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Teaserbild: Neuer Multifuelkocher von MSR – und eine schwere Entscheidung…

Neuer Multifuelkocher von MSR – und eine schwere Entscheidung…

Aus Whisperlite International wird in diesem Frühjahr Whisperlite Universal. Was zunächst nur nach einer schnöden Namensänderung klingt, ist in Wahrheit für den MSR-Kocher ein seit Langem erwarteter Schritt ins 21. Jahrhundert. Aus einem der bekanntesten „Nur-“ Benzinkocher wurde durch eine kleine Veränderung im Inneren ein Universalkocher, der nun sowohl klassisch weiter mit Benzin als auch mit Gas, Kerosin oder Petroleum betrieben werden kann.  Und: er „flüstert“ hoffentlich weiterhin beim Kochen so leise, dass man seine Zeltnachbarn am Morgen nicht verärgert, nur weil man bei Sonnenaufgang schon am Berg unterwegs sein will.

Auf meinen ersten Touren  begleitete mich zunächst ein Juwel-Benzinkocher, bevor ich dann einen noch kompakteren russischen Benzinkocher bekam, auch liebevoll „Smert Alpinistov“  genannt, da er – ähnlich wie der Juwel – beim Vorheizen und manchmal auch beim Kochen zur plötzlichen Stichflamme neigte. Beide Kocher wurden Mitte der Neunziger Jahre in den Ruhestand geschickt – eine Flugreise stand an und Kocher mit integriertem Benzintank wurden schnell vom Grenzschutz bei der Rucksackkontrolle rausgefischt. Nach etwas Recherche, damals noch ohne Internet, stand schnell fest: Der Whisperlite sollte für die kommenden Jahre zum ständigen Begleiter auf Tour werden.

Nun ist er da – der Universal von MSR. Und wurde natürlich in unserer tapir-Kocherecke gleich auseinandergenommen, zusammengesetzt und getestet, sodass ich nun vor einer (wirklich) schwierigen Entscheidung stehe: schicke ich meinen alten MSR-Benzinkocher in den Ruhestand (zusammen mit meinem kleinen PocketRocket-Gaskocher) und fahre in Zukunft mit dem Whisperlite Universal durch die Welt, um dann vor Ort entscheiden zu können, ob ich die Gas- oder Benzinvariante wähle? Oder verweigere ich mich den neuen Errungenschaften, bleibe bei meiner alten Lösung und muss mich vor Antritt der Reise entscheiden, welcher Kocher für mein leibliches Wohl unterwegs sorgen wird.

Brennergewicht: International: 460g / Universal: 380g
Düsen: 
International: Benzin mit selbstreinigender Düse (mit Schüttelnadel – Shaker Jet ™ Technologie)
Universal: Benzin (Kennzeichnung: UG), Gas (Kennzeichnung UC), Kerosin (Kennzeichnung UK)  mit selbstreinigender Düse (mit Schüttelnadel – Shaker Jet ™ Technologie)
Brennleistung (1 Liter Wasser):
International:   Benzin: 3,5 Minuten (ohne Vorheizen)
Universal: Benzin: 3,5 Minuten (Ohne Vorheizen), Gas: 3,75 Minuten, Kerosin: 4,4 Minuten
Regulierbarkeit:
International: das Benzin wird noch im flüssigen Zustand reguliert – mit mehr oder weniger großen Erfolgen
Universal: beim Benzineinsatz bleibt das Problem auch weiter bestehen; beim Einsatz der Gaskartusche kann die Brennleistung des Kochers deutlich besser reguliert werden

Vom Aufbau her hat sich scheinbar beim eigentlichen Brenner nichts geändert: Er bleibt ein klein zu verpackender und zuverlässiger Kocher, dessen simpel gehaltene Konstruktion zuverlässig auch auf langen Touren seine Dienste tun wird. Lediglich die Konstruktion der Standfüße und der Brennerdeckel wurden etwas verändert. Die Füße sind jetzt aus Edelstahl-Flachprofilen gefertigt, stehen damit stabiler und der Brennerdeckel aus Stahl wurde zur Gewichtsreduktion durch einen baugleichen Deckel aus Aluminium ersetzt. Und der Kochtest hat gezeigt, dass die technischen Werte von MSR (Cascade Design) im Hinblick auf die Kochzeit für einen Liter Wasser (kalt aus der Leitung) auch in der Praxis bei ca. 15 °C bestätigt werden konnten (knapp 3 min mit Gas und gut 4 min mit Benzin und Vorheizen).

Die Regulierbarkeit war und ist ein Dauerthema beim Whisperlite-Modell, denn  Koch-Gourmets  mit langsam vor sich hinköchelnde Speisen verzweifelten regelmäßig unterwegs auf Tour. Bei schneller Runterregulierung verlosch der Kocher auch schon mal – das hatte Primus zu dieser Zeit bei seinem Benzinkocher bereits anders gelöst. Damit es bei uns unterwegs auch mal z.B. Pancakes gab, lösten wir das Problem mit der zu großen Hitze beim Whisperlite mit dem Nachbau eines „heißen Steines“ – und Steine gab es auf unseren Bergtouren meist mehr als genug. Und auch sonst konnten wir mit ein wenig Fingerspitzengefühl leckere Sachen zubereiten. Beim Whisperlite Universal sollte dies kein Problem mehr sein: Einfach eine Kartusche statt Benzin mitnehmen!

Wer einmal morgens durch einen Primus Optimus geweckt wurde, wird das hörbar leisere Kochen des MSR-Brenners schätzen (und die mitreisende Umgebung auch 🙂 ). Der mitgelieferte Kartuschenfuß – den es wohl leider einzeln noch nicht nachzukaufen gibt – sorgt für eine Platzierung der Kartusche kopfüber und gewährleistet damit eine optimale Brennstoffzufuhr auch bei niedrigen Temperaturen. Und lässt sich auf langen Touren im Ausland mal keine Schraubkartuschen auftreiben, kann mit wenigen Handgriffen schnell auf Benzin oder einen anderen Flüssigbrennstoff umgestellt werden, ohne das viel Werkzeug vonnöten ist (1/4 Drehung mit dem kleinen mitgelieferten Service-Werkzeug oder dem eigenen Multitool). Zudem gibt es von MSR einen Titanlöffel (gut v.a. beim Essen der Trekkingnahrung zu nutzen), der gleichzeitig auch als Werkzeug funktioniert. Bis auf den Wechsel der Gasdüse kann der Löffel auch beim Whisperlite Universal eingesetzt werden und wir hoffen, das MSR den Löffel zukünftig auf die neuen Anforderungen umstellt. Allerdings – und das wollen wir an dieser Stelle nicht verschweigen: Geflüstert wird nur beim Benzin- oder Kerosinbetrieb. Nutzt man die Möglichkeit, mit Gas zu kochen, wird der Whisperlite genau so laut wie andere Kocher.

Für das Zubehör ist im Packbeutel ein kleines Reißverschlussfach integriert, so dass die Düsen, Dichtungsringe und das Werkzeug verliersicher aufbewahrt werden können. Der neue Deckel der Benzinflasche ist gegen versehentliches Öffnen gesichert und das Putzkabel im Schlauch kann erst verwendet werden, wenn die Anschlussteile (für die Kartusche oder die Benzinpumpe) vom Schlauch gelöst worden sind. Außerdem sollte man beim Düsenwechsel unterwegs auf die kleine Schüttelnadel achten, damit sie nicht verloren geht.

Wie wird meine Entscheidung ausfallen?

„Schaun mer mal“, hat mal einer gesagt… 🙂

 

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