Dein Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: KIBO via MACHAME

KIBO via MACHAME

KIBO via MACHAME

Nach mehreren erfolgreichen Gipfel-Besteigungen in den Jahren 2010 und 2011 hatte ich im Februar 2012 die Möglichkeit, den Kilimanjaro über die Machame-Route anzugehen. Ein vor allem landschaftlich unvergleichliches Erlebnis!

Warum Tansania

Seit Jahrhunderten begeistert und fasziniert der Kilimanjaro Menschen aus aller Welt; Tausende Bergsportler versuchen seit über 100 Jahren seinen Gipfel zu erreichen! Deutschlands ehemals höchster Berg, die „Kaiser-Wilhelm-Spitze“, ist heutzutage nicht nur ein beeindruckendes Symbol für die einzigartige Natur Ostafrikas und im Besonderen Tansanias, sondern bietet mit dem Uhuru Peak (5895m) den höchsten Gipfel Afrikas und gleichsam den höchsten frei stehenden Berg der Welt. Seit 1977 ist die Natur des Kilimanjaro in einem Nationalpark geschützt; seit 1987 zählt er zum UNESCO-Weltnaturerbe! Trotz schwindender Gletscher-Bedeckung ist der Kilimanjaro nach wie vor ein einfach schöner Berg, der den Gipfelstürmern dennoch einiges abverlangt.

Mawenzi bei SonnenaufgangShira Camp (3850m)dem Himmel und dem Gipfel so nah

Was ist das Besondere an der MACHAME-Route?

Allgemein:
Die meisten Besucher des Kilimanjaro wählen für ihren Aufstieg die Marangu-Route (sog. „Coca-Cola-Route“), die sicherlich unter all den schweren Aufstiegsrouten die leichteste darstellt. Dies hat vor allen Dingen mit dem guten Zustand der Wege und der Übernachtungsmöglichkeit in verschiedenen Hütten zu tun. Ein Nachteil dieser Route ist die fehlende, separat verlaufende Abstiegsroute.
Immerhin rund 30-40% der Gipfelstürmer entscheiden sich heutzutage schon für die Machame-Route (sog. „Whisky-Route“). Diese reine Zelt-Route biete auf ihren insgesamt 63km unglaublich schöne landschaftliche Eindrücke. Allerdings ist die Route konditionell recht anspruchsvoll und verlangt dem Besucher durch kurze Kletterpassagen am 3. und besonders am 4. Tag (Great Barranco Wall) auch Konzentration und Trittsicherheit ab.

Ablauf der Machame-Route:
1. Tag: Machame Gate (1800m) – Machame Camp (3000):
(Gehzeit ca. 6h; 9km; 1200m↑) Am Morgen geht es mit einem Kleinbus vom Hotel (in Moshi oder Arusha) aus zum Machame Gate, welches sich am Fuße des Kilimanjaro-Massivs befindet. Spätestens an diesem Gate trifft man auf die erfahrene Hilfs-Crew – bestehend aus Guide, Koch und etlichen Trägern! Ohne diese Helfer wäre eine erfolgreiche Besteigung des Berges undenkbar! Während ihr Hauptgepäck (max. 12kg), das Essen und die Ausrüstung (Zelte etc.) auf die einzelnen Träger verteilt werden, widmet man sich den offiziellen Verpflichtungen, d.h. der Anmeldung im Nationalpark. Den oftmals leicht unübersichtlichen Verhältnissen am Gate sollte man mit Ruhe und Gelassenheit reagieren!
Genauso ruhig und entspannt sollte man die erste Etappe angehen („Pole, Pole!“), die zunächst durch tropischen Regenwald führt. Kurz vor Erreichen des Machame Camps lockert sich der Wald auf und man betritt die nächste Vegetationsstufe des Heide- und Moorlandes.

2. Tag: Machame Camp (3000) – Shira Camp (3840m):
(Gehzeit ca. 5-6h; 7km; 850m↑) Der 2. Tag stellt sicherlich einen der „leichtesten“ Tage auf der gesamten Tour dar: durch offenes Heide- und Moorland mit herrlichen, farnverhangenen Erica-Bäumen und den ersten Riesenkreuzkräutern (Senecio kilimanjari) geht es stetig bergan, garniert mit einigen felsigen und sehr steilen Passagen. Die relativ frühe Ankunft am Shira Camp kann man nutzen, um sich zu erholen, den Blick auf den gegenüberliegenden Mount Meru (4566m) zu genießen oder am Nachmittag noch einmal übers Shira Plateau vom neuen Shira Camp zum Shira Camp 2 zu wandern (hin und zurück: ca. 1,5h).

Mawenzi bei Sonnenaufgangam Ziel: Uhuru Peak (5895m)Barafu Camp (4640m)Shira Camp (3850m)Barranco Camp (3960m)Blick hinauf zum Kibo

3. Tag: Shira Camp (3840m) – Barranco Camp (3960m):
(Gehzeit ca. 7h; 10km; 900m↑; 800m↓) Das heutige Streckenprofil begünstigt die Akklimatisation: erste steilere Steigungen führen am Vormittag bis auf ca. 4400m. Am markanten Lava-Tower wird das Mittagessen in Form eines Lunch-Paketes eingenommen. Hier oben wird die Luft spürbar dünner und auch die Vegetation ist nur noch spärlich! Lava-Sande und Felsen herrschen in dieser (afro-)alpinen Wüste vor! Vom Lava-Tower gibt es einen direkten, d.h. einen Kletter-Zugang über die Western Breach zum Gipfel! Wir steigen hier allerdings erst einmal wieder ab, hinunter ins wunderschöne Barranco-Tal. Die Steinwüste wird so langsam wieder grüner und belebter: großartige Formationen der bis zu 10m hohen Riesenkreuzkräuter erwachsen aus der Graslandschaft. Nach ca. 7 Stunden ist das Barranco Camp erreicht, eingebettet in einen Talkessel, der im Osten von der Great Barranco (bzw. „Breakfast“) Wall begrenzt wird. Am späten Nachmittag erstrahlt über einem der Kibo – nur ca. 4km Luftlinie entfernt!

4. Tag: Barranco Camp (3960m) – Barafu Camp (4640m):
(Gehzeit ca. 7-8h; 8km; 850m↑; 200m↓) Direkt nach dem Frühstück erwartet einen die Great Barranco (bzw. „Breakfast“) Wall, die es zu erklettern gilt. 1-1,5 Stunden geht es über Felsen und Felsvorsprünge! Da man dabei beide Hände benötigt, sollten die ansonsten sehr sinnvollen Trekking-Stöcke erst einmal im Rucksack bleiben. Hat man die steilen Passagen der Great Barranco Wall überwunden, wartet ein karges, steiniges Plateau mit atemberaubendem Ausblick auf den Kibo. Nirgendwo sonst kann man die 3 Südgletscher des Kibo – Heim-, Kersten- und Decken-Gletscher, besser und so hautnah erleben wie an dieser Stelle. Weitere 2-3 Stunden geht es mal bergauf, mal bergab bis zum Karranga Camp (4250m), wo ein wohlverdientes, warmes Mittagessen wartet. Nach einer kurzen Erholungsphase steht am Nachmittag der Aufstieg zum Barafu Camp (4640m) an. Die z.T. recht steilen Passagen verlangen dem Körper viel ab; das Atmen fällt schwerer und die uns umgebende Landschaft wird immer lebensfeindlicher und karger. Im Barafu Camp angekommen, hat man sich eine kurze Regenerationsphase verdient! Danach sollte man sich und sein Material schon auf die bevorstehende Gipfelnacht vorbereiten. Mittlerweile gehen immer mehr Bergsteiger dazu über, den Aufstieg zum Barafu Camp auf 2 Tage zu verteilen. Bei dieser Option verläuft der 1. Tag nur bis zum Karranga Camp und am nächsten Tag dann hoch bis zum Barafu Camp. Die 2-Tages-Variante spart Kraft und dient einer besseren Akklimatisierung!

5. Tag: Barafu Camp (4640m) – Uhuru Peak (5895m) – Barafu Camp (4640m) – Mweka Camp (3080m):
(Gehzeit ca. 14-16h; 19km; 1300m↑; 2800m↓) Nach wenigen, fast schlaflosen Stunden im Zelt beginnt der Gipfelsturm nach einer heißen Tasse Tee und einem kurzen Snack gegen Mitternacht. Das Hauptgepäck verbleibt bis zur Rückkehr am späten Vormittag im Zelt! Einen Großteil der Kleidungsstücke trägt man jedoch eh, um sich vor der klirrenden Kälte der Nacht (oftmals -10°C) zu schützen. Stirnlampe an Stirnlampe geht es unendlich langsam und unendlich mühsam über unzählige Serpentinen ca. 6-7 Stunden hinauf zum Stella Point (5745m). Hier am Kraterrand des Kibo erblickt man bei aufgehender Sonne zum ersten Mal das gesamte Ausmaß der Gipfelregion mit ihren massiven, wunderschönen Gletschern. Vom Stella Point ist es noch ca. 1 Stunden bis zum eigentlichen Gipfel, dem Uhuru Peak auf 5895 Metern. Der höchste Punkt Afrikas ist erreicht und eingebettet in ein wohliges Glücksgefühl genießt man den Augenblick, die Umgebung und die Ausblicke. Viele erfolgreiche Gipfelstürmer erleben den Abstieg danach wie in Trance! Zum Mittagessen finden sich alle Gruppenmitglieder wieder im Barafu Camp ein, von wo aus es nach einer kurzen Mittagsrast noch einmal 2-3 Stunden bis zum Mweka Camp (3080m) sind. Die Umgebung wird deutlich grüner und lieblicher; das Auge freut sich, während der Rest des Körpers schmerzt. Linderung verschafft da ein kühles „Kilimanjaro“ im Millenium oder Mweka Camp!

6. Tag: Mweka Camp (3080m) – Mweka Gate (1680m):
(Gehzeit ca. 3-4h; 10km; 1400m↓) Der letzte Tag steht ganz im Zeichen des Abschiedes! Mit schmerzenden Beinen schleppt man sich zum letzten gemeinsamen Frühstück, nach dem die obligatorische Trinkgeld-Übergabe an das uns begleitende Team aus Guides, Köchen und Trägern stattfindet. Ohne die beachtliche Hilfe der einheimischen Mannschaft wäre eine Besteigung dieses Berges undenkbar und unmöglich! Die abschließende Wanderung zum Mweka Gate verläuft über angenehme Waldwege durch immergrünen tropischen Regenwald! Auch die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit scheinen mit jedem Meter zuzunehmen. Am Gate angekommen, wartet schon der Bus zurück zum Hotel! Vorher gibt es noch die obligatorischen Gipfel-Urkunden und ein kühles, letztes, gemeinsames Bier! Es ist vollbracht!

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