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Teaserbild: Mit dem Auto quer durch den Iran

Mit dem Auto quer durch den Iran

Mit dem Auto quer durch den Iran

Mit dem Auto quer durch den Iran?! Warum nicht – und so starteten wir unser Reiseprojekt im März 2016. Mit unserem treuen VW-Bus T3 sind wir 7 Wochen (Mai-Juli) durch den Iran gereist. Von Teheran bis Yazd, vom Kaspischen Meer bis in die Wüste. Dabei besuchten wir nicht nur touristische Attraktionen (Isfahan, Tabriz, Mashad,…), sondern auch versteckte Winkel an Straßenrändern. Die Gastfreundlichkeit und die schönen Gebäude haben uns verzaubert und gerade deswegen würden wir den Iran wärmstens weiterempfehlen!

Warum Iran

Uns interessierte schon immer die Kultur und die Menschen in einem muslimisch geprägten, noch dazu in einem politisch stark kontrollierten Land. Denn oft haben wir in den Medien eher negativ geprägte Informationen erhalten. Wir wollten "eintauchen" in die Geschichte, in die Natur und natürlich auch in die Religion. Und wir sollten Recht behalten, denn es gibt bestimmt 1000 Gründe, in den Iran zu fahren.

Unser treuer BusMohnblumen bei dem DamavandEinladung zum Familienessen in Yazd

Was Sie schon immer über den IRAN wissen wollten…

Wie seid ihr gestartet?
Vom 14. Mai bis 02. Juli waren wir, Clemens und Sophie, mit unserem orangen VW T3 Bus im Iran auf den Straßen unterwegs. Wir sind im März in Deutschland gestartet und nach 3 Monaten über die Türkei (Barzargan) eingereist. Mit etwas Geduld und Ruhe ist alles machbar und so dauerte der Grenzübertritt etwa 2 Stunden. Unser Auto wurde nicht inspiziert. Wichtig ist, dass das "Carnet de Passage" richtig gestempelt und unterschrieben wird. Ein internationaler Führerschein reicht und eine Autoversicherung konnten wir direkt an der Grenze kaufen. Etwa 46,-€ für 30 Tage bei "Iran Insurance" ca. 500 Meter nach der Grenzstelle. Erst mit allen Unterlagen konnten wir vollständig einreisen.

Der Start im Iran
Der Ort Bazargan bietet nichts Besonderes, es ist besser in den nächstgrößeren Ort Maku zu fahren und dort Geld zu wechseln (an der Grenze der Kurs ungünstig). Maku hat eine riesige Steilwand und einige Hotels zu bieten, wo wir auch auf dem Hotelparkplatz umsonst übernachten konnten. Im gesamten Iran gibt es keine Campingplätze im europäischen Sinne; daher übernachteten wir problemlos auf ruhigeren Straßen, auf den Parkplätzen von Parks, auf Hotelparkplätzen oder bei Iraner_innen.
Der nächste Ort Tabriz lohnt sich mehr für einen Aufenthalt. Neben schönen Moscheen gibt es hier einen Teppichbazar (der größte im Iran) und direkt vor dem Basar ist eine sehr hilfreiche Touristeninformation (Basar Haupteingang, 1. Stock). In den vielen Parks gibt es Toiletten (wichtig!) und Wasser.

Teheran
Am 5.Tag sind wir weiter nach Teheran gefahren. Die Autobahn ist super ausgebaut und gratis für Touristen_innen. Teheran ist berühmt für das Verkehrschaos; wir empfanden es daher als sehr viel entspannter, das Auto außerhalb zu parken (z.B. Chitgar-Park) und dann mit der Metro in die Stadt zu fahren.
Dabei bitte die Geschlechtertrennung beachten: Ein Pärchen darf bei der Männerabteilung weiter hinten einsteigen. Wir wurden gleich am ersten Tag zu einer Stadtrundfahrt mit einem Besuch des Milad-Towers (ca. 20 000 Tuman) eingeladen. Der Fernsehrturm ist der sechströßte der Welt und von oben hat man eine wunderschöne Sicht über die Stadt. Wir schliefen die gesamte Zeit bei einer Familie, die sich dem islamischen Glauben gewidmet hat. Daher hieß es: getrennt schlafen und die eine oder andere politische und relgiöse Einstellung erfahren. Als anstrengend empfanden wir die gut gemeinten, manchmal hilfreichen Tipps und Hinweise.
Bei den vielen Einladungen wussten wir schnell zu unterscheiden, welche ernst gemeint waren und welche nicht. Am besten immer 2-3 mal ablehnen – wenn sich die Einladung wiederholt, ist sie garantiert ernst gemeint.
Für vegetarisches Essen empfiehlt sich das "Ananda"auf der Kh. Pasadaran 10 (Behstal). Wir nutzen die Zeit für unsere Visabeschaffungen für die Länder Turkmenistan und Usbekistan. Das usbekische Visum dauert ca. 10 Werktage und kann in Teheran später abgeholt werden. Etwa die selbe Zeit benötigt das turkmenische Visum (5-Tage-Transit); dies kann auch in Mashad abgholt werden.

Die schönste Stadt Irans
Für uns ging es weiter nach Kashan. Die Stadt ist von alten Lehmhäusern und dem Persischen Garten "Baq-de-Fin" geprägt. Lohnenswert ist die Aussicht über die Stadt vom Basar aus, wo eine kleine Treppe auf das Dach führt (Timche-ye Amin at Doweleh). Der Garten ist etwas teuer (ca. 20 000 Tuman), aber dort ist es schön kühl und die Quelle sowie die Bäume und ein großer Pavillon (wunderschön!) spenden Schatten.
Unser nächstes Ziel war Isfahan, die wohl schönste Stadt im Iran (neben Shiraz). Wir mochten diese so sehr, dass wir 6 Tage dort verweilten. Das viele Grün lädt ein zum Picknick (Lieblingshobby mancher Iraner_innen) und Entspannen. Wir begannen unsere Tour am Platz "Meydan Imam", dann ging es weiter zur Großen Moschee (20.000 Tuman, zur Gebetszeit jedoch kostenlos), zur Lotfallah Moschee (20.000 Tuman), dem Palast Ali Qapu (25.000 Tuman), dem Basar, dem Palast Chehel Sotun (Palast der 40 Säulen, 25.000 Tuman), der Brücke Pol-Khadjou und dem Park von Hasht Behesht mit seinem Pavillon.

Die Wüstentour
Nach diesen vielen Eindrücken sind wir weiter Richtung Yazd gefahren. Dort haben wir nicht nur unser Visum problemlos für 30 Tage verlängern lassen (Tourist Police – Department for Foreigner Affairs Meydan-e Abouzar), sondern haben uns auch von der Stadt verzaubern lassen. Ruhig und klein sind die vielen Gassen zwischen den Lehmhäusern; viele Restaurants mit Dachterassen (Blick in die Wüste) und kleine Läden mit Handwerkssouvenirs schaffen ein schönes Ambiente. Wir haben unter anderem das Wassermuseum (Kh. Quiyam, 18.000 Tuman) besucht, das wir unbedingt weiterempfehlen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Freitagsmoschee (10.000 Tuman – zu Gebetszeiten frei), der Basar (es ist auch möglich durch eine Treppe auf die Kuppeln des Basars zu gelangen), die Windtürme und das Mausuleum der 12 Immame (10.000 Tuman).
Zudem nutzten wir dort die Gelegenheit, um in die Wüste zu fahren. Etwa 6 km von Yazd entfernt führt eine Straße direkt zu den riesigen Sanddünen und einem See. In der Nähe des Sees gibt es ein Camp, wo man in Lehmhütten übernachten kann, allerdings etwas preisintensiv. Ab dort benötigt man ein allradbetriebenes Fahrzeug (oder geht zu Fuß). Wir sind damals weitergetrampt, was ganz einfach war, da viele Menschen aus dem Iran zu diesem Punkt fahren, um dort ihre Quads-(Motorbikes ect.)-Künste vorzuführen.
Wir wurden vor Ort natürlich wieder von einer Großfamilie eingeladen, sodass wir mit Essen und Geschenken überhäuft wurden. Nach 5 Tagen ging es zurück Richtung Teheran, auf dem Weg übernachteten wir in Tudeshk.

Pavillion im Kuppel der Lotfallah-Moschee in IsfahanPalast der 40 Säulen in IsfahanTreffpunkt für Offroad-Touren in der WüsteWasserfall am Pass beim Damavandkleiner Wüstensee bei Yazd

Eine Bergbesteigung?
Das Guesthouse ist eine Oase der Entspannung mit schattigen Plätzen und leckerem Essen. Es ist möglich, dort das Auto im Hof abzustellen (Kontakt: Mohammad Jalali). Auf der weiteren Durchreise besuchten wir den Ort Abyaneh, der aber nur durch einen steilen Berg und mit Eintritt zu erreichen ist (ca.5 €). 

Der Ort an sich ist mit den roten Felsen und alten Gebäuden sehr hübsch, allerdings sehr verlassen und unspektakulär. Zurück in Teheran haben wir unsere Visa für Usbekistan abgeholt. Im Norden von Teheran wollten wir den Damavand (5671 m) besteigen, jedoch hat uns ein Bergführerverein (Iranian Mountaineering Foundation in Reineh) davon abgeraten, aufgrund des schlechten Wetters und der nicht allzu schönen Besteigung. Es ist wichtig, vorher eine Genehmigung für 50$ pro Person in Gusfandsara zu kaufen. Wir fuhren mit dem Auto Richtung Lar und kamen so dem Damavand ein Stück näher. Im Mai sind hier viele Mohnblumen zu sehen. Es ist kein Problem, am Wegesrand zu zelten oder mit dem Auto stehenzubleiben. Ab und zu kommen Hirten mit ihren Herden vorbei. Auch der Stausee Lar (Sad-e Lar) soll sehenswert sein. 

Auf der Hauptstraße nach Amol Richtung Norden kurz nach Gazanek, ist rechterhand ein Ort mit einem Wasserfall gelegen. Dafür überquert man den Fluss über eine Brücke im Zentrum und folgt der Straße rechts hoch (keine Ausschilderung) und kann kurz vor einem weiteren Ort parken. Der Weg zum Wasserfall ist zu Fuß etwas schwer erreichbar – am besten fragen und den Trampelpfaden folgen. Bei der kleinen Holzbrücke über den Fluss gibt es einen steilen Hang (mit Toilettenschild), der abenteurlich aussieht. Alles in allem ist der Weg nicht sehr sicher, aber der Wasserfall (15 m) ist beeindruckend. Wir übernachteten unten am Fluss im Dorf, es gab genug Parkplätze. 



Weiter zur Schwarzmeerküste
Vorbei an Reisfeldern sind wir an der Schwarzmeerküste angekommen (Mahmutabad). Das Landschaftsbild ändert sich, endlich mehr Bäume. Dennoch ist hier Stadt an Stadt gebaut, mit unzähligen Fast-Food Restaurants, Shopping-Meilen, Hotels und anderen Dingen. Wir fuhren bei Nur an den Strand und waren etwas enttäuscht. Frauen und Männer sollen getrennt in winzigen abgesteckten Bereichen baden gehen. Und überall liegt viel Müll; außerdem wird das Abwasser ins Meer geleitet. Wir blieben 3 Tage im Wald von Nur (kurz vor der Stadt links, Djangale-Nur-Schild beachten). Nicht nur Koyoten, sondern auch andere wilde Tiere gibt es dort. Toiletten und Wasser sind vorhanden, ebenso etliche ruhige Stellplätze. 

Wir fuhren Richtung Fereydun-kenar, um Bekannte aus dem Iran wiederzutreffen. Der Strand ist etwas schöner, ein nettes Shisha-Kaffee (keine Kopftuchpflicht) gibt es am Rand der Stadt direkt am Strand. Die weitere Strecke führte uns nach Gorgan und 150 km weiter zum Golestan-Nationalpark (Eintritt frei). Der Park ist nicht ausgeschildert – sobald viele Bäume am Straßenrand stehen und ein Weg rechts abbiegt, ist man am Ziel. Das Besucherzentrum befindet sich vor Ort, außerdem etlichen Picknick-Stellen. Übernachten war kein Problem (WC und Wasser vorhanden). Es gibt jede Menge zahme Wildschweine zu sehen, die früh und abends herumwühlen. Tiefer in den Park hineinzugehen, ist leider nicht erlaubt, aber dennoch ist der Nationalpark ein schöner und schattiger Platz, kurz bevor die Wüsten-Strecke nach Mashad beginnt. 


Klettern im Iran?

Mashad selbst ist ein Magnet für Gläubige. Das Zentrum bilden das Mausoleum von Imam Reza (mit Anmeldung vorher zu besichtigen) und einige Moscheen. Der Basar ist nicht sehenswert. Wir holten unsere Turkmenistan-Visa ab und übernachteten an einem der vielen Parks. Uns interessierte vielmehr das Klettergebiet in der Nähe, etwa eine Autostunde entfernt: Einfach der Hauptstraße von Mashad nach Quchan folgen, kurz nach Chanaran links abbiegen und nach etwa weiteren 5 km wieder links abbiegen. Eine riesige Felswand hat etwa 10-20 Kletterrouten mit Bohrhaken von Schwierigkeitsgrad 5-10 zu bieten. Der Felsen ist sehr scharfkantig. Um in das Klettergebiet zu kommen, müssen für ein Auto etwa 3€ pro Person gezahlt werden, egal wie viele Tage man bleibt. Jedoch haben wir gesagt, dass wir auf dem Rückweg bezahlen und wurden später nicht neu angehalten. Neben der Wand gibt es einen Fluss und eine riesige Parkplatzfläche (Übernachten kein Problem). Folgt man der Straße weiter zum Dorf, führt ein 1,5-stündiger Wanderweg zu mehreren Wasserfällen mit Badeplätzen. Nach einigen Tagen klettern sind wir weiter zur Grenze nach Turkmenistan gefahren. Achtung: Im Visum stehen Einreise-/Ausreiseort fest!



Abschied

Es gibt vier Grenzübergänge, soviel wir wissen (Tangeli Pol, Dargaz, Loftabad und Sarakhs). Wir sind über den kleinen Grenzübergang Loftabad eingereist (1 Stunde Zeitverschiebung). Das Carnet de Passage war ein kleines Problem, da wir erst nach 3 Stunden einen Stempel bekommen haben (Stempel, Datum, Unterschrift immer überprüfen!). 

Insgesamt waren wir überwältigt von der Gastfreundlichkeit, wenngleich diese auch manchmal aufdringlich war. Es ist interessant, die vielen unterschiedlichen Lebensweisen und Meinungen mitzuerleben. Für uns war die Zeit ein Abenteuer, das wir nicht missen möchten. Trotz der vielen Regeln und Vorschriften haben wir uns nur selten unwohl gefühlt. Mit dem Auto war alles kein Problem, es gibt genügend Werkstätten und der Diesel ist sehr günstig (keine Dieselkarte, etwa 15 Cent pro Liter). Die Polizei hat uns nur zweimal angehalten und ist ansonsten sehr hilfsbereit gewesen.

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