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Backpacking in Japan

Backpacking in Japan

Nach dem Abitur zog es meinen Freund Clemens und mich in die weite Welt hinaus. Wir wollten so viel wie möglich sehen und erleben, weswegen wir eine Mini-Weltreise antraten, die uns in drei Monaten durch Japan, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Singapur, Indonesien und Neuseeland führte. Japan findet sich, unberechtigterweise, noch nicht auf dem Radar der Touristenmassen. Umso besser für uns! So konnten wir authentisch eine vollkommen andere Kultur kennenlernen, die sich zwischen Tradition und Moderne nicht stärker unterscheiden könnte, aber dennoch beides in Einklang bringt. Wir reisten zweieinhalb Wochen mit unseren Rucksäcken durch Zentraljapan, angefangen in Tokio, mit einem Zwischenstopp am Mount Fuji, über Kyoto/Nara nach Osaka.

Clemens hatte schon immer davon geträumt, nach Japan zu gehen, weil ihn die Kultur so faszinierte. Gesagt, getan! Außerhalb der Kirschblütenzeit ist das Land nicht gerade als beliebtes Urlaubsziel bekannt und erst recht nicht als Backpacker-Hochburg. Aber gerade das macht es zu einem tollen Reiseland abseits der ausgetretenen Pfade, mit spannender Mischung aus neuartiger Technik (allein der Klogang ist schon ein Erlebnis), unglaublicher Landschaften und immer präsenter Tradition. Jetzt antworte ich jedem, der fragt, welches unserer vielen Reiseländer mich am positivsten überrascht hat: Japan!

Tokio

Gestartet haben wir unsere Tour in Tokio, der Hauptstadt Japans und gleichzeitig größten Metropolregion der Welt. Um diese aufregende Stadt vollständig zu erkunden, bräuchte man Jahre, aber in fünf Tagen kann man auch schon viele coole Sehenswürdigkeiten entdecken. Neben den Must-Sees Tokyo Tower, Skytree und Meiji-Tempel hat es uns vor allem das digital-interaktive Kunstmuseum “teamLab borderless” angetan. Dort kann man mit Projektionen auf Wänden und Boden interagieren, sich durch einen leuchtenden Kletterparkours hangeln und die Farben eines Lichtregens per App steuern.

Um dem Großstadtdschungel zu entkommen, sind wir außerdem einen Tag in den idyllischen Vorort Kawagoe gefahren und können es nur jedem empfehlen! Hier konnten wir traditionelle Tempel besuchen, die noch immer täglich genutzt werden, japanische Gerichte an Straßenständen kosten und Einheimische in ihrem Alltag erleben.

Fuji

Das Wahrzeichen Japans schlechthin. In den Sommermonaten wird er täglich von Tausenden bestiegen, aber ab Mitte September werden die insgesamt acht Stationen nach und nach für die Touristen gesperrt. Was nicht heißt, dass es nicht trotzdem möglich ist, bis zum Gipfel zu klettern, wenn man Erfahrung hat und sich der Risiken bewusst ist. Eigentlich wollten wir vom Fuße des Fujis hoch bis zur 5. Station wandern, haben uns dann aber auf Grund von Krankheit dafür entschieden, wie alle anderen Touristen mit dem Bus zu fahren. Auf der 5. Station gibt es einen riesigen Parkplatz, Toiletten und Restaurants, uns hat es aber weg von den Massen und rauf auf die Gipfelroute gezogen. So sind wir innerhalb von 20 Minuten (angegeben mit einer Stunde) zur 6. Station hochgewandert und konnten dort die Aussicht und Ruhe abseits der Menschenmassen genießen. Auf dem Weg trafen wir einige andere Abenteuerlustige, die von der 8. Station kamen und bereits auf dem Abstieg waren.

Übrigens muss man extremes Glück haben, um den Mount Fuji vom Tal aus in seiner vollen Pracht zu Gesicht zu bekommen. Manchmal versteckt er sich nämlich wochenlang hinter dicken Wolken. Wir konnten ihn glücklicherweise noch in der aufgehenden Sonne unseres Abreisetags bewundern.

Takayama

Ein kleines Städtchen nordwestlich von Tokio. Hier wurden wir von der japanischen Kultur geradezu mitgerissen. Mit einer traditionellen Altstadt mit vielen kleinen Handwerksläden, einem historischen Dorf, welches gleichzeitig ein Freilichtmuseum ist, einem Wanderweg, der durch herbstliche Wälder zu den Schreinen und Tempeln der Stadt führte, Onsen (Baden in heißen Thermalquellen) und dem typischen Takayama-Ramen, eine deftige und unglaublich leckere Nudelsuppe, sind wir hier einige Tage in das japanische Leben eingetaucht. Dieser Ort ist ein echter Geheimtipp, wenn man Japan außerhalb seiner hypermodernen Technik-Welt kennenlernen möchte.

  • Japaner sind sehr höflich, pünktlich und ordentlich. Man findet auf den Straßen weder Müll noch Mülleimer, Abfall wird einfach mit nach Hause genommen und dort entsorgt. Auf den Rolltreppen stellt man sich auf die linke Seite, damit rechts Mitmenschen, die es eilig haben, vorbei können, und an Bus- und Metrostationen bildet man Schlangen, sodass es beim Einsteigen kein Gedränge gibt.
  • Getränkeautomaten, sogenannte Vending Machines, gibt es an jeder Straßenecke. An wirklich jeder. An ihnen bekommt man für 80-100 ¥ kalte und heiße Getränke in kleinen Flaschen und Dosen.
  • Als nicht-asiatische Reisende bleibt man meist unter sich. Andere Europäer oder gar Deutsche trifft man selten, chinesische Touristen dafür umso mehr.
  • In Japan ist die Religion allgegenwärtig. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man in Tempeln auf Geschäftsleute in Anzügen trifft, die in ihrer Mittagspause noch kurz zum Gebet kommen. Deshalb sollte man sich beim Besuch von Tempeln unbedingt respektvoll verhalten.
  • Absolute Empfehlung für Reisende mit kleinem Budget: Convenience Stores, sogenannte Konbinis, also Mini-Supermärkte, in denen es warme und kalte Getränke, Snacks, Fertignudeln, Drogerieartikel und Bentos (fertige Boxen mit Reis und Curry) zu kaufen gibt. Die Bentos können an der Kasse aufgewärmt werden und man erhält Essstäbchen, sodass man sofort essen kann. Es gibt kostenloses WLAN, Toiletten, Mülleimer, einen Drucker und einen Geldautomaten. Sie haben 24 h geöffnet, die Preise sind angenehm und man findet immer einen im Umkreis von 500 m.

Beste Reisezeit

Japan ist natürlich für die Kirschblüte im Frühjahr bekannt. Da wird es schon mal sehr touristisch und teuer. Generell kann das Land aber das ganze Jahr über bereist werden, da sich das Klima stark zwischen Norden und Süden unterscheidet und man eigentlich immer irgendwo Strand- oder Skiwetter findet. Den Herbst in Zentraljapan können wir sehr empfehlen: viel Sonne, Temperaturen im zweistelligen Bereich und eine wunderschöne Laubfärbung.

An- und Einreise

Die Anreise erfolgt per Flug. Direktflüge ab 11 Stunden; mit Zwischenstopp z. B. in Warschau oder Moskau min. 15 Stunden Flugzeit.

Die Einreise verläuft schnell, unkompliziert und organisiert. Als Tourist darf man sich mit Stempel im Reisepass 90 Tage visumfrei in Japan aufhalten. 

Sprache

Gesprochen wird natürlich Japanisch. Jüngere Einheimische sprechen auch ein wenig Englisch, ansonsten wird es mit der englischen Verständigung spannend. Die meisten Japaner sind sehr hilfsbereit, sodass Sprachbarrieren auch gern mit Händen, Füßen und einem Lächeln überwunden werden.

Die japanischen Schriftzeichen auf Schildern und Essensverpackungen zu entziffern, ist selbst mit Google-Übersetzer fast unmöglich, die wichtigsten Auskünfte sind jedoch auch in Englisch verfasst. Außerdem findet man die meisten Informationen im Internet, welches überall gut funktioniert.

Geld

In Japan bezahlt man mit Yen. Der aktuelle Wechselkurs ist 1 € zu 121 ¥. Mit Visacard kann man an fast allen Bankautomaten Geld abheben, allerdings wird eine Gebühr erhoben. Die Preise für Essen, Unterkünfte und öffentlichen Nahverkehr kann man mit europäischen Standards vergleichen.

Infrastruktur

Japans Infrastruktur ist perfekt. Berühmt ist der Shinkansen, ein Hochgeschwindigkeitszug, aber auch die Reisebusse, Metros, normalen Züge und Linienbusse sind sehr gut, pünktlich und die Fahrpläne online abrufbar.

Hostels haben wir oft erst wenige Tage zuvor gebucht. Zwar sind sie für Backpacker nicht super billig, aber immer sehr sauber.

  • Ein guter Rucksack – unabdingbar zum Backpacking
  • feste Schuhe für stundenlange Entdeckungstouren

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