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Teaserbild: Reisebericht Peru, Bolivien

Reisebericht Peru, Bolivien

Reisebericht Peru, Bolivien

Im Mai 2015 legte ich eine einmonatige Pause bei meinem Freiwilligendienst in Argentinien ein und machte mich auf die Reise nach Chile, Peru und Bolivien. In Peru war ich für 14 Tage unterwegs; neben dem Machu Picchu war ich in Puno (am Titicacasee) und in Ica und Pisco (an der Pazifikküste). Den Rest der Zeit verbrachte ich in Bolivien (Copacabana, La Paz, Rurrenabaque, Potosí, Salar de Uyuni).

Warum Peru, Bolivien

Die Antwort ist ganz knapp und einfach: Ich wollte in Länder reisen, welche noch nicht so europäisch geprägt sind.

Idyll am Wasser (bei Rurrenabaque)Die kleine Sandwüste bei PiscoDie Schwimmenden Inseln im Titicacasee

Was Sie schon immer über PERU UND BOLIVIEN wissen wollten…

Ich arbeitete in Mendoza in einer Banco de alimentos (so etwas wie die Tafel bei uns) und lebte dort bei einer Gastfamilie. Ich entschied mich, mit dem Bus von Argentinien über Chile (auf der Panamericana) nach Perú und weiter nach Bolivien zu fahren, um die Landschaft wie auch die Leute besser kennenzulernen.
Die Busfahrt von Mendoza nach Pisco (kleinere Stadt nahe Lima) dauerte zwar lange, war aber interessant, da ich fast nur mit Peruanern unterwegs war und somit einiges über diese erfahren habe. Es sind sehr fröhliche Leute, die hilfsbereit und offen sind. Eine Peruanerin in meinem Alter wollte auch, dass ich sie auf meiner Reise im Norden besuchen komme, was aber ziemlich weit entfernt war.
Naja, auf der Fahrt wurde jedenfalls die ganze Zeit schnulzige, typisch peruanische Musik gespielt und wir sind durch die sehr öde Landschaft der Atacama-Wüste gefahren. Die Musik wurde dann auch noch eine Weile von einer mega langwierigen japanischen Seifenoper abgelöst. In Pisco wurde ich rausgelassen, weil ich mich im letzten Moment gegen Lima entschieden hatte und wurde sofort (nachdem ich aus dem Bus ausgestiegen bin) von einem Taxi aufgelesen, welches mich in den Ort nahe der Naturreservate gefahren hat, die am Meer gelegen sind.
Da hat sich dann alles recht schnell gefügt und ich hatte schon am selben Tag Unterkunft und die Ausflüge klar. Daran sieht man, dass es schon sehr eingefahrene touristische Strukturen gibt und letztendlich nur die Namen der Orte genannt werden müssen, damit alles vor Ort geregelt wird.
Die Islas Ballestas (im Pazifik), welche wir mit einem Motorboot umfahren haben, gefielen mir sehr gut, weil dort viele Vögel, Seehunde und Pinguine zu sehen waren. Am gleichen Tag schaute ich mir noch den Paracas-Nationalpark an, wo in der kargen Landschaft Versteinerungen und rätselhafte Steinmuster zu sehen sind, außerdem Pelikane an der roten, sandigen Pazifikküste. Am nächsten Tag bin ich dann auch schon mit einem Bus weiter nach Ica, wo ich eine Tour mit einem Sandbuggie mitgemacht habe, welcher durch die kleine Sandwüste neben der Huaca-Oase führte und sehr rasant war (manchmal sind wir auch gesprungen). Mit den Sandboards, die wir mit in dem Buggie hatten, sind wir dann verschiedene Dünen heruntergerutscht, was erstaunlich gut funktionierte.
In der Nacht bin ich dann auch schon weiter nach Cusco gefahren, weil es in Ica sonst nicht mehr so viel zu sehen gab. Busfahren ist auch in Perú sehr zu empfehlen, da es ziemlich komfortabel und günstig ist und die landschaftliche Veränderung schön miterlebt werden kann. Außerdem kann man sich durch die geringere Geschwindigkeit (im Vergleich zum Flugzeug) schon gut an die Höhe anpassen.
Cusco ist, umgeben von Bergen und Hügeln, sehr schön gelegen und an sich eine ziemlich interessante Stadt. In Cusco sind viele unterschiedliche Baustile zu entdecken, die alten spanischen Gebäude wurden oft auf noch ältere Bauwerke der Inka draufgesetzt (meist im Stadtkern). Weiterhin gibt es Lehmhäuser und Betonbauten, bei denen oben aus dem Dach Stahlträger für weitere Aufbauten herausragen (eher im äußeren Stadtbereich). Nachdem ich die Stadt im Alleingang zu Fuß erkundete, wählte ich mir spontan einen der vielen Reiseanbieter aus und habe eine 4-Tages-Tour nach Machu Picchu gebucht (für umgerechnet 120 €) über einen nicht sehr bekannten, aber auch von den Inka benutzen 🙂 Weg.
So wurden wir (ich und 10 andere) am nächsten Morgen nach einiger Wartezeit mit Mountainbikes auf einem ziemlich hohen Pass von 4000 m Höhe abgesetzt und sind dann 4 Stunden lang nur Serpentinen heruntergefahren, wobei sich die Landschaft von Felsen zu Halbdschungel veränderte. Als wir dann ganz unten angekommen waren, wurde ich plötzlich schlapp und musste mich übergeben – habe wahrscheinlich etwas Schlechtes gegessen und den Rest des Tages nur noch geschlafen. Aber am nächsten Tag war’s dann auch schon wieder okay und ich konnte die Tour mitgehen. Die nächsten Tage sind wir nur noch gewandert und haben eine Vielzahl an exotischen Pflanzen und Tieren gesehen und gezeigt bekommen. In diesem Fall ist ein Führer sehr lohnenswert. Auf dem Weg kamen wir an heißen Quellen vorbei, in denen wir baden konnten und überquerten einen Fluss in einem an einem Drahtseil hängenden Metallkorb. Außerdem konnten wir an einem Tag auch mit einem Klettergurt über ein Tal rutschen (an einem Drahtseil, also wie eine Seilbahn). Der Weg war oft relativ schmal und mit einigen sehr schönen Talausblicken gespickt, vorbei an Bananenstauden. Unter Avocadobäumen konnten wir auch Leuten beim Kaffeemachen zuschauen. Der vorletzte Weg führte entlang der Bahngleise nach „Aguas calientes“, einem kleinen, sehr touristischen Städtchen mit einem Thermal-Freibad (daher der Name der Stadt). Dort wurden dann auch die Eintrittsgenehmigungen für Machu Picchu geholt.
Am nächsten Morgen standen wir 5 Uhr auf, um mit unter den Ersten zu sein und auf den Tempelfels hoch zu dürfen (begrenzte Besucheranzahl). Es regnete und die Luft war sehr schwül, als wir die Treppen zu den Eingangspforten erklommen. Wir bekamen alle einen Stempel in den Pass und durften uns die faszinierende Anlage anschauen. Es hatte mittlerweile zu regnen aufgehört und die Wolken verflüchtigten sich langsam, was einen sehr mystischen Anblick bot! Wir wurden durch die Anlage geführt und bekamen einiges über die Bauwerke und deren, teils auch religiöse, Bedeutung erzählt. Danach konnten wir uns selbstständig auf den Weg machen und ich stieg sogleich auf sehr steilen Stufen zum Gipfel des Huayna Picchu herauf, was ich nur wärmstens weiterempfehlen kann, da sich einem dort ein toller Panoramablick eröffnet.
An die Höhe sollte man auf jeden Fall gewöhnt sein, da man sonst schnell am Ende der Kräfte ist und man ja so viel wie möglich sehen will für den gezahlten Eintritt. Wieder zurück in Cusco ging ich zum Busbahnhof und fuhr bis nach Puno. In Puno bin ich auf den Hügel an der Stadt gegangen und setzte mich auf einen Felsen, von welchem ich eine gute Sicht über die Landschaft hatte. Plötzlich sah ich im Augenwinkel eine Bewegung und als ich hinsah, saß dort ein Chinchilla und nicht nur eins, sondern aus allen möglichen Ecken schauten mich die niedlichen Gesichter an! Leider kamen nach einer Weile ein paar Jungs, welche versuchten, die Tiere mit Steinen zu treffen…
Ich buchte über die Reiseagentur, bei deren Büro ich schlafen konnte, eine Überfahrt nach Bolivien per Boot (da der Landweg durch Demonstrationen versperrt war) mit Zwischenstopp auf den „Schwimmenden Inseln“ und der Sonnen- und Mondinsel und einer Übernachtung bei einer indigenen Familie. Ich bin sonst eher nicht derjenige, der viel über Reisebüros organisieren lässt, aber dort hat es den Vorteil, dass es preislich sehr erschwinglich ist und man viele interessante Dinge über das 
Leben und die Geschichte der Menschen erfährt. 

Islas BallestasUnser Reiseführer auf dem Weg nach Machu PicchuMachu Picchu vom Huayna Picchu aus betrachtetEin Gladiator überquert den FlussDie Alligatorenbesuch

Die schwimmenden Inseln (Islas flotantes) sind Inseln, die aus den Wurzeln und Halmen einer speziellen Schilfart bestehen und auf denen die Menschen leben. Die Hütten, Boote und Betten bestehen ebenfalls aus diesem Material, ja, die Leute ernähren sich sogar teilweise davon. Muss man auf jeden Fall gesehen haben!
Auf vielen Inseln im Titicacasee findet man von den Inka angelegte Terrassenbauten und alte Ritualplätze. Den See und seine Inseln umgibt eine ganz besondere und angenehme Atmosphäre. In Bolivien ist alles nochmal einen Zacken günstiger und einfacher. Busfahren kann allerdings zu einem heiklen Erlebnis werden. Mit dem Bus bin ich von Cochabamba nach La Paz gefahren. In El Alto de La Paz (also dem höher gelegenen Teil der Stadt) lohnt sich ein Besuch des Hexen- und Magierviertels, wo unterschiedlichste Zeremonien abgehalten werden. Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für bergsteigerische Tätigkeiten, da sie sich schon auf 3200 bis 4100 m Höhe befindet.
Von La Paz lässt sich aber auch eine Vielzahl weiterer Aktivitäten organisieren. So bin ich in einer sehr Angst einflößenden Busfahrt bis nach Rurrenabaque gefahren, welches im Bolivianischen Tiefland in einem der größten Feuchtgebiete der Erde liegt. Auf der Fahrt wurden örtliche Spezialitäten wie frittierte Süßkartoffeln oder frisch zubereitete Schokolade verkauft. Wer eher nicht so auf Spannung steht, sollte lieber mit einem kleinen Flugzeug von El Alto nach Rurrenabaque fliegen (was ich auf dem Rückweg gemacht habe), das spart Zeit und Nerven :). In der Umgebung von Rurrenabaque kann man sowohl tropischen Regenwald als auch die Feuchtgebiete mit Krokodilen, Süßwasserdelfinen, Anakondas und einer Menge bunter Vögel und anderer Tiere erkunden. Zum Abendbrot gab es dann auch mal selbst geangelte und frittierte Piranhas.
Es lohnt sich, dafür eine ganze Weile einzuplanen, falls man verschiedene Touren mitmachen möchte. Von La Paz ging es mit dem Bus weiter nach Potosi, einer geschichtlich sehr bedeutenden Stadt (großer Teil der Finanzierungsgrundlage der spanischen Eroberung), die vor allem durch seinen von Minen durchlöcherten Cerro Rico und die spanische Münzprägung bekannt ist. Ich hatte das Glück, in den „Genuss“ einer privaten Minenführung durch einen ehemaligen Minenarbeiterzu kommen. Damit konnte ich Einblick in einen finsteren und bedrohlichen Arbeitsalltag bekommen und besser mit den dort Arbeitenden (teilweise sogar 14-Jährige!) in Kontakt treten.
Das letzte große Highlight meiner Reise war der Salar de Uyuni, der der größte Salzsee der Erde ist und eine starke Faszination 
mit seiner unendlich scheinenden, weißen Oberfläche auf den reisenden Betrachter ausübt. Die riesige Salzmenge ist beeindruckend; es gibt auf der sogenannten Fischinsel auch bis zu 8 m hohe Kakteen zu bestaunen, die nur einen Zentimeter pro Jahr wachsen! Über den Salzsee fegen manchmal Stürme, welche ein Auto auf 150 km/h beschleunigen können und bizarre Formen aus den Felsen in der Umgebung herausarbeiten. In der Laguna Colorada, einem farbigen See, konnte ich Flamingos beobachten. Am Ende lassen sich die Außentemperaturen von -15 °C gut in einer heißen Quelle ertragen und man kann perfekt ausspannen und die Erlebnisse Revue passieren lassen.

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