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Nicht ganz dicht - oder? Mit einer Softshell durch den nasskalten Herbst

„Softshell oder Hardshell?“, das ist oft die Frage bei der Zusammenstellung der Ausrüstung für die anstehende Tour. Der Blick in die Wettervorhersage hilft gerade jetzt um diese Jahreszeit nur bedingt weiter. Wird es anstrengend, macht einem die Aussicht auf Nebel oder den echt fiesen englischen Landregen die Entscheidung nicht einfach, denn oft reicht die Atmungsaktivität der Membranen von Regenjacken nicht aus, bei hochpulsigen Aktivitäten einen optimalen Klimakomfort zu garantieren. Doch komplett nass werden, völlig durchweicht auf dem Gipfel, in der Hütte oder im Büro ankommen will man ja auch nicht. Da lohnt sich ein intensiverer Blick in Richtung Softshelljacken, die heutzutage gern als eierlegende Wollmilchsau gelten und bei fast 90 % aller Unternehmungen – was den Wetterschutz angeht – ausreichend sein könnten.

Was ist eigentlich unter einer Softshelljacke zu verstehen? Ein leidiges Thema, darüber können wir tapire lang und ausgiebig und teils sehr kontrovers diskutieren.

Früher, als die Softshelljackenentwicklung noch in ihren Kinderschuhen steckte, galt als grobe Abgrenzung von den Regenjacken, den sogenannten Hardshells, das Fehlen einer Membran als Kriterium. Doch davon sind wir bei den heutigen Jacken mit ihren ganzen technischen Möglichkeiten mittlerweile weit entfernt. Dahin will auch keiner mehr zurück.

Heute gibt es neben den klassischen Softshelljacken, die sich durch ein flexibles und windabweisendes Material auszeichnen, auch andere Jackenmodelle, die dank einer Membran winddicht oder nahezu komplett windabweisend daher kommen. Diese Jacken sind in der Regel mehrlagig aufgebaut.


Ihr Oberstoff besteht aus einem abriebfesten, oft auch wasserabweisenden Materialien (Polyamid oder Polyester) mit oder ohne DWR-Finishing (durable water repellant) und zeichnet sich durch einen guten Feuchtigkeitstransport aus. Darunter wird dann eine windabweisende/winddichte Membran verarbeitet, während als dritte Lage auf der Innenseite Fleece oder Velour für ein gutes Tragegefühl sorgt. Doch das ist noch nicht alles: Zusätzlich zu den winddichten Jacken gibt es Hybrid-Jackenmodelle unter den Softshells, bei denen an exponierten Stellen auch noch eine wasserdichte Membran (mit und ohne getapte Nähte) eingesetzt wird. Das erweist sich als perfekt für alle, die bei Regen (oder beim Eisklettern…) nicht auf den Komfort einer Softshelljacke verzichten wollen.

Bleibt also festzuhalten, dass die modernen Softshelljacken dank ihrer Materialkombinationen ein breites Spektrum der Einsatzmöglichkeiten abdecken. Doch nicht nur das: Es geht bei auch bei einer Vorauswahl nicht nur um die eingesetzten Materialien. Die Jacken unterscheiden sich dann auch noch im Hinblick auf Taschenanzahl und -anordnung, ob sie mit oder ohne (helmtaugliche) Kapuze ausgestattet sind, ob sie Kordelzüge mit (Einhand-) Tankas am Bund als Verstellmöglichkeit haben oder ob sie mit einer Unterarmbelüftung ausgestattet sind. Auch über das Eigengewicht der Jacken und die Passform (Stichwort verlängerte Rückenpartie) denkt der ein oder andere zusätzlich noch nach. Bei all den ganzen Features und Detaillösungen fällt es selbst uns manchmal schwer, einen Überblick zu behalten. Um die (Vor-)Auswahl etwas zu erleichtern, versuchen wir doch einfach mal ein Ranking unter den Softshelljacken entsprechend des Materialeinsatzes und der sich daraus ergebenden Einsatzmöglichkeiten zu erstellen.

Was (fast) alle Softshellmodelle auszeichnet, ist ein weicheres, flexibleres Material. Die Jacken haben je nach technischem Anspruch eine ergonomische Passform. Mit dem körpernahen Sitz macht man nicht nur eine gute Figur, sondern die elastischen Materialien machen beim Klettern auch raumgreifende Bewegungen mit. Die eingesetzten Materialien trocken in der Regel sehr schnell wieder, wobei die Trocknungszeiten logischerweise auch abhängig sind von der Dicke der verbauten Materialien – es gibt ja auch gefütterte Wintersoftshell-Modelle. Die weicheren, flexibleren Materialien sind im Vergleich zu den Hardshells zudem auch Garanten für ein angenehmes Tragegefühl, bessere Regulierung des Körperklimas bei sportlichen Aktivitäten und eine höhere Bewegungsfreiheit. Man hört in dem Zusammenhang sehr oft den Anspruch: gute Performance bei mehr Komfort!

Und eben bei ihrer Performance unterscheiden sich dann die Jacken. Deshalb kann es von Vorteil sein, sich im Vorfeld genauer zu überlegen, was man mit seiner neuen Jacke alles machen möchte und in welchen Bereichen man eher kompromissbereit ist.


Ist man auf der Suche nach einer Jacke, die einen vor dem Auskühlen schützt, dabei aber viel Schweiß nach außen transportiert und bei Regen in der Tasche bleibt, dann fällt die Wahl wohl auf eine membranlose Jacke, die zudem eher körpernah geschnitten ist. Für Ski- und Trekkingtouren oder auch fürs Bergwandern sind sie nahezu perfekt, da der Klimakomfort auch beim schweißtreibenden Aufstieg komfortabler ist und man in ihnen nicht das Gefühl hat, im eigenen Saft zu stehen. Diese Jackenmodelle sind aufgrund ihrer Webart windabweisend. Man muss sich bei ihnen aber auch darüber bewusst sein, dass sie oft auch schon einem leichten Regenschauer nichts entgegensetzen können. Ist man länger oder bei vorhergesagt instabilem Wetter unterwegs, sollte daher eine leichte Regenjacke im Gepäck nicht fehlen.

Ist man auf der Suche nach einer winddichten Jacke, die zudem auch feuchten Morgennebel und leichtem Nieselregen abhalten kann, dann wird es wohl eine Softshelljacke mit Membran. Das winddichte Außenmaterial schützt vor den genannten Wetterunbilden und kann in zugigen Höhen Unterkühlung verhindern. Wer noch mehr Wetterschutz sucht, sollte zudem auch auf eine wasserabweisende Behandlung des Außenmaterials (DWR) achten, die den Regen zumindest am Anfang noch gut abperlen lässt. Leider lässt der „Perleffekt“ im Lauf der Zeit vor allem an den Scheuerstellen nach. Der Einsatz einer Membran in Softshelljacken hat aber seinen Preis: Je nach eingesetzter Membran lässt das Material nicht mehr so viel Wasserdampf durch, weshalb man mitunter Abstriche beim Tragekomfort machen muss. Gerade Radfahrer, aber nicht nur sie, sollten deshalb genau abwägen, wo ihre Präferenzen liegen.

 

 

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