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Save the date: tapir WeltWeit schickt uns „Raus aus der Schule – rein ins Abenteuer!“

Save the date: tapir WeltWeit schickt uns „Raus aus der Schule – rein ins Abenteuer!“

Der erste Vortrag in diesem Jahr am 24.1. wird ein ganz besonderer: Von Berchtesgaden nach Lienz quer über den Alpenhauptkamm ging es im Juli 2022 für Schülerinnen und Schüler der 84. Oberschule. Ein echtes Abenteuer, das sie ziemlich weit raus aus ihrer Komfortzone geführt hat. Wir tapire durften die Jugendlichen im Vorfeld ihrer Tour bei der Ausrüstungssuche unterstützen und sind gespannt, wie es ihnen auf Tour ergangen ist. Wir können schon mal verraten, dass alle in Lienz angekommen sind. Und so wird der Abend auch zeigen, dass man sich an Schulen auch einmal trauen kann und darf, mit Jugendlichen auf Tour zu gehen.

Am 24. Januar wird es etwas voller im tapir: Einige Schüler aus der 84. Oberschule nehmen uns im Rahmen der tapir-WeltWeit-Reihe mit auf ihre spannende Tour über den Alpenhauptkamm. Es wird um kräftezehrende Auf- und schwindelerregende Abstiege, die Vor- und Nachteile des Hüttenlebens, aber auch um Zusammenhalt und Respekt in der Gruppe gehen.

Alpen statt Schulbank, Hüttenlager statt heimisches Bett, Komfortverzicht statt Handyempfang – 15 Schüler der 84. Oberschule sind im Juli 2022 in 10 Tagen über die Alpen gewandert und berichten nun im tapir von ihrem Abenteuer: Gemeinsam mit vier Betreuern haben die Alpenüberquerer den 142 km langen Weg in genau 49 Stunden und 32 Minuten reiner Wanderzeit bewältigt, 6990 Höhenmeter im Aufstieg und 5790 Höhenmeter im Abstieg. Die Strecke führte von Berchtesgaden über Kärlingerhaus, Riemannhaus, Statzerhaus und Trauneralm zum Glocknerhaus und von dort über Elberfelder und Lienzer Hütte nach Lienz.

Beim tapir-WeltWeit-Vortrag zeigen die Alpenüberquerer aber nicht nur Schönwetter-Bergpanoramen – zu hören sein werden auch Geschichten von Höhenangst und Muskelkater, von sehr langen sieben Alpenkilometern und permanenter Improvisation bei der Planung sowie von einem schnarchübertönendem Gewitter und einer Diskussion über Zusammenhalt und Respekt im Team.

Im Rahmen eines Schulprojektes über die Alpen zu wandern klingt im Zeitalter von „Over-Protection“ samt „Rundum-sorglos-Paketen“ nach einem riesigen Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Wir haben während der Tourvorbereitung die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer in den Beratungsgesprächen zur richtigen Ausrüstung erlebt – mit teils neuen Argumenten, nach denen die Sachen ausgewählt werden sollten. Außerdem waren wir waren neugierig, wie sich das Projekt in der Planungsphase entwickelt hat. Deshalb haben wir Paul Hellriegel, Lehrer und Initiator, ein paar Fragen gestellt:

Wer kam als Erster auf die Idee, als Team über die Alpen zu wandern und wie hat sich diese Idee in der Schule verbreitet?
In einem Gespräch mit Schülerinnen und Schülern im Englischunterricht habe ich von meiner Zeit als Schüler in den USA erzählt. Daraufhin meinten die Kids, dass sie auch mal weg und ein Abenteuer erleben wollten. Deshalb habe ich ihnen von verschiedenen Herausforderungsprojekten, die ich von anderen Schule kannte, erzählt. Basierend darauf habe ich dann das Konzept für die Alpenüberquerung geschrieben und abgegeben. Ab Anfang gab es natürlich viel Skepsis bei allen, aber nach und nach hat sich das gelegt und das Projekt entwickelt.

Wenn die Idee nicht von Ihnen kam, was schoss Ihnen zu Beginn durch den Kopf?
Wie gesagt: Die Idee kam von mir auf der Basis, dass ich von vielen solcher Projekte schon gehört hatte und die Kolleginnen und Betreuerinnen stets positiv berichtet hatten.

Haben Sie und Ihre Lehrer:innenkollegen selbst Vorerfahrungen im Trekking?
Von den Kolleginnen und Kollegen hatte nur ich Vorerfahrung im Bezug auf Mehrtagestouren. Am Ende kam dann noch eine Erlebnispädagogin mit, die Vorerfahrungen und Ausbildungen besaß.

Gab es im Lehrer:innenkollegium oder bei Ihren Chefs Vorbehalte?
Ja natürlich. Gerade am Anfang haben das sehr viele für eine Schnapsidee gehalten, die im Sande verlaufen würde. Viele von ihnen haben die Herausforderungen finanziell und sozial als unüberwindbar gesehen. Mit der Zeit hat sich das aber dann auch geändert, weil viele gesehen haben, wieviel Zeit wir in das Projekt stecken und dass wir Fortschritte machen. Einige haben das Projekt aber auch von Anfang an gefördert.

Bei wem hat sich die Gruppe Unterstützung gesucht, um die Aktion zu finanzieren?
Die Finanzierung war von Anfang an ein wesentliches Thema. Die Schüler:innen haben am Anfang einen Flyer für das Projekt gestaltet, welchen sie dann an diverse Firmen und Privatpersonen geschickt haben. Zudem haben sie Anträge bei Stiftungen und Parteien abgegeben und über Crowdfunding Geld gesammelt. Am Ende hat einer dieser Anträge zu einer großen Förderung durch „Aufholen nach Corona“ geführt. Ohne diese Förderung hätte die Reise anders und in wesentlich abgespeckterer Form stattfinden müssen.

Gab es im Vorfeld eine Phase, in der Sie über den Abbruch des Projektes nachgedacht haben?
Ja, ich habe des Öfteren darüber nachgedacht. Der zeitliche Aufwand war enorm und das Motivieren der Schüler:innen über ein Jahr hinweg nicht immer leicht. Im Besonderen hat mir die wacklige Finanzierung enorme Sorgen gemacht. Als dann der Förderungsbescheid kam, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Es ist traurig, dass Schulen nicht ein freiverfügbares Budget haben, mit dem sie solche Projekte ohne viel Bürokratie unterstützen können. Am Ende gibt man Gelder sogar wieder zurück, weil der Verwendungszweck nicht passt.

Alles noch einmal auf Anfang: Würden Sie mit dem Wissen von heute das Projekt noch einmal angehen?
Ja! Die Entwicklung, die einige Schülerinnen durch die Projekt genommen haben, würde ich um nichts in der Welt eintauschen. Und auch die Erfahrungen, die ich selber gesammelt habe, sind Gold wert.

Gibt es etwas, was Sie Kolleg:innen mitgeben würden, die sich ein ähnliches erlebnsipädagogisches Projekt vorstellen oder schon planen?
Einfach machen, naiv, geduldig bzw. beharrlich sein und nie die Hoffnung verlieren, selbst, wenn das Projekt am Ende scheitert. Der Weg zum Ziel bringt schon eine wahnsinnige Entwicklung mit sich.

An der Stelle schon mal ein Dankeschön an Paul Hellriegel für seine Zeit, uns im Vorfeld des Vortrags schon ein paar Fragen zu beantworten. Und für seinen Mut und das Durchhaltevermögen, dieses Projekt durchzuziehen.

Uns erwartet ein Vortragsabend, der besonders spannend für all diejenigen ist, die eine Alpenüberquerung reizvoll finden, aber sich nicht sicher sind, ob die eigene Erfahrung und Kondition dafür ausreichen. Das Fazit „unserer“ Alpen-Abenteurer nach der Tour sagt schon vieles: „Wir haben alles gegeben und sind gemeinsam an unser Ziel gelangt (in einigen Momenten aber auch an unsere Grenzen)“. Und wer sich jetzt schon fragt, wie man so eine Tour in einem Zeitraum von zehn Tagen schaffen kann, dem sei schon mal vorab verraten: „Willenskraft und Teamarbeit sind die Schlüssel – und vielleicht auch der Kakao auf den Hütten. Hätten wir diese drei Dinge nicht gehabt, so denken wir, hätten wir das Ganze nicht überstanden.“

Wir sind gespannt und freuen uns auf ihre Geschichten. Wie immer starten wir auch am 24. Januar pünktlich nach Ladenschluss um 20 Uhr in den Räumen des tapirs. Auch in diesem Jahr bleibt der Eintritt frei, rechtzeitiges Kommen sichert einen guten Platz. Wir freuen uns auf Euch!

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