Problembewältigung in der Vertikalen: 23 Boulderwettkampf 2013

Pünktlich zu Frühlingsbeginn (zumindest kalendarisch) ging der 23 Boulder im No Limit am vergangenen Wochenende in seine 7. Runde. Draußen schien den ganzen Tag die Sonne, doch dank des Windes, der anscheindend vom Polarkreis den Weg zu uns gefunden hat, ist es noch immer winterlich kalt. Da macht Klettern am Naturfels nur bedingt Spaß. Wärmer und v.a. trockener war es am Samstag in der Halle. Und das nutzen die 206 Starter, die sich in der Qualifikation der Konkurrenz ab Mittag stellten. Die besten 5 Männer und Frauen traten dann am Abend im Finale vor einer großen und begeisterten Zuschauerkulisse an.

Wie jedes Jahr zum Hallen-Saisonende oder – je nachdem wie man es sieht – zu Beginn der Freiluftsaison gab es wieder den 23 Boulder – Wettkampf für Jedermann und Jederfrau. In zwei Kategorien, auch das hat schon Tradition, traten die Boulderenthusiasten gegeneinander an: 23 Boulder im Relaxed-Level, mit spannenden Touren in Gelb, Blau und Grün. Für all jene, die sich wieder einmal richtig quälen wollten, gab es  23 Boulderprobleme im  Power-Level in Grün, Rot und Grau zu lösen. Egal auf welchem Niveau – immer wieder galt es von Neuem, sich den angebotenen, eingeschraubten Herausforderungen zu stellen.


Chefschrauber war auch in diesem Jahr wieder Robert Leistner aus Dresden, der sich Unterstüzung aus Kassel (Niklas Held) und von zwei Locals (Doppi und Kilian) geholt hat. Sie haben alles gegeben, um den Wettkampfausgang trotz der alten Bekannten, die beim Bouldern hier im Osten immer aufeinandertreffen, spannend zu gestalten. In der Magnesia-staubigen Luft wurde dann auch entsprechend gefightet, ausbalanciert, sich klein oder groß gemacht und einige zeigten durchaus beeindruckende Spagat-Leistungen. Natürlich wurde auch geflucht unterwegs oder laut gejubelt, wenn der Topgriff erreicht und gehalten werden konnte. Viele standen gemeinsam vor den Touren, diskutierten Lösungsmöglichkeiten, gaben als Spotter oder Chalk-Zureicher gewünschte Hilfe.

Auffällig war, dass in diesem Jahr sehr viele Kinder im Starterfeld zu finden waren, die mit viel Spaß, Köperspannung und Beweglichkeit die Boulderprobleme angingen, auch wenn das eine oder andere Mal etwas mehr Körperlänge von Vorteil gewesen wäre. Aber so ein richtiger “Zwergentod” war ja auch nicht dabei. Vielleicht denken ja die Macher vom 23 Boulder dennoch auch mal über Kinderrouten nach. In der neuen Halle mit viel Platz könnte das doch eine Option sein.

Am Abend dann gab es für die fünf Besten noch drei spannende Boulder, bei denen nicht nur die Zuschauer angespannt den Wettkampf verfolgten. Auch die Schrauber, die bei der Besichtigung der Boulder den Finalisten auch einige Tips mitgegeben hatten, saßen und begeisterten sich bei den gezeigten Leistungen. Es war auch alles dabei im Finale: ein Gleichgewichts- und Körperspannungsproblem, ein ‘Lauf’-Boulder und ein Sprungboulder, bei dem v.a. Johanna aus Dresden als Jüngste und Kleinste und Oliver aus Berlin mit seinen kreativen Versuchen im Finale begeisterten. Dabei mussten sich v.a. die Männer dem Problem stellen, dass es nicht allzu hoch zu springen galt, sie es dafür schaffen mussten, die Arme weit auseinanderzunehmen, da die beiden Griffe, die es anzuspringen galt, doch weiter auseinander und überhängend geschraubt waren…

Nach einem langen Tag wurden die drei Besten im Jugendbereich gekürt, wobei der Leipziger DAV-Jugendkader mit Frauke Schmidt die Siegerin stellte, die gleichzeitig auch Stadtmeisterin im Boulder wurde. Bei den Männern behielt Tim Wenzel die Nase bei den Stadtmeisterschaften vorn.


Die besten Boulderer am Samstag Abend kamen aus Chemnitz sowie Dresden und gingen beide mit einem Chrashpad mit einem kleinen tapir darauf nach Hause. Dabei wurde es im Finale sowohl im Männer- als auch im Frauenwettkampf noch einmal spannend. Die beiden Führenden nach der Qualifikation – Lars Schönberger (Dresden) und Teresa Hirche (Chemnitz) – wurden ihrer Favoritenrolle aus dem Vorkampf gerecht und standen am Ende verdient ganz oben. Oliver Zgoreles (Berlin) verdrängte im Finale noch Andre Borowka aus Dresden, während bei den Frauen Hanna Kallweit aus Dresden noch Frauke Schmidt (Leipzig) abfangen konnte.

Das war der letzte Boulderwettkampf im No Limit – wir warten alle schon gespannt auf das neue Boulderzentrum in Leipzig, das hoffentlich bald mit Griffen und Elementen versehen seine Türen weit öffnet. :)

Weiterschmökern:


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