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Teaserbild: Island

Island

Island

Im Sommer 2015 hatte ich das unverschämte Glück, nach 3 Wochen Kamtschatka auch noch einige Wochen durch Island reisen und wandern zu dürfen. Die Idee und das dringliche Bedürfnis zur Reise nach Island hatte meine Freundin, der ich heute noch dankbar für jene Idee und ihren Nachdruck bin. Island, das vorher nicht so sehr in meinem Fokus lag, wird von mir sicherlich noch in den nächsten Jahren eingehender bereist werden. Warum?

Warum Island

ISLAND – eine Insel (geschaffen) aus Feuer & Eis umgeben von der rauen See des Nordatlantiks: Diese 3 Kräfte zerren an der Insel und ergeben ein unvergleichliches, abwechslungsreiches, farbiges Landschaftsbild – aus Vulkanen verschiedener Aktivität und unterschiedlichen Alters, mächtigen Gletschern mit blau-weißem Eis, bunten Lavafeldern, tiefblauen Lagunen, sattgrünen Weiden voller Schafe und Island-Pferde, tiefeingeschnittenen Fjorden, schwarzen Sandstränden, blubbernden und springenden Geysiren, natürlichen Warmwasserpools…

Sonnenuntergang in ƤórsmörkCamp LangidalurDer Eyjafjallajökull von Norden: Aufstieg zum Fimmvörðuháls-Pass

Was Sie schon immer über ISLAND wissen wollten…

Wie kommt man nach Ƥórsmörk?
Es gibt verschiedene Wege, Ƥórsmörk zu erreichen – doch alle sind anspruchsvoll und zum Teil anstrengend: Zu Fuß gelangt man über den Laugavegur von Landmannalaugur in ca. 4 Tagen nach Ƥórsmörk (siehe ausführliche Beschreibung des Laugavegur im Reisebericht von Kai (2013)).
Mit einem geländegängigen Fahrzeug gelangt man über die äußerst anspruchsvolle Hochlandpiste F249 nach Ƥórsmörk. Dabei müssen allerdings mehrere tiefe, reißende, oft unberechenbare Gletscherflüsse durchquert werden – zuletzt wartet die äußerst gefährliche Krossá, die man tunlichst nicht mit dem eigenen PKW, sondern mit LKW oder Bus durchqueren sollte. Demnach stellen die isländischen Hochlandbusse sicherlich die bequemste Variante des Zustiegs dar!
In den Wäldern von Thor (isländisch: Ƥórsmörk) angekommen, stehen verschiedene Wanderhütten und Zeltplätze zur Auswahl: das komfortable Camp in Húsadalur oder die etwas einfacheren Camps in Langidalur oder Básar. Zwischen Húsadalur und Langidalur liegen ca. 2 km; beide Camps sind Start- bzw. Endpunkte verschiedener Buslinien. Básar liegt ca. 3 km von Langidalur entfernt und befindet sich schon auf der anderen, südlichen Seite der Krossá. Zwischen Básar und Langidalur gibt es für Wanderer mobile Brücken, die das Überqueren der Krossá im Sommer ermöglichen.
Alle 3 Hütten verfügen über Zeltplätze, sanitäre Anlagen, Küchen und „Restaurants“; die Verpflegung sollte allerdings schon im Vorhinein besorgt werden.

Ƥórsmörk – Skógar (950m ↑; 1150m ↓; ca. 8-10h)
Die meisten Wanderer starten die Überquerung des 1100m hohen Fimmvörðuháls-Passes von Básar aus. Bei der rund 25 km langen Wanderung bis Skógar verlassen wir das milde und waldige Gebiet von Ƥórsmörk und machen uns auf den Weg durch die von tiefen Schluchten und glitzernden Eisfeldern geprägte Urlandschaft Goðaland.
Zunächst geht es durch stark vulkanisch geprägte Landschaften immer weiter bergauf (ca. 400 Höhenmeter) bis man nach ca. 1-2 Stunden das Hochplateau Morinsheiði (834 m) erreicht. Spätestens hier ergeben sich – bei gutem Wetter – faszinierende Ausblicke auf das Flusstal der Króssa und die nun direkt vor uns liegenden Gletscher des Eyjafjallajökull. Spätestens hier wird die Entscheidung getroffen, ob die heutige Wetterlage eine Überschreitung des Fimmvörðuháls-Passes ermöglicht; besonders die starken Fallwinde können gefährlich sein.
So wartet denn dann auch am Südende der Morinsheiði der Übergang zu einem schmalen Grat mit dem vielsagenden Namen Heljarkambur (dt. Höllenkamm). Auf der anderen Seite erstreckt sich ein langer Steilhang mit dem passenden Namen Brattafönn (dt. steiles Schneefeld). Hier warten auch im Hochsommer ausgedehnte Schneefelder; gelbe Markierungsstangen und die Spuren der anderen Wanderer weisen uns den Weg nach oben.
Lohn der Mühen ist der 1100m hohe Pass Fimmvörðuháls – eingerahmt von den mächtigen Eiskappen des Eyjafjallajökull (im Westen) und des Myrdalsjökull (im Osten), während man im Süden schon das Meer mit seinem schwarzen Küstensaum sehen kann. Die Landschaft wie auch die Wegführung haben sich nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 komplett geändert. Über Blocklavafelder gelangt man zur kleinen, aber gemütlichen Wanderhütte Fimmvörðuskáli (1078 m). Eine weitere Hütte wartet etwas weiter unten: Baldvinsskáli (920 m). Zwischen diesen beiden Hütten erstreckt sich ein weites Vulkanaschefeld. Von den beiden Hütten geht es nur noch bergab durch das herrliche, grüne, von Wasserfällen und Schafen gesäumte Tal der Skógá.
Besagte Skógá überschreitet man mittels einer Brücke. Von jener Brücke bieten sich zwei Möglichkeiten des Abstiegs: am schnellsten und bequemsten ist der Abstieg über die östlich gelegene Jeeppiste (ca. 1,5–2 h). Etwas länger, jedoch wesentlich reizvoller ist der Wanderweg am Ostufer der Skógá, die sich zum Teil in tiefen Schluchten und über etliche Kaskaden hinunter ins Tal ergießt. Den krönenden Abschluss bildet der Skógafoss, der über den Rand einer ehemaligen Steilküste ca. 60 m in die Tiefe stürzt. Hier endet diese wunderschöne Etappe und die isländische Zivilisation beginnt; direkt unterhalb des Skógafoss befindet sich einer der schönsten und beliebtesten Zeltplätze Islands.

Anreise nach ƤórsmörkAnreise nach ƤórsmörkAnreise nach ƤórsmörkFjallsarlónCamping am SkógafossBlick auf den Eyjafjallajökull (von Süden)

Breiðámörk Trail: Der 3-Seen-Weg: Jökulsárlón – Breidðárlón – Fjallsarlón: 15km
Beim Jökulsárlón handelt es sich um den größten, tiefsten und zweifellos bekanntesten aller Gletscherseen auf Island. Er liegt im Südosten der Insel, direkt an der durchgehend asphaltierten Ringstraße, zwischen dem Skaftafell-Nationalpark und Höfn gelegen.
Der Gletscher des Breiðamerkurjökull speist den Jökulsárlón mit Wasser und riesigen, verschiedenfarbigen Eisbergen, die zunächst durch den See gleiten und anschließend über den kurzen, aber starken Ausfluss des Sees (Jökulsá á Breiðamerkursandi) ins Meer getragen oder durch die Wellenkraft auf die schwarze Lavaküste zurückgeworfen werden.
Ein magischer Ort, der den Besucher schnell in seinen Bann zieht – sei es bei einer Wanderung an der Küste des Sees entlang oder bei einer der geführten Bootstouren auf dem See. Auch Tiersichtungen sind hier möglich: etliche neugierige Seehunde tummeln sich am Ausfluss des Sees, wenige schwimmen in den See hinein und ruhen sich zum Teil auf den Eisbergen aus; auch Große Raubmöwen (Skuas) und Seeschwalben lassen sich beobachten.
Weniger bekannt, weil kleiner und etwas ins Hinterland versetzt, liegt der Fjallsarlón. Dieser See wird vom Gletscher Fjallsjökull gespeist; auch hier finden sich zahlreiche, große Eisberge, die man sich per Schlauchboot-Tour genauer ansehen kann. Seit wenigen Jahren nun gibt es einen neuen, markierten Wanderweg, der diese beiden herrlichen Plätze miteinander verbindet: der 15 km lange Breiðámörk Trail.
Da auf dem Trail keine bemerkenswerten Höhenunterschiede oder Flussdurchquerungen warten, lässt sich die Strecke angenehm in ca. 5 Stunden ablaufen. Auf dem Weg durch die isländische Tundralandschaft kommt man an einem weiterem Gletschersee vorbei, dem Breidðárlón. An allen drei Seen bzw. auf dem gesamten Weg finden sich gute, windgeschützte Stellen zum wilden Zelten; einen Kiosk mit warmen Getränken und Speisen gibt es nur am Jökulsárlón.

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