Testbericht: Galaxy 300 von Vango

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planet tapir tapir aktuell stefan | 10. März 2016

Wenn es ums Testen eines Familienzeltes bzw. eines Drei-Personen-Zeltes oder größer geht, hat sich im tapir mittlerweile ein festes Testteam gefunden. Somit hatten zum wiederholten Male Matthi, Hugo und ich das Vergnügen, die geräumigeren Schlafplätze zu testen. Wer in dieser „Zweckfamilie“ welche Rolle ausfüllt, kann jeder für sich interpretieren.

Das wir uns als perfektes Testteam sehen, versteht sich von selbst: Matthi mit der längsten tapir Zelterfahrung, Hugo mit seiner Köpergröße von ca. 190cm und ich, das „greenhorn“, der durch zwei Kinder ein starkes Interesse an Familienzelten mitbringt. Wir würden auf die unterschiedlichsten Dinge Wert legen.

Genug der Vorrede, welches Zelt galt es genauer unter die Lupe zu nehmen?


Das Vango Galaxy 300 ist ein Drei-Personen-Tunnelzelt, dessen drei farbig markierte Alubögen den Aufbau sehr einfach machen. Man ist ja mindestens zu zweit mit so einem Zelt unterwegs und muss nicht alleine die Befestigungsösen für die Stangenenden angeln. Lediglich die zwei kurzen Zusatzstangen, die den Vorraum zur Tür hin verlängern und zugleich das Vorraum-Dach straff tragen, sind für Kurzgewachsene wie mich etwas schwieriger zu erreichen, da sie über den höchsten Gestängebogen des Zeltes kreuzen. Aber zu zweit sind sie im Nu montiert. Jetzt noch mit Heringen die reflektierenden Abspannleinen verankern, welche sturzfreies Hineingelangen garantieren, wenn man nachts mit Stirnlampe durch das Zeltlager schleicht, und schon steht die Herberge. Wie es sich für ein Tunnelzelt gehört – in wenigen Minuten. Das Innenzelt ist, wie bei allen Zelten mit außen liegendem Gestänge, bereits eingehängt, kann jedoch bei Bedarf ausgeknöpft werden.

Beim ersten Betreten fällt sofort der geräumige Vorraum mit Stehhöhe auf, der auch für Großgewachsene wie Hugo ausreichend Kopffreiheit bietet. Sehr angenehm ist auch die sechseckige Grundfläche des Vorraumes, die es ermöglicht, dass jeder sein Gepäckstück in eine eigene Ecke räumen kann – es liegen also keine Stolpersteine auf dem Weg zum Schlafbereich. Auch schmutzig oder nass wird da nichts, denn im Vorraum ist eine wasserdichte Bodenwanne eingehängt, die beim Auf- und Abbau des Zeltes montiert bleibt. Durch die komfortable Höhe im Vorraum können dort locker drei Menschen auf Campingstühlen mit normaler Sitzhöhe sitzen. Ebenso gut lässt sich das Vorzelt bei einer Radtour als Fahrradgarage nutzen – und zwar ohne Verrenkungen von Mensch und Material: einfach Räder reinschieben –fertig! Und das alles bei einem Gewicht von unter sechs Kilo und einem wirklich kompakten Packmaß (55 x Ø 25 cm) . Die großen Klarsichtfenster (unter anderem ein originelles, niemals vom Nachbarn einsehbares Oberlicht!) sorgen für viel Licht im Vorraum und helfen so, auch bei schlechter Wetterlage das Gemüt zu erheitern.

Nun zum Schlafbereich: Mit einer Innengrundfläche von 2,10m x 1,80m der Liegefläche finden auch lange Isomatten genug Platz. Auffallend ist die sehr stark abfallende Höhe zum Fußende hin, da nur durch Raum- und Materialeinsparungen im Schlafbereich die Kombination aus einem Vorraum mit Stehhöhe und einem fahrradtauglichen Gewicht erreicht werden kann. Am Fußende ist das Innenzelt dann so niedrig, dass es unweigerlich hin und wieder zu Kontakten zwischen dem Schlafsack-Fußteil und der Innenzeltwand kommt. Dies stört aber nicht weiter, da der Abstand zum Außenzelt groß genug ist und das Galaxy 300 zudem mit einer super-effizienten Belüftung punkten kann und damit selbst unter den schwierigen Bedingungen unserer Ostsee-Testtour das Auftreten von Kondens im Zelt sehr wirkungsvoll minimierte. Kondensfeuchtigkeit war nämlich, bezogen auf das gesamte Starterfeld der diesjährigen Testtour, unsere größte

Herausforderung: Die Luftfeuchtigkeit war hoch und der an sich zuverlässig wehende Küstenwind war leider vollständig eingeschlafen. Wie nass es auch ohne Regen in einem Zelt werden kann, wird immer noch häufig unterschätzt, glaube ich. Allerdings war das im Vango Galaxy 300 auch nicht wirklich zu erleben: Die Zeltkonstruktion mit dem hohen Vorraum begünstigt stark eine kaminartige Lüftungswirkung. Theoretisch können drei Personen plus sehr hohe Luftfeuchte wirklich für viel Niederschlag an den Zeltwänden sorgen. Praktisch wurde die feuchte Luft jedoch zwischen einem kleinen Lüfter am Fußende des Zeltes und dem großen Moskitonetz-Fenster im oberen Drittel der Innenzelt-Tür sehr gut nach außen in den großen Vorraum mit den beiden Dachlüftern abtransportiert. Was dort kondensierte, lief durch die steilen Zeltwände an den Seiten und die starke Dachneigung nach hinten zügig ab. Absolut top – wir hatten, trotz Zelt-Belegung mit drei Erwachsenen, kaum Feuchtigkeit auf unseren Schlafsäcken! Das sah bei einigen unserer Nachbarn, die in kleineren Zelten geschlafen hatten, deutlich anders aus!

Durch den fehlenden Wind war es leider nicht möglich, eine Besonderheit vieler Vango-Zelte zu testen, die auch das Galaxy 300 aufweist: das sogenannte „Tension Band System“. Hierbei handelt es sich eine Stabilisierung der Gestängebögen mit Hilfe von V-förmig unter dem Zeltdach verlaufenden Gurtbändern. Diese werden bei drohendem Wind/Sturm mit Steckschließen am Gestängekanal befestigt und sollen dann Windlast aufnehmen und das Gestänge entlasten. Das Bestechende an dieser Idee: Gurtbänder brechen nicht! Allein diese Gewissheit dürfte bei heftigem Wind schon für ruhigeren Schlaf sorgen. J


Fazit

Das Vango Galaxy 300 ist ein schnell aufzubauendes Drei-Personen-Zelt, das mit seiner Kombination aus niedrigem Schlaf- und hohem Wohnbereich absolut überzeugen konnte. Diese Konstruktion sorgt auch maßgeblich für die wichtigsten Eigenschaften des Zeltes: Viel Platz bei fahrradtauglichem Gewicht und Packmaß. Zwei Fahrräder mit Gepäck passen ohne jede Frage in den Vorraum.

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3 Kommentare

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    1
    Ingrid | 1. August 2016, 17:47

    Hallo,
    Wir verzweifeln fast beim Aufstellen des Zeltes. Wenn man vor dem Eingane steht, schaffen wir es nicht, die rechte Seite des Vorraums flatterfrei zu spannen. Wir bekommen das Aussenzelt auch nicht tief genug. Wenn es nach innen flattert, sammelt der Boden den Regen direkt auf. Uns ist auch ein Rätsel, wie der Boden beim Zelteingang befestigt werden muss. Da gibt es in jeder Ecke zwei Knebelchen. Ist die Wanne beim Eingang hochgezogen? Gehören Häringe in das Querband vor dem Eingang? Ich habe die Aufbauanleitung gelesen und alle Bilder und Videos angeschaut, die ich im Netz gefunden habe, doch die Infos zum Aufbau des Bodens beim Eingang und das Spannen der Seitenwände des Vorraums sind mehr als spärlich. Könnt Ihr uns weiter helfen? Wir sind gerade in den Pyrenäen unterwegs. Fotos könnte ich liefern.
    Vielen Dank und schöne Grüsse
    Ingrid

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    rando | 1. August 2016, 20:03

    Hallo Ingrid,
    unten an der Bodenwanne gibt es an den vorderen Ecken Bodenschlaufen, in die Heringe gehören, um die Wanne straff zu spannen. Wenn die Wanne vorn zu sein soll (siehe Bild 19 im Blogbeitrag), kommen auf jeder Seite beide Knebel in die Tarpaulin-Öse, die sich in etwa 10 cm Höhe innen am Außenzelt befindet. Da man nun sowie eine Stolperfalle hat, muss auch das Aufstellband nicht mit Heringen unten gehalten werden (siehe selbes Foto). Öffnet man aber die “Eingangsklappe” der Bodenwanne, empfiehlt es sich, das Aufstellband durch Heringe an den Boden zu drücken, damit man das Zelt nicht unfreiwillig im Tiefflug betritt.
    Was nun das Spannen der Seitenwand angeht, läßt sich eine Ferndiagnose nicht so gut stellen. Ein korrekt geschnittenes Galaxy deckt mit dem Außenzelt mehr Fläche ab, als die Bodenwanne. Wenn die Seitenwände der Wanne mit den Knebelknöfen in den dafür vorgesehenen Tarpaulin-Ösen befestigt sind, kommt deshalb Spannung auf die Wände der Wanne und sie werden “aufgestellt” (Bild 16 zeigt das). Selbst wenn nun das Außenzelt etwas flattert, dürfte eigentlich kein Regen auf die Wanne laufen. Die Straffheit der unteren Außenzelt-Kante kann auch durch die Position des hohen Gestängebogens am Boden beeinflusst werden: Rückt den Bogen unten ruhig mal ein wenig vor und zurück und nach rechts und links und schaut, was mit den Vorzelt-Wänden passiert – mit Heringen fixiert wird er dann an der besten Stelle. Darüber hinaus hilft nur, das Außenzelt mit Kraft nach vorn spannen – Spannung in der Konstruktion dient auch der Stabilität des Zeltes (Aber Achtung! Die Bodenwanne erst danach einhängen, sonst reißen eventuell die Knebel ab…).
    Es kann natürlich aber auch sein, dass Euer Zelt verschnitten ist – bestimmt könt Ihr dann aber trotzdem einen schönen Urlaub haben, wenn Ihr die Wanne einfach so weit vom Eingang zurückzieht, dass sie nicht mehr unter der “Flatterwand” ist.
    Wenn`s geholfen hat, freuen wir uns – schöne Zeit in den Pyrenäen
    Rando

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    3
    rando | 1. August 2016, 20:07

    Ah, ich habe gerade gesehen, dass ich mich bei den Bildern verzählt habe – ist ja schon spät :-)
    Also, ich meine die Fotos 17 und 20…

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