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Das alles und noch viel Meer: Strand- und Surfurlaub an der Algarve

Mein diesjähriger Sommerurlaub führte mich zusammen mit meiner Freundin nach Portugal an die Algarve. Die erste Woche verbrachten wir mit ihrer Familie im südlichen Barão de São João zum Strandurlaub. Die zweite Woche widmete sich dann ganz meinem langjährigen Traum, surfen zu lernen. Dafür waren wir in einem urigen Surfhostel am südwestlichsten Ort Europas, in Sagres.

Die Algarve ist aus verschiedenen Gründen ein empfehlenswerter, vielseitiger Ort: Zum einen hat man die atemberaubende Südküste mit wunderschönen Stränden und guten Badebedingungen. Zum anderen hat man die raue, wellenreiche Westküste mit perfekten Surfbedingungen, vor allem auch für Anfänger. Diese beiden Seiten der Algarve verbindet das – Mitte September – immer noch warme, sonnige Wetter. Auch gesellschaftlich gibt es viel Unterschiedliches zu sehen: Von Hippiekultur bis Surfer Lifestyle aus dem Van.

„Eine Woche nur Strandurlaub?“, werden sich viele denken. Doch wie vielseitig das sein kann, zeigt uns die Algarve. Innerhalb unserer 7 Tage in Barão de São João probierten wir sechs unterschiedliche Strände an der Südküste aus. Drei Strände sind hier besonders hervorzuheben. Praia Marinha, der wohl bekannteste, ist in einer kleinen Bucht an einer Steilküste aus Sandstein gelegen und ziert auch viele Postkarten. Er ist zwar etwas überlaufen (was nicht überrascht), aber trotzdem unbedingt sehenswert. Ein völliges Gegenstück dazu stellt Praia do Vale da Lama dar. In der dünigen Landschaft hier war kaum eine Menschenseele zu sehen. Mein Lieblingsstrand war aber Praia do Zavial, vor allem, weil es hier gute Bedingungen zum Scimboarden, also Gleiten mit einem Board über seichtes Wasser, gab. Cool an der Südküste ist aber auch die Hippiekultur: Am Auswandererort (mit auch überraschend vielen Deutschen) gibt es viele kleine Hippiemärkte mit der Möglichkeit, Klamotten und Zubehör für den Van oder Ähnliches zu kaufen. Auch die Freikörperkultur an vielen Stränden hat uns überrascht. Das Highlight war aber ein Eremit, der allein mit seinen sieben Hunden in einer Höhle am Strand lebt. Eine Wanderung haben wir trotz hoher Temperaturen schließlich in der Woche auch noch untergebracht. Die Tour ging durch das Tal von Vinha Velha und war ebenfalls sehr abwechslungsreich: Aus dem Waldgebiet Mata Nacional do Barão de São João ging es zum Trümmerfeld von Relvas, das (Zitat) „vielleicht auch nur von Bulldozern lieblos zusammengeschoben wurde“. Auch das kleine Hippiedörfchen Vinha Velha überraschte uns mit einem Bauernhof samt freilaufender Schweine und einer eigenen Rudolf-Steiner-Schule. Die Landschaft war insgesamt eher karg. Ab und zu sah man am Wegesrand geschälte Korkeichen mit Erntemarkierungen, die sehr typisch für die Region sind.

Nach all der Entspannung am Strand kam nun die Aktivwoche mit täglich 3-4 Stunden surfen. Ich hatte hohe Erwartungen an diese Woche, die leider auch voll erfüllt wurden. Warum leider? Leider, weil ich so schnell nicht mehr von diesem Sport loskommen werde und an nichts anderes mehr denken kann! Ich checke täglich die Wellenlage und einen Neoprenanzug habe ich mir direkt nach dem Urlaub natürlich auch gekauft. Der nächste kurze Surftrip diesen Winter ist auch schon fest geplant. Aber zurück zur Algarve: Unser Tag begann immer mit einem leckeren Frühstück mit dem ganzen Hostel. Danach fuhren wir mit Benji, dem türkisen Van, von Sagres zum Amado Beach Spot. Dort angekommen hatten wir jeden Tag – unserem Level angemessen – einen anderen Trainer, der mit uns nach einem kleinen Warm-up losgelegt hat. Gesurft wurde durchgängig mit Softboards. Wegen der Wassertemperatur war auch ein Neoprenanzug notwendig, den man aber kostenlos vor Ort leihen konnte. Es gab auch einen Verleih für die, die ohne Kurs surfen wollten. Gerade für Anfänger ist der Strand wegen des guten Beachbreaks, des sandigen Untergrunds und der geringen Strömungen traumhaft, sodass ich auch schon nach vier Tagen von den Weißwasserwellen zu den Grünwasserwellen übergehen konnte. Weißwasserwellen sind bereits gebrochene Wellen, in denen man das Aufstehen und Balancieren auf dem Brett gut üben kann. Auch leichte Turns, also das Wenden des Boards, werden hier bereits geübt. Wenn man die Schritte des Aufstehens fließend beherrscht, geht es dann weiter zu den grünen Wellen, also den ungebrochenen Wellen. Diese müssen angepaddelt werden und Timing ist hier von entscheidender Bedeutung. Nach einem Tag mit sehr viel Wasserschlucken und einiger Frustration macht das Surfen in den grünen Wellen dann aber spätestens am zweiten Tag umso mehr Spaß und gibt einem erst den richtigen Kick. Die Surfstunden waren meistens auf 2 x 1,5 Stunden mit kleiner Mittagspause aufgeteilt. In den Unterbrechungen hatten wir außerdem auch viel Zeit, die anderen, durchweg netten Hostelbewohner (vor allem Deutsche und Österreicher, aber auch Belgier und Tschechen) besser kennenzulernen und die eine oder andere Runde Wizzard bzw. Schafkopf zu spielen. Um 17:00 Uhr ging es dann wieder zurück zum Hostel, wo wir uns entweder etwas gekocht oder als Gruppe zusammen zu „Three little Birds“ in Sagres Burger essen gegangen sind. Insgesamt war die Atmosphäre im Hostel sehr entspannt und jeder kam auf seine Kosten – ob nun beim Spieleabend im Hostel, Sonnenuntergang am Cabo de San Vicente oder Feiern in der überraschend ergiebigen Party- und Barszene von Sagres.

Beste Reisezeit
Mitte September ist als Reisezeit ziemlich gut, weil es nicht mehr ganz so voll in Portugal ist, gleichzeitig aber das Wetter immer noch super und warm ist. Surfen geht an der Westküste das ganze Jahr lang und wir haben auch genügend Surfer gesehen, die dort mit dem Van überwintern.

Anreise
Definitiv mit dem Flieger oder, wenn man Zeit hat, als Roadtrip mit Zwischenstopps. Die Verbindung Berlin-Faro ist preiswert und Leihautos sind in Portugal viel billiger als in Deutschland. Wir haben 8 € pro Tag gezahlt! Auch unbedingt nochmal 1-2 Wochen vorher schauen, da fallen die Preise nochmal ordentlich. Personalausweis und Führerschein reichen.

Unterkunft
Wenn man einen Surfkurs machen will, rentiert sich ein Surfhostel oder Surfcamp meistens. Für eine Woche Kurs ohne Ausrüstung und Unterkunft zahlt man schon mindestens 250 €. Mit Unterkunft geht es dann bei knapp 400 € los und man hat Transfer und Frühstück dabei. Auch das Abendprogramm mit den Hostelvolunteers war sehr angenehm.

Verpflegung
Billige Supermärkte wie LIDL gibt es zum Glück viele in den größeren Orten. Hier ist die PiriPiri-Sauce stark zu empfehlen und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich auch LIDLs Pastel de nata probiert und genossen habe. In Sagres kann man gut bei „Three little Birds“ Burger essen gehen. In Barão de São João gab es zwei kleine Tante-Emma-Läden, in denen vor allem die Tofu- und Saitanpreise überraschend niedrig waren.

Geld
Währung ist der Euro und man kann fast überall mit Kreditkarte bezahlen. ATMs gibt es eigentlich auch überall.

Sprache
Portugiesisch ist Landessprache. Englisch versteht aber so gut wie jeder und die Surfkurse waren auch auf Englisch.

Verkehr
Die Straßen sind vor allem in den ländlichen Bereichen mäßig gut ausgebaut. Kurz vor dem Strand sind es oft nur noch Schotterpisten. Es gibt eine Maut auf den Autobahnen, die etwas tricky ist. Beim Autoausleihen unbedingt absprechen!

  • Spezielle Surfersonnencreme mit Zink, die wasserfest ist
  • Badehose (wichtig!😉) und Sonnenschirm
  • Pulli und Jacke, weil es nachts auch mal kalt werden kann
  • Trekkingschuhe und Sonnenhut fürs Wandern
  • Neoprenanzug, wenn man nicht in einen noch teilweise nassen, fremden Anzug steigen will

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