Dein Outdoor-Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: Chile mit dem Rad

Chile mit dem Rad

Chile mit dem Rad

Wir hatten uns dazu entschlossen, während unseres Urlaubssemesters für ein halbes Jahr (Oktober bis März) nach Chile zu  reisen. Die wichtigen Etappen unserer 4230 km langen Radtour waren: von San Javier nach Ushuaia, das Seengebiet um Pucón, die Insel Chiloé und die Carretera Austral. Nach zwei Monaten arbeiten in der Nähe von Cochrane in einem entstehenden Nationalpark erreichten wir schließlich, mit viel Rückenwind auf Feuerland, das „Ende der Welt“ in Argentinien. Während der einmonatigen Busreise zurück nach Chile sahen wir viele Sehenswürdigkeiten in Argentinien, Paraguay und Bolivien. Unter anderem die Wasserfälle von Iguazu, den Titicacasee und Uyuni, die größte Salzwüste der Welt.

Warum Chile

Unsere Wahl fiel auf Chile, da dieses Land mit seinen unterschiedlichen Landschaftsformen begeistert und es als sicherstes Land Südamerikas gilt, was für uns, als unerfahrene Fahrradtouristen, eine große Rolle spielte. Von der Carretera Austral, dem Herzstück unserer Reise,  hatten wir Vorträge gehört und Dokumentationen im Fernsehen gesehen, die uns Lust auf die unglaublich schöne und größtenteils noch unangetastete Natur gemacht hatten.

Hoffen auf Rückenwind in der argentinischen Pampadas Ende der Careterra Austral bedeutet ArbeitAbschied von Fitz Roy und Cerro Torre

Was Sie schon immer über CHILE wissen wollten…

Bekommt man in Santiago gute Fahrräder?
In Santiago gibt es eine Straße, in der es viele Radläden gibt, die Calle San Diego. Dort fanden wir 2 gute Fahrradshops, wo sowohl gute als auch preiswerte Mountainbikes angeboten werden. Trekkingräder befanden sich allerdings nicht in deren Sortiment und da die Verkäufer kaum Erfahrung mit Radreisen hatten,  mussten wir unser Equipment selbst zusammenstellen, (Gepäckträger, Ersatzschläuche und -Speichen, Luftpumpe, Helm, Hörner, usw.) da hilft es schon,  wenn man weiß was man braucht, und Sprachkenntnisse erleichtern den Kauf ungemein.

Wie und wo übernachten?
Zwischen Santiago und Puerto Montt befinden sich viele Campingplätze, Hostals und Hospedajes (meist Familien, die sich durch das Vermieten eines freien Zimmers im Haus, Geld dazuverdienen). Falls nicht, haben wir bei Einheimischen nachgefragt, ob wir in ihrem Garten zelten könnten. Meist war das gar kein Problem, man bekommt sogar oft noch heißes Wasser für Tee oder auch mal ein Spiegelei zum Frühstück angeboten. Auf der Carretera Austral und weiter im Süden, ist es möglich sein Zelt einfach dort aufzustellen, wo man will. Es gibt viele Möglichkeiten, da die natürlichen Wasserläufe alle Trinkwasser führen.

Wie versorgen wir uns?
In den großen Städten gibt es riesige Supermärkte, in denen man so wie auch in Europa einkaufen kann. (Für Frauen ist es allerdings ratsam sich schon vor der Reise mit Hygieneartikeln einzudecken!)  In kleineren Dörfern ist eigentlich immer ein Kiosk zu finden, der alles Lebensnotwendige anbietet. Frisches Obst oder Gemüse ist entlang der Carretera Austral jedoch Mangelware und auch für einen Liter frische Milch hätten wir nach 3 Monaten Milchpulver so Einiges gegeben. Weit im Süden muss dann auch schon mal für 3-4 Tage eingekauft werden, da die Zivilisation mit den südlichen Breitengraden abnimmt. Die Wasserflaschen füllten wir oft in Flüssen oder einfach bei Einheimischen.

Lago General CareraRuta de siete lagos – ein Abstecher nach Argentinientief in Patagonien Capilla de Marmol bei Puerto Tranquillo

Ist es nicht gefährlich?
In Chile selbst hatten wir kaum Probleme, allerdings sollte man in den größeren Städten auf seine Wertsachen aufpassen. Auf dem Land und in der Abgeschiedenheit im Süden fühlten wir uns nie bedroht. Weder von wilden Tieren noch von den wenigen Bewohnern Patagoniens ging während unserer Reise jemals Gefahr aus. Die einzigen Tiere, die uns Angst machten, waren Wachhunde, die böse bellend und zähnefletschend hinter unseren Fahrrädern her rannten. Eine Tetanusimpfung wäre vielleicht nicht schlecht.

Wie finden wir den richtigen Weg?
Das beste Kartenmaterial, das wir finden konnten, befand sich in einem kleinen Heftchen, dem Turistel, das allerlei Informationen über das Land beinhaltet. Im nördlichen Teil der Radtour folgten wir den normalen Straßenschildern, es war alles gut ausgeschildert. Weiter im Süden gibt es nur noch eine große Strasse, wodurch man sich eigentlich nicht verfahren kann.

Ist die Carretera Austral mit dem Rad zu schaffen?
Die Carretera Austral ist im chilenischen Patagonien die einzige Strasse, die die verlassenen Gegenden mit dem wirtschaftlich starken Norden verbindet. Oft ist sie nur ca. 2m breit und größtenteils Schotterpiste, die mit waschbrettartigen Hubbeln übersäht ist. Wir waren uns vor der Reise auch noch nicht sicher, ob wir diese, unter Radfahrern als Herausforderung bekannte, Strecke schaffen würden. Aber wenn das Fahrrad auf der Strecke durchhält und man nicht völlig untrainiert beginnt, dürfte man keine Probleme haben. Die Anstiege sind teilweise extrem steil und anstrengend, aber dafür kann man im Anschluss traumhafte Abfahrten und die herrlichste Natur genießen.

Weitere Tipps für diese Tour:
Außer guten Fahrrädern war es für uns wichtig, das Gepäck auf ein Minimum an Gewicht zu reduzieren. Nicht nur um die harten Anstiege zu erleichtern, sondern auch aus Vorsicht wegen Speichenbrüchen oder Gepäckträgerschrauben. Die teilweise verlassene Gegend zwingt einen im Zelt zu übernachten, da die Etappen zwischen Dörfern und Städten mit dem Rad nicht an einem Tag zu  meistern sind. Campingausrüstung ist für eine Fahrradtour in Patagonien notwendig.
Um Patagonien zu besuchen, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass die Landschaft meist unter sehr ungemütlichen, harschen Wetterbedingungen zu genießen ist.
Unser klägliches Spanisch stellte uns zu Anfang vor eine recht große Herausforderung. Wie erklärt man einem Menschen, dass man gerne in seinem Garten ein Zelt aufbauen würde, wenn man kein Vokabular oder Sprachgefühl zur Verfügung hat? Glücklicherweise hatten wir ein Lehrbuch dabei und konnten unser Spanisch über die Monate so ständig verbessern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiterschmökern

Nachts soll der Wind nachlassen...

Hagen 28. Februar 2005

Vorteil für Jungs mit blauen Augen

Peter 28. Februar 2005

Abenteuer im „Land, wo die Welt zu Ende ist“

Wolfram 18. September 2007

Kein Kaffee, aber Schnaps!

Andrea 28. Juni 2005

Mit der Handbürste im Land der Reste

Stefanie 28. Februar 2005