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Aufsteiger der Woche: die neuen Kletterschuhe von Black Diamond

Auf der Outdoor letzten Sommer in den Händen gehalten, nun sind sie endlich da! Schaut man in die Gesichter an der tapir-Kletterschuhwand, gehen die Meinungen zu den neuen Schuhen von Black Diamond auseinander, denn es gibt einiges zu diskutieren: „Können die das?“ – „Klar, gibt’s Fragen?“, „Wie lange hält das Gewebe? Wie lange hält der Gummi am K4?“ … Fest steht schon jetzt: Es steckt viel Technologie in den Schuhen, selbst die Einsteigermodelle überzeugen mit ihren Features. 5 Jahre dauerte der Entwicklungsprozess von der Idee bis zur Vorstellung der neuen Modelle auf der OutDoor im vergangenen Sommer. Und nun sind mit dem Momentum Men und Women sowie dem Shadow zwei spannende Kletterschuhmodelle bei uns in Leipzig angekommen – der perfekte Zeitpunkt, sie euch einmal näher vorzustellen.

Jeder, der ambitioniert kletternd oder bouldernd unterwegs ist, weiß, dass die Schuhe die Performance in der Senkrechten beeinflussen können. Der richtige Grip, das sensible Antreten, der Halt beim Hook, egal ob über die Zehe oder die Ferse: Wir erwarten einfach, dass der Schuh uns beim Bewegen perfekt unterstützt. Jeder hat etwas andere Vorstellungen davon, wie der Schuh auszusehen hat und welche Eigenschaften er mitbringen soll. Nicht zuletzt deshalb geht der Trend bei den „Vielkletterern“ unter uns auch zum Zweit- oder Drittschuh, wird in der Halle ein anderen Schuh getragen als draußen am Fels.

Und nun also auch noch Schuhe von Black Diamond. Zugegeben, das hat ihnen noch gefehlt auf dem Weg zum Allrounder unter den Bergsportspezialisten. Aber Kletterschuhe zu bauen, ist nicht so ganz einfach. Deshalb haben sie sich viel Zeit gelassen, bevor sie überhaupt mit der Idee an die Öffentlichkeit gegangen sind. Die Amerikaner werden sich messen müssen mit den Schuhspezialisten von La Sportiva und Boreal, haben mit Five Ten die Konkurrenz quasi vor der eigenen Haustür. Kasey Jarvis machte sich gemeinsam mit Linh Nguyen an die Arbeit; beide bringen aus ihrer Vergangenheit viel Wissen über Schuhe mit. Während Linh jahrelang für Boreal und Evolv gearbeitet hat, war Kasey im Nike Innovation Lab als Schuhdesigner tätig. Beide waren sich schnell einig, dass sie ein neu aufgesetztes Design wollen – eben die perfekte Kombination aus Technologie und Design.

Beim Blick in eine Kletterschuhwand wird schnell deutlich, dass es bei den eingesetzten Obermaterialien kaum Unterschiede gibt: Leder oder synthetisches Leder oder eine Kombination aus beidem. Variiert wird vorrangig beim Gummi. Aus diesen (traditionellen) Gedankengängen und Ansätzen wollten die Designer von Black Diamond ausbrechen.

Kreative Ansätze zu suchen kann auch bedeuten, Wissen aus der Verarbeitung von Metall in die Gummiherstellung einfließen zu lassen. Inspiriert vom Schmiedeverfahren der Karabiner bei Black Diamond wird der Gummi für die neuen Kletterschuhe nicht aus einer Gummiplatte gestanzt. Das Rohmaterial wird in eine Form gegossen. Heißt: Man kann bei der Herstellung der Sohlen viel präziser die Geometrie, die Zusammensetzung des Gummis, die Wärme, den Druck und die Dicke bestimmen. Bei jedem Schuhmodell kann mit Unterschieden bezüglich Gewicht, Dicke und Konsistenz gearbeitet werden, um den Tragekomfort, die Strapazierfähigkeit und die Performance des Gummis zu steigern. Die Neofriction-Sohlen kommen aus einer Partnerfabrik, um sicherzustellen, dass Black Diamond die Konsistenz und den Prozess ständig kontrollieren kann.

Neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Gummi ging es Kasey und Linh auch um den Schuhoberbau, sie waren auf der Suche nach neuen, innovativen Obermaterialien. Dabei untersuchten sie genau, wie Gewebe gestrickt werden kann, welche Garne dabei wie zum Einsatz kommen. Und vielleicht liegt es bei Kaseys Nike-Vorgeschichte nahe, dass am Ende die Obermaterialien neben Gummianteilen ein Strickgewebe verpasst bekommen haben. Bei der Engineered Knit Technology kann die Fadenspannung an der Strickmaschine genau eingestellt werden, um die Strapazierfähigkeit des Strickgewebes, die Haltekraft und die Durchlässigkeit für die Belüftung an den jeweils sinnvollen Positionen zu bestimmen. Das Strickmaterial von Black Diamond bietet in den jeweils sinnvollen Bereichen den Halt oder die elastischen Eigenschaften, um die Performance des Schuhs zu unterstützen. Daneben ist es „luftig“ genug, sodass der Schuh für einen Kletterschuh über eine sehr gute Atmungsaktivität verfügt.

Durch eine weitere Besonderheit im Produktionsprozess sind die neuen Schuhe formstabiler. Das Ingenieurteam hat ein Verfahren entwickelt, die Sohlenmitte auf der Basis von 3D-Formen zu produzieren, damit sie nicht – wie so oft bei Kletterschuhen – einfach aus einer Platte gestanzt und eingesetzt werden. Das heißt, dass durch diesen Prozess eine Sohlenmitte hergestellt werden kann, die der genauen Form des Leistens entspricht. Das Material, Pebax-Kunststoff, besitzt, so heißt es bei Black Diamond, den besten Memory-Effekt und der Schuh behält somit länger seine Form bei. (Pebax als Material kennt man auch von hochwertigen Skistiefeln.)

Black Diamond wollte sein Kletterausrüstungsportfolio erweitern und sie werden mit den neuen Kletterschuhmodellen ihrem Ruf gerecht, immer mit einem großen technischen Know-how an die Herstellung ihrer Sachen zu gehen. Die Materialkombinationen aus Strickgewebe, gegossenen Zwischensohlen, geformten und laminiertem Gummi sieht nicht nur gut aus, sondern sie stellen auch einen neuen technologischen Ansatz für die Herstellung von Kletterschuhen dar. Genau das ist es auch, was wir von einem Ingenieurteam von Black Diamond erwarten!

Micha: „Als ich den Shadow in der Woche das erste Mal probiert hatte, ging es gar nicht. Ich bin nicht in den Schuh reingekommen oder, als ich eine halbe Nummer größer probiert habe, gab es viel Luft im Vorfußbereich, auch in der Ferse hat es nicht gepasst. Heute, beim zweiten Versuch, sitzt der Shadow dann doch erstaunlich gut an meinen Füßen. Die Schuhgröße entspricht meinen Straßenschuhen. Die Zehen sitzen perfekt, die kleinen „Falten“ im Gummi sind auch verschwunden. Alex hat ihn ja auch gleich probiert, auch sein Fazit war: Straßenschuhgröße oder eine halbe Nummer mehr. Das scheint zu stimmen. Persönlich finde ich den Shadow extrem sensibel, würde ihn vor allem beim Bouldern nutzen, da ich dafür eher einen weichen, sensiblen Schuh bevorzuge. Im Hinblick auf’s Klettern wird es halt spannend zu sehen, wie sich der weiche Gummi so verhält, wie schnell er sich vielleicht gerade auf spitzem Gestein abrubbeln wird. Wünschen würde ich mir, dass die Einstiegsöffnung beim Shadow ein My größer ist. Es funktioniert, man kommt rein, doch ein paar Milimeter mehr wären nett gewesen. Vielleicht wird das ja noch.“

Carsten: „Der Momentum ist ein auch optisch schöner Schuh für Einsteiger plus, aber auch für Ambitioniertere, die einen bequemen Schuh für längere Touren oder im Training für’s Einklettern oder Ausdauertraining suchen. Ich habe ihn in Straßenschuhgröße genommen, der Leisten ist gerade und wirklich bequem. An der Wand stehe ich gut mit dem Schuh, der Grip ist besser, als ich es mir nach dem ersten Eindruck vorgestellt habe. Haben sie gut gemacht!“

Simone: „Ich bin ja schon auf der Messe in Friedrichshafen um die Schuhe geschlichen, das Design hat mich ziemlich angesprochen. Ich war mir nicht sicher, wie sich das Strickgewebe, das auf den ersten Griff einen ziemlich festen, fast schon harten Eindruck gemacht hat, am Fuß bei längerem Tragen anfühlen würde. Und nachdem ich den Momentum Women jetzt an den Füßen hatte, kann ich nur sagen: cool! Ich habe ihn kaum gespürt, keine Druck- oder Reibungsstellen. Auch die Sohle, die sich, als wir die Schuhe aus ihren Kisten geholt hatten, noch relativ steif angefühlte, erwies sich beim Antreten als sensibel. Leider, aber das ist bei mir nichts Neues, sind mir die Momentum Women ein wenig zu eng (bei meinen eher breiten Füßen brauche ich wahrscheinlich das Männermodell in seiner kleinsten Ausführung). Sie fallen etwas schmaler aus, sodass ich beim Probieren den Frauenschuh eine halbe Nummer größer als meine Straßenschuhe nehmen musste, wobei auch da meine kleine Zehe noch immer protestierte … Die Verarbeitung der Schuhe macht einen sehr guten Eindruck, so dass sich alles in allem meine Erwartungen nach dem Messeauftritt erfüllt haben. Schauen wir mal, wie die Schuhe angenommen werden!“

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