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Teaserbild: Tasmanien – Walls of Jerusalem Track

Tasmanien - Walls of Jerusalem Track

Tasmanien - Walls of Jerusalem Track

Während meines work-and-travel Aufenthaltes in Australien spielte ich seit einiger Zeit mit dem Gedanken nach Tasmanien zu reisen um auf einem Track jegliche Zivilisation hinter mir zu lassen. Nach langem Suchen empfiehl mir ein Freund den „Walls of Jerusalem National Park“ im nördlichen Zentrum Tasmaniens, den er persönlich als einen der eindrucksvollsten und entlegensten Orte der Insel ansah. Also genau das, wonach ich gesucht hatte. Kurzentschlossen weihte ich meine Freundin Jule in mein Vorhaben ein, kaufte die entsprechende Karte und buchte die Tickets für die Fähre von Melbourne nach Devonport.
Unser Vorhaben war vom Anfang bis zum Ende eine Zitterpartie, denn wir wollten ohne eigenes Auto zum 115 km entfernten Nationalpark kommen um dort 11,6 Fußmarschkilometer und rund 700 Höhenmeter später auf dem Mount Jerusalem zu stehen. Die selbe Distanz sollte es dann auch wieder zurück gehen und uns blieben nur 7 Tage um unseren Plan in die Tat umzusetzen.

Warum Australien

…und warum Tasmanien?

Für mich war klar, dass ich Tasmanien unbedingt bereisen wollte, allerdings hatte ich keine Ahnung, wo ich anfangen sollte. Zuerst hatte ich den „Overland Track“ ins Auge gefasst bis ich erfuhr, dass er allgemein sehr frequentiert sein würde. Das wollte ich auf keinen Fall – die Einsamkeit suchen und ständig auf Menschen treffen. Es musste eine neue Idee her und die lieferte ein guter Freud. Die Walls sind nicht so bekannt, schlechter zu erreichen und versprachen ein kleines Abenteuer, also genau das Richtige!

Auf der HochebeneAuf dem Weg zum Wild Dog Creek

Was Sie schon immer über Australien wissen wollten…

Die Planung davor
Glücklicherweise ergatterten wir günstige Fährtickets Anfang Februar, also im australischen Sommer, und konnten mit warmen Temperaturen und wenig Niederschlag rechnen. Dennoch wurde uns empfohlen auf alle Wetterlagen vorbereitet zu sein, denn besonders auf den Hochebenen Tasmaniens sei es nicht unüblich alle vier Jahreszeiten an einem Tag zu durchleben. Also packten wir für jede Eventualität sowohl luftige als auch warme und regenfeste Kleidung ein.
Was unsere Verpflegung betraf, beschränkten wir uns auf Trekkingnahrung von „Back Country Cuisine“ und Wasser aus Quellen oder kleinen Seen, das wir anhand des Steripens notfalls aufbereiten wollten. Ebenso wichtig war die medizinische Versorgung und Kontaktdaten von Notfalldiensten und Freunden auf der Insel.
Was die Hin-und Rückreise zum Nationalpark anging wussten wir nur Eines: das Geld für einen teuren Shuttle-Service wollten wir uns sparen und beschlossen somit zu trampen.

Es geht los!
Früh morgens um 9 Uhr fuhren wir mit der Fähre „Spirit of Tasmania I“ von Melbourne los und erreichten Devonport kurz nach 18 Uhr abends. Kaum hatten wir einen Fuß auf das tasmanische Festland gesetzt, wollte uns das Glück nicht mehr verlassen.
Noch am selben Abend wurden wir von einem Crew-Mitglied der Fähre bis nach Deloraine (noch 83 km bis zum Nationalpark) mitgenommen und an einen großen Kreisverkehr in Richtung Mole Creek abgesetzt. Mittlerweile war es schon dunkel und wir wollten eben unser Zelt auf einer Schafsweide aufbauen, als sich ein weiteres Auto näherte. Natürlich streckten wir sogleich die Daumen in die Luft und wurden von einer älteren Frau bis zum Mole Creek Caravan Park (noch 55 km) gefahren. Dort angekommen krochen wir überglücklich in unser Zelt und erwachten am nächsten Morgen mit einer atemberaubenden Sicht auf die in Nebeldunst gehüllten Berge.
Voller Vorfreude packten wir unsere Sachen zusammen und liefen die einsame Straße Richtung Walls entlang, in der Hoffnung, dass uns bald wieder jemand mitnehmen würde.
Und so geschah es auch. Ein Ehepaar aus Sydney sammelte uns ein, wir verfuhren uns dank Navigationsgerät und fanden dann anhand der Karte den richtigen Weg wieder und erreichten den Eingang zum „Walls of Jerusalem Nationalpark“.

Walls of Jerusalem
Mittlerweile war es Nachmittag, 31°C, sonnig und wir mussten noch 500 Höhenmeter bis zum 6 km entfernten Wild Dog Creek laufen. Die ersten 2,3 km bis zum Trappers Hut waren die steilsten. Wir liefen im Wald und die Luft war feucht und stickig.
Als wir auf dem Plateau ankamen lichtete sich die Vegetation und überall erstreckten sich riesige Mooslandschaften mit Blumen, kleinen Seen und viel Gestein. Alles war so weit und unberührt, das man hätte denken können, wir wären die ersten Menschen. Genau diese Abgeschiedenheit und Wildnis hatte ich gesucht und hier gefunden.
In dieser Nacht war es bitterkalt und doch wir wollten einfach nicht ins Zelt – der Sternenhimmel war so stechend schwarz und voller Sterne, wie wir es bis dahin noch nicht gesehen hatten. Es blieb einer der eindrucksvollsten Augenblicke unserer Reise.

Am nächsten Tag führte uns der Weg vorbei an großen Felswänden und klaren Seen durch eine unwirklich erscheinende Landschaft. Abgestorbene, weiße Bäume standen zwischen saftig-grünen Moosen und hin und wieder konnten wir Wallbys und Kängurus beobachten.
Nach einem entspannten Aufstiegt auf den Mount Jerusalem bot sich uns nun eine herrliche Aussicht auf die Seen- und Moorlandschaft vor uns. Doch das war längst nicht alles, was uns auf dem Gipfel ins Auge fiel. Kaum hatten wir uns gemütlich zum Kochen hingesetzt, überraschte uns plötzlich eine schwarze tasmanische Tigerschlage mit ihrer Anwesenheit und ließ uns ins Sekundenschnelle aufspringen und auf den nächsten Block flüchten.
Auf dem Rückweg zum Camp kamen wir erneut am „Salomons Throne“, einem weiteren tollen Aussichtspunkt vorbei, von wo aus man einen großen Teil des Tracks überblicken konnte.
Die letzte Nacht im Nationalpark verbrachten wir erneut fast schlaflos im Wild Dog Creek. Diesmal waren es allerdings die Wallabys, die uns die ganze Nacht auf Trab hielten.
Am nächsten Morgen machte das tasmanische Wetter seinem Namen alle Ehre. Wir erwachten in einer riesigen nassen Wolke und wo man tags zuvor noch kilometerweit schauen konnte, sah man nun kaum die Umrisse der Bäume in unmittelbarer Umgebung.
Jetzt lernten wir noch eine andere Seite Tasmaniens kennen. Es war unglaublich ruhig, nichts bewegte sich und kein einziges Tier begegnete uns mehr. Eine völlig mystische Gegend, aus der wir uns mit jedem Schritt ins Tal verabschiedeten.
Wieder am Eingang des Nationalparks angekommen, nahmen uns zwei junge Frauen bis nach Sheffield mit und von dort aus stiegen wir den Bus bis nach Devonport.

Fazit
Der Walls of Jerusalem National Park ist ein Abenteuer in sich. Hier vereinen sich spektakuläre Aussichten mit außergewöhnlichen Kontrasten der Natur.
Wer die Wildnis sucht, wird hier fündig und erfährt was Outdoor auf tasmanisch heißt, nämlich wilde Schönheit und grandiose Weiten.

Wild Dog CreekWallabys auf dem Weg zum Mt. JerusalemRückmarsch im Nebel

Nützliche Infos
Die Gelassenheit ist Teil der australischen Mentalität und die Menschen sind außerordentlich freundlich und aufgeschlossen. Daher ist es kein Problem per Anhalter zu fahren oder hilfreiche Tipps zu bekommen.

Die letzte Einkaufsmöglichkeit befindet sich in Deloraine. Wer bis dahin seine Vorräte nicht aufgefüllt hat, kennt sich entweder sehr gut mit der einheimischen Vegetation aus und ernährt sich von Grünzeug, oder muss einem Känguru hinterher jagen. Es empfiehlt sich auch hier Trekkingnahrung von „Back Country Cuisine“ oder „Chefsway“.

Die Versorgung mit Wasser ist im gesamten National Park gegeben. Überall findet man kleine Bäche, Teiche oder sprudelnde Quellen. Obwohl tasmanisches Wasser zu den saubersten der Welt gehört, empfiehlt es sich dieses dennoch aufzubereiten, da wirklich viele Tiere unterwegs sind. Das Leitungswasser am Wild Dog Creek kann bedenkenlos getrunken werden.

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