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Testbericht: Das Wechsel Tempest 2 im Allwettertest auf Island

Testbericht: Das Wechsel Tempest 2 im Allwettertest auf Island

Wo könnte man ein Zelt besser testen, als auf einer Insel, auf der man alle vier Jahreszeiten im Schnelldurchlauf erleben kann? Wahrscheinlich nirgends! Das Wechsel Tempest 2 verspricht Witterungsschutz in allen Lebenlagen und hat gerade einen zweiwöchigen Test auf Island hinter sich.

Das Wechsel Tempest 2 macht einen sehr hochwertigen Eindruck, das Packmaß ist klein und handlich (45 cm lang, 16 cm breit) und das gesamte Zelt inklusive Groundsheet passte problemlos in den Wanderrucksack. Auch das Gewicht des Zeltes inklusive Groundsheet fiel uns mit insgesamt 2,660 kg (2,190 kg für das Zelt, 0,470 kg für das Groundsheet) als angenehm leicht auf und schürte die Zuversicht, dass wir das Zelt problemlos für zwei Wochen durch Island transportieren könnten.

Das erste Basecamp mit dem Wechsel Tempest 2 haben wir auf einem schönen Campingplatz in Laugarvatn bezogen. Für den Aufbau breitet man zuerst das Groundsheet aus und platziert dann das Außenzelt inkl. Innenzelt darauf. Das Innenzelt ist bereits eingehängt, was den Aufbau unheimlich vereinfacht. Als nächstes wird das Gestänge zusammengesteckt. Dieses ist leicht vorgebogen (aber nicht so, dass es vom Packmaß her stört). Insgesamt werden drei Aluminiumstangen durch die jeweils farblich markierten Ösen gefädelt (gelb/orange, rot und schwarz) und anschließend mithilfe der Metallvorrichtung unter Spannung gebracht. Wir haben dann beim ersten Mal etwas mühselig zu zweit das Zelt in seine „Zielform“ gebracht. Später haben wir jedoch herausgefunden, dass sich das Zelt „aus dem Liegen“ auch mit einer einfachen Schwungbewegung durch eine Person ganz leicht aufstellen lässt. Dafür braucht es zunächst ein wenig Übung, aber dann geht es ganz leicht. Abschließend haben wir das Zelt mit den beigelegten Heringen abgespannt. Die Heringe sind ebenfalls schön leicht und wirken trotzdem sehr robust.

Wir waren überrascht, wie viel Platz das Tempest 2 im Innenraum bietet. Das asymmetrische Innenzelt sorgt dafür, dass sich auch eine größere Person problemlos lang ausstrecken kann und sich nicht eingeschränkt fühlt. Wir konnten sogar noch einen unserer Wanderrucksäcke am Fußende verstauen, der Rest des Gepäckes musste jedoch im Vorzelt Platz finden. Obwohl das Zelt eine dunkelgrüne Außenhülle hat, war der Innenraum immer angenehm hell, sodass wir zum Lesen keine Taschenlampe o.ä. brauchten. Da wir über die Mittsommer-Zeit da waren und es nachts quasi nicht dunkel wird, hätten wir vom Zelt fast ein bisschen Dunkelheit gebrauchen können 😉 (aber das wollen wir keinesfalls negativ ankreiden, sondern ist ja den Umgebungsbedingungen geschuldet).Im Innenraum befinden sich zudem auf jeder Seite zwei eingenähte Fächer, in denen sich Kleinkram gut verstauen lässt. Während die „Schlaflänge“ für eine größere Person ausreicht, ist es jedoch mit der Sitzhöhe etwas schwieriger. Hier war es mit einer Körpergröße von 1,80 m nicht möglich, sich aufzusetzen, ohne das Innenzelt Richtung Außenzelt zu drücken. Bei Regen muss man hier als große Person also deutlich vorsichtiger sein, damit man nicht dafür sorgt, dass Innenzelt und Außenzelt sich berühren.

 Das ist uns noch aufgefallen:

Toll sind die vielseitigen Möglichkeiten, die einem das Zelt bietet. Es gibt sowohl links als auch rechts einen Ausgang durch das Vorzelt – einmal in größer, einmal in kleiner, sodass man für alle Gegebenheiten gewappnet ist. Auch kann man die asymmetrische Verlängerung des Innenzeltes über einen Clip ganz einfach lösen und erhält so mit einem Handgriff deutlich mehr Platz im Vorzelt.

Nach einigen Tagen in Laugarvatn haben wir unser Basecamp auf die Halbinsel Snaefellsnes an die Küste von Olafsvík verlegt. Schon bei der Ankunft wurde uns klar, dass wir bisher mit sehr gutem Wetter belohnt worden waren, denn in Olafsvík (wie sollte es auch für ein Küstendorf anders sein?) windete es ziemlich. Auf dem örtlichen Campingplatz gab es wenig Windschutz, sodass wir das Wechsel Tempest 2 auf ebener Fläche auf seine volle Windtauglichkeit testen konnten. Und hier müssen wir sagen, besteht für uns auch einer der Knackpunkte des Zeltes. Der Hersteller schreibt zur Windtauglichkeit: Die drei Flachkanäle „bieten kaum Windwiderstand und minimieren so die Windgeräusche“ und „Das Zelt hat eine aerodynamisch günstige Form und ist dadurch sehr sturmstabil“. Dies können wir so nicht vollständig bestätigen. Durch die Tunnelform kam trotz sorgfältiger Abspannung unsererseits zu wenig Spannung auf den Zeltstoff, sodass der Stoff stark eingedrückt wurde und uns beim Schlafen regelmäßig ins Gesicht „wehte“, auch die Windgeräusche des Zeltes waren trotz Ohrenstöpsel leider sehr laut, sodass die Nächte in Olafsvík für uns kaum Erholung brachten.  Auch als wir am nächsten Tag die Abspanntaktik änderten und die Abspannleinen in voller Länge spannten, brachte dies nicht die erhoffte Besserung. Das Schlafabteil wurde weiterhin vom Wind stark eingedrückt. Zur Information: Laut Wetterbericht betrug der Wind 7-9 m/s – man sagte uns, dies sei für Island „noch recht wenig“.

 Das ist uns noch aufgefallen:

Wichtiger Tipp zum richtigen Abspannen des Zeltes: Man kann sowohl das Außenzelt selbst, als auch das Innenzelt mit einem Ratschensystem nachjustieren. Wir empfehlen, bei jedem Abbau alle Ratschen für innen sowie für Außen komplett zu lösen, um dann angepasst an die Gegebenheiten beim Neuaufbau des Zeltes die Spannung und Abstände passgenau einzustellen.

Nach drei weniger erholsamen Tagen in Olafsvík ging es für den letzten Teil unserer Islandreise nach Akureyri. Da wir nun im Auf- und Abbau geübt waren, testeten wir, wie gut sich das Wechsel Tempest 2 auch durch nur eine Person aufbauen lässt. Mit dem oben beschriebenen Tipp (das Zelt am vorderen Ende mit einer Schwungbewegung nach oben zu bewegen, sodass es Luft fängt), ging dies nahezu problemlos. Einziges Manko hierbei: durch die Spannung auf der Apsis öffnet sich der rechte Eingang und man muss das ein- oder andere Mal nachjustieren.

Nach einem ersten „Schönwettertag“ (für Islandverhältnisse) wachten wir am zweiten Morgen schon mit etwas Nieselregen auf. Der Regen verstärkte sich den Tag über und das Wechsel Tempest 2 hat über zwei Tage eine ordentliche Dusche erhalten. Es ist alles trocken geblieben, dennoch sind uns morgens nach dem Aufstehen viele Tropfen auf dem Innenzelt aufgefallen (vermutlich Kondenswasser aufgrund des Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen), die aber den Stoff nicht nach innen durchdrungen haben.

 Das ist uns noch aufgefallen:

Der Stoff scheint sich durch Regen und Nässe immer wieder leicht zu dehnen, dies macht häufiges Nachspannen erforderlich.

 

Das Wechsel Tempest 2 ist ein solides Trekkingzelt mit einigen tollen Features. Was für uns besonders hervorstach, war das kleine Packmaß und das geringe Gewicht sowie die vielseitigen Möglichkeiten zur Gestaltung der Eingänge und Belüftung. Der Knackpunkt für uns war jedoch die Windtauglichkeit – für ein extrem windiges Umfeld würden wir zu einem anderen Zeltmodell raten. Wir empfehlen zudem, mit zwei Personen das Groundsheet unbedingt mit zu verwenden, da für längere Touren für das Gepäck im Innenzelt zu wenig Platz sein wird, sodass man die Möglichkeit hat, Gepäckstücke auch auszulagern oder bei Regen noch einen Moment länger trockene Füße zu behalten.

 

+ Größen-/Gewichtsverhältnis: für das kleine Packmaß und geringe Gewicht bekommt man ein wirklich geräumiges Zelt

+ zwei Eingänge und die Möglichkeit, die Apsis vorne komplett zu öffnen sorgen für Vielseitigkeit und eine tolle Belüftung

+ Ventilationsöffnungen sind, sobald einmal arretiert, super stabil

+ Innenzelt ist bereits eingehängt (und man kann dies auch so lassen)

+ trotz dunkler Außenhaut lässt das Zelt viel Licht hinein

+ Reißverschlüsse des Innenzeltes sind nur in eine Richtung zu öffnen und können sich im Eingang an nur einer Stelle treffen (wir empfanden das als vorteilhaft, da man so nie nach einem Reißverschluss suchen musste)

 

– beim Groundsheet muss man etwas raten, welche Seite für oben und welche Seite für unten gedacht ist

– Windgeräusche und Windstabilität: hier kennen wir von anderen Zelten eine bessere Performance

Tempest 2

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719.95€

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