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Teaserbild: Neues aus der Bücherecke: Kletterführer Schrammsteine und Schmilkaer Gebiet

Neues aus der Bücherecke: Kletterführer Schrammsteine und Schmilkaer Gebiet

Ostern steht vor der Tür – und viele hoffen, dass es nach dem Aprilwetter des vergangenen  Wochenendes wieder etwas beständiger wird. Dann steht dem Kletterauftakt oder einer Weiterführung des Kletterjahres im Elbsandsteingebirge nichts mehr im Wege.  Pünktlich dazu ist jetzt endlich die erweiterte 3. Auflage des gelben Kletterführers erschienen – er deckt die Gebiete Schrammsteine und Schmilka ab – lange erwartet, weil seit Jahren vergriffen und nicht mehr aktuell. Neue Routen werden in jedem Jahr erschlossen: Allein 2011 wurden 222 neue Routen in allen Schwierigkeitsgraden von II bis XIIb erstbegangen und bei der AG „Neue Wege“ des SBB eingereicht. Daher kommt es nicht ganz unerwartet, dass der neu aufgelegte Kletterführer wieder ein paar Seiten dicker geworden ist (22 Seiten mehr als sein Vorgänger).

Oft erreichen uns Nachfragen nach Kletter- und Routeninformationen für die Sächsische Schweiz. Deshalb an dieser Stelle mal eine kleine Übersicht, was es aktuell und antiquarisch alles geben kann – begonnen mit dem Standardführer, zu dem auch der neu erschienene Band gehört:


Im Jahre 1905 bekam Rudolf Fehrmann vom Kletterklub „Schwarzer Kamin“ den Auftrag, einen brauchbaren Führer durch die Kletterfelsen des Elbsandsteingebirges zu schaffen. 1908 brachte er den ersten sächsischen Kletterführer heraus. Zu dieser Zeit war ein Buch noch ausreichend, um alle Klettermöglichkeiten kompakt mit Zustiegs- und Kletterinformationen versehen darzustellen. Und mit ihm begann auch gleich die Tradition, Wissenswertes zum Klettern im Elbsandstein wie z.B. die richtige Bekleidung (Telefonarbeiterschuhe und Loden-Kleidung 🙂 ) und Ausrüstung zu erläutern. Fehrmann erfasste für die Schrammsteine (damals noch unter der Bezeichnung „Vordere Schrammsteine“) 24 Gipfel und für das Schmilkaer Gebiet 25 Gipfel. Diesem folgte 1913 ein Nachtrag, 1923 eine erweiterte Auflage mit einem Nachtrag 1927.  Ab 1950 gab es verschiedene Nachträge mit den neuen erstbegangenen Routen, während 1953 ein neuer Führer fürs Elbsandsteingebirge aufgelegt wurde (mit 3 nachfolgenden Auflagen).
1965 gab es zunächst eine völlig neu zusammengestellte zweibändige Ausgabe (rot) mit Kletterregeln und Anstiegsskizzen sowie einer Bewertung der Sprungwege – in ihr waren nun schon mehr als 900 Gipfel mit über 5000 Wegen enthalten. 16 Jahre später wurde eine dreibändige Ausgabe (grün) herausgegeben mit insgesamt mehr als 1000 Gipfeln und 9000 Kletteraufstiegen, darunter 79 Gipfel in den Schrammsteinen (Band 1: Westteil) und 119 im Schmilkaer Gebiet (Band II: Ostteil).

1991 begann man, alle Wege und Gipfel in einer sechsbändigen Ausgabe zusammenzufassen, die auch heute noch als Standardführer für die Sächsische Schweiz gilt. Die Gipfelanzahl für die beiden Klettergebiete im gelben Führer (Band 3: Schrammsteine und Schmilka) hatte sich bei 204 eingepegelt, während die Routenanzahl auf 2.630 anstieg. Die Kletterführerreihe aus dem Sportverlag Berlin war schnell vergriffen – zuerst der gelbe Band.


1999 begann man im Rölke-Verlag dann endlich mit der lange erwarteten Neuauflage, die etwas großformatiger aufgelegt wurde und somit von der Gestaltung her (Auffindbarkeit von Karten und Anstiegsskizzen) übersichtlicher geworden ist. Die einzelnen Bände sind nun etwas schwerer, zumal sie ergänzt worden sind um historische Dokumenten und Informationen für einzelne Gipfel oder berühmte Wege. Mittlerweile ist der Standardführer teilweise auch schon wieder seit Jahren vergriffen.

2010 wurde im Rölke-Verlag eine Neuauflage (ohne Erweiterungen) des Bielatalführers als erstem Band begonnen. 2012 ist gerade rechtzeitig zu Beginn der neuen Klettersaison eine überarbeitete Auflage des Gebietsführers für die Schrammsteine und Schmilka erschienen – mit 207 Gipfeln und 3877 Aufstiegen -, 688 neue Wege sind hinzugekommen. Deshalb werden wohl viele (ambitioniertere) Elbsandsteinkletterer an der Neuauflage nicht vorbeikommen.

Ähnlich wie der Standardführer angelegt hat Jürgen Schmeißer in bisher 3 Bänden die Topoführer herausgebracht. Die für viele Gipfel vorhandenen Topo- oder Anstiegsskizzen erleichtern gerade für Elbsandsteinneulinge die Orientierung.  Auch hier mussten wir fast 10 Jahre auf eine Neuauflage warten. Alle drei Ausgaben sind zur Zeit erhältlich und (noch) nicht vergriffen.


Auf der anderen Seite gibt es Kletterer, die nicht so häufig den Weg ins Elbtal finden. Sie sind deshalb auf der Suche nach Auswahlführern für die Sächsische Schweiz. Quasi als „Zip-Format“ für den Standardführer kann man die zweibändige Ausgabe von Robert Hahn ansehen. Sein – nomen est omen – Kompaktführer schafft es, alle notwenigen Angaben zu den Klettergebieten zusammenzufassen, sieht man einmal davon ab, das Hinterhermsdorf und der eine oder andere als unbedeutend eingeschätzter Gipfel fehlen. Vom Lesen her anfänglich etwas gewöhnungsbedürftiger, kommen aber alle, die sich im Vorfeld nicht auf einen Treffpunkt einigen konnten, so zu weniger Gewicht im Rucksack 🙂 – und haben trotzdem alle Informationen zur Hand. Doch auch für diese Kletterführer gilt: „Sorry, vergriffen!“ und wir warten auf eine Neuauflage.

Nur noch antiquarisch zu erhalten und nicht ganz unumstritten: die zwei Auswahlführer von Bernd Arnold. Eigentlich nicht geeignet für Anfänger (man sollte sich im 7. Grad der Sächsische Schwierigkeitsskala wohlfühlen) und Gebietseinsteiger (unvollständige Routenauswahl an den Felsen erschwert u.U. die Orientierung). Leider war auch noch nichts von einer Neuauflage zu hören.

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