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Teaserbild: Salar de Uyuni & Lagunenroute im Hochland von Bolivien

Salar de Uyuni & Lagunenroute im Hochland von Bolivien

Salar de Uyuni & Lagunenroute im Hochland von Bolivien

Die Beschreibung der Route im „Das Lateinamerika BikeBuch“ hat uns so in den Bann gezogen, dass wir uns dachten, da müssen wir hin. „Diese Fahrt ist kein Picknick und das bolivianische Hochland nicht Disneyland…Sie kann außerdem nur in den Monaten Juli bis Oktober befahren werden, weil man sonst auf den bolivianischen Pisten versumpft, dann ist weder Schieben noch Tragen möglich…Essensvorräte für 10 Tage und 1,5-2 Liter Brennstoff sind obligatorisch…die Biwakausrüstung sollte bis -20°C ausgelegt sein…Das windfeste Zelt sollte im sitzen aufgebaut werden und mit einer Leine am Körper gesichert sein.“ (Das Lateinamerika BikeBuch, Schröder/ Wiegers, 2007). Vielleicht könnt ihr nun ein kleinen wenig besser nachvollziehen warum wir dahin wollten oder uns einfach als verrückt abstempeln. Uns egal, es war die schönste Route, die ich mit dem Rad bis jetzt gefahren bin! Es ist mit nichts anderem in Vergleich bringen zu können. Die Landschaft ist schroff und harsch und das Wetter kennt kein Erbarmen. Am Tage sind es Temperaturen um die 20-30°C mit gleißender Sonne, doch sobald die Sonne verschwunden ist, hatten wir auch schon mal Temperaturen um die -16°C. Der Wind war dann nochmal ein Kapitel für sich, der uns an manchen Tagen schier umgehauen hat, im wahrsten Sinne des Wortes.

Warum Bolivien

Bolivien ist für mich eines der spannendsten, aber auch eines der ärmsten Länder in Südamerika. Obwohl die Menschen nichts haben und ihr Überleben von Tag zu Tag sichern (sie kennen das Wort Zukunft nicht), sind sie mit eines der freundlichsten Völker auf dem Kontinent. Sie leben ihre Tradition, und ihre Kultur ist lebendig, bunt und fröhlich.

Laguna CanapaLaguna ColoradaDer Salar de Uyuni

Was Sie schon immer diese ROUTE wissen wollten…

Der Verlauf:
Von Uyuni ging es gen Norden zu einer kleinen Ortschaft Namens Colchani, bei diesem Ort macht man eine Linkskurve und befindet sich unmittelbar vor dem Salar de Uyuni. Von dort gehen viele Spuren zum ersten Anlaufpunkt auf dem See, das Salzhotel (El Hotel de Sal). Von dort hält man sich an die westliche Richtung, folgt also den Autospuren und kommt auf die Insel Incahuasi.
Dort können Radfahrer umsonst zelten, da wir aber vorhatten, mitten auf dem Salar zu zelten, sind wir noch ein Stück weitergefahren. In den Büchern raten sie davon ab dies zu tun, da sehr viele Touri-Jeeps umherfahren aber das Risiko sind wir eingegangen und es hat sich gelohnt. Es wird wahnsinnig kalt in der Nacht, aber der Sternenhimmel über einen entschädigt für alles und drum herum diese unwirtliche Landschaft.
Am nächsten Tag sind wir Richtung San Juan also in den Süden gefahren, um in diesem kleinen Ort nochmals unsere Vorräte aufzustocken, denn für die nächsten 8 Tage kam keine Versorgungsstation mehr. Außerdem musste wir für die nächsten 3 Tage Wasser mitschleppen, was dann pro Mann so ungefähr 12 Liter waren (Trink- und Kochwasser).
Danach ging’s los auf den weiten Weg vorbei an traumhafte Lagunen in allen Farben, über Pässe die höher sind als der Mont Blanc, vorbei an Geysiren und heißen Quellen, an versteinerte Bäume und das alles auf Straßen, die es manchmal nicht zuließen, weiterzufahren. Da blieb nur die Möglichkeit des Schiebens übrig, auch wenn man das als Radfahrer so ungern tut.

4912m über dem MeeresspiegelArból de PiedraGrenze zwischen Bolivien und ChileAuf dem Weg zur Laguna CanapaSabrinaSkizze

Besonderheiten auf dem Wege:
Im Oktober 2012 machten wir uns also auf den Weg von La Paz mit dem Rad nach Uyuni, unserem Startpunkt der Tour. Wir befinden uns in Uyuni auf 3.670, der höchste Pass auf der Strecke ist 4.912m hoch (zum Vergleich der Mont Blanc ist 4810m). Wer also wirklich gerade erst angekommen ist in La Paz, sollte sich eine Woche Zeit nehmen, sich an die Höhenluft zu gewöhnen. Die Luft dort oben ist mit weniger Sauerstoff angereichert und Anstrengungen gleich doppelt so schwer zu meistern.
Nach einiger Zeit akklimatisiert sich der Körper jedoch und man hat kaum noch Probleme. Weitere Unannehmlichkeiten die die Höhe mit sich bringt, sind zum einen die intensive Sonneneinstrahlung, also immer schön Sunblocker drauf und lange Kleidung an. Das zweite Problem ist die extrem trockene Höhenluft. Ich konnte nur mein Kopftuch als Mundschutz nehmen, zu empfehlen ist ein Mittel gegen Husten mitzunehmen, da es in den abgelegenen Gebiet einfach nicht aufzutreiben ist.
Ein sehr wichtiger Hinweis: auf dieser Route sollte man unbedingt ein GPS-Gerät dabei haben oder zumindest ein Kompass mit sich führen (unter der Voraussetzung, dass man ihn lesen kann). Der Streckenverlauf ist an manchen Stellen nicht sehr eindeutig und es gibt mehr als eine Spur im Sand. Ein ganz wichtigen Hinweis gibt’s zum Nationalpark Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa, in den man rein muss, um die Laguna Colorada zu sehen und die Strecke natürlich weiterzufahren. In unserem Buch sind leider noch veraltete Angaben über den Preis gewesen, so dass wir am Eingang vor einer Überraschung standen und nicht genug Pesos dabei hatten. Glück für uns: der nette Nationalparkwächter hat unsere Dollar angenommen und wir durften weiterfahren. Da sich der Preis über die Jahre immer wieder zu ändern scheint, informiert euch lieber noch einmal in Uyuni, über den aktuellen Stand (Stand 2012: $20).

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