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Teaserbild: Save the date: Peter Brunnert liest aus seiner Biografie über Bernd Arnold

Save the date: Peter Brunnert liest aus seiner Biografie über Bernd Arnold

Wer einmal Peter Brunnert auf einer Lesung live erlebt hat, weiß, wovon ich rede. Egal, ob es ums Klettern in Sachsen oder Geschichten aus der großen weiten Welt geht: Es gelingt ihm mühelos, die Zuhörer auf seine Touren mitzunehmen und Bilder in den Köpfen zu erzeugen, die man, ja wirklich!, manchmal eigentlich gar nicht sehen wollte. Ich erinnere da an die Geschichte vom Mäuseloch aus „Die spinnen, die Sachsen“. Auch sein neuestes Werk führt ihn zurück an die Elbe, genauer gesagt: nach Hohnstein. Dort hat er sich mit der sächsischen Kletterlegende Bernd Arnold getroffen. Herausgekommen sind neben ein paar (weiteren) gemeinsamen Klettertouren auch eine Biographie über das Kletterleben von Bernd, mit – auch aus Sicht eines Ossis – teils unglaublichen Geschichten, die er in 70 Jahren Leben für die Berge erlebt hat. Wir haben beides für euch im tapir: Peter, der am 7.2. ab 20.30 Uhr aus dem Buch lesen wird, und natürlich die Biografie selbst, die bereits ihren Weg in die tapir- Bücherecke gefunden hat.

Kletterpionier, Barfußkletterer, sächsisches Kletterurgestein! Definitiv eine Legende, die auf 70 Jahre spannende Lebensgeschichte zurückblicken kann. Es sind schon viele Worte über das Leben von Bernd gesagt und geschrieben worden. Und fast alle, die ihn kennenlernen und ein Stück des Weges begleiten durften, wissen, dass Bernd vieles war – nur nicht bequem. Er hat immer konsequent seinen Weg verfolgt, versucht, seine Träume zu leben und Ziele auch gegen größere Widerstände durchzusetzen. Nun ist er 70 Lenze jung, mag mit den Jahren etwas ruhiger, ja, gelassener erscheinen. Seine Kletterleidenschaft ist ihm geblieben. Wenn man genau hinsieht, kann man ihn auch heute noch in den Wänden des Elbsandsteins entdecken, wenn er mit Freunden oder Sandsteinneulingen unterwegs ist.

Und pünktlich zum runden Jubiläum hat Peter Brunnert eine Biografie über Bernd Arnold geschrieben, ein Buch über den Mann, der es bereits zu DDR-Zeiten geschafft hat, sich einen (guten) Namen in der westlichen Kletterszene zu machen. Die Stars der fränkischen Szene gaben sich in Hohnstein in den Achtzigern die Klinke in die Hand, wollten mit dem „crazy“ Barfußkletterer in dessen Heimat Elbsandstein klettern gehen. Sie alle wussten, dass unter den 1000 Erstbegehungen von Bernd die zu jener Zeit jeweils schwersten Felsklettereien der Welt zu finden waren.

Der Buchtitel „Ein Grenzgang“ kann sicherlich unterschiedlich interpretiert werden. Das Leben in den sächsischen Wänden, immer am Limit kletternd, mag allen nichtsächsischen Kletterern schon per se als Grenzgang erscheinen – erst recht, wenn man weiß, mit welchem Equipment in der DDR geklettert wurde. Welche Grenzgänge darüber hinaus Bernd unternommen hat, um einmal in den hohen Bergen der Welt außerhalb der Ostblockländer klettern zu können, kann man im neuen Buch auf den mehr als 260 Seiten nachlesen. Peter selbst sagt dazu: „Bernd Arnold hat mir eine der spannendsten Geschichten erzählt, die ich je gehört habe.“

Die beiden, also Peter und Bernd, sind schon seit Jahren befreundet. In den Klettergeschichten aus Sachsen tauchen regelmäßig auch Geschichten von und über Familie Arnold auf. Peter, der Hildesheimer, kommt seit Jahren immer wieder zum Klettern an die Elbe, auch wenn er nie so schwer klettern wollte/konnte wie ein Teil der von ihm beschriebenen Protagonisten. Und immer, wenn Peter uns den Spiegel in seinen Geschichten vor Augen hält, gibt es angesichts dessen, was er und vor allem wie er es erzählt, etwas zu lachen.

In der Biografie über Bernd konzentriert sich Peter nach Geschichten aus der ostdeutschen Kindheit und Jugend von Bernd auf die westdeutsche Expedition zu den Trangotürmen. Zu lesen ist eine irre Geschichte, die mit der Ablehnung der Reiseerlaubnis durch die Behörden zu einer DAV-Expedition nach Pakistan beginnt und im Krankenhaus in München endet. Wir wollen an der Stelle nicht zu viel vorweg nehmen, nur so viel, dass sich Bernd 1988 gemeinsam mit den westdeutschen Kletterstars Wolfgang Güllich, Kurt Albert und Wolfgang Kraus auf den Weg in den Karakorum machte, um den Nameless-Tower zu besteigen …

Einmal mehr ist es Peter gelungen, packende Ereignisse so zu dokumentieren, dass die Geschichten einen nicht unberührt lassen. Wir sind uns sicher, dass es ihm auch bei der Lesung gelingen wird, die Zeitgeschichte aus den Endzeiten der DDR so richtig lebendig werden zu lassen. So wird es dem einen oder anderen auch wieder so ergehen, dass er sich beim Zuhören fragen mag, was eigentlich intelligente Menschen dazu bewegt, sich solchen Strapazen und Risiken auszusetzen, diese Grenzgänge immer wieder neu anzugehen.

Save the date: Peter Brunnert kommt am Mittwoch, den 7. Februar 2018 in den tapir. Los geht es 20:30 Uhr. Wie immer ist der Eintritt ist frei. Heißt: Rechtzeitiges Kommen sichert gute Plätze. Es wird voll werden. Wir sehen uns!

Zur Einstimmung gibt es jetzt hier schon mal das einfühlsame Porträt von Ulf Wogenstein: Bernd Arnold – Wege nach Innen.

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