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Zu Besuch in der österreichischen Design-Stadt Graz

Zu Besuch in der österreichischen Design-Stadt Graz

In Österreich zieht es vor allem jene nach Graz, denen Wien zu groß ist, die aber dennoch einen gewissen weltlichen Flair genießen wollen. Die Designer- und Architekturstadt (Graz wurde 2003 als Kulturhauptstadt Europas ausgezeichnet) bietet eine faszinierende Mischung aus Althergebrachtem und Neuem: Die Stadt lebt von der Energie der zahlreichen Studenten, die sich immer wieder neue Demo-Aktionen und alternative Festlichkeiten für den Sommer einfallen lassen. Auch wenn die Stadt nach außen hin sehr jung wirkt, lässt sich eine gewisse Alpen-Konservativität dennoch nicht leugnen, und so ist das Städtchen an vielen Ecken auch sehr ruhig und beschaulich.

Warum Graz

Jung. Dynamisch. Altmodisch. Geordnet. Chaotisch. Gefährlich. Entspannt.
All dies trifft auf Graz zu. Österreichs zweitgrößte Stadt ist geprägt von Gegensätzen – über 50.000 Studenten leben hier, zugleich verbringen viele ältere Österreicher in Graz ihren Lebensabend. Bürgerliche Idylle existiert neben Alternativkultur, multikulturelle Viertel gibt es auch. Für all jene, die sich gerne in mittelgroßen Städten aufhalten, ist Graz (280.000 Einwohner) genau das Richtige. Der gemütliche Ort mit mediterranem Flair eignet sich außerdem hervorragend als Ausgangspunkt für diverse Touren und Reisen nach Slowenien, Kroatien und ins nahe Italien.

SchlossgartenVielerorts finden sich versteckte, ruhige EckenSchloss Eggenberg

Was Sie schon immer über diese GRAZ wissen wollten…

TRADITIONEN (BRECHEN)
Das Grazer Stadtbild ist geprägt von alten Bauten wie der Grazer Oper oder dem Grazer Dom und allen voran dem Schlossberg mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Grazer Uhrturm (den ich persönlich jedoch recht unspannend finde). Zwischendrin gibt es immer wieder schön viel Grün. Jenseits der Mur, die Graz in zwei Teile halbiert, befindet sich das Scherbenviertel. Hier ragt das Kunsthaus Graz empor, von seinen Erbauern liebevoll als Friendly Alien oder Blaue Blase bezeichnet. Und tatsächlich sieht das im dunklen Blau schimmernde und nachts mit einer Lichtfassade bespielte Gebäude wie ein mitten in der Stadt gelandetes Raumschiff aus. Independence Day lässt grüßen. Hier finden sich allerlei spannende und durchaus auch kontroverse Ausstellungen. Direkt nebenan wurde die ebenfalls nachts leuchtende Murinsel erbaut, ein modernes Kunstwerk, das die beiden Ufer von Graz symbolisch und auch ganz pragmatisch miteinander verbindet.
Wer auf traditionelle Architektur steht, wird im Stadtteil Eggenberg fündig, wo das Schloss Eggenberg emporragt, eines der schönsten Prachtschlösser Österreichs. Die zum Schloss gehörige Gartenanlage ist so schön, dass sie sogar Eintritt kostet. Besucher müssen zwar 2 € berappen, das Ganze lohnt sich aber insbesondere im Herbst sehr, denn der Garten ist wunderschön. Schloss Eggenberg ist als Abbild des Kosmos erdacht worden: Die vier Türme stehen für die vier Jahreszeiten, die 365 Fenster repräsentieren die Tage in einem Jahr. Insgesamt 24 Prunksäle stehen für die 24 Stunden des Tages, und jedes Stockwerk hat in Summe 31 Räume. Direkt hinter dem Schloss befindet sich der Plabutsch, eine kleine Hügelkette, wo man den Tag über wandern und eine schöne Aussicht auf die Stadt genießen kann.

MULTIKULTURELLES GRAZ
Altgediente Grazer sehen das ehemalige Scherbenviertel jenseits des Flusses zwar nicht als Teil der Stadt an, für den jungen Besucher sind die alternativen Viertel Lend und das nahe Gries mit dem höchsten Ausländeranteil jedoch besonders spannend. Hier findet eine Vielfalt an kulturellen und politischen Veranstaltungen statt. Diese beiden Viertel fernab des Rummels auf Hauptplatz und Sporgasse sind ein schönes Ziel für einen freien Vormittag: Auf dem Lendmarkt werden regionale Spezialitäten feilgeboten (unbedingt Hartwurscht, Ziegenkas und Käferbohnen ausprobieren!), in den kleinen Gassen schmiegen sich Boutiquen und Läden mit neuen Geschäftskonzepten aneinander (z.B. Tagwerk von der Caritas, die stylische Taschen aus recyceltem Material herstellen, gefertigt von Jugendlichen, die anderweitig Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden). Mittags kann man sich dann auf dem Platz vor dem Kunsthaus niederlassen und wunderbar Leute schauen. Oder sich im Kaffeehaus Weizer mit klassisch österreichischer Küche verköstigen lassen.

HerbstschlossDer Grazer Uhrturm, Wahrzeichen der StadtEingang zu Schloss EggenbergGraz im AbendglanzJeder der vier Türme steht für eine der Jahreszeiten, das Schloss für den KosmosDie Mur und die nahen schönen AltbauwohnungenItalienisches Lebensgefühl StraßenlebenDer Lendmarkt

MEDITERRANES LEBENSGEFÜHL À LA CARTE
Ich muss gestehen, ich war sehr überrascht von dem mediterranen Klima, das in Graz vorherrscht. Die Italiener nennen Graz nicht zu Unrecht die „nördlichste italienische Stadt“, denn das Lebensgefühl ist dem Norditaliens recht ähnlich. Die Winter sind verhältnismäßig mild, die Sommer heiß.
Ausflugsziele der besonderen Art stellen die steirische Toskana und die slowenische Weinstraße dar, die entlang der österreichisch-slowenischen Grenze verläuft. Im hiesigen Hügelland kann man sich wunderbar für ein paar Tage bei einem Weinbauern einquartieren und kleine (leichte) Wanderungen ins Umland unternehmen. Die beste Zeit hierfür sind September und Oktober, wenn der Heurige (hier: Sturm), der frische Wein, serviert wird. Für die Kinder gibt’s leckeren Traubensaft vom Hang nebenan. Die Bauern der Gegend servieren auch eine vorzügliche Brotzeit, inklusive dem Leibgericht der Steirer: Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl, die Spezialität der Gegend. Genießern, die gern einen entspannten Urlaub für Seele UND Leib genießen möchten, kann ich die steirische Toskana wärmstens ans Herz legen.
In der Stadt selbst gibt es eine überaus hohe Dichte guter italienischer Restaurants und Trattorias, von den viele im Scherbenviertel nahe der Mur anzutreffen sind. Graz hat kulinarisch generell einiges zu bieten und die Steirer sind zu Recht stolz auf ihre gutbäuerliche Küche. Es gibt hier auch Buschenschänken, die das ganze Jahr über geöffnet haben und wo man sich gut zum kalten Mahl zusammenfinden kann. Im Frühling erwacht Graz aus seinem Winterschlaf und die Stadt wartet mit zahlreichen Festen auf. Egal, ob buntgemischtes Straßenfest (La Strada) oder musikalisches Großevent (elevate) – im Sommer ist immer eine Menge los.

UM GRAZ HERUM
Graz eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für verschiedene Touren. Die Skigebiete um Schladming herum und Mariazell im Hochschwab sind jeweils nur 2 Autostunden entfernt. Nach Zagreb in Kroatien sind's 3 Stunden per Bus; binnen 6 Stunden ist man an der kroatischen Küste. Nach Wien sind's auch nur 2 Stunden.
Für Radfahrer ist insbesondere der Murradweg interessant, für Weitwanderer, die über den österreichischen Weitwanderweg 06 nach Mariazell unterwegs sind, ist Graz ein lohnendes Etappenziel.
Familien könnten auf einem Tagesausflug zum Schöckl, dem Grazer Hausberg, Freude haben. Oben gibt es eine (zu) groß bewirtete Hütte und eine Sommerrodelbahn. Der Berg ist allerdings stark überlaufen und ruhigere Seelen orientieren sich lieber Richtung der slowenischen Grenze.
Sehr empfehlen kann ich einen Abstecher ins italienische Triest, das mit dem Fernbus direkt binnen 3 Stunden erreichbar ist. Eine einzigartige Stadt mit vielschichtigem Kulturangebot, idyllischer Kulisse mit Meer und Bergen und einem wirklich atemberaubenden Küstenwanderweg (ca. 2 h zu Fuß). Mein persönliches Highlight für Wochenendausflüge!

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