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Teaserbild: Der Platzwart informiert: 1.200 mm Wassersäule am Zeltboden – kein Grund zur Sorge!

Der Platzwart informiert: 1.200 mm Wassersäule am Zeltboden – kein Grund zur Sorge!

Was? Nur 1.200 mm Wassersäule am Zeltboden? Das ist doch gar nicht dicht! Wir haben den Test gemacht – und zwar zweistufig: Zuerst ganz klassisch mit der bekannten Druckmessung im Suter-Tester. Danach mit einer simulierten Hard-Core-Praxissituation. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie vorsichtig man damit sein muss, die Eigenschaften eines beschichteten Zeltstoffes allein am Ergebnis einer Druckmessung festzumachen. Grundsätzlich hat uns das nicht überrascht – im Detail waren aber sogar wir verblüfft.

Da im Wesentlichen immer wieder die Wasserdichtigkeit der Beschichtungen von US-amerikanischen Herstellern in Zweifel gezogen wird, haben wir uns auf diese konzentriert und unseren Wasserdichtheits-Test auf die Böden von Nemo Hornet, Big Agnes Copper Spur HV UL und MSR Hubba beschränkt. Diese sind mit Wassersäulen von 1.500, 1.200 und 3.000 mm angegeben, was vielen europäischen Nutzern als viel zu gering erscheint.

Schon ein wenig Hintergrundwissen rüttelt an dieser Skepsis: Anders als europäische Hersteller geben die US-Amerikaner die Wassersäulen-Werte nämlich nicht für Böden im Neuzustand an, sondern nach einer simulierten 5-jährigen Nutzung. Dafür werden die Stoffe bestimmten Schnellalterungs-Prozeduren unterworfen – erst danach wird der Drucktest gemacht.

In unserem Drucktest konnte vor allem der MSR-Boden eindrucksvoll beweisen, dass amerikanische 3.000 mm einfach dichter sind als europäische 3.000 mm 🙂 Im Suter-Tester überzeugte auch Big Agnes, bei Nemo dagegen hätte die Stiftung Warentest wohl eher ein „zufriedenstellend“ vergeben. Die Details gibt’s im Theorie-Teil unseres Test-Videos:

Ehrlich gesagt, hat uns ja das Drucktest-Ergebnis vom Nemo Hornet nicht so riesig gefallen. Andererseits hatten wir uns von Anfang an vorgenommen, dem sehr akademischen Drucktest einen Test folgen zu lassen, der deutlich näher am Camping-Alltag sein sollte. Aber Stopp – als Alltag wünscht man sich das ganz und gar nicht, was wir da veranstaltet haben: Wir haben nämlich unsere Testzelte ins gut gefüllte Wasserbecken gestellt und dann auf den Zeltböden das Packen eines Rucksacks simuliert. Schlimmer geht nimmer! Jedenfalls nicht unter dem Aspekt „Wasserdruck auf den Zeltboden“.

Die Ergebnisse waren überzeugend! Beim MSR Hubba hat uns das ja nicht überrascht. Big Agnes konnte mit dem Copper Spur HV UL die gute Performance im Suter-Tester nicht ganz bestätigen. Echt verblüfft waren wir vom Nemo Hornet! Aufgrund der Ergebnisse im Drucktest haben wir darin den Rucksack besonders lange gepackt und besonders hart mit den Knien gepresst – der Stoff erwies sich als absolut dicht! Unser leichtestes Zelt hat damit mehr als eindrucksvoll das Laborergebnis aus dem Suter-Tester relativiert! Wer’s sehen möchte, schaut sich den Praxis-Teil unseres Test-Videos an:

Ultraleichte Zelte haben ultradünne Böden. Auch die Beschichtungslagen dürfen nicht zu dick sein, um das Gewicht nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Unser Test hat aber eindeutig bewiesen, dass sich aus diesen beiden „abgespeckten“ Komponenten trotzdem gut wasserdichte Böden bauen lassen. Wer allerdings einen in jeder Situation zu 100 % wasserdichten Zeltboden erwartet, sollte als Bodenmaterial auf PVC-, polyethylen- oder polyurethan-beschichtete Stoffe mit einer Wassersäule von 10.000 mm und höher zurückgreifen. Ein Ultraleicht-Zelt lässt sich damit jedoch nicht herstellen.

Wer es also so leicht wie möglich will, muss mit gewissen Risiken leben. Dazu zählt auch, dass unter schwierigen Bedingungen Feuchtigkeit durch den dünnen Boden gedrückt werden kann. Vielleicht verlieren aber sogar eher auf Sicherheit bedachte Camper ihre Furcht vor nicht 100 % wasserdichten Zeltböden, nachdem sie in unserem Test mit dem Big Agnes Copper Spur HV UL gesehen haben, wie eine solche Überlastung ganz konkret aussieht. Sicher ist das für viele Nutzer nicht gerade eine Mücke – aber ein Elefant ist es nun ganz gewiss auch nicht.

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