu kriechen. In Vang Vieng lockte mich dann der Nam Song Fluss, eine Kajaktour zu machen. Der Wasserstand der Flüsse war schon recht niedrig. Dennoch zwang das Wildwasser mein Kajak und mich zu einigen Tauchgängen, doch ohne die wäre es auch nur halb so lustig gewesen. Vang Vieng ist ein guter Ausgangspunkt für dererlei Aktivitäten. Im Ort gibt es schon einige Angebote die wunderschöne umliegende Landschaft zu erkunden. So kann man neben Kajaking Fahrräder ausleihen, trekken, Höhlen besuchen oder einfach in die nächst gelegenen Dörfer wandern und die blaue Lagune entdecken. Seit kurzer Zeit werden auch Klettertouren angeboten. Wasserfälle sind ebenfalls reizvolle Ausflugsziele.

Für Kultur interessierte gibt es besonders in Luang Prabang und Vientiane ein Überangebot an herrlichster Tempelarchitektur. Jede noch so kleine Höhle beherbergt einen meditierenden Buddha, und man findet auch in den meist hölzernen Tempelanlagen der Städte ruhige, teilweise mystisch anmutende Plätze zum verweilen. Eine besondere Attraktion für Frühaufsteher in Luang Prabang ist der alltäglich Almosengang der Mönche, die früh um 6 in Scharen mit ihren Bettelschalen durch die Stadt ziehen.

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