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Teaserbild: Getu Valley – Kletterparadies im Herzen Chinas

Getu Valley – Kletterparadies im Herzen Chinas

Getu Valley – Kletterparadies im Herzen Chinas

Ein Loch im Fels am Ende der Welt. Spektakuläre Kletterei an kompakten Kalkstein und Abendessen mit traditionell lebenden Bauern. Urtümlich, archaisch, ausgesetzt, einmalig. Diese Landschaft und Menschen findet man kein zweites Mal.

Warum Getu Valley

Wenn die Sonne morgens im Osten des Nationalparks Getu He erwacht, zeichnet sich eine hell-dunkel Linie auf dem Pfad zum Berg Chuanshang ab. Steigt der Atem der Bambuswälder im anbrechenden Tag dem Himmel empor, gibt er den Blick über das Tal frei. Man erkennt, dass die hell-dunkel Linie auf der Straße sich krümmt und ihre Enden sich zu einem Kreis vereinen. Ein beeindruckender Lichtkegel bildet sich im Tal ab und wandert zunächst die Straße hinunter, um sich kleiner werdend am Fluss zu verlieren. Der Blick zum Berg Chuanshang verrät das Geheimnis… Mitten im Berg, der sich vom Tal bis zur Spitze wohl über 500 m erstreckt, befindet sich ein kreisrundes Loch. 70 m Durchmesser und schnurgerade, wie durch einen Kanonenschuss geschaffen. Die aufgehende Sonne strahlt einen Lichtkegel ins Tal. Am Fluss angekommen reift die Erkenntnis, dass das nicht alles ist. Der Fluss hat sich durch den Berg gefressen und dabei ein 2. Cave mit einer Höhe von 100 m geschaffen… Wir sind im Kletterparadies angekommen. Kompakter Kalkstein in einer der ungewöhnlichsten Landschaften der Welt. Plaisir-Touren mit Anti-sächsischen Sicherungsabständen. Ein Bauerndorf im Tale, die mehr Gastfreunde, als Gastwirte sind… Und hier sieht man nur die Spitze des Eisbergs. Das grüne Paradies erstreckt sich überall um uns herum…

Der Great Arch bei Sonnenaufgang. Um zu den Treppen nach oben zu gelangen, muss man per Fährmann zunächst übergesetzt werden.Anne im Ropeswing bei Sonnenuntergang. Die gut 25 Meter Pendellänge lassen einen dem Himmel nah kommen.Ein bunter Weggefährte auf dem steilen Weg zum Great Arch.

Was Sie schon immer über diese TOUR wissen wollten…

Die Tour im Überblick
Anfang Oktober 2013 finde ich mich mit meiner Freundin und meinen besten Freunden auf einer kleinen Fähre im Herzen Chinas wieder und ein Fährmann, der seine Frühstückszwiebel roh verputzt hat, gondelt uns über den Fluss zum Berg Chuanshang… Aber Stopp. Wie kam er dazu?
2012 sahen wir das Video vom Petzl Roc Trip China. Eine unglaubliche Welt tat sich vor uns auf. Gesehen, Bauchkribbeln bekommen, Flug gebucht. Unser Jahresurlaub sollte zweiteilig werden. 10 Tage Getu He in China und 10 Tage klettern in Tonsai Beach (Thailand). Zu Thailand vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Nach Flug und Taxifahrt zu Getu Village findet man sich ca. 200 km von der letzten größeren Stadt entfernt. Unterwegs, so wie auch in Getu He wird begonnen zu bauen. Das kleine Bauerndorf wird wohl in einigen Jahren Magnet für den Urlaub der Stadtbevölkerung. Doch noch bestimmen Reisbauern, Ochsen und chiligetränkte Nudeln das Bild im Grünen. Eine Vorbuchung der „Hotels“ ist beinahe unmöglich. Zuweilen, weil die „Hotel“besitzer auch nicht wirklich 3 Monate im Voraus planen.
Aber eine Unterkunft ist schnell gefunden (100€ für 5 Personen und 8 Nächte). Die Bauern (ich meine Hoteliers) versuchen alles, damit es uns gut geht. Die Gastfreundschaft war überwältigend. Hier sind wir nun, angekommen, mit Chilinudeln gestärkt, brennen wir darauf an den Fels zu gehen. Die Kletterei Getu He ist das nördliche Ende einer der längsten bekannten Korallenriffe der Welt. Es erstreckte sich von Thailand im Süden bis nach China. Das Meer, in dem das Riff entstanden war. gibt es schon lange nicht mehr. Umso besser, was dafür geschaffen wurde. Ultrakompakter Kalkstein mit den bizarrsten Felsformation, die man sich vorstellen kann. Höhlen, Überhange, Dächer, Sinter und wie sie alle heißen, sind zu finden. Die Kletterrouten in den Gebieten sind keine 3 Jahre alt und sehr sicher gebohrt. Alle 2-3 Meter kommt ein Haken. Das wünscht man sich auch, wenn das nächste Krankenhaus 200 km entfernt liegt. Das generelle Gefühl der Sicherheit war immer da. Selbst in langen Multipitch-Routen. Die Routensetzer um Dani Andrada haben Getu He in 3 Zonen unterteilt, Zone A, B, C.
Alle Zonen beinhalten Caves, Höhlen oder starke Überhange als zentralen Punkt. Darum ergibt sich auch leichteres Gelände. Aber hier kann man die Muskeln spielen lassen.
In Zone A ist Oliver`s Crag zu nennen, dessen weiche, bauchige Formen mit einer Reihe franz. 7ern locken.
Zone B hat neben dem beeindruckenden Banyang`s Cave, dessen Zustieg durch ein verträumtes Bauerdorf erfolgt, vor allem hohe Multipitch-Routen an senkrechten Wänden oder leichten Überhängen dominieren das Bild. Bis zu 180 m kann man an 6 Pitches emporsteigen.
Zone C ist mit den „Great Arches“ das Herzstück des Getu He kletterns. Nachdem man vom Bootsmann für 10 Eurocent über den Fluss gesetzt wurde, stellen sich einem noch 1384 Stufen in den Weg. Oben angekommen, entlohnt der Blick und das Gestein für die Strapazen und die Energie ist sofort da. Eine schier endlose Routenzahl von franz. 5ern bis hin zu 9a breitet sich vor einem aus.
Aufgrund der schieren Größe des Arches sind die ersten Seillängen noch im senkrechten Gelände. Multipitch-Routen führen Liebhaber des 8ten Schwierigkeitsgrades dann über das Volldach nach draußen.

Unsere Kletterhighlights
Zusammenfassend kann man sagen, dass für die Jungs die 7er Vorstiege und bei den Frauen das Rotpunkten im 6te Schwierigkeitsgrad viel Reiz hatte… In Zone A ist der Onsight der 7a+ „Le Retour de Couscous“ ein absolutes Highlight. Riesige Sinter, die im Volldach zum No-Hand-Rest einladen. Zudem sind die 7er im Oliver`s Crag ein Traum („Shi Yi“ – chinesisch für 11 – rundgelutschtes Gestein mit großen Griffen für actiongeladene Bewegungen.) Neben dem Klettern haben wir einen Ropeswing mit 20 m Pendellänge installiert. Da kann man dem Himmel entgegen schwingen. In Zone B hat die 3er Seilschaft der Männer einen Tag an der „Blue Spirit“ verbracht. Nach abenteuerlichtem Zustieg lagen 6 Pitches zwischen 5a und 6a vor uns. Die Sonne am Tag war erbarmungslos und fraß unsere Wasservorräte (Zum Glück hatten wir überdimensioniert). Am vorletzten Pitch, geschlaucht vom Fels und Sonne, hat ein Seilpartner die Seilschaft moralisch zum Top gezogen und am späten Nachmittag standen wir am Gipfel. Onsight, ohne Sturz. Im Tal, von unseren Frauen erwartet, spendeten Sie uns ihre letzten Wasservorräte und trugen uns zusammen mit der Welle der Glückseligkeit zum Abendessen. Zone C mit den „Great Arches“ ist das Highlight der Tour. 3 mal zog es uns den Berg hinauf. Neben wunderschönen 5ern und 6ern sind vor allem zwei 7b+ Routen im Gedächtnis. An Dani Andradas „La Piscineta Cina“ findet man keinerlei Griff im herkömmlichen Stil. Die Wand besteht aus kompaktem Kalkstein. Als ob Murmeln die Wände durchzogen hätten, findet man deren Negativ-Abdrücke in der Wand. Riesige Halbkreise, die nach unten erodiert, aber nach oben hin noch griffig sind. Nie zuvor habe ich eine Route gesehen, bei der man sich die ganze Zeit im Untergiff nach oben arbeitete.
Als 2. Highlight haben wir am Rande der Höhle des ersten Pitch der „Lost in Translation“ bestiegen. Ein Felswahnsinn an Sintern mit dem besten Ausblick auf den Fluss im Tal, der im Berg verschwindet.
PS: Alles was für Touristen einen Mehraufwand bedeutet, der nicht mit dem Auto zu erfahren ist, das besuchen sie nicht. Daher ist man immer ungestört. Kommt doch ein einzelner, keuchender Chinese am Kletterspot an, fühlt man sich wie ein Star und darf für Bilder und Videos posen.

Der Great Arch bei Sonnenaufgang. Nach 1384 Stufen sieht man die wohl schönsten Wandformationen der Welt.Chris beim Flash der „La Retour de Couscous“ (7a+). Zum Glück gibt`s am Sinter im Volldach einen No-Hand-Rest.Die Lebensmittel werden auf der Straße getrocknet. Die Spezialität der Region, Chili, darf an keinem Essen fehlen.Anne klettert im „Schatten“ der CMDI-Wall und des pittoresken Pussa Yan.Chris klettert im Great Arch an dem kompakten Kalkstein empor. Fabian steckt in Dani Andradas Route „La Piscineta Cina“ (7b+). Die rundgelutschten, in den Fels geformten Sloper suchen ihresgleichen.

Land und Leute
Das Dorf und die Region um den Nationalpark Getu He teilen sich. Es gibt einen kleinen Teil der Gesellschaft, die sich auf die wachsende Anzahl der Touristen einstellt. Unfreundlich und abzockend. Der größte Teil der Menschen sind allerdings Bauern. Auf der Straße wird Reis zum Trockenen ausgelegt, die Hühner rennen über die Straße und Gastfreundlichkeit bedeutet noch etwas. Wir wurden in unserer Herberge sehr gut aufgenommen. Abendliche Geschenke, wie selbst gepflückte Mandarinen oder Naschlinsen durfte man nie ablehnen. Genau wie den im alten Benzinkanister gebrauten Reisschnaps. Das Essen ist typisch für die Region. Morgens Nudeln, aber zum Glück noch ohne Chili. Mittags ein Snack am Fels. Abends wurde groß aufgetischt. Auf einer riesigen drehbaren Platte sind alle möglichen Speisen kredenzt worden. Und fast jede Speise war selbst für europäische Gaumen ein Schmaus.
PS: Bitte nicht auf das Verfallsdatum der Verpackungen schauen. Solange es keine Milchprodukte sind, kann man mal ein Auge zudrücken.

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