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Teaserbild: Dreimal Akkajaure oder der Versuch den Akkajaure zu paddeln

Dreimal Akkajaure oder der Versuch den Akkajaure zu paddeln

Dreimal Akkajaure oder der Versuch den Akkajaure zu paddeln

Seit Jahren befahren wir die großen Seen in Norwegen, Schweden und Finnland mit unserem Ally Faltkanadier. Im Sommer 2010 haben wir den Akkajaure befahren. Dies war bereits der dritte Versuch, eine Kanutour auf dem See zu unternehmen. Die Versuche in den Jahren 2008 und 2009 scheiterten. Der Akkajaure ist einer der schönsten Seen.

Warum Schweden

Der Akkajure gehört zu den großen lappländischen Seen. Er ist ungefähr 60 Kilometer lang, die maximale Breite bei Ritsem beträgt ca. 8 Kilometer  – sonst liegt die Breite bei 4-5 Kilometern. Seine Wasseroberfläche variiert zwischen 94 und 242 km², der Wasserstand zwischen 423 und 453 Meter ü. NN. ; die mittlere Tiefe beträgt 30 Meter, die größte bei Höchststand 92 Meter.
Mit der Bergkulisse des Sarek, mit seinen von schnee- und gletscherbedeckten Bergen, gehört der Akkajaure zu den schönsten und beeindruckensten Seen in Lappland. Die Zahlen des Sarek mit 200 Gipfeln über 1800 Meter, sechs der höchsten Berge Schwedens und 100 Gletschern sprechen schon für sich.
Das Ritsem gegenüberliegende Akkamassiv dominiert den ganzen Akkajaure. Das Akkamassiv besteht aus einer ganzen Reihe von Gipfeln. Der Stortoppen mit einer Höhe von 2015 Metern, der höchste Berg des Massivs. Danach folgen der Borgtoppen mit 1963 Metern.und mit 1916 Metern ein namenloser Gipfel und der vierthöchste der Dubbeltoppen mit 1830 Metern.

Die Storlule liegt auf dem TrockenemDer Akkajaure mit Blick auf das AkkamassivIdylle

Was Sie schon immer über diese drei PADDELVERSUCHE wissen wollten…

Der erste Versuch
Im Jahr 2008 unternahmen wir den ersten Versuch, den Akkajaure zu paddeln. Das Wetter war gut – kaum Wolken – ideales Paddelwetter. Je näher wir dem Akkajaure kamen, desto mehr nahm aber der Wind zu. Das letzte Stück der Straße von der Staumauer bis Ritsem war nur ein einziges „Ah“ und „Oh“. Bei Traumwetter diese Landschaft das erste Mal zu erleben ist ein umwerfendes Erlebnis. Nach diversen Fotostopps kamen wir in Ritsem an.
In Ritsem gibt es einen Hafen der durch eine Mole geschützt ist. Der Hafen ist ein idealer Einsatzpunkt, da man mit dem Auto direkt bis an die Wasserlinie fahren kann. Ja, da standen wir jetzt am Ufer des Akkajaure. Nur der Wind. Der See war ganz schön weiß von den Schaumkronen. Ausgerechnet in Ritsem ist der Akkajaure mehr als 8 Kilometer breit. Gegenüber von Ritsem befindet sich das 2000 Meter hohe Akkamassiv.
So baut sich in der Bucht von Ritsem eine entsprechende Welle auf. Die Wellenhöhe war jenseits der Ein-Meter-Marke. Also entscheiden wir uns erst einmal zu warten. Vielleicht lässt der Wind ja doch noch nach. Am nächsten Morgen war es mit dem Wind immer noch nicht besser. An unserem Übernachtungsplatz waren die Wellen aber nicht ganz so hoch. Vielleicht sollten wir es doch wagen? Also haben wir die gesamte Ausrüstung ins Auto gepackt und sind nach Ritsem gefahren. Dort waren aber wieder Wellen deutlich über einem Meter. Vorher hatten wir bereits eine Kanutour auf dem Tjaktajaure gemacht.
Eines Abends hatten wir am Strand Bärenbesuch. Zum Glück ließ sich der Bär schnell verscheuchen. Unsere Vorräte und die Ausrüstung hat er nicht in der Nacht heimgesucht. Das Abenteuer mit dem Bären hatten wir also heil überstanden. Wir wollten das Schicksal aber nicht ein zweites Mal herausfordern.
Bei starkem Wind Kopf und Kragen auf dem Akkjaure riskieren? Bei Windstärke 5 auf dem Akkajaure durchgeschüttelt zu werden, wollten wir dann doch nicht riskieren. Zunächst enttäuscht sind wird dann weiter Richtung Süden gefahren, mit dem festen Vorsatz im nächsten Jahr einen weiteren Versuch zu starten. Auf dem Tjeggelvas haben wir eine sehr schöne Paddeltour gemacht.

Der zweite Versuch
Den zweiten Versuch unternahmen wir im darauffolgenden Jahr 2009. Mit dem Wetter hatten wir schon mal Glück: Strahlender Sonnenschein und nur wenig Wind! Einer Paddeltour stand also nichts mehr im Weg?! Auf eine Kanutour auf dem Akkajaure hatten wir uns schon das ganze Jahr gefreut. Dann kam aber das böse Erwachen! Wir fuhren über die Staumauer und der See war einfach weg. Na ja, nicht weg, aber das Wasser war fast bis an den Fuß der Staumauer abgelassen. Wie wir später erfuhren hatte Vattenfall wegen Wartungsarbeiten an der Staumauer das Wasser abgelassen. Das Niveau war ca. 30-40 Meter unter dem normalen Wasserstand. Das war ein richtiger Schock!!! Der Akkajaure war aber ein trauriger Anblick.
Die Landschaft sah aus wie nach einem Bombenangriff. Ein Großteil des Sees hatte sich in eine riesige Stein- und Geröllwüste verwandelt. Der verbliebene Rest war matschig und schlammig. Und Nun? Also die Tour ein weiteres Jahr verschieben? Ja! Der See muss einfach gepaddelt werden. Eine Übernachtung wäre ein verlorener Urlaubstag gewesen. Als Alternative machten wir dann eine Kanutour auf dem Torneträsk.
Der Torneträsk gehört zu den wenigen natürlichen Seen in Schweden. Die stets schneebedeckten, bis zu 1800 Meter hohen Gipfel, bilden eine gewaltige Bergkulisse zu der auch das markante „Tor von Abisko“ gehört. Der Torneträsk hat sich als gleichwertige Alternative erwiesen.

Statt Wasser Autos im Ritsemer HafenbeckenLagerplatz Rautoluokta und Blick auf den südlichen  AkkajaureBlick auf den Akkajaure vom Hafen in Ritsem

Auf ein Neues – der dritte Versuch
Auch beim dritten Versuch im Sommer 2010 war das Wetter gut. Je näher wir dem Akkjaure kamen, desto besser wurde das Wetter. Dafür nahm aber der „Scheißwind“ auch immer mehr zu je näher wir Ritsem kamen. Dann der große Moment. Wir fuhren über die Staumauer und – es war Wasser drin. Zwar fehlten immer noch ca. 5-10 Meter auf den höchsten Wasserstand, aber das sah schon ganz gut aus. In Ritsem war aber – wie schon befürchtet – eine „gute“ Welle. Der See war teilweise weiß – die Wellen über 1 Meter Höhe. Es war schätzungsweise Windstärke 5. Für den ersten Paddeltag im Urlaub war uns das ein wenig viel Welle.
Da wir ja mittlerweile die Örtlichkeiten kannten, fuhren wir ein „Frust“-Eis essen. Auf dem hässlichen Campingplatz kauften wir zwei Eis und beschlossen ein Tag zu warten. Am nächsten Tag hatte der Wind sich ein wenig gelegt. Wir hatten uns vorgenommen, nicht eher weg vom Akkajaure fort zu fahren bis wir hier gepaddelt sind. Also los geht’s!
Schnell das Zelt abbauen und ab zum Hafen von Ritsem. Mit dem Auto kann man direkt bis an die Wasserlinie fahren. Sichere Parkplätze sind dort mehr als genug vorhanden. In Ritsem haben wir die gesamte Ausrüstung ausgepackt. Soweit die Ausrüstung noch nicht in Packsäcken verstaut war, werden die letzten Ausrüstungsgegenstände wasserfest verpackt. Nachdem der Ally-Faltkanadier (Tour 16,5) zusammengebaut ist, kann mit dem Beladen begonnen werden. Als Schutz vor Wind und kalten Wasser trugen wir unsere Kwark Aquashell-Bekleidung. Nach gut zwei Stunden Packerei ist es soweit. Der Akkjaure kann endlich erobert werden!
Gegen Mittag stechen wir in See. Wir fahren aus der Hafenmole in die Bucht von Ritsem. Weiter geht es nun Kurs Nord-West zum Ende des Akkajaure. Nach ca. 1 Kilometer erreichen wird das Ende der Bucht von Ritsem. Die Tour hatte ich als Rundtour geplant. Mit der Garmin Mapsource-Software hatte ich die Routen bereits im Hause vorbereitet und auf mein Garmin übertragen. Der Akkajaure sollte nur einmal – möglichst an der schmalsten Stelle – gequert werden. Bei dem See ist das nicht ganz ungefährlich. Schnell gibt es hier heftigen Wind mit entsprechender Welle. Den Wind hatten wir nun leicht im Rücken – er nahm immer mehr ab und der Akkajaure beruhigte sich weiter. Wer weiß, wie das Wetter in einigen Tagen ist?
Lieber jetzt den See queren bei (Windstärke 2-3) als nachher auf einer Insel festzusitzen. Im See liegen einige Inseln und Halbinseln auf denen man zur Not anlanden kann. Hinter der Bucht von Ritsem ist der See „nur“ noch 3-4 Kilometer breit. Also nutzen wir die günstige Gelegenheit so schnell wie möglich den Akkajaure zu queren. Das hat sich auch später als die richtige Entscheidung herausgestellt. Der See hatte noch nicht den höchsten Wasserstand erreicht. Es fehlten 5-10 Meter bis zum Flutsaum. Bei Stauseen ist das meistens von Vorteil. Durch den niedrigeren Wasserstand erschließen sich für den Paddler häufig breite Strände mit guten Anlande- und Übernachtungsmöglichkeiten. Wäre der See komplett gefüllt, stünden wesentlich weniger Lagerplätze zur Verfügung. Auf der rechten Seeseite ab Ritsem dürfte es bei hohem Wasserstand schwierig sein Anlandeplätze zu finden. Das Ufer ist stellenweise steil und verblockt. Die großen Felsbrocken haben teilweise Hausgröße.
Am Nachmittag fanden wir dann einen geeigneten Übernachtungsplatz. In einer Bucht lag ein Ministrand an dem man bequem anlegen konnte. Einziger Nachteil: der Zeltplatz lag ca. 100 Meter von der Anlegestelle entfernt. Die gesamte Ausrüstung mussten wir einen steilen Hang hinauf- bzw. herabklettern. Mit einem ca. 40 Kilo schweren Kanurucksack kommt da Freude auf. Nach mehrmaligem Geschleppe waren wir ein gefundenes Fressen für die Mücken. Als Entschädigung gab es ein herrliches Panorama auf das Akkamassiv. Danach ging es erst mal an den Zeltaufbau.
Das Helsport Fjellheimen Double ist schnell aufgebaut und eingerichtet. Am späten Nachmittag schlief dann der Wind ein. Der Wind war weg und dafür die Mücken und Knots zurückgekehrt. Die Mückenjacken hatte ich leider im Auto gelassen (mache ich nie wieder!). Es war noch warm, trotzdem habe ich meine mückendichten Klamotten angezogen. Lieber schwitzen als zerstochen. Nach dem abendlichen Mahl erforschten wir erst mal „unsere“ Halbinsel. Am Abend in der Dämmerung sahen wir in ca. 150 Meter eine Elchkuh mit Nachwuchs grasen. Fürs Fernglas reichte die Beleuchtung noch gerade aus – für ein Foto war es aber schon zu dunkel.
Frühstücken, Zelt abbauen, die Ausrüstung in den Packsäcken verstauen und alles im Boot befestigen, dauert gut drei Stunden. Am nächsten Morgen durften wir die gesamte Ausrüstung den Hang hinunter schleppen. Im Laufe des Vormittags nahm der Wind immer mehr zu. Diesmal war es aber der „gute“ Wind – er blies uns kräftig in den Rücken und beschleunigte uns mächtig. Die Wellen wurden aber auch immer höher. Am Mittag dürften es wieder so Windstärke 4+ gewesen sein. An dem Tag haben wir ordentlich Kilometer gemacht und sind fast bis zum Ende des Akkajaure gekommen. Der Akkajaure ist dort deutlich schmaler und diverse Inseln und Halbinsel bieten Schutz vor Wind und Wellen. Nach einiger Sucherei wurden wir dann fündig. Auf einer größeren Insel fanden wir einen Platz wo wir ein wenig Windschatten für das Zelt fanden.
Das Tarp haben wir in der Nähe des Ufers aufgebaut. Den Faltkanadier haben wir gut angebunden, da der Wind immer noch sehr heftig blies. Am nächsten Tag hatte der Wind ein wenig nachgelassen, dafür war aber der Himmel grau verhangen. Wir wollten den unteren Teil des Akkajaure erkunden. Um Zeit zu sparen, entschieden wir uns für einen Tageausflug. Zeltaufbau und -abbau und das be- und entladen des Bootes dauern mehrere Stunden. Das Boot beluden wir mit Steinen und Gepäckstücken als Ballast. Bei starkem Wind und wenig Beladung ist das Ally sehr windanfällig. Mit dem Ballast liegt das Kanu wesentlich sicherer im Wasser. Wir fuhren die wenigen Kilometer bis zum Ende des Akkajaure. Dort mündet der Sårkåjåkkå donnernd über einen breiten Wasserfall in den Akkajaure. Auf dem gegenüberliegenden Ufer lagerte eine Jagdgruppe die gerade ihre Boote beladen.
Mit Fördermitteln der EU wurde 2009 ein Wanderweg markiert. Der Gränsleden führt über ca. 60 Kilometer bis nach Norwegen hinein. Eine Informationstafel und ein Vindskyd wurden am Startpunkt aufgestellt. Der Weg wurde mit neuen Markierungen versehen. Der Weg ist aber nur mit Boot oder Helikopter erreichbar. Bei leichtem Nieselregen erkundeten wir die Umgebung. Eine kleine Gruppe von vier Rentieren graste am Ufer.
An der Einmündung des Jerfajaure versuche ich erfolglos mein Anglerglück. Zwischenzeitlich hat der Wind wieder zugenommen. Um zur Insel zurückzukehren, müssen wir kräftig paddeln. Am Abend habe ich noch ein wenig unsere Insel erkundet. Der höher gelegene Teil war mit Birken und Weidengebüsch bewachsen. Am Rande eines Weidengebüsches sah ich plötzlich etwas Helles leuchten im Gestrüpp. Es war eine Elchschaufel eines schätzungsweise fünfjährigen Tieres. Wo eine Schaufel ist, sind auch zwei?
Ich suchte in der Umgebung weiter. Und tatsächlich – dort war die dazugehörige zweite Schaufel. Ein ungehöriges Glück. Komplett erhaltene Schaufeln und dazu noch ein Paar findet man nur selten in der freien Natur. Das Geweih hängt mittlerweile im Wohnzimmer über dem Kamin. Am nächsten Tag fuhren wir weiter wieder Richtung Ritsem. Der „gute“ Wind der Hinfahrt war jetzt der „böse“ Wind. Er blies uns kräftig ins Gesicht. Gegen Mittag hatte sich schon eine kräftige Dünung aufgebaut. Mittlerweile hatten wir auch die schützenden Buchten verlassen. Die Wellen des Akkajaure erinnern eher an Meereswellen – lange, hohe Wellenberge.
Am Nachmittag wurde der Wind noch stärker. Einen Anlande- und Übernachtungsplatz zu finden war hier schwierig. Das Ufer ist stark verblockt. Vom Boot aus ist es sehr schwer, Übernachtungsstellen auszumachen. Wir sind angelandet und ich habe dann zu Fuß das Ufer erkundet. Es war mehr Blockkletterei als ein lockerer Spaziergang am Ufer. Nach fast 30 minütiger Suche hatte ich einen traumhaften Platz zwischen riesigen Felsblöcken gefunden. Diese boten einen guten Windschutz. Zwischen den Felsblöcken befand sich eine mehrere quadratmetergroße Fläche aus herrlichem Sand die sich ideal für den Zeltaufbau eignete.
Am Abend wurden wir mit einem tollem Sonnenuntergang belohnt. Am folgenden Tag ging es zurück Richtung Ritsem. Am Vormittag hielt sich der Wind noch in Grenzen. Zum Nachmittag hin wurde der Wind immer stärker und die Wellen immer höher. Der See nahm einfach kein Ende. Bucht reite sich an Bucht: Die Arme wurden immer länger der Gegenwind immer heftiger. Der Wind blies stellenweise so stark das wir kaum noch Fahrt über Grund machten. Auf dem GPS konnte ich die Geschwindigkeit ablesen. Die hohen Wellen machten das Paddeln auch nicht einfacher. Kurz vor Ritsem kamen uns drei Fischer in einem kleinen Motorboot entgegen. Das offene Fischerboot stampfte durch die See – die Besatzung sah uns ein wenig erstaunt an. Nach fast 20 Kilometer paddeln erreichten wir die Bucht von Ritsem. Der Wind stand ein wenig schlecht. Zunächst kreuzten wir hin und her um in den Hafen zu gelangen. Schließlich fuhren wir parallel zu den Wellen. Dabei wurden wir kräftig durchgeschaukelt. Die Gefahr des Kenterns ist dabei nicht zu unterschätzen. Eine falsche Bewegung kann das Boot zum Kentern bringen. Letztlich ging das aber ganz gut und wir kamen ein wenig schneller in den Hafen. Glücklich kehrten wir in den Hafen von Ritsem zurück.
Der Akkajaure war endlich bezwungen – auch wenn er sich bis zum Schluss heftig wehrte!

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