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Teaserbild: Auf einsamen Pfaden zum Annapurna Basecamp

Auf einsamen Pfaden zum Annapurna Basecamp

Auf einsamen Pfaden zum Annapurna Basecamp

Das Annapurna-Himal in Nepal – kaum ein Wandergebiet ist in seiner Vielfalt so facettenreich wie dieser Teil des höchsten Gebirges der Welt, das sich nördlich der Stadt Pokhara in schwindelerregende Höhen auftürmt. Als die französischen Bergsteiger Maurice Herzog und Louis Lachenal hier in ihrer Expedition von 1950 den Hauptgipfel der 8091 Meter hohen Annapurna 1 bestiegen, fanden sie ein unberührtes Stück Land vor, das kaum erschlossen war. Diese erste Expedition leistete Pionierarbeit und kartierte große Teile des Gebietes, das heute mit über 60.000 Besuchern im Jahr zu den Hauptattraktionen von Nepal zählt.

Warum das Annapurna Basecamp

Auch wenn man im Annapurnagebiet durchaus von Massentourismus sprechen muss, gibt es immer noch die Möglichkeit, sich diesem durch ein Hintertürchen zu entziehen. An einigen Orten, wie zum Beispiel dem Aussichtshügel Poon Hill und dem Annapurna Basecamp, ist der Kontakt zu anderen Touristen sicherlich unvermeidlich, aber auch da kommt es auf die gewählte Jahreszeit an. Ich hatte in den letzten Jahren mehrfach die Möglichkeit, dieses Natur-Juwel zu besichtigen und konnte dabei einige kleine und etwas ruhigere Orte mit netten Trekkinglodges kennenlernen, die ich hier gerne empfehlen würde.

Aussicht vom Poon Hill auf den Dhaulagiri 8172 MeterBlick auf die Annapurna South vom Australian CampBlick auf Jorjung

Was Sie schon immer über das ANNAPURNA BASECAMP wissen wollten…

Etappe 1: Pokhara – Nayapul – Tikhedhunga – Annapurna View Guesthouse (4-5 Stunden)
Ausgangspunkt für die meisten Exkursionen ins Annapurna Himalaya ist das auf 800 Meter gelegene idyllische Städtchen Pokhara, das sich in jüngster Vergangenheit stark um den Phewa-See ausgedehnt hat. Von dort gelangt man mit Bus oder Taxi in einer guten Stunde nach Naya Pul, einem ungemütlichen Handelsort an der Durchgangsstraße, den man nach Möglichkeit gleich verlassen sollte. Der Weg führt zunächst entlang des Flusses Modi Khola nach Birethanti (Checkpost und Kontrolle der Annapurna Conservation Area Project-Permits, die an der Lakefront in Pokhara erworben werden können, sowie der Trekking Information Management Card, TIMS) und dann weiter in Richtung Hille und Tikhedhunga mit ersten schönen Blicken auf saftige grüne Reisterrassen. Wer es schafft, sollte den steilen Aufstieg über gefühlt tausend Treppenstufen zum Annapurna View-Guesthouse mit einer Aussicht auf die Annapurna Süd (7219 Meter) und Hiunchuli (6441 Meter) wagen. Himmlische Ruhe und eine angenehme, saubere Lodge laden zum verweilen ein.

Etappe 2: Annapurna View Guesthouse – Uleri – Ghorepani-Poon Hill (4-5 Stunden)
Nach einem guten Frühstück folgen weitere 2000 Stufen bergauf, bevor man schließlich Uleri erreicht und damit auch einen der anstrengendsten Teile des Treks gemeistert hat. Der sich anschließende Rhododendron-Wald bildet einen Höhepunkt der Tour und ist ein Wunder der Natur. An allen Ecken des dichten Grüns werden große und kleine Wasserfälle passiert, die Zeit für ausgedehnte Pausen lassen. Weitere Anstiege folgen über Nangathanti bis schlussendlich Ghorepani erreicht ist, dass sich in zwei Teile (Lower und Upper) gliedert. Ghorepani ist der Start für die Besteigung des Poon Hills, der als „Hügel“ stattliche 3210 Meter hoch ist. Viele Trekkingtouristen laufen zum Sonnenaufgang auf den Hügel. Der Blick vom Poon Hill am Morgen garantiert meist spektakuläre Aussichten auf den Himalaya. Allerdings wird es den ein oder anderen überraschen, wieviele Trekker Ghorepani aufnehmen kann. Das Licht einer langen Kette aus Stirnlampen bahnt sich den Weg in Richtung Gipfel. Wer den Poon Hill eher in Ruhe genießen will, dem empfehle ich am Abend nochmal alle Kräfte zu mobilisieren und den rund einstündigen Weg nach oben zu laufen. Es ergibt sich bei klarem Wetter einer der berühmtesten Blicke auf das Dhaulagiri-Massiv (8167 Meter) und den heiligen Machhapuchare. Die Berge hat man dann für sich allein. Eine gute Einkehrmöglichkeit ist die Super View-Lodge, die direkt am Fuß zum Poon Hill liegt.

Etappe 3: Ghorepani – (Poon Hill) – Ghorepani-Tadapani (5-6 Stunden)
Eine der schönsten Etappen des Weges steht an: Nach Sonnenauf- bzw. Untergang am Poon Hill geht es durch einen dichten Nebelwald nach Tadapani. Immer wieder sticht die fast senkrecht wirkende Annapurna South durch den Rhodendronwald heraus. In Tadapani angekommen empfiehlt sich die Einkehr in der Lodge Himalaya Tourist Guesthouse, in der hausgemachter Apfelkuchen den Tag abrundet.

Etappe 4: Tadapani – Ghurjung – Jhinu Danda – Chromrong (3-4,5 Stunden)
Abseits der Wege durchstreift man nun fruchtbares Land: Auf dem Trail nach Ghurjung liegt die ruhige Mountain Discovery Lodge in Chule. Blumen und Getreidefelder säumen den Weg, das Ergebnis von gewaltigen Hangrutschungen ist von Ghurjung besonders gut zu sehen. Ein steiler Anstieg entlang der heißen Quellen von Jhinu Danda strapaziert den Wanderer noch einmal, bis schließlich wie aus dem Nichts das große Dorf Chomrong auftaucht. Den besten Blick von Chomrong serviert die Excellent View Top Lodge, die das erste Haus des Dorfes markiert und nicht zu verfehlen ist.

Etappe 5: Chomrong – Sinuwa – Bamboo – Doban (4-5 Stunden)
Gefühlte 1000 Treppenstufen geht es nun bergab. Dass dies nicht ohne Konsequenzen bleibt, zeigt sich beim nichtenden wollenden Anstieg in Richtung Sinuwa. Es sind deutlich mehr Menschen unterwegs, da nun auch Gegenverkehr vom Annapurna Basecamp (ABC) zu erwarten ist. Als Schlafgelegenheit bietet sich entweder Bamboo oder Doban an. Bamboo wird, wie es der Name schon sagt, eingerahmt von Bambuswäldern. Einen etwas weiteren Fußmarsch, aber dafür tolle Blicke auf kaskadenförmige Wasserfälle, bietet Doban.

Blumenpracht am Phewasee in PokharaDas ABC nach einem SchneesturmDer Machapuchare bei Sonnenuntergang vom Annapurna Basecamp gesehenDie Annapurna Südwand mit Annapurna 1 8091 Meter vom Annapurna Basecamp gesehenDie Gurung sind die dominierende ethnische Gruppe im Annapurna HimalDie weite Bergwelt Nepals, hier TolkaDrei Träger auf dem Weg zum MBCDurch dichten RhododendronwaldEin Whiteout auf dem Weg zum ABCEs bleibt immer genügend Zeit für einen BananensnackFreundliche Bewohner runden einen Besuch des Annapurna-Gebietes ab In der Monsunzeit fühlt man sich im Annapurnagebiet eher in den Tropen als im HimalayaSonnenaufgang am Australia CampSonnenaufgang am Australian CampTräger auf dem Weg nach Ghandruk

Etappe 6: Doban – Himalayan Hotel – Deorali (2-3 Stunden)
Dieser Tag dient der Regeneration und dem Endspurt. Das Terrain wechselt nun ständig. Himalayan Hotel ist eine Sammlung an ungemütlichen Lodges, die sich höchstens für eine kurze Mittagsrast anbieten. Ansonsten würde ich raten, einfach durchzulaufen und sich dann in dem kleinen Dorf Deorali auf die bevorstehende Krönung der Tour vorzubereiten. Eine sehr einfache Lodge mit einem angenehmen Besitzer ist das Panorama Guesthouse.

Etappe 7: Deorali – Machhapuchare Basecamp – Annapurna Basecamp (3-4 Stunden)
Aufgrund des enormen Höhenunterschiedes von fast 1000 Metern zählt diese Etappe trotz der kurzen Distanz zu den anspruchsvollsten der gesamten Trekkingtour. Von Deorali windet sich der Pfad durch letzte, vom Wind gezeichnete Wälder, bevor die Baum- und Strauchgrenze am Machhapuchare Basecamp (MBC) erreicht ist. Viel trinken und langsam laufen lautet von nun an die Devise. Vom MBC zum Annapurna Basecamp sind es auf einem langsam ansteigenden Pfad noch etwa 1,5 Stunden. Das ABC liegt scheinbar nah, doch es ist eine scheinbar endlose Strecke bis zum Ziel auf 4130 Meter. Zudem schlägt das Wetter oft schnell um und wer sich vor fünf Minuten noch über einen wolkenlosen Himmel freute, kann sich unmittelbar danach in einem Schneesturm befinden. Schließlich ist es geschafft! In der Lodge angekommen, heißt es nun, bis zum Morgengrauen durchzuhalten, einen, vor allem im Februar, stinkenden Kerosinofen zu danken, dass er die eisige Kälte etwas vertreibt und zu versuchen, nicht an die eingefrorene nächtliche Toilette zu denken… 


Etappe 8: Annapurna Basecamp – Machhapuchare Basecamp – Deorali – Himalayan Hotel – Doban – Bamboo – Sinuwa (8-9 Stunden)
Der Sonnenaufgang an der über 3000 Meter hohen Südwand der Annapurna ist für mich das Schlüsselerlebnis dieser Wanderung gewesen. Nach einer frostigen Nacht sind die ersten Strahlen der Sonne Balsam für Geist und Körper. Von dem Anblick kann sich kein Besucher entziehen: Umgeben von Bergen, verziert mit einem oft tiefblauen Himmel und Blicke auf mehrere 7000er (Gangapurna, Annapurna III und Tarke Kang, dazu der heilige Machhapuchare) – das ist das Annapurna Heiligtum. Zu jeder Jahreszeit kann hier Schnee liegen, die „Weißen Riesen“ strahlen Größe und Ruhe aus. Nach Momenten der Glückseligkeit geht es dann relativ zügig wieder zurück in Richtung Chomrong. Die Sonne brennt und nach vielen langen Treppenpassagen ist endlich das Fernziel Sinuwa erreicht. Sinuwa ist ein hübsches kleines Dorf, das zwar nicht die beeindruckende Bergsicht bietet, aber dafür abseits der Massen liegt. 


Etappe 9: Sinuwa – Chomrong – Landruk – Tolka (5-6 Stunden)
In endlosen Treppenstufen verläuft der Weg von Sinuwa zunächst nach unten und schließlich wieder nach oben bis Chomrong. In Landruk bietet sich am Fluss Modi Khola eine Mittagsrast an. Von dort ist es noch eine gute Stunde bis in das ausgedehnte Dorf Tolka. Die schönste Lodge in Tolka befindet sich mit Blick auf traditionell gebaute Häuser und Annapurna South sowie Hiunchuli am Wegesrand und nennt sich Namaste Tourist Guesthouse.

Etappe 10: Tolka – Deorali – Pothana – Australian Camp (4-5 Stunden)
Von Tolka führt der Weg erneut einen Pass hinauf (Deorali), von dort geht es weiter nach Pothana, wo sich der ACAP-Checkpost befindet. Hinter dichtem Rhododendronwald sticht die Pyramide des Machhapuchare empor, der von dieser Seite eher dem schweizerischen Matterhorn gleicht. Von Pothana ist es dann nur noch ein kurzer Fußmarsch nach Australia Camp, wo die Trekkingtour ihrem Ende entgegen geht. Man fühlt sich hier wie auf einer Alm in den Alpen. Breite Wiesen, Rhododendronbäume, drei kleine Lodges und Bergsichten über den gesamten Annapurna Himal in Richtung Manaslu Himal lassen viel Zeit, die gesammelten Eindrücke zu reflektieren und sich von etwaigen Anstrengungen der vergangenen Tage zu erholen. Das Australian Camp ist ein wunderbarer Ort, um die Trekkingtour abzuschließen – mit viel Natur und, selbst im Hauptreisemonat Oktober, mit nur wenigen Menschen. 


Etappe 11: Australian Camp – Kande – Pokhara (1 Stunde)
Bis zur Verbindungsstraße nach Pokhara, dem Dorf Kande, ist es vom Australian Camp nur noch ein Katzensprung. Von Kande fahren Busse und Taxis in einer guten dreiviertel Stunde zurück in die Ortschaft am See, in der sich ein letzter Spaziergang durch den geheimnisvollen Wald Raniban zum World Peace Stupa oder ein Ausflug zur Spitze des Sarangkot anbietet. Hier heißt es Abschied zu nehmen vom Annapurna Himalaya…

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