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Teaserbild: Den tapiren in die Packtaschen geschaut: Packlisten für Radtouren und Bikepacking

Den tapiren in die Packtaschen geschaut: Packlisten für Radtouren und Bikepacking

Wir setzen unsere Reihe mit den Packlisten im tapir-Blog fort und werfen dabei einen Blick in Packtaschen. Es geht also um Radtouren und das, was es dazu alles braucht. Passionierte Radler wissen es: Man ist langsam genug, um die Natur ringsum zu genießen und doch schnell genug, um vorwärts zu kommen, quasi Kilometer zu machen. Dabei kann man, je nach Ansatz, ultraleicht und auf das Wesentliche reduziert oder ziemlich komfortabel unterwegs sein. Deshalb haben wir unsere radreisenden tapire mal gefragt, was in ihren Radtaschen nicht fehlen darf und was für sie unter „Luxus auf Tour“ fällt.

An einem Fahrrad kann es Platz für insgesamt sechs Fahrradtaschen geben, wenn man mit Gepäckträgern hinten und vorn arbeitet. Am bekanntesten sind die Gepäckträgertaschen. Hinzu kommen zwei Vorderradtaschen und gern auch eine am Lenker für alles, das schnell zur Hand sein muss. Euer Flickzeug lässt sich gut in einer Satteltasche verstauen. Ausgestattet mit sechs Taschen (oder auch mal mehr) lässt sich so manche große Radtour bewältigen.

Radwandern oder auch Radreisen haben in Deutschland eine lange Tradition: Ein straßentaugliches Fahrrad mit Gepäcktrager und den (je nach Tourlänge) entsprechenden Packtaschen – mehr brauchte es nicht, um in einem perfekten Sightseeing-Tempo die Gegend zu erkunden: geruhsamer als mit dem Auto und schnell genug, um im Tagesverlauf einen größeren Bewegungsradius als beim Wandern zu erreichen. Wer in den Sommermonaten auf den Fernradwegen unterwegs ist, weiß, wovon wir reden. Auch einige unserer tapire verbringen ihren Urlaub gern im Sattel.

Wem die Fernradwege aber zu wenig Abenteuer bieten oder wer radelnden Menschenansammlungen aus dem Weg gehen will, für den könnte Bikepacking eine tolle Alternative darstellen. Unterwegs mit einem geländegängigen Rad in der freien Natur und trotzdem hat man alles dabei, was man auf Tour so braucht. Ein bisschen Gewichtsreduktion gehört beim Gepäck dazu, wenn es über Stock und Stein durchs Gelände geht. Dafür gibt es dann eigens dafür konstruierte Packtaschen von Ortlieb, die auf so klangvolle Namen wie Frame-Pack, Seat-Pack oder Handlebar-Pack hören. Oh, nicht zu vergessen: Ein Cockpit-Pack gibt es auch noch.

Ausrüstung fürs Radreisen / Bikepacking

Bekleidung

  • dem Wetter entsprechende Wetterschutzkleidung (Regenjacke und Regenhose oder Softshelljacke)
  • dem Wetter entsprechende Beinkleidung (Radhose)
  • Wechselhose“ (stadttauglich, pausentauglich)
  • Kurzarmshirts aus Merinowolle oder Kunstfaser-Merino-Mix
  • Langarmshirts aus Merinowolle (davon eins meist zum Schlafen)
  • Leggings (zum Schlafen oder für kühlere Temperaturen)
  • leichte Windjacke
  • Armlinge aus Fleece
  • leichte Isolationsjacke
  • dünne Mütze gegen die Kälte oder Tuch als Sonnenschutz
  • Radhandschuhe
  • neben Radschuhen auch noch alltagstaugliche Schuhe (Halbschuhe oder leichte, knöchelhohe Schuhe oder FlipFlops)

Notfall und Hygiene

Verpflegung

Schlafen

Ist man länger als vielleicht 3 oder 4 Wochen unterwegs und bewegt sich dabei in fernen Gefilden, kommen sicherlich noch ein paar Sachen mehr dazu. Nicht immer findet sich sofort eine Werkstatt in der Nähe, wenn mehr als der Schlauch am Rad den Geist aufgibt.

Soweit zur grauen Theorie. Fragen wir doch einmal im Kreis der tapire nach, was bei ihnen auf Tour nicht fehlen darf. Carsten ist seit ein paar Jahren in Familie vor allem in Skandinavien und im Baltikum unterwegs. Da kann dann auch schon mal die Aneise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Abenteuer werden. Entspanung ist dann angesagt, wenn die Räder erst einmal rollen. Sandra und Bernd schwingen sich am liebsten auf ihre Rennräder und sind dann auch schon mal ziemlich minimalistisch ohne größeres Gepäck unterwegs. Ist bei ihnen gemütlicheres Radreisen angesagt, geht es mit den großen Back-Rollern und kopfsteinpflastertauglichen Rädern auf Tour. Anne hat sich von Manu anstecken lassen und ist schon mal gern abseits der Straßen im Gelände unterwegs. Bikepacking ist dann angesagt, inklusive lauschiger Nächte in der freien Natur. Und Micha sagt von sich, dass er ungern klassisch mit dem Trekkingrad unterwegs ist, sondern eher ein schnelles Gravel- oder Rennrad mit minimalistischem Gepäck bevorzugt – und das am liebsten bei Distanzen von über 200 km am Tag.
Wir haben ihnen mal in die Packtaschen geschaut:

Meine Ausrüstung für Bikepacking-Trips ist mittlerweile sehr leicht, sodass ich vom kurzen Overnighter bis zur drei Wochen dauernden Tour alles in meinen Bikepacking-Taschen unterbekomme. Denn bei diesen Taschen ist der Stauraum im Vergleich zu den traditionellen Fahrradtaschen deutlich begrenzter und so muss schon deutlich genauer gepackt und die Ausrüstung minimiert werden.

Satteltasche (auch „Arschrakete“ genannt, weil sie so prägnant direkt hinter dem Sattel rausragt):

  • hierin befindet sich eher leichte Ausrüstung
  • in der Regel kommen hier mein Schlafsystem plus Regen- und Wechselklamotten rein: Isomatte (Exped Synmat UL) + Schlafsack (Therm-a-Rest Hyperion 0C) + Seideninlett
  • Regenjacke (Arc’teryx) + Regenhose (Vaude) + wasserdichte Überschuhe (Vaude) + Windjacke + Armlinge/Beinlinge (je nach Witterung)
  • Wechselkleidung (nur bei längeren Touren): Socken + Unterhose (Merinowolle) + T-Shirt (Merinowolle) + Isolationsjacke (Patagonia Micro Puff Hoody) + eine „zivile“ Hose für Stadtbesuche
  • Flip Flops für die Zeit außerhalb des Sattels (draufgeschnallt)

Rahmentasche:

  • für schwerere Ausrüstung, was aufgrund des besseren Schwerpunktes über dem Tretlager und in der Mitte des Rades sinnvoll ist
  • Werkzeug ( Fahrrad-Multitool) + Taschenmesser + Kocher plus Brennstoff (Primus Express Spider) + Luftpumpe + Powerbank plus andere Elektronik (Stirnlampe, Netzteil, Kabel) + Sonnencreme
  • bei längeren Touren ein Teil des Proviants
  • wenn ich mir den Luxus leiste, weil frisch gemahlener Kaffee einfach besser schmeckt, dann kommt hier noch die kleine Kaffeemühle rein!

Cockpit-Tasche:

  • für alles, was ich während der Fahrt schnell zu Hand haben möchte
  • Kraftfutter in Form von Nüssen, Riegeln oder Trockenfrüchten
  • Sonnenbrille oder normale Brille (je nach Wetterlage 😉 )
  • Portemonnaie

Lenkertasche (Rolle):

  • hier kommt die sperrigere Ausrüstung und bei längeren Touren ein Großteil des Proviants unter
  • Zelt (Big Agnes Copper Spur) oder Tarp plus Stangen + Kochgeschirr (Titan Topf + beschichtete Alupfanne) + UL-Kaffeefilter + Kaffee!!
  • Proviant

Je nach Länge der Tour und zu erwartendem Gelände ist die Aufteilung auf die Taschen natürlich flexibel. Wenn ich statt mit dem Mountainbike mit dem Gravelbike oder Randonneur  unterwegs bin, ist der Platz für die Lenkerrolle natürlich deutlich begrenzter. Dann kann es auch sein, dass das Zelt (ohne Gestänge) mit in die Satteltasche wandert und die Kleidung dann in die Rolle kommt. Für lange Fahrten mit dem Randonneur, an welchem ich ein Rack am Vorderrad habe, bin ich mittlerweile auf die Gravel-Packs von Ortlieb umgestiegen. Da kann ich mir die Lenkerrolle sparen und habe mit 12,5 Litern pro Seite deutlich mehr Stauraum 🙂

Manu hat euch ja schon seine Packliste für das Bikepacking vorgestellt. Ich habe für euch die Auflistung für Radtouren. Da sind wir zu zweit unterwegs, sodass sich ein Teil der Ausrüstung dann auch gut auf zwei Räder verteilen lässt.

Back-Roller Classic (Paar), Accessory-Pack am Lenker ergeben ein Gesamtvolumen von 43,5 Liter pro Rad.
– Schlafsack: WM Summerlite mit wasserdichtem Kompressionssack von Sea to Summit und die Exped Synmat UL
– Big Agnes Copper Spur HV UL 3

Beim Kochen kommt bei uns der Primus Express Spider (Gaskocher) zum Einsatz. Um Energie und damit Kartuschen zu sparen, passt noch der Windschutz EOE Magpie mit ins Gepäck. Die Töpfe sind aus Titan, die Schalen und Teller aus Edelstahl. Dazu noch ein Spork, Trinkbecher Cascadian Mug, ein Opinel oder Victorinox-Taschenmesser. Damit das Essen noch besser mundet, gehört ein Gewürzstreuer zur Kochausrüstung dazu.

Die Kleidung ist sowohl für’s Radeln als auch für die Ausflüge in die Stadt ausgelegt:
– Radhose und  „Promenadenhose“ (also etwas stadt- und pausentagtaugliches)
– Kurzarm-Shirts aus Merinowolle oder Kunstfaser-Merino-Mix und ein Langarmshirt aus Merinowolle (auch zum Schlafen genutzt)
– 1 Leggings (zum Schlafen oder für kühlere Temperaturen)
– Ortovox Merino Windbreaker und Isolationsjacke (Arc’teryx Atom LT Jacket)
– Armlinge aus Fleece sowie Regenjacke und Regenhose
– Unterhose(n), Socken
High-UV-Buff
– Radhandschuhe
– wasserdichte Halbschuhe mit fester Sohle und FlipFlops

Dazu kommen noch die Kleinigkeiten für den Alltag auf Tour, sprich: alles, was es für die persönliche Hygiene und die Sicherheit braucht. Wilderness Wash als multifunktionales Waschmittel zum Duschen, Abwaschen und Wäschewaschen; außerdem Handtuch, Zahnbürste, DentTabs, Kamm, Spiegel und ein kleines Päckchen Feuchttücher – fertig. In unserem Erste-Hilfe-Set findet auch noch eine Zeckenzange ihren Platz, genauso das Insektenspray und der Sonnenschutz.

Nicht zu vergessen sind ein Radhelm, Sonnenbrille und genügend Wasser-Reserve für’s Trinken auf Tour. Und damit wir nachts die Orientierung nicht verlieren, steckt die Stirnlampe in den Taschen. Das war’s dann auch schon fast. Alles andere wie Bücher, Helinox-Chair … ist dabei, wenn wir uns ein wenig Luxus auf Tour gönnen wollen.

Bei der Ausrüstung heißt es: so klein und leicht wie möglich. Mit Lenker- und Satteltasche habe ich nur sehr begrenzt Platz. Bei Zelt (oder auch gerne Hängematte), Isomatte und Schlafsack habe ich mir als Gesamtgewicht ungefähr 2 Kilo gesetzt. Dazu kommt als weitere Ausrüstung vor allem auf längeren Touren noch ein Satz Fahradklamotten, ein Merinowollshirt, Buxe, Socken und Leggings fürs Schlafen und Wohlbefinden. Je nach Wetteraussicht ist noch eine leichte Regenjacke oder ein leichter Windbreaker im Gepäck. Nicht zu vergessen: Helm, Sonnenbrille und Sonnencreme! Bin ich länger unterwegs, gehören ein Minikocher sowie eine kleine Espressokanne für den sehr wichtigen Kaffee dazu. Außerdem noch das Navi, Handy und eine Powerbank, Hygieneartikel und der ganze Erste-Hilfe-Kram.

Ganz wichtig ist auch ein funktionierendes Lichtsystem, um bei eventuellen Fahrten in der Dunkelheit gut zu sehen und gesehen zu werden!

Verpflegungstechnisch habe ich immer viele Riegel, Trockenfrüchte und Nüsse in meiner Cockpittasche, um während der Fahrt essen zu können. Dann kann ich mir ein paar Pausen sparen. Ansonsten nehme ich in Städten jede Imbissbude mit, so muss ich keine großartigen Vorräte am Fahrrad haben. Wenn ich weiß, dass ich die Nacht irgendwo in der Pampa pennen werde, kaufe ich natürlich ein bisschen vor. Wichtiger finde ich den Wasservorrat. Ich habe immer mindestens ca. 3-3,5 Liter am Fahrrad, die ich dann so häufig wie möglich auffülle.

Dazu kommen natürlich Werkzeug, Flickzeug, Ersatzschlauch und Kettenöl. Extrem wichtig finde ich auch, dass man sich mit seinem Fahrrad auskennt, um eventuelle Defekte selbst beheben zu können.

Verhaltenstipps:

-für jeden Autofahrer mitdenken
-bei Dunkelheit auf Sichtbarkeit achten
-das eigene Limit kennen, was Tagesdistanz, Konzentration, Müdigkeit etc. angeht
-Vorräte einschätzen können, um nicht mal mitten in der Pampe komplett erschöpft ohne Wasser dazustehen (ist mir leider schon öfter passiert)
-Man muss eine gewisse Geruchstoleranz entwickeln. Für Wechselklamotten ist kein Platz und außerdem sind die sowieso überbewertet.

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