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Teaserbild: Grandiose Reise nach Absurdistan

Grandiose Reise nach Absurdistan

Eine wenige sind entnervt gegangen – es war einfach zu voll bei der Buchmesse-Lesung aus „Transit“ im tapir. Wer dablieb, hatte die Enge und den Sauerstoffmangel spätestens nach dem Auftritt von Mitherausgeber und Mitautor Jan Oelker vergessen, der selbstgebaute AusrĂĽstungsgegenstände aus der End-DDR vorstellte: Den Eispickel, dessen Material aus den Dresdner Flugzeugwerken „wegorganisiert“ worden war, den mit Trabi-Sicherheitsgurten verstärkten Rucksack oder die modische „Gletscherbrille“.

Damit war der Grundton des Abends angeschlagen: Super-entspannt und humorvoll trotz des ernsten politisch-historischen Themas. Hoffentlich saßen unter den zwischen 200 und 300 Zuhörern nicht nur viele ehemalige illegale Sowjetunion-Reisende (das wurde abgefragt und die Anzahl der Hände, die nach oben gingen, war frappierend groß!), sondern auch viele Geschichtslehrer. Falls die sich wieder mal fragen sollten, wie man heute Schülern auf anschauliche und unterhaltsame Weise nahebringt, wie es denn in der DDR so war, brauchen sie eigentlich nur die Haudegen-Combo von der Lesung einzuladen.

Die Jungs um Uwe MĂĽller (Heinz Heilmann, Frank SchlĂĽtter, Jan Oelker) wussten derartig witzig, ironisch und pointiert ĂĽber ihre absurden Reisevorbereitungen (Dokumentenfälschungen, Beamten-Austricksen) und die Wirrungen während der illegalen Reisen zu erzählen, dass nicht nur klar wurde, dass sie wirkliche Abenteurer waren, sondern dass teilweise auch gelacht wurde, bis die Tränen kamen. Und trotzdem schwang ja immer mit: Zu solchen Absurditäten waren DDR-BĂĽrger selbst dann gezwungen, wenn sie nur in das „Bruderland“ Sowjetunion reisen wollten, um einmal auf wirklich hohe Berge zu steigen. Das Schönste an dem Abend war also zweifellos, dass wir gemeinsam viel zu lachen hatten ĂĽber eine Sache, die damals eigentlich nur zum Heulen war. Danke fĂĽr diese grandiose Geschichts-Lektion! Danke, dass wir diese tolle Lesung im tapir veranstalten durften! Dem Buch ist ein groĂźer Verkaufserfolg zu wĂĽnschen – wer interessiert an einem Exemplar ist, wendet sich bitte direkt an den Notschriften-Verlag.

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