Neuer Favorit in Sachen Preis-Leistungsverhältnis: Lithang Jacket von Sherpa

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planet tapir Andrea | 12. November 2014

Relativ neu bei uns im Sortiment, mit etwas Skepsis betrachtet und bei ausgefuchsten Kennern und Trägern von Hardshells nicht spontane Begeisterung hervorrufend: das Lithang Jacket von Sherpa. Vier tapire haben die Jacke während unserer Testtour im Karwendel und noch einige Tage danach im Leipziger Schmuddelwetter getestet und sind zu einem wunderbaren Schluss gekommen: “Eine tolle Jacke!”



Steckbrief

Firma: Sherpa
Name: Lithang Jacket
Geschlecht: für Männlein und Weiblein
Gewicht: rund 550 g (variiert je nach Größe)
Farbe: variiert nach Saison; im tapir im Winter 2014/15 in schwarz für die Frauen, in blau für die Männer
Preis: 279,95 €

 

Passform, Tragekomfort und Ausstattung

Beim Anprobieren der Jacken wurde schnell klar, dass die Kleineren unter uns leider nicht am Test teilnehmen würden, da die Jacke relativ groß ausfällt, besonders in der Frauenvariante. Also mussten wir zu einer Größe kleiner greifen. Der Schnitt der Jacke ist ein wenig „kastig“, was aber den Tragekomfort nicht beeinträchtigt. So ist wenigstens gewährleistet, dass im Winter auch noch gut eine dickere Isolationsjacke drunter passt. Die Firma Sherpa verwendet momentan einen einheitlichen Schnitt (unabhängig vom Liefergebiet), Ziel ist es jedoch, ab dem Winter 2016 einen europäischen Schnitt anzubieten. Der Kordelzug am Saum ermöglicht eine perfekte Einstellung der Weite, sodass die Jacke gut abschließen kann und der Wind nicht hereinpfeift.

Die Klettverschlüsse an den Ärmelbündchen sowie die Kordelzüge an der Kapuze sind gut zu bedienen. Die helmtaugliche Kapuze mit versteiftem Schild lässt sich prima am Kopf einstellen, wobei der Kordelzug, der um den Kopf herum nach hinten geht, etwas höher sitzen könnte, um noch besser fixiert zu werden. Das ist jedoch sicherlich von Kopf zu Kopf unterschiedlich und muss einfach ausprobiert werden.

Alle Reißverschlüsse der Jacke sind wasserdicht. Der hinterlegte Frontreißverschluss ist ein Zwei-Wege-Reißverschluss, der oben abgedeckt ist, sodass er nicht am Kinn kratzt. Wenn man ihn von unten öffnen möchte, hakt er ein wenig, was jedoch bei wasserdichten Reißverschlüssen meist so ist. Die Unterarmreißverschlüsse sind leicht zu bedienen und keineswegs störend oder einengend, da sie nicht so steif sind wie bei einigen anderen Jacken.


Begeistert waren wir von den großen Einschubtaschen, die viel Stauraum bieten (eine Flasche Bier stellt kein Problem dar). Das Herrenmodell verfügt über zwei Einschub- sowie zwei Brusttaschen und eine Innentasche; das Damenmodell hat zwei Einschub-, eine Brust- und eine Innentasche. Die Einschubtaschen könnten ein wenig höher angesetzt sein, um sie auch mit Hüftgurt komplett öffnen zu können.

Der großzügige Schnitt, die leicht vorgeformten Ärmel und ein leichter Stretch im Material sorgen für beste Bewegungsfreiheit bei sämtlichen Aktivitäten. Die Ärmel sind lang genug, um auch beim Radfahren noch ein wenig über den Handrücken zu reichen. Die Länge der Jacke wurde von uns vier Testern von „relativ kurz“ bis „schön lang“ bewertet, was verdeutlicht, wie individuell die Ansprüche und damit die Einschätzungen sein können.

 

Material, Wasserdichte und Atmungsaktivität

Das Lithang Jacket ist eine 3-lagig verarbeitete Jacke mit der Himaltec®-Membran, die wie eine Gore-Tex®-Membran funktioniert (PTFE-Membran). Sie hat eine Wassersäule von 20.000 mm und eine Dampfdurchlässigkeit von 30.000 g/m²/24h. Als Außenmaterial ist Polyester verarbeitet und das Innenfutter der Jacke besteht aus Nylon. Die Jacke wirkt auf uns ziemlich robust.

Bei unseren Regentests hat die Jacke gehalten, was sie verspricht: absolute Wasserdichtigkeit. Der abperlende Effekt der Imprägnierung des Außenmaterials war bilderbuchreif, jedoch konnten wir hier leider keine Langzeitstudien anfertigen. Genauso verhält es sich bei der Atmungsaktivität. Unser erster Eindruck ist super, wir sind mit der Jacke gewandert und waren auf den Klettersteigen unterwegs, jedoch haben wir die Jacke aufgrund des zu guten Wetters nicht stundenlang auf Herz und Nieren prüfen können.


Fazit

Trotz der relativ kurzen Testphase sind wir zu einem Schluss gekommen: eine tolle Regenjacke, die sowohl im Alltag als auch auf Tour ihren Zweck erfüllt. Sie ist perfekt für all jene Ambitionierten unter uns, die keine 300, 400 oder noch mehr Euro für ein Hardshell ausgeben möchten. Uns hat das Lithang Jacket überzeugt, für den Preis kann man über die kleinen genannten Details hinwegsehen. Die Verarbeitung der Jacke wirkt sehr vernünftig und das Material langlebig.

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5 Kommentare

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    1
    Rabanus | 13. November 2014, 00:28

    Mir hat das Lithang Jacket beim Tragen ebenfalls sehr gefallen – es hat mich auf Anhieb an das Latok Alpine Jacket von RAB erinnert, das sogar noch etwas größere und hoch angesetzte Taschen hat.

    Den Schnitt des Lithang fand ich ausgesprochen passend, insbesondere für schlanke, hoch gewachsene Männer. Sehr ansprechend war auch die gut einstellbare Kapuze, da war eine Menge Platz für Helm und Mütze drunter, hat mir gut gefallen.

    Wie Andrea schon schrieb eine wirklich spannende Jacke für all diejenigen, die unter 400 € für eine komplett ausgestattete Hardshell ausgeben möchten. Tolles Teil

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    Beate | 22. Juni 2016, 07:25

    Hallo, ich bin auch von der Jacke begeistert! Hatte sie kürzlich bei heftigem Dauerregen an – und bin trocken geblieben.

    Frage mich nur, wie ich sie am besten wasche und imprägniere.
    Außerdem: was ist besser? Oft oder selten waschen?

    Habt ihr einen Tipp für mich?

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    Anne | 23. Juni 2016, 10:47

    Hallo Beate,

    es freut uns, dass du so begeistert von der Jacke bist!

    Eine Regenjacke mit mikroporöser Membran möchte schon von Zeit zu Zeit gewaschen werden, damit die Membranporen frei von Salzen, Fetten und Hautpartikeln bleiben und die Tapes lange halten. Ein guter Indikator für den richtigen Zeitpunkt ist meist der Nackenbereich – sieht dieser leicht schmutzig oder speckig aus: ab in die Waschmaschine! Natürlich ist ein Waschen auch angesagt, wenn die Jacke auf der Außenseite verschmutzt ist.
    Nimm auf jeden Fall ein geeignetes Flüssigwaschmittel wie z.B. das Nikwax Tech Wash! Falsches Waschen ist nämlich genau so fatal wie zu seltenes Waschen!
    Von Werk aus ist das Außenmaterial der Jacke imprägniert. Solltest du nach einigen Wäschen feststellen, dass der Regen vom Außenmaterial nicht mehr so gut abperlt, kannst bzw. solltest du die Jacke imprägnieren (das wirkt sich auch positiv auf den Erhalt der Atmungsaktivität aus). Beim Lithang Jacket eignet sich sowohl Imprägniermittel zum Einwaschen nach der Wäsche, wie z.B. das Nikwax TX.Direct Wash-In, als auch ein Imprägniermittel zum Aufsprühen wie das TX.Direct Spray-On. Letzteres erlaubt auch ein punktuelles Nachimprägnieren beispielsweise der Schultern oder Ärmel.

    Und nun weiterhin viel Freude mit der tollen Sherpa-Regenjacke!

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    4
    Beate | 23. Juni 2016, 20:05

    Liebe Anne, herzlichen Dank für die umfangreiche Aufklärung!
    Werde ich so machen.
    Lg beate

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    Julia | 4. Juli 2016, 18:58

    Gerade zur Zeit würde ich auf fluorhaltige Imprägniermittel verzichten. In meinem Verein verwenden wir die Imprägniermittel von Impregno. Wir alle sind bis jetzt überzeugt davon. Gibt es als Einwaschimprägnierung oder zum sprühen. PFC-frei und kinderleichte Anwendung.

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