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Teaserbild: 11111 Kilometer durchs australische Outback – Reisealltag in Down-Under

11111 Kilometer durchs australische Outback - Reisealltag in Down-Under

11111 Kilometer durchs australische Outback - Reisealltag in Down-Under

Wer die Möglichkeit sucht, einmal wochenlang durch das absolute Nichts zu fahren, ist in einem Land goldrichtig: Australien! Kleinster Kontinent der Welt und doch so unfassbar groß. Kängurus und Koalas, blütenweiße Strände, Sommerfeeling, Bier- und Beach-Mentalität und in der Mitte das Outback. Mit Simpson Desert und Great Sandy Desert eine der am wenigsten erschlossenen und unberührtesten Regionen der Welt. Und eine der schönsten.

Warum Australien

Freiheit! Das war der erste Gedanke, der mir bei Australien in den Sinn kam. Durch seine unfassbare Entfernung zu Europa, den interessanten Erzählungen von Leuten, die schon dort gewesen waren und auch aufgrund der Tatsache, dass sich Freunde von mir in Queenslands Hauptstadt Brisbane niedergelassen hatten, entschloss ich mich, ein halbes Jahr den fünften Kontinent zu erkunden, sowie einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. In besonderer Erinnerung ist mir dabei die Wüstentour mit meinem chilenischen Kumpel Tomás geblieben.

Blick vom Kings Canyon auf das OutbackDer Koala - das zweitberühmteste Tier AustraliensDas Wahrzeichen Australiens - der Uluru

Was Sie schon immer über AUSTRALIEN wissen wollten…

Die Vorgeschichte
Nachdem wir uns beim Tomaten pflücken in Bundaberg/Queensland das nötige Kleingeld zusammengespart hatten, standen wir vor der Entscheidung, entweder eine Reise entlang der Ostküste mit den australischen Großstädten Sydney, Melbourne und Adelaide zu machen, oder in das rätselhafte Outback zu fahren. Die nächste, damit direkt verbundene Frage lautete: Ein Auto kaufen oder ein Auto mieten. Wir hatten drei Wochen Zeit und konnten uns aufgrund der Größe des Kontinents leider nicht treiben lassen. Durch einen glücklichen Zufall und ein preiswertes Angebot bei dem Vermieter Europcar mieteten wir schließlich unser Auto in Brisbane an und hatten genau 21 Tage Zeit, es in Cairns im äußersten Nordosten Australiens wieder abzugeben – mit einem klitzekleinen Zwischenstopp im Herzen des Outback und meiner Meinung nach im faszinierendsten Bundesstaat, dem Northern Territory.

…das klingt doch nach Stress, oder?
Im Gegenteil! Nur 50 Kilometer westlich von Brisbane beginnt schon das Outback. Zunächst in einer endlosen Steppenlandschaft mit vereinzelten Bäumen, später folgen nur noch ein paar Tussock-Gräser bis hin zu den ersten Sanddünen. Ab diesem Zeitpunkt kann man theoretisch einen Stein auf das Gaspedal legen. Die Stunden verstreichen und die Landschaft zieht an einem vorbei. Vorsicht ist vor den zahlreichen Kängurus geboten, die sich zur Dämmerung auf den warmen Asphalt legen! Ab und an rollt mal ein riesiger „Roadtrain“ vorbei, ein Lastwagen von der Größe eines Zuges, vor dem man lieber als erster auf den Seitenstreifen ausweicht. Prinzipiell hört man viel Musik, macht kurze Pausen in der Wüste, fotografiert Sonnenauf– und Sonnenuntergänge und schaut sich nachts den fabelhaften Sternenhimmel an.

Und wo habt ihr übernachtet?
Wir haben drei Wochen im Auto geschlafen, nämlich in einem kleinen roten Hyundai Getz mit drei Türen. Nicht immer bequem, aber ein echtes Erlebnis! Es war schon ein lustiges Ritual, jeden Abend die großen Trekkingrucksäcke von der Hinterbank des Autos zu verstauen, sodass man die beiden Sitze noch ausreichend nach hinten klappen konnte, um zu schlummern. Nach 21 Tagen begann der Rücken ein wenig zu schmerzen, aber es hatte sich wirklich gelohnt. Auf den wenigen Straßen, die durchs Outback führen, haben wir uns immer ein Plätzchen an der Straße gesucht. In Gregorys „Road-Atlas of Australia“ sind Parkplätze eingezeichnet, auf denen unentgeltliches Campen möglich war.

Und die Orte im Outback…
…bestehen häufig aus einem einzigen Haus. Dieses Gebäude beherbergt dann Tankstelle, Hotel, Restaurant und Supermarkt in einem. Es ist immer wieder amüsant, wenn man auf eine australische Karte schaut, und dort glaubt, einen größeren Ort zu sehen. Das Gebiet ist extrem dünn besiedelt, manche Landwirte besitzen Farmen, die so groß wie Mecklenburg oder Sachsen sind. Mehr als die Zucht von Schafen oder Rindern ist hier aber auch nicht möglich. Wir hatten teilweise über 150 Kilometer von „Haus zu Haus“ zu überbrücken.

Ein RoadtrainBlick auf das Great Barrier Reef mit Green Island, im Hintergrund CairnsImmer geradeaus - verfahren unmöglich!Whitehaven Beach im Great Barrier ReefBlick auf die OlgasUnser treuer Begleiter für drei WochenSonnenuntergang am UluruMenschenleer - die Grenze zwischen Queensland und dem Northern TerritoryIn den Weiten des OutbacksEntspannung im Nitmiluk NationalparkWandern im Dain Tree NationalparkBaden in der Timor Sea, Darwin

Was ist wichtig für so einen Trip in die Wildnis?
Wasser! Am besten gleich einen 10-Liter Container für jede Person kaufen. Und Nahrungsmittel, sodass man für ein paar Tage autark leben kann. Wir haben gleich nach der Anmietung des Autos in Brisbane einen Großeinkauf für eine Woche gemacht. Zudem einen Ersatzreifen. Bei einer Panne kann es passieren, dass stundenlang kein Auto vorbeikommt. Und natürlich einen Schlafsack. Auch im Outback kann es nachts sehr kühl werden, vor allem in den zentralen Regionen. Und erwartet nicht zuviel! Die Landschaft ist oft sehr monoton und einsam. Gerade dies macht meiner Meinung nach aber den Reiz dieses Fleckchen Erdes aus. Unendliche Weiten bis zum Horizont gibt es hier im Überfluss.

Was war nun das Ziel eurer Reise?
So banal das klingt, aber es ging uns vor allem um das Gesamterlebnis. Wir hatten keine festen Pläne gemacht. Entferntes Ziel war sicherlich die Region des sogenannten „Red Centre“ mit dem Uluru (Ayers Rock), sowie den Olgas und dem Kings Canyon. Gerade im australischen Winter (Juni/Juli) ist ein Besuch dieser Gegend sehr zu empfehlen. Aber auch der hohe Norden mit dem Nitmiluk Nationalpark, dem Lichtfield-Nationalpark, der tropischen Stadt Darwin an der Timor Sea, sowie der Outbackway über Karumba in Richtung Cooktown und abschließend die Fahrt durch den Daintree Nationalpark nach Cairns sollten atemberaubende Meilensteine unserer Reise werden.

Sitzt man also nur im Auto?
Nein. Obwohl es natürlich Tage gab, in denen wir nur gefahren sind. Aber auch das ist nicht zu vergleichen mit dem Stress auf einer europäischen Autobahn. Zudem waren wir viel wandern, wie beispielsweise im Kings Canyon (Kings Canyon Rim Walk), haben die Umgebung um Uluru und Kata Tjuta (Die Olgas) erkundet, Ausflüge im Kakadu Nationalpark zu den Salzwasserkrokodilen unternommen und uns die Märkte von Darwin angeschaut.

Versteht man unter dem Synonym „Outback“ nur trockene, wüstenhafte Regionen?
Nein. Das Outback von Queensland besteht beispielsweise auch aus Regenwald, wie der Daintree Nationalpark bei Cairns. Es sind, allgemein gesagt oft Regionen, die sich fernab der Zivilisation befinden. Tatsächlich gibt es auch größere Städte im Outback wie Mount Isa, wo Bergbau betrieben wird und natürlich auch Alice Springs, Oase und als Gateway zum Uluru/Ayers Rock, Touristenmagnet und kulturelles Zentrum des Northern Territory.

Ist Australien wirklich der giftigste Kontinent der Welt?
Prinzipiell ist schon etwas Wahres dran, aber die Australier sehen es eher gelassen. Sicherlich gibt es an manchen Orten, wie auf Fraser Island tellergroße Spinnen oder man sieht mal eine Schlange. In den seltensten Fällen kommt man mit diesen Tieren aber direkt in Berührung. In den Sommermonaten ist beim Sprung ins Meer in den nördlichen Gefilden Australiens ein Neoprenanzug wichtig, um sich nicht von den Nesseln der Seewespe oder Portugiesischen Galeere stechen zu lassen. Besondere Vorsicht ist bei stehenden Gewässern um die Küstenregionen geboten. Die bis zu 6 Meter langen Salzwasserkrokodile können durch die Regenzeit teilweise 100 Kilometer ins Landesinnere gespült werden und fühlen sich auch im Süßwasser pudelwohl. Als gefährlichstes Tier habe ich aber tatsächlich die Kängurus empfunden. Im Dämmerlicht und bei Nacht sieht man sie nur sehr schwer. So manches Autowrack im Straßengraben zeugt von einem Zusammenprall zwischen Fahrzeug und den teilweise 1,80 Meter hohen Bewohnern des Outbacks.

Welche Besonderheiten kann man auf so einer Tour erleben?
Das sich in einer menschenfeindlichen Gegend Menschen angesiedelt haben, ist schon erstaunlich. Die Aborigines, die als Ureinwohner Australiens gelten, sind wahre Profis im Überleben in der Wüste. Zudem gibt es Dörfer wie Hermannsburg, die von deutschen Missionaren gegründet wurden und in denen noch heute Apfelstrudel nach deutschem Rezept serviert wird. Ein großes Highlight ist es zudem, sich den Sonnenauf– und Sonnenuntergang am Uluru/Ayers Rock anzuschauen. Der Inselsberg dominiert das gesamte Zentrum wie kein zweiter Berg und Start und Ende des Tages sind Symphonien des Lichts. Auch die Wanderungen im Kings Canyon sind lohnenswert und bieten tolle Ausblicke auf das Outback. Für mich war der krönende Abschluss ein Flug über dem Great Barrier Reef. Das über 2000 Kilometer lange Riff, dass sich die halbe Ostküste Australiens hinunterzieht, sieht man selten so genial wie aus der Vogelperspektive. Die ganzen kleinen Inseln und die tollen Farben werden so am besten deutlich.

Am Ende der Reise hatten wir 11111 Kilometer auf unserem Tacho stehen, waren eine unglaubliche Erfahrung reicher und können sagen: Australien ist ein Traum für alle, die ein paar Wochen richtig abschalten wollen!

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