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Kleine Zecke mit großer Wirkung

Der gemeine Holzbock, eine heimische Zeckenart, von denen es weltweit über 800 Verwandte gibt, wird auch gern als Feind aus dem Unterholz bezeichnet. Im besten Fall findet man die kleinen Spinnentiere nach dem Klettern oder Wandern krabbelnd auf der Haut vor – im schlechtesten Fall hat sie sich bereits festgebissen und man kann eine schwere Erkrankung davon tragen. Ein Zeckenentferner im Scheckkartenformat kann dann helfen, die Zecke schnell wieder zu entfernen.

Nun ist man nicht immer mit „lebende Zeckenfallen“ unterwegs (das können z.B. Kletterfreunde sein, die irgendwie besonders gern von den Blutsaugern ausgewählt werden) – es empfiehlt sich also immer, nach der Tour ein Auge darauf zu werfen, ob man einen „blinden Passagier“ von nach Hause mitgebracht hat. Von Frühjahr bis Herbst (März bis September) sind die kleinen Spinnentiere richtig aktiv – ab Temperaturbereichen über 7 °C muß man mit ihnen rechnen.

Geschichten von Zecken, die sich von Bäumen auf ihre Opfer fallen lassen, gehören wohl eher in die Welt der Sagen und Erzählungen. Die Zecken, die bei uns vertreten sind, haben entweder keine Augen oder können nur sehr schlecht sehen. Also wüde es ihnen schwer fallen, von oben ihre Opfer wahrzunehmen.

Aber- auch der Holzbock kann ziemlich gut klettern. In unseren Breiten am häufigsten verbreitet wird er zwischen 2,5 und 4,5 mm groß, wobei die Weibchen oft größer sind als die Männchen. Er (oder sie) klettert auch schon mal an Büschen bis bis zu 1,50m hoch, aber (wahrscheinlich ist es zu anstrengend) lauern sie meist in Knie- bis Hüfthöhe an Gräsern. Auf Jagdzug versucht sie v.a. Duftstoffe der Umgebung aufzunehmen (Hallersche Organ). Uns erkennt die Zecke am Geruch, der Körperwärme und am ausgeatmeten Kohlendioxod.

Alles in allem sind sie ganz schön Clever – diese kleinen Achtbeiner. Streift ein Kletterer auf Wegsuche im Unterholz die Zecke (oder auch nur deren Tasthaare), krallt diese sich mit mit den Vorderbeinen an der Haut oder der Kleidung sekundenschnell fest. Und – wir spüren den Zeckenstich nicht (im Gegensatz zum Mückenstich, obwohl deren Rüssel deutlich kleiner sind), weil sie bereits beim Stechen mit dem Speichel ein Betäubungsmittel absondern. Und – Im Speichel der Zecke finden sich Stoffe, die verhindern, das Blut gerinnt und sich die Einstichstelle entzündet.

Eine satte Zecke läßt sich dann vom Wirt wieder abfallen – sie kann bis zu 200 mal soviel wiegen, wie vor der „Blutmahlzeit“. Und damit die Zecken nicht aussterben, legt eine weibliche Zecke nach der Befruchtung bis zu 3000 Eier im Laub ab. Die Krankheitserreger für die FSME (Frühsommer-Meningitiserkrankung) oder auch die Borreliose werden hauptsächlich durch das Ausscheiden von Abfallprodukten von der Zecke in den Blutkreislauf des Wirtes übertragen.

Wer mehr und zum Teil auch kuriose Dinge aus dem Leben des gemeinen Holzbocks und seiner Verwandten wissen möchte, dem sei Zecken.de oder die Zeckenschule als Infoseiten empfohlen. Dort findet sich auch eine Hitliste der häufigsten Irrtümer zum Thema Zecken. Spannend ist auch nachzulesen, ob und unter welchen Bedingungen Zecken im Haus (Wäschewaschen, Kühlschrank) ohne an einem Wirt zu hängen überleben. Das Robert Koch Institut hat eine Karte erstellt mit den Risikogebieten in Deutschland.

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