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Reisebericht Laos

Von Hanoi aus nehmen wir den Flieger nach Luang Prabang, mit Kajak und Bus erreichen wir den Partyort Vang Vien, anschließend folgt der obligatorische Hauptstadtbesuch in Vientiane. Um dem städtischen Gewusel zu entkommen, tiefenentspannen wir einige Tage auf den „4000 Islands“ und erkunden das Bolavenplateau mit seinen Kaffeeplantagen auf dem Moped.

Nach drei Wochen im herbstlich-grauen Nordvietnam mit seinen eher kühlen Einwohnern sehnen wir uns nach dem sonnigen Lächeln der LaotInnen. Das Land bietet einen reizvollen Mix aus Entspannung und Sonnenschein, kulturellem Angebot, Sport und Naturabenteuern. Zwar kann Laos‘ touristische Infrastruktur nicht mit der der touristischen Hochburg Thailand mithalten, dennoch ist sie „weiterentwickelt“ als etwa jene in Myanmar.

Luang Prabang: architektonisches Kleinod kolonialer Zeiten
Mit einer kleinen Propellermaschine fliegen wir von Hanoi ins benachbarte Laos – und damit scheinbar auf einen anderen Kontinent. Die nördlich gelegene Stadt Luang Prabang beeindruckt uns mit ihren teakhölzernen Guesthouses, Überbleibsel aus der französischen Kolonialherrschaft. Diese reihen sich entlang wenig befahrener Straßen, es herrscht angenehme Stille. Die Altstadt ist zudem Weltkulturerbe-Stätte. Unzählige „Wats“ zieren sie – hölzerne, prachtvoll verzierte buddhistische Tempel mit separaten Wohnbereichen für Mönche. Allmorgendlich um 6 Uhr weckt uns ein dumpfer Dong. Zahlreich versammeln sich dann die Mönche zum Almosengang, queren die Innenstadt in einer endlosen Reihe, um von den Einwohnern gekochten, klebrigen Reis zu erhalten. Ein sehr eindrucksvolles Ritual, allerdings gestört durch zahlreiche aufdringlich und mit Blitz fotografierende Frühaufsteher.

Mit dem Kajak in entlegene Siedlungen
Wir freuen uns über die berühmte laotische Gelassenheit und erkunden zunächst mystische Wasserfälle in der Umgebung, in deren türkisblauen Wasser wir uns erfrischen. Ob Mountainbiking, Bergsteigen oder Schwimmen – die üppige Natur Laos schreit geradezu nach Aktivität. Ein Schweizer Pärchen bringt uns auf den Geschmack einer Kajaktour. Für zwei Tage paddeln wir uns auf einem Nebenfluss des Mekongs die Arme aus den Schultern. Im Zickzack manövrieren wir das Boot flussabwärts, Daniel beherrscht es kaum, ich gar nicht. Bis uns heimtückisches Treibholz kentern lässt. In weiser Voraussicht haben wir das Gepäck ans Boot gekettet und – das Wichtigste – die Wertgegenstände in einem wasserdichten Packsack verstaut. Die Nacht verbringen wir in einem abgelegenen Weiler, der bis vor kurzem nur mit dem Boot zu erreichen war. Es gibt ausschließlich Bambushütten, einige Mopeds, keine einzige Toilette. Wir teilen unser Lager mit der Familie der Hütte auf dem Dachboden; Privatleben ist hier Luxusgut. Die Nachbarin nimmt routiniert Ratten fürs Abendbrot ihrer Sippe aus. Derweil segnet uns der Dorfschamane mit reichlich „Lao Lao“, selbstgebranntem Reisschnaps. Später am Lagerfeuer gesellt sich ein Skorpion zwischen Daniels Beine – die Wärme gefällt nicht nur uns ganz gut. Daniel bleibt genau so lange cool, bis das giftige Tier plötzlich nicht mehr auffindbar ist… Lange existiert dieses Dorf jedoch nicht mehr: die Chinesen errichten einen Staudamm nur wenige Ruderschläge flussabwärts, einige Wochen später wird der Ort geräumt.

Meditative Stille versus Partyexzesse: laotisches Kontrastprogramm
Wir erreichen Vang Vieng und werden mit einer anderen Seite des Landes konfrontiert: grenzenlosem Partytourismus. Die Stadt ist bekannt fürs Tubing, beseelte Hippies und anderes Partyvolk treibt dabei in Gummireifen den Nang Song hinunter, freilich nicht ohne die unzähligen Uferkneipen auszulassen. Ein bisschen wie Thailands Fullmoonpartys, Abifahrt und Komasaufen. In den letzten Jahren gab es allerdings zu viele Tote (die Strömung erfordert ein Minimum an geistiger Anwesenheit), mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt. Die Gegend bietet daneben urige Höhlen und wahrlich paradiesische Lagunen, herrlich mit dem Fahrrad zu erkunden.

Tödliche Spuren des Vietnamkrieges
Laos‘ Hauptstadt Vientiane sprüht wohl kaum vor Charme. Die Hauptstadtluft ist staubig und dieselgeschwängert, ein unerträglicher Zustand in ganz Südostasien. Einzig beeindruckt uns das Besucherzentrum der Cope-Organisation. Diese fertigt Prothesen für Amputierte – Kinder und Bauern, die Opfer fehlgezündeter Munition wurden. Außerdem bildet Cope laotisches Personal aus, um die „Bombies“ zu räumen. Obwohl neutral, fielen während des amerikanisch-vietnamesischen Krieges mehr Bomben auf Laos als während des gesamten zweiten Weltkrieges. Der Ho Chi Minh-Pfad verlief durch das Land, der Nachschubweg nordvietnamesischer Truppen in den Süden.

Entspannen im Hängemattenparadies
Der Nachtbus bringt uns nach Si Phan Don an den südlichsten Zipfel des Landes, wo Laos an Thailand und Kambodscha grenzt. Hier formt der Mekong ein riesiges Flussdelta, unterhält unzählige Nebenarme und stürzt schließlich über felsige Kliffs ins benachbarte Kambodscha. Dazwischen liegen hunderte Inseln und Inselchen – das Gebiet der „4000 Islands“. Unsere Wahl fällt auf das Eiland Don Khon, ein von Bungalows gesäumtes Hängemattenparadies, in dem der Puls fühlbar langsamer schlägt. Wir entdecken die Insel mit dem Rad, baden im Mekong, dümpeln auf Tubing-Reifen entlang des Ufers, schlürfen „Happy Shakes“ und entspannen am Strand, um uns anschließend von der ganzen Anstrengung zu erholen…

Kaffee und andere laotische Leckerbissen
Trotz Daniels Bitten und Betteln verlassen wir Don Khon nach 4 Tagen – aus Entspannung wurde für mich einfach Langeweile. Wir nehmen für einige Tage ein Motorrad und streifen durch die Kaffeeplantagen des Bolavenplateaus. Ein Einheimischer empfiehlt einen abgelegen Markt in Salavan, hier gebe es viel „wildlife“. Und tatsächlich: Flughörnchen, Schleichkatzen, Eulen, Papageien – laotische Gaumenfreuden sind vielfältig und lassen Artenschutz nicht zu. Mehrfach bekommen wir Schnaps angeboten, in dem Schildkröten, Kobras und allerhand andere Gifttiere eingelegt wurden. Gesund und schön soll er machen, wir lehnen dankend ab (brauchen wir ja nicht). Zum Schluss „reiten“ wir nochmal einen Elefanten, wir sind schließlich im „Land der 1000 Elefanten“. Man setzt uns in einen Korb auf den Rücken des Tieres, das auf einen Hügel hinauf- und wieder hinunter trabt. Keine umwerfende, aber dennoch ulkige Erfahrung, wenngleich unser Dickhäuter Schnupfen hat und sich nie die Hand vorn Rüssel hält… Ein Touri-Gag, den wir nicht wiederholen werden, denn die Frage bleibt: wie artgerecht werden die Tiere selbst bei vermeintlich „guten“ Touranbietern gehalten?

Kraft tanken in Laos für Ozeanien
Unsere Zeit im paradiesisch schönen und unaufgeregten Laos bildet einen angenehmen Abschluss unserer fünfmonatigen Asienreise. Wir verbrachten unzählige Stunden in Bussen jedweden Komfortniveaus, haben tausende Kilometer auf Mopeds, Fahrrädern, Booten, Pferdekutschen und Tierrücken zurückgelegt, in ca. 70 verschiedenen Hotels, Homestays und Drecklöchern genächtigt und schon seit einem halben Jahr nicht mehr selbst gekocht. Nun wird alles anders!
Wir freuen uns auf endlose Wanderungen in Australien, Tasmanien und Neuseeland.

Beste Reisezeit:
Am besten eignet sich die Trockenzeit von November bis April zur Erkundung des Landes, da der Monsun von Mai bis Oktober für Überschwemmungen und damit unpassierbare Straßen sorgen kann. Während der Regenzeit zeigt sich Laos allerdings von seiner schönsten, grünen Seite. Bereits im April steigt das Thermometer mancherorts auf drückende 40°C, während im Winter im Norden des Landes selbst Bodenfrost möglich ist.

Anreise:
Internationale Flughäfen befinden sich in der Hauptstadt Vientiane, Luang Prabang, Paksé sowie Savannakhet. Aus Thailand, Vietnam, Kambodscha und der chinesischen Provinz Yunnan kann man auch mit dem Bus einreisen.

Visum:
30-tägige Touristenvisa werden an den internationalen Flughäfen und 24 internationalen Grenzübergängen ausgestellt. Dafür unbedingt zwei Passfotos parat haben.

Sprache:
Über 40 verschiedene ethnische Gruppierungen leben in Laos, dementsprechend bunt gestaltet sich die sprachliche Vielfalt im Land. Laotisch gilt als Hauptsprache: für „Sabaidii“ (Hallo) und „Khoop tschai“ (Danke) ernten Reisende stets ein warmes Lächeln. In touristisch hoch frequentierten Regionen stellt Englisch kaum ein Problem dar.

Geld:
1 Euro entspricht knapp 9.000 laotischen Kipp. Ein halbwegs vernünftiges Doppelzimmer kostet zwischen 8 – 15 Euro; ein Essen in einer der landestypischen Garküchen unter 3 Euro. Um Tricksereien zu vermeiden, sollte man kein Geld in Wechselstuben tauschen, sondern an den in Städten überall vorhandenen Geldautomaten abheben.

laos-reise
Sehr übersichtlich gestaltete Seite mit allen wichtigen Informationen zu Land und Urlaub.

copelaos
„Buy a leg!“, fordert die Non-Profit-Organisation Cope auf ihrer Homepage zum Spenden auf. Sie stellt Prothesen her für laotische Opfer von Blindgängern aus den Zeiten des amerikanisch-vietnamesischen Krieges. Die Seite liefert auch einen Lageplan des sehr ergreifenden Visitor Centres in Vientiane sowie Öffnungszeiten.

freedomhouse
Die Nichtregierungsorganisation Freedom House zeigt in ihren Jahresberichten zu Freiheit und Demokratie im Land, was entspannten Touristen leicht entgehen kann: In Laos herrscht eine Ein-Parteien-Diktatur – mit all ihren Schrecken. Ohne Glaubens- und Pressefreiheit, ohne Chance auf politische Mitsprache von Nichtregierungsmitgliedern, geprägt durch tiefe Armut und Menschenhandel.

Laos reiht sich nahtlos in die Backpacker-Paradiese Asiens ein – Alkoholexzesse, Happy (Cannabis) Shakes und Tubing inklusive.
Den Verstand hier besser auf Standby halten, um notfalls das eigene Leben nicht zu gefährden und Einheimische nicht mit unnötiger Freizügigkeit zu verstören. Weiterhin unerlässlich:

  • Reiseimpfungen sind in ein Muss in den Gegenden der Welt
  • Mückenspray hilft gegen die kleinen Blutsauger
  • Sonnencreme sollte unbedingt ins Reisegepäck
  • Wanderschuhe für Dschungeltouren
  • sowie wasserdichte Packsäcke bei längeren Boots- und Kajaktrips auf dem Mekong und seinen Seitenflüssen.

Jan Düker, Annette Monreal: „Reiseführer Laos“, Verlag Stefan Loose.
Inklusive Reiseatlas. Angenehme Alternative zum doch eher verkrampft hip geschriebenen Lonely Planet, der gerne Unspektakuläres zum Must See erklärt.

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